Just the two of us: „Stressness“ in Franken

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Samstag-Nacht, 0.40 Uhr. Ich habe mir gedacht, ich gebe Euch jetzt ab und an einfach mal eine detaillierte Zeitangabe, wann denn ein Text entsteht, um etwaigen Verwirrungen vorzubeugen.

Kam es doch des öfteren vor, dass ich berichtete einen Text zu später Stunde zu schreiben, doch eine finale Veröffentlichung erst am Nachmittag des Folgetages zustande kam. Was den ganz einfachen und banalen Grund hat, dass es als Dreifach-Mutter nun wirklich nicht immer möglich ist, einen Text in nur einem einzigen Durchgang aus dem Hirn auf die Entwurf-Seite des Blogs zu bekommen, diesen dann Korrektur zu lesen und zu verbessern, den optischen Aufbau einigermaßen leserfreundlich zu gestalten und dann auch noch das Beitrags-Bild zu basteln.

Es ist überhaupt schon mir selbst gegenüber zugleich positiv überraschend und arg verwunderlich, dass ich überhaupt in der Lage bin, derart viele Texte zu verfassen und zu veröffentlichen. Da kann Frau schon fast nicht mehr von Leidenschaft, sondern vielmehr nahezu von einem regelrechten Fanatismus sprechen. Nun, dies wird sich in der nächsten Woche wieder selbst regulieren, befürchte ich. Dann nämlich, wenn die Ferien zu Ende sind und für uns alle der Alltag wieder beginnt.

Doch heute war noch ganz und gar nicht Alltag!

Heute war ein ganz besonderer Tag. DER Tag! Der Tag, an dem ich endlich in der Lage sein sollte, das Geburtstagsgeschenk des Gatten einzulösen. Welches er bereits im Dezember erhielt. Und welches nur auf Drängen des Angetrauten, alsbald endlich Nägel mit Köpfen zu machen, nunmehr tatsächlich auch eingelöst wurde. Doch sei Euch versichert: Ich halte ALLE meine Versprechen! Wirklich! Ehrlich! Dauert halt nur immer etwas 😉

Für den heutigen Samstag-Nachmittag und auch Abend stand also ganz viel Zweisamkeit und Wellness auf dem Programm.
Wenngleich ich es vielmehr „Stressness“ nennen sollte, denn so musste sich der heutige Nachmittag für den Gatten angefühlt haben 😉
Mutti kann einfach noch immer kein Wellness. So war ich damals, als ich das Geschenk für den Mann aussuchte, auch der festen Überzeugung, dass ein Drei-Stunden-Gutschein inklusive Massage wohl völlig genügen sollte. Zur Entspannung zu zweit.
Ihr wisst von meinem Wellness-Tag im Februar und der nicht zu leugnenden Tatsache, wie fürchterlich doch sieben (!) Stunden Wellness für die aufgekratzte mütterliche Seele waren!
Man(n) müsste mir wohl schon Dormicum, Ritalin, Tavor und Valium gleichzeitig direkt in den Allerwertesten spritzen, um die dort ansässigen Hummeln für jene Zeit ein für allemal zu betäuben. Aber vielleicht wären vier Stunden als denkbare Alternative ganz nett gewesen 😉

Der Plan stand jedenfalls und ich wählte bewusst eine Therme fernab vom eigenen Wohnort. Nicht einer der Kurorte um die Ecke, sondern ein bisschen weiter weg. Im bayerischen Franken. Was sich insofern anbot, da wir auf dem Weg dorthin die Kinder bei meinen Eltern in der Heimatstadt abgeben konnten. Erstaunlicherweise sollten die Aussicht auf Mikrowellen-Popcorn und einem gemütlichen Filme-Abend mit Oma und Opa als Lockmittel genügen und wenig später saßen wir in der Tat alleine im Auto. Händchen-haltend. Nur wir zwei! Yeah! Brut erfolgreich abgehängt 😉

Und da war er wieder, dieser Moment.
Den ich so sehr schätze! Der Moment, in dem sich plötzlich alles wieder wie früher anfühlt. In der Zeit vor den Kindern. Wenn sofort wieder diese Vertrautheit da ist, die Zweisamkeit und man sich eben doch ganz und gar nicht fremd geworden ist. Als Elternpaar im hektischen Alltag. Und solange dieses Gefühl immer wieder kehrt, weiß ich für mich selbst: Läuft noch bei Mr. & Mrs. L.! 😉

Ich fühlte mich also wieder wie Mitte/Ende Zwanzig und betrat beschwingt die Umkleide-Kabine der Kurstadt-Therme. Kennt Ihr dieses Gefühl? Da fühlt man sich so jung, lebendig und frisch. Wie früher! Als hätte sich nix verändert! Und dann blickte ich versehentlich in den Spiegel…
Aber gut, schluck (!) , jedes einzelne dieser neu entstanden feinen „Linchen“ um die Augen steht für viele glückliche, abenteuerliche und erfüllte Jahre. Erst als junge Frau, dann als frisch vermähltes Paar und eben als Mama dreier wunderbare Kinder.
Schleim 😉
Geistig auf dem Einkaufszettel notiert: Montag noch stärkere Augensalbe kaufen!!

