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Mein Leben ist ja doch (k)ein Ponyhof! – Vom Reitermädchen, das ich nie war – Unser #wib 04./05.06.

Wehende Haare in salziger Meeresluft, wild galoppierende Pferde, frei und ungezügelt.
Sturm und Donner, Blitze und Einbrüche, wunderschöne Menschen und verstohlene Blicke.

Zarte Berührungen und eiskalte Manipulation, neugeborene Fohlen im warmen Sonnenlicht und flatternde Mähnen.
Stroh und Folklore-Ketten, enge-staubige Jeans mit derben Boots und geflochtene Zöpfe.

Stolze Turnier-Hengste und niedliche Mini-Ponys….

Ich sitze im Kinosaal und muss ob jener Absurdität verstohlen schmunzeln!

Fast schon lache ich zynisch auf bei dem Gedanken an jene Wundertüte, welche mir hier gerade präsentiert wird.

Der Traum vom Pferdemädchen

Der Traum eines jeden Pferdemädchens mit allen dazu gehörenden Zutaten.

Einmal wild durcheinander gemischt und heftigst gerührt und geschüttelt – daraus also wird der perfekte
Pferde-Kino-Film-Cocktail gemixt! 😉

Nun, die drei Mädels zu meiner Rechten jedenfalls sind hellauf begeistert – mich holt der Zauber vom Immenhof leider nicht ab.

Vielleicht weil ich ein Stückchen zu erwachsen geworden bin und allzu oft erleben durfte, dass jene Reiterhof-Romantik wie sie mir in geballter Form um die Ohren geschleudert wird, nun einmal nur im Märchen vorkommt.

Und dass das Leben keinem solchen gleicht – ganz egal wie gut es uns geht und wie glücklich wir uns schätzen können.
Irgendwann holen Gedanken und das Erwachsen-sein ein jeden von uns ein.

Doch möchte ich nicht meckern und jammern – ich wollte diesen Nachmittag meiner mittleren Tochter, ihrer Freundin und der Kleinsten schenken!

Auch wenn es mir leider nicht gelingen mag, mich mitreißen zu lassen und Illusionen hinzugeben.

Vielleicht aber liegt es auch schlichtweg daran, dass ICH selbst nie ein Pferdemädchen war. 😉

Nun ist es nicht so, dass ich Pferde nicht leiden kann – aber so richtig hoch mag mein Herz noch immer nicht hüpfen.

Wenngleich ich die Tiere mit den gutmütigen Augen aktuell mehr besuche, als mir lieb ist – und sogar hin und wieder zaghaft streichele und mit flüsternder Stimme liebkose.

Doch haben Pferde auf mich wohl einen ähnlichen Effekt wie hellblonde Männer mit blauen Augen.

Typ glattrasierte Surfer eben.

Alle finden sie schön und nett anzuschauen, doch regt sich bei mir kein einziges Härchen, zuckt nicht eine Wimper.

Danke. Schön. Bitte weiterziehen – NEXT! 😉

Mutter eine Pferde-Mädels…

Wohl aber bin ich Mutter eines Pferdemädchens!

MIT Pflegepferd wohlgemerkt und das will etwas heißen!

Insbesondere heißt es viel Verantwortung, noch mehr Organisation und Verpflichtungen und sehr, sehr wenig Zeit!!!

Vor allem wenig Zeit zu Hause.

Denn seit mein Mädchen für eine wunderhübsche weiße Stute verantwortlich ist, bekomme ich die fast Dreizehnjährige nur noch sehr selten zu Gesicht! 😉

Ich teile mein Kind.

Mehr als das sogar!

Mit Schwalben und Mist, mit Ponys und stattlichen, majestätischen Vierbeinern, mit “Arbeitstagen” und “Stalldiensten” – zwischen Paddocks und Koppelaufbau, Reitstunden und Hufschlag!

Um nur einige der Begriffe zu nennen, die selbst ICH im Laufe der vergangenen Monate dazu gelernt habe! 😉

Das ist auch ok so, das gönne ich meinem Mädel aus tiefstem Herzen – nur möchte ich hin und wieder mein Kind auch noch bei mir haben.

Und sitze somit also hier.
Für die drei Mädchen neben mir im Dunkeln – für die Sache! 😉

Genug der Sentimentalitäten – kommen wir zu unserem diesjährigen Pfingstwochenende in Bildern! 🙂

Samstag

Mein Handy-Wecker klingelt als das Mädchen schon längst wieder mit dem Bike gen Reitstall in der Nachbarstadt gesaust ist.

Heute wolle sie besonders früh sein, noch vor der eigentlichen Reitstunde, kündigt das Mädchen an, denn einer von vier Arbeitstagen im Jahr sei geplant!

