Wohin soll die Reise gehen? Mein Traum vom Familien-Urlaub zu Pandemie-Zeiten

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(Wie so vieles in Corona-Zeiten ist auch dieser Beitrag bereits wieder überholt und nicht mehr aktuell – siehe Nachtrag unten – ich werde ihn an dieser Stelle dennoch veröffentlichen – denn Träume gehen ja immer! )

Fünfeinhalb Wochen wären wir verplant gewesen in diesem Sommer.
Einfach weg.

Vom Alltag, den Sorgen zu Hause.
Wir hätten uns in den großen Flieger gesetzt – und alles vergessen und hinter uns lassen können.

Wären in andere Rollen geschlüpft und hätten ein gänzlich anderes Leben gelebt.

Fast die gesamten Sommerferien lang!

Vielleicht wären wir verändert zurück gekommen.
Etwas weiser und erwachsener, mit mehr Lebenserfahrung und vielen tollen Begegnungen im Herzen.

Vielleicht hätten wir uns sogar gewünscht, einfach da zu bleiben. In Toronto.
Hätten im Anschluss die Auswanderung geplant und große Pläne geschmiedet – wer weiß das schon! 😉

Und jetzt?

Blicken wir dieser Tage auf sechs lange – aktuell noch sehr ungefüllte – Wochen Ferien.

Der Plan im Hirn ist geplatzt und eine lähmende Perspektivlosigkeit tut sich auf – und schlägt ein klein wenig auf die Stimmung.

Doch geht es nicht gerade uns allen so?

Aus den unterschiedlichsten Gründen?
Kann denn aktuell überhaupt noch wer lautstark jubeln?

Da ich diesen Zustand allerdings nicht zulassen möchte, bin ich seit ein paar Tagen schwer beschäftigt.

Und suche und googel einem Traum hinter her.

Mein Traum vom Urlaub

Schließe ich meine Augen sehe ich knorrige Oliven-Bäume und verdorrte Felder.
Alte Steinhäuschen lehnen sich an verwunschene Hügel, es duftet nach blühender Macchie, Palmen und Zypressen zieren steinige Wege.

Unten an der Küste schaukeln bunte Bootchen im urigen Fischerhafen, das Meer glitzert türkis-grün in der Sonne.
Oleander blüht an Hauswänden und bunte Fensterläden zieren die ältesten Häuschen.

Mittags ist es still in den Gassen und des Abends sitzen sie alle draußen.
Auf den Klapp-Holzstühlen vor dem eigenen Häuschen.
Gestikulieren wild, lachen, Kinder spielen Fußball auf den staubigen Sträßchen.

Ja, ich habe ein ganz bestimmtes Bild im Geiste. (Und auch Herzen!)

Mein Inbegriff von Sommer!

Stellt man mich vor die Wahl (und aktuell habe ich die Wahl!) dann zieht es mich stets ‚gen Süden.
Der raue Norden, Ebbe und Flut, Watt und grüne Hügel, Schafe und Krabben-Brötchen – es will einfach nicht mein ganz eigenes Herz erwärmen.

Das meine schlägt für den Mittelmeerraum mit all jener typischen Vegetation.

Noch nie war ich in Schweden – und ein Urlaub an Nord-West-Deutschen Stränden (in Gummistiefeln und Friesennerz! Whuaa!) ist mir ein Graus.
(Aber selbst DAS würde ich aktuell 6 weiteren Wochen auf der heimischen Terrasse vorziehen!!)

Und jetzt, da Kanada geplatzt ist, habe ich ein weiteres, bestimmtes Bild im Kopf.

Meine Definition von Urlaub, wie er unter Pandemie-Zeiten wohl möglich und umsetzbar wäre.

Ich möchte Ruhe und Familie!

Denn auch, wenn unser öffentliches Leben nunmehr lange Zeit zum Erliegen kam und auch die Familie nunmehr seit Monaten aufeinanderhängt, sehne ich mich nach genau diesen beiden Dingen!

Jedoch in anderer Form als bislang geschehen.

Denn auch mir – uns! – haben die vergangenen Wochen sehr zugesetzt und ich fühle mich erschöpft und ausgebrannt.

Regeln, Verzicht, Anweisungen, Strafen, Lockerungen, Erwartungen, Unsicherheiten, Zukunftsängste, Sorgen, Tränen – ich könnte diese Liste, die wohl alle „Corona-Eltern“ nunmehr zu genüge kennen, ins Unendliche fortsetzen.

All‘ dies laugte mental aus und lässt mich nunmehr einfach nur Ruhe (und Einöde) herbei sehnen.

Ich möchte in diesem Sommer weder ein großes Hotel (und schon einmal gar kein Buffet!) von innen sehen, noch überfüllte Strandpromenaden!

Ich will für mich bleiben und mit meinen Liebsten einfach das Sein unter warmer Sonne genießen!

