Wenn Kinder (& Mütter) Tics haben…

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Dann ist das gar nicht schlimm!
Und eigentlich wäre jetzt mein Blog Post mit dieser Feststellung schon wieder zu Ende!
Wozu weiterschreiben, wenn ich die alles erleuchtende Erkenntnis bereits gleich zu Beginn raus gehauen habe?
Das Pulver ist verschossen, doch möchte ich damit auch gleichzeitig Wind aus den Segeln nehmen!
Sofort in die rechte Richtung lenken. Denn ich möchte mich hier nicht über Tics der Kinder beschweren und ausgiebig auslassen, sondern lediglich reflektieren und das Thema entschärfen.
Für mich selbst und für alle Anderen! 😉

Seit Wochen macht sie es schon

Sie räuspert sich.
Wenn man es denn so bezeichnen mag.
Ich kann es gar nicht genau beschreiben, denn ich selbst bekomme diese Lautäußerung gar nicht hin!
Und allein das ist ja schon irgendwie faszinierend. 😉
Die Rede ist von meiner mittleren Tochter.
Sie selbst berichtet zwar von einem Störgefühl, von Schleim, der stetig entfernt werden müsse, was ich auch durchaus ernst nehme!
Doch wissen wir mittlerweile, dass dem nicht wirklich so sein kann.
Sie macht es anscheinend einfach so. Unbeabsichtigt doch immer und immer wieder.
Und ja: Es nervt etwas! Wir alle müssen es hören und ertragen.
Der Bruder lässt sich lautstark darüber aus und ahmt sie nach, was mir wiederum unendlich leid tut und bereits zu vielen Reibereien geführt hat.

Dabei ist uns die Situation nicht gänzlich unbekannt.
Denn einen Tic – hatte sie schon einmal.
Vor einigen Jahren während der Kita-Zeit. Und der war noch deutlich auffälliger und lauter als der heutige. Damals hatten tatsächlich Kindergarten-Kinder Angst vor meiner liebreizenden Tochter. Denn solch gewaltige furchteinflössenden Töne (nennen wir es noch stärkeres Räuspern) aus dem Munde eines kleinen blonden Mädels? Da kann einem schon unheimlich werden. 😉

An dieser Stelle die Bemerkung:
Ich schreibe deshalb immer von meinen „blonden“ Mädels, weil es für mich noch heute unverständlich ist, überhaupt blonde Töchter zu haben! Das ist witzig, denn weder der Gatte noch ich sind dies!
Diese Anmerkung jedoch nur am Rande, um künftigen Beschwerden bezüglich der Betonung auf das Blonde entgegen zu wirken! (kam schließlich alles schon vor!) 😉

Jedenfalls suchten wir damals zwei HNO-Ärzte auf und nix wurde gefunden.
Der Tic ging so plötzlich, wie er gekommen war. Einfach so!

Auch jetzt sagte man zu mir, einfach abzuwarten!

Und genau dies werden wir jetzt tun.

Denn ich habe sie ja schließlich selbst!
Tics! Nennt sie gerne auch Zwänge oder Macken, denn ein Tic im eigentlichen Sinne ist ja vielmehr eine ungewollte Lautäußerung oder Muskelzuckung.
Doch was auch immer es ist, ich habe viele davon! Unendlich viele genau genommen.

Ich hatte früher als Kind einen „Schuh-Putz-Tick“. Rieb und polierte mit Spucke, immer und immer wieder! Lecker, gell?
Ein anderes Mal mussten sie immer im gleichen Winkel zueinander im Flur aufgereiht stehen.
Und auch heute erwische ich mich noch dabei, wie ich Dinge gerade rücke, weil das Schiefe so sehr die mütterliche Optik stört.

Ich habe den Drang täglich duschen zu müssen und ständig alles zu hinterfragen.
Das rührt noch aus meiner Kindheit heraus. Glaubte ich stets, die Eltern seien nicht immer ganz Ohr, wiederholte ich meine Fragen. Ebenfalls immer und immer und immer wieder.
Ich befürchte, leicht nervtötend war ich also seit jeher! 😉

Ja, ich habe Spleens!

Denn ist nicht sogar das Schreiben und Bloggen dies? Und nicht nur eine Leidenschaft?
Muss man nicht auch ein bisschen Freak sein, um diese ausgeprägte Begeisterung zu entwickeln, aufrecht zu erhalten und auszuleben?