Als wir endlich das Innere des Thermalbades betreten sollten, verblieben gerade einmal fünfzehn Minuten bis zum Massage-Termin. Was zur Folge hatte, dass ich -urplötzlich vom Entdecker-Wahn getrieben-den armen Kerl von einem Becken zum anderen scheuchte. Speed-Chilling halt 😉

PicsArt_04-08-02.13.57Dafür war die Massage schon eher nach Muttis Gusto. Schön kurz und knackig und es sollte mir doch tatsächlich gelingen, der meinen Masseurin ein Schwätzchen aufzudrücken. Ebenfalls zur Erinnerung: Ich mag dieses Still-liegen einfach nicht.
Und dann auch noch sich gegenseitig anschweigen. Ich bin keine absolute Ruhe und Stille mehr gewohnt! Danach sehne ich mich höchstens abends um 22 Uhr!
Ich fing also an zu schnattern. Und ich befürchte, ich bin wirklich der einzige Mensch, der sich während einer Entspannungs (!)-Massage unterhalten möchte! 😉

IMG_20180407_181827492~3Im Anschluss folgte der Wettlauf gegen das Drei-Stunden-Ticket.
Lag der Gatte zu lange ruhig und faul im Solebecken, gab’s von der Frau Gemahlin eben ab und an einen kleinen, energischen Seitenschupser:

„Los! Jetzt will ich aber mal in den Sauna-Bereich“
„Wir sind jetzt schon zehn Minuten im Dampfbad!“
„Wir müssen uns doch noch die Bio-Sauna, Birken-Sauna, den Außenbereich und das Panorama-Dingens anschauen.“
„WIE? Du willst hier noch einen Moment liegen bleiben!?“

Aber doch! Ich bin mir ziemlich sicher: Mein Mann hat sein Geburtstagsgeschenk sehr genossen! Ganz gewiss hatte er etwas davon und verließ völlig tiefenentspannt dreieinhalb Stunden später den hübschen Glaspalast! Er sah zumindest ganz zufrieden aus 😉

Vom Hunger getrieben machten wir – entgegen der an meine Eltern gerichteten Aussage – noch einen Abstecher in die Fussgänger-Zone des kleinen, aber durchaus hübschen Städtchens, um uns in einem urigen, kleinen Weinlokal niederzulassen.
Und wieder fühle ich mich ein klein wenig alt, während ich diese Zeilen hier schreibe. Hätten wir uns früher in einem urigen Lokal wiedergefunden? Vermutlich nicht. Ich hätte auf ein lautes, volles Szene-Lokal bestanden, ganz gewiss. Nun, der Gatte schätzte schon immer eher gutes Essen als „the place to be“, womit er auch heute wieder Recht behalten sollte, muss ich an dieser Stelle leicht zähneknirschend zugeben. Das Essen war hervorragend und das Radler (saß im Weinlokal und hatte plötzlich keine Lust mehr auf Wein) ebenfalls 😉

01.30 Uhr. Ich sollte jetzt dringend schlafen gehen. In weniger als dreißig Stunden müssen drei Kinder fix und fertig und vor allem höchst-motiviert mit liebevoll geschmierten Butterbroten und ordentlich gepackten Ranzen im Mama-Taxi auf den Weg zur Schule sitzen. Oder so ähnlich. Doch eines weiß ich gewiss:
Wie jedes Mal nach den Ferien wird es ein ganz besonders harter, völlig überraschender und nicht zu erahnender Schuppser ins eiskalte Wasser werden. Für die Mama 😉

Das warme Sole-Wasser hingegen wird mir in angenehmer Erinnerung bleiben.
Und somit schließe ich diesen Text mit meinem ganz persönlichen Fazit:
Auch wenige Stunden zu zweit (wir waren gerade einmal sechs Stunden unterwegs) sind kostbar und unbezahlbar!
Es muss nicht immer gleich ein ganzes Wochenende sein, um wieder Paar zu sein und zueinander zu finden. Schon einmal gar nicht, wenn man sich gar nie verloren hat! 😉
Und hier und da ein bisschen flunkern, um noch ein hübsches, nettes Abendessen zu zweit mit echter Konversation (ohne Kinder-Geplapper) „on top“ zu ergattern ist auch einmal erlaubt! Danke Oma und Opa für’s Aufpassen!

Eure

Alex


2 Gedanken zu “Just the two of us: „Stressness“ in Franken

  1. flitzerglitzer Antworten

    Entspannung hin oder her, gemeinsame Zeit zu zweit ist wichtig. Das geht beim Wellness oder beim gemeinsamen Essen danach. Falls es Paare gibt die gerne einkaufen gehen, vielleicht sogar im Einkaufszentrum. Schön, dass ihr mit Hilfe der Großeltern dazu Gelegenheit hattet. Sie sind die wahren Helden für uns Eltern. Ich wünsche Euch einen guten Start in den Familienalltag, in nun nur noch 16 Stunden.

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    1. Mama steht Kopf Antworten

      Lieben Dank!!! Heute ist erst mal Angrillen angesagt 😉

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