Das Häuschen im Süden

Ein Häuschen mit Pool irgendwo in den kroatischen Hügeln, nicht weit vom Meer schwebt mir vor.
Gerne in einem ganz kleinen, verschlafenen Dörfchen mit imposantem Kirchturm und halb-zerfallenen Stein-Häuschen.

Ebenfalls gerne darf der Supermarkt in unmittelbarer Auto-Nähe sein – aber das war’s auch schon!

Ich möchte Zikaden lauschen und Luft vor Hitze flimmern sehen.
Will im adriatischen Meer untertauchen – und für einen Moment einfach alles vergessen.
Abends würden wir grillen und uns selbst-versorgen (Na gut – mit Restaurants mit Abhol-Service könnte ich mich eventuell auch noch arrangieren! ; ) ) und lange, lange auf den alten Holzbänken auf der Steinterrasse sitzen – und endlich wieder Zeit für Gespräche haben!

Ohne Homeschooling und Telefonkonferenzen.

Vielleicht müssten wir ein paar Stechmücken verjagen, aber das wäre es mir wert! 😉

Drum suche wer das Haus nicht findet!

Seit nunmehr mehreren Tagen googel ich also, um diesen Traum verwirklichen zu können.

Und im Idealfall, stünden dem Kroatien-Urlaub auch noch einige Tage Österreich bevor.

Wandern würde ich gerne, hoch in die Berge fahren (der Nachwuchs ist in jene Pläne noch nicht eingeweiht worden 😉 ) und in klaren, österreichischen Seen baden.

Auch hier möchte ich unter uns (in Haus oder Ferienwohnung) bleiben und mich an Natur und Landschaft erfreuen.

Ich mag die Kombination aus zwei ganz unterschiedlichen Urlauben – und ein Roadtrip reizt mich seit jeher!

Denn schon so oft ist allein die Anreise ein ganz wunderbares Abenteuer (außer es spuckt wieder irgendwer! 😉 ), während diesem es viel zu entdecken und erleben gibt!
(Hoffentlich keine Temperaturmessungen und Abweisungen an Grenzen!!!).

Dafür packe ich gerne und bereitwillig ein wenig mehr und umständlicher !

Auch gestern saßen wir am späten Abend noch zusammen am Esstisch.
Der Mann, der große Sohn und ich.

Der Sohn hat Gefallen daran gefunden, uns bei der Suche zu unterstützen – und ich lasse ihn gerne.

Ich freue mich, begeistert ihn etwas und stelle entzückt fest, dass mein Kind nunmehr tatsächlich schon so groß ist, dass er sich wirklich einbringen kann.

Wir lachen und gackern viel – und ich trinke zu viel Wein.

Aber allein die Suche macht Spaß!

All‘ die schönen Bildchen von den hübschesten Häusern (viele davon können wir uns schlichtweg nicht leisten), die Sehnsüchte, welche Fotografien von einsamen Buchten und glasklarem Meer wecken.
Das allein genieße ich.

Als ich mir das dritte Mal nachschenke frage ich mich allerdings, WER dieser

„Super-Horst“

andauernd ist – und warum der so präsent auf allen Seiten ist.
(Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist schlichtweg der Superhost – ich hätte mir bei Realierung dessen beinahe vor Lachen in die Hose gemacht! Leute! Der Wein! 😉 )

Warum ausgerechnet JETZT Urlaub?

Ich soll zu Hause bleiben, denn alles andere wäre fahrlässig, riskant und leichtsinnig, meint ihr jetzt?

Ehrlich gesagt, sehe ich das gar nicht so.

Ich darf googeln und träumen!

Und ist man denn in diesem Sommer an einem überlaufenen Ostsee-Strandbad wirklich sicherer?

Ich plane nicht, mich und uns in große Menschenmassen zu stürzen.

Im Supermarkt einkaufen? Ein notwendiger Teil des Alltags, welchem wir auch hier nachgehen würden.
Alleine in einem Haus (aber immerhin MIT Pool!) leben? Machen wir hier auch!
Wandern? Wir würden auch zu Hause Ausflüge machen!
Und baden möchte ich eigentlich gerne dort, wo nicht so viele Leute sind.
Was mit Auto wohl umsetzbar sein sollte.

Dieses Jahr wird es nicht um Sehen und Gesehen-werden gehen – und auch nicht um die große Urlaubs-Party.
(Das geht es seit Jahrzehnten nicht mehr! ; ) 

Sondern einfach nur um die Seele und deren Wohl!

Und das haben wir uns nach all‘ der Zeit verdient!

Habt einen guten Sommer!

Eure 

Alex

Nachtrag:

Noch bevor ich auf „Veröffentlichen“ drücken kann, lese ich in den Medien von einem drastischen Anstieg der Corona-Neu-Infektionen in Kroatien.

Und somit sollte sich jetzt möglicherweise ein Traum im Kopfe abermals neu formen und definieren.

Wandern in den Bergen ist ja auch ganz nett….;) 

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