Im Zusammenhang mit einem weiteren „Tic“ meinerseits fühlte ich mich in der jüngsten Vergangenheit  sehr oft ungerecht behandelt, vor den Kopf gestoßen und abgelehnt. Ich fühlte mich fast sogar gedemütigt, verletzt und als Mensch nicht geschätzt.
Doch glaube ich mittlerweile, man wartet einfach ab und versucht somit die Sache zu dämmen und durchzustehen, bis der Spuk vorüber ist. Das muss, glaube ich, noch nicht einmal böse gemeint sein!
Denn so bescheuert diese eine Eigenart gewesen sein mag, so steckten auch meinerseits niemals böse Absichten dahinter!

Und ich müsste also selbst nur eine Weile durchhalten und überstehen, aushalten und vorübergehend vergessen (abwarten!) und vermutlich würde sich der ein oder andere Spleen genauso wieder aus dem eigenen Leben schleichen, wie er gekommen ist!
Wäre das Aushalten und Unterdrücken nur nicht so unendlich schwer! 😉

Denn ich hege die Vermutung, wird ein Tic nicht weiter beachtet, bietet man der Sache keinen Raum, dann verliert sich vielleicht irgendwann auch der Sinn. Und es hört auf. Einfach so. Wie durch Zauberhand 😉

Warum also dann die Kinder für ihre Tics verurteilen und die sofortige schnelle „Heilung“ verlangen und erwarten?

Wenn wir Erwachsenen doch – wenn auch in anderer Form – selbst nicht besser sind?
Und Kinder haben oft und viele Tics.
Das kommt gar nicht so selten vor und ist es nicht wert, sich deswegen verrückt zu machen!

Was aber tun, wenn Kinder Tics haben?

„Jetzt hör‘ endlich damit auf!“

„Du nervst!“

„Wenn Du das noch einmal machst!“

Auch dem Gatten und mir entwich freilich auch des öfteren eine derartig entnervte und vor allem forsche Aussage!
Doch ist das gar nicht gerechtfertigt!
Denn derjenige merkt ja gar nicht, was er da gerade tut.
Unsere Tochter möchte uns weder ärgern noch provozieren!
Das ist wichtig zu wissen!
Es ist vergeudete Energie und vermutlich einfach effektiver, nicht näher auf die Sache einzugehen.
Auf Durchzug zu schalten und abzuwarten!
So wie ich es beispielsweise gelernt habe zu tun, ging es um diverse Ess-Marotten der Kinder – hauptsächlich im Kleinkindalter.
Als ich aufhörte hinzukucken und mich zu beschweren, hörte alles auf! 😉

Und in der Regel hören diese Tics meistens auch wirklich wieder von alleine auf!

Genau dies hatten wir ja bereits mit der mittleren Tochter schon erlebt.

Ablenkung hilft

Sitzt sie an der Nähmaschine oder macht andere Dinge, bei denen höchste Konzentration gefragt ist, scheint dieser kleine (!) Zwang unterbrochen. Dann entweicht meinem Kind nicht ein sonderbarer Ton. Dann bastelt und  macht sie alles ganz selbstvergessen und vor allem ruhig! Und diese Erkenntnis allein finde ich schon wunderbar! Es gibt Möglichkeiten, die Sache vorübergehend zu kontrollieren und zu durchbrechen. Und ansonsten, stört es mich ganz gewiss bald kaum noch! 😉
Ganz nebenbei bemerkt besitzt eine solche Angewohnheit keinerlei Aussagekraft was die Intelligenz betrifft.
Meine Tochter schreibt Einser und zählt zu den Klassenbesten. 🙂

Nur in seltenen Fällen reicht ein Abwarten allein nicht aus.

Dies könnte der Fall sein, hält der Tic länger als ein Jahr an, beeinträchtigt er das Kind in der Schule zu arg oder kommen weitere Auffälligkeiten hinzu. Schwieriger wird es auch, wird das Kind aufgrund dessen gehänselt.
Es muss aber wirklich nicht gleich der Kinderpsychologe aufgesucht werden!

Ich werde nachher jedenfalls mein Mädchen ganz dolle in den Arm nehmen.
Denn ich hab‘ sie lieb und sie ist ganz wunderbar, genau so wie sie ist!

Und ich selbst? Bin eigentlich auch gar nicht so ein verkehrter Mensch, denn wir tic(k)en einfach anders. Jeder auf seine Art.
Deshalb sind wir menschlich! Wir sind liebenswert – weil wir einzigartig sind!
Also hört auf genervt zu sein und

macht Euch nicht verrückt! 😉

Eure 

Alex

Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex! 😉

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