Unkraut jäten, Pferde waschen, Zäune reparieren – ob solch ein geplanter “Arbeitstag” mit Anwesenheitspflicht wohl auch zu Hause funktionieren könnte!? 😉

Kurz bevor wir mit der Kleinsten hinterher fahren möchten, ruft mich mein Kind an, eine Wespe hätte sie während der Fahrt in den Fuß gestochen.
Nun finde ich auch Reiter-“Galoschen” voll blöd, denn da ist das mistige Viech offenbar reingeflogen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück sammeln wir zumindest unser jüngstes Kind am Hof wieder ein – die Tochter möchte trotz Schmerzen und mittlerweile angeschwollenem Hinkefuß dem Arbeitstag weiter beiwohnen!

Ich bin ein wenig neidisch ob so viel Hingabe und (Pferde-) Liebe! 😉

Gestohlene Zeit für mich!

Als ich des Mittags realisiere, dass ohnehin gerade kein Hahn nach mir kräht (das machen seit jeher ohnehin – fast – immer nur die Falschen 😉 ) und auch kein Kind schreit, entschließe ich mich kurzerhand einfach abzuhauen!

Für 30 Bahnen nur ICH!

Ich schreibe später in folgendem Instagram- und Facebook-Post darüber!

“Mama? Mamaaaa!!!!”
Die letzten Tage war ich voll im Versorgungsmodus – und das war auch mal ok so!
Das Mama-Taxi fuhr zwischen “kannste Du mal?” und “bringst Du mir?” – gerne auch “Wann kommst Du endlich?” und “darf xyz bei uns essen/übernachten/spielen” hin und her.
Es hielt am Reiterhof und Sportplatz und ich packte auf Wunsch schon einmal Schwimmbad-Taschen, besorgte Vorrats-Eis und verschenkte Nudelauflauf.
Unterhosen wurden gefaltet und fanden wie durch Zauberhand ihren Weg in diverseste Kleiderschränke und den Kühlschrankvorrat galt es stets aufzustocken! (Im Akkord!!!)
Ich suchte Schuhe und wischte Kreide von den sonderbarsten Oberflächen (warum eigentlich ICH!?!) und pustete nackte Knie.
Zeitweise lümmelten während kurzer Sommergewitter bis zu 6 Kinder auf meiner Wohnzimmer-Couch und karierte Oberhemden wurden hingebungsvoll mit dem Dampfbügeleisen gestreichelt.
Das ist auch alles gut und schön so – vieles davon sehe ich als meine Aufgabe!
Doch geht das alles auch nur, wenn dabei hin und wieder auch Zeit für MICH rausspringt!
Und ist die noch so kurz!
Und die wiederum ergibt sich nur durch schnell sein, die Gelegenheit nutzen – und im Zweifel auch einfach mal ganz fix ABHAUEN!!!!
Solange es keiner groß merkt und alle beschäftigt sind. 😉
Und eben aus der Sichtweite des Nachwuchses verschwinden!
Schließlich bin ich nicht nur Versorgungstier, sondern immer noch auch MENSCH – und nicht zuletzt auch FRAU!
Und die hat ihre 30 Bahnen ganz alleine im Schwimmbad (ohne Gedankenkacke – weil musste ja zählen! ;)) heute sehr, sehr genossen!
Habt noch ein schönes Pfingstwochenende und vergesst Euch selbst nicht!

Die Freundin der großen Tochter wird heute unser Übernachtungsgast sein – und wir möchten noch einmal zusammen in den Biergarten gehen, bevor das angekündigte schlechte Wetter über uns zieht!

Lustigerweise verhält es sich oft so, dass – egal was wir anstellen – immer 3 Kinder uns Gesellschaft leisten.

Der Sohn ist zwar auf Geburtstagsparty – dafür aber sind wir jetzt eben mit drei Mädels unterwegs! 😉

Sonntag

Es regent tatsächlich und ist ätzend trüb.

Auch ich verliere mich an diesem Sonntag wieder öfter als mir lieb ist in Gedanken – doch habe ich mir heute vorgenommen sehr stark mit mir und dagegen anzukämpfen!

Sicher, ich kann nicht strahlen, albern und auf Knopfdruck lachen – aber es soll heute ein Tag für meine Töchter sein und so schlucke ich den Brocken, der da schon wieder ist, herunter.

Und hüpfe einfach trotzdem im Trampolin!

 

Denn ganz ehrlich?

JA, ich habe meine Launen und Stimmungsschwankungen und ich bin öfter traurig als mir lieb ist.

Und für Außenstehende ganz gewiss auch völlig ohne Grund!
(Selbst dem Mann erschließt sich der Grund nicht immer 😉 )

Aber ich habe keinen Bock darauf, dass da jeder drunter leidet – schon einmal gar nicht meine Kinder!

Denn ich sehe es ja am Reiterhof-Mädel:

Irgendwann ist meine Zeit vorbei und ich bin gar nicht mehr so dolle gefragt, wie ich es einst einmal war.

Und wenn mein Mädel da mit mir hüpfen und Quatsch machen möchte, dann tue ich das auch!

Aus tiefstem Herzen gerne!

Und wisst ihr was? Sich selbst überwinden hilft und tut gut! 😉

To be continued….

(Mehr #wibs wie immer bei grossekoepfe!)

Eure 

Alex

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