Die Gedanken sind frei! – Warum Mamas auch einmal „nuts“ sein dürfen!

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Ich hatte gut geträumt am Morgen.
Von den eigenen Kindern? Zart und liebevoll? Nö!

Vom eigenen Mann? Ahahahaha – doch sicher!
Selbstverständlich würde ich ihm das gegenüber auf Rückfrage so äußern. 😉
Denn das gehört sich ja schließlich so als gute Ehefrau.

Kurzum, der Sohn stürmte ins Schlafzimmer – am freien Brückentag – und riss mich jäh aus den schönsten Träumen!

Irgendetwas war mit neuen Sneakern, welche einer umgehenden Bestellung benötigten, weil sonst ausverkauft.

Jetzt weiß ich zum Einen, dass die Teenies von heute tatsächlich alle ein bisschen – ähm – seltsam daher kommen, denn die Schuhe waren bereits nach Sekunden ausverkauft.

Ledertreter in ausgewählten Farben eignen sich nämlich als gute, lukrative Geldanlage, wie ich jüngst vom Sohn lernen durfte.

Ich weiß aber auch, dass ich meine ganz eigenen Gedanken immer wieder sehr schnell verwerfen muss und sollte.
Zumindest glaube ich das.

Oder die eigene Zunge zügeln, das sollte ich ebenfalls.

Und mich auch – gerade als bloggende MAMA – in Formulierungen zügeln!

Muss ich mir wirklich immer auf die Zunge beißen?

Erst vorhin fiel mir das wieder auf.

Als…

…der Gatte und ich mit dem Postboten gemeinsam im Hof standen.

Ein Brief fiel zu Boden – genau zwischen die Füße des lieben Briefzustellers.
Ich stand da – bewegungslos, denn ich war zu sehr darum bemüht, mir auf die Zunge zu beißen.

Damit Worte, die ich längst kichernd im Kopf zurecht gelegt hatte, um-Himmels-Willen bloß nicht rausflutschten!

Denn ich glaube, das

„Ich bück‘ mich jetzt lieber nicht und krabbel‘ zwischen Deine Beine“

hätte zumindest einem der beiden anwesenden Männer nicht ganz so gut gefallen.

Und auch DAS dürfte ich hier jetzt in der Form nun gar nicht schreiben.

Die lieben Mitmenschen, wissta Bescheid! 😉

Will ich mich immer zügeln?

Aber WILL ich denn immer brav und bedacht formuliert schreiben?

Die nette Mama von nebenan sein, die ich in Wahrheit vielleicht gar nicht bin?
(Ich weiß es selbst nicht, um ehrlich zu sein)

Vielleicht sogar habe ich es faustdick hinter den Ohren?
Zumindest an vierzehn Tagen im Monat.

An den anderen höchstwahrscheinlich eher nicht.

Denn da bin ich eine Wurst.

Arm, bemitleidenswert und unsexy in Sweater und Chucks.

DA bin ich wohl eine vorbildliche Mama, die Kuchen backt – dabei sehr, sehr viel heult – und bastelt (und dabei noch mehr heult) und sehr viel Angst um die eigene Brut hat.

Und dennoch gibt es Tage in meinem Leben als Mama, da umtreiben mich durchaus andere Gedanken!

Andere, als die nächste kreative Idee aus Fimo und Salzteig. Obwohl…. 😉

Ich bin im übrigen auch noch eine Frau!

Da ist Schleich nun einmal unfassbar ödes, langweiliges Gummispielzeug (das klingt schon wieder komisch – ich sollte diesen Text einfach lassen!!!) – und im Grunde möchte ich eigentlich so sehr gerne andere Dinge tun!

Ganz andere Dinge.
(Okay, zu oft und deutlich darauf angespielt – jetzt weiß auch der letzte Depp, was „andere“ ist)

Es sind auch die Tage, an welchen ich im Auto sitze und mehr als laut „Bitch“ und „Du blöde, dumme …..“ (Das Wort fängt mit „F“ an, darf und kann hier aber unter keinen (!!!) Umständen geschrieben werden 😉 ) zwischen den Zähnen hervorzische.

Gerichtet, an eben alle weiblichen Charaktere, die ich nun einmal nicht leiden kann.

Wiederum könnte ich im Gegensatz noch ganz andere Dinge im Auto heimlich heraus posaunen!

Alles selbstverständlich nur, bin ich der einzige Insasse im Fahrzeuginnenraum.
(Also meist auf der Schul-Taxi-Fahrt VOR dem Abholen der Kinder)

Denn so wie ich hasse, „liebe“ ich im Gegenzug auch.

Wen es jetzt in welcher Form trifft, scheint das Leben für mich auszuwürfeln – da brauche ich mir keinerlei eigene Gedanken zu machen! 😉

Ich fluche und schimpfe also  – oder gröle lautstark zu irgendwelchen Songs, die ich mit den Kindern nicht hören kann und will.

Ich vermute, aus einem ähnlichen Grund wähle ich Abends beim Crosstrainern ausschließlich die Serien, welche ab sechzehn Jahren sind – und in eben jenen Menschen viel Alkohol trinken, dumme Dinge anstellen und Sex haben.

Weil sich all‘ das für eine „liebe Mama“ nicht gehören sollte – und hier offenbar irgendeine kleine Ausflucht gefunden werden muss, die niemanden zu Schaden kommen lässt!

Macht mich das jetzt zur Bad Mom?

Ich denke nicht!

Ich glaube sogar fast, all‘ diese Empfindungen, von der keine Mama spricht, die keine öffentlich ausschreibt, sind völlig normal.
Fast sogar weiß ich das!

Denn jeder Mensch ist nicht nur einzigartig, sondern auch vielseitig.

Und ich wage zu behaupten, ein jeder (!) hat seine dunklen, geheimen Seiten.

Wir können nicht alles ausleben, wonach uns ist, aber wir müssen nicht auf ewig nur noch Mutter (oder Vater) sein!

Es ist OK und legitim, sich seine (gedanklichen) Mini-Ausflüchte aus dem Alltagstrott und realen Leben zu erlauben, sofern sich alles im vertretbaren Rahmen abspielt!

Wir müssen nicht immer die Dinkelbrot-backende Super-Mami mimen, mit zarter Flüsterstimme, stets geduldig und aufopfernd!
(Die sind in meinen Augen eh – pardon – frigide)

Wir sind Menschen und hatten ein Leben vor den Kindern!

Und wenn es uns gut tut, im Auto die derbsten Schimpfwörter um uns zu schleudern, dann sei es drum!

Ebenso, wie wir (also Leute, ich MUSS das jetzt hier in der „Wir“-Form schreiben! 😉 ) versehentlich auf Hintern starren und uns bereits Mittags auf den Feierabend-Wein freuen dürfen!

Abschließen möchte ich den Text mit einem Zitat aus einem Film, welchen ich vor vielen, vielen Jahren einmal gesehen habe.

Weil ich erst gestern wieder glaubte, furchtbar peinlich zu sein und Seiten von mir unterdrücken zu müssen (und daher jetzt einfach erst Recht einen „peinlichen“ Text schreibe):

„crazy people don’t sit around wondering if they’re nuts!“

Denn DIE sind einfach glücklich!

Liebe Mamas, lasst uns hin und wieder auch ein bisschen „nuts“ sein!

Ach und lieber Gott, verfluche mich gerne für diesen Text! 😉

Eure 

Alex

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