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Warum sich als Mama selbst nach ganz hinten stellen KEINE gute Idee ist – about yesterday…

Ich möchte Euch etwas erzählen.
Von gestern.

Oder darüber, wie Frau es besser NICHT macht.

Ich wollte gestern nicht nachdenken und mich nicht mit mir und meinen Gedanken auseinandersetzen.

Wollte keine Zeit mit MIR verbringen und auch gar nichts für mich tun – denn ich war mir selbst nicht gut und meine aktuellen Vorgänge in Hirn, Herz und Bauch – nun sie gefallen mir gerade nicht.

Ich gefalle mir aktuell nicht ganz so – and I have to deal with some stuff…

Weil das aber manchmal weh tut und blöd ist, greift der Mensch auf die Verdrängungs-Strategie zurück  – und stürzt sich in Arbeit.

Das hilft temporär und rettet Tag und Arsch – im ungünstigsten Fall kommt am Ende eines Tages aber eben doch alles hoch!

Zusammen dann mit all‘ den anderen Dingen, die sorgen, traurig-stimmen und belasten – und eine hoch-explosive Mischung geht in die Höhe.

Und der Tag endet im Super-Gau. BÄM!!!

Alle fleißigen und liebevoll investierten Stunden zuvor sind von einer Sekunde auf die Andere für’n Allerwertesten…

Doch fange ich von vorne an

Ein bisschen Hausarbeit wollte ich gestern machen und das Obergeschoss – welches ich in den letzten Wochen sträflich vernachlässigte –  auf Vordermann bringen.

Am Nachmittag vielleicht mit den Kindern in’s Freibad gehen, schließlich sollte es heiß  werden.

KinderN“ – und hier schreibe ich schon von meinem ersten viel zu hoch gesteckten Anspruch!

Denn ich wollte es mir tatsächlich zur Aufgabe machen, ALLE Kinder von einem gemeinsamen Freibad-Besuch zu überzeugen.

Auch die beiden Teenies.

Die, die gefühlt gar net mehr allzu viel mit mir zu tun haben möchten und nur noch nach Essen, Taxi-Fahrten und Frischwäsche fragen.
(Ein Fehldenken übrigens – ich habe nur noch nicht gerafft, dass ich mich hier einem Wandel anpassen muss!!!)

Genau DIE wollte ich zu einem netten Mutti-Nachmittag bringen –  denn ich wollte ja voll und ganz für ALLE da sein!

Kein Freibad mit krankem Kind

Nun trug es sich aber zu, dass das kleinste Kind bereits in der Nacht mit starkem Durchfall aufwachte – und mich selbstverständlich gleichermaßen wach hielt.

Ich war also nicht nur mit mir selbst traurig, sondern übermüdet on top.

Keine guten Voraussetzungen für alle Pläne eines Ferientages.

Nun, die Darmgeschichte wurde auch nicht besser und so streichelte ich Köpflein, besorgte Bananen, Salzstangen und Cola.
(Um später festzustellen, dass Cola in diesem Fall ja nur so semi-günstig und die Empfehlung dazu eben nur ein Gerücht ist – ich trank sie später selbst, OBWOHL ICH COLA GAR NICHT MAG!!!)

Und ich schmuste.

Das tat ich auch alles von Herzen gern, nur sah ich in diesem Moment noch nicht den Rappel, welcher sich da gerade in mir anbahnte.

Der Rappel

Da der Freibad-Besuch nunmehr gedanklich schnell auszuschließen war, plante ich, so richtig, richtig fleißig und effektiv an diesem Tag daher zu kommen!

Denn chillen und nachdenken war in meiner Stimmungslage ja KEINE Option.

Lieber kopflos in Arbeit stürzen – auch mit dem Hintergedanken, am darauffolgenden Nachmittag viel Zeit fürs Freischwimmbad aufbringen zu können.

Denn dass Frau Mutter in den Ferien ebenfalls selbst ZEIT hat, ist ein ebenso dümmlicher Mythos wie die Geschichte mit der schwarzen Blubberbrause bei Magen- und Darm!

Bei jenem Vorhaben begann ich gleich mehrere Fehler:

Während das Bauchi-Kind unten auf der Couch lümmelte, versprach ich den anderen beiden lümmelnden Teenies, NACH getaner Hausarbeit noch für einen kleinen „Sundowner-Plantscher“ am frühen Abend mit ihnen ins Freibad-Wasser hüpfen zu wollen.

Und machte mir damit hausgemachten Stress!

Den großen Kindern war mein Vorhaben dabei ohnehin Käs-egal.
DIE wären auch den restlichen Tag mit ihrem Bett, einer Tüte Chips und WLAN zufrieden gewesen.

Das-wollte-ich-mir-aber-so-nicht-länger-ansehen!
Die-sollten-auch-mal-raus!

(Das ist in diesem Alter nicht mehr wirklich meine Aufgabe, dazu haben die beiden Freunde und können sich einfach mal verabreden! Aber  jenes Loslassen fällt mir schwer – und beide fielen eben meinem Ehrgeiz und Enthusiasmus zum Opfer)

Ich – das ewige Dienstmädchen

Ich fing also an, wie von der Tarantel gestochen Betten abzuziehen und Waschmaschinen zu füllen, Regale endlich mal wieder zu entstauben und Teppiche abzusaugen, viele, viele halb-leer-getrunkene PET-Flaschen aus Kinderhöhlen zu entsorgen und überdimensional-volle Mülleimer aus eben diesen zu entfernen.

Ich schrubbte Klos und sortierte Bücher weg, stopfte Spielzeug in Kästen und Kisten, leerte Wäschekörbe und verräumte in Schränke und befreite verstopfte Abflüsse.

Alles in einem Anflug von Besinnungslosigkeit.

Selbstverständlich auch nicht ohne mich dabei wie das DAS Dienstmädchen schlechthin zu fühlen – und dies auch lautstark gegenüber dem desinteressierten (und allmählich von mir genervten!) Nachwuchs zu kommunizieren!

Vieles davon wäre gar nicht meine Aufgabe gewesen – und ich muss hier dringend etwas ändern!

Auch das frustrierte mich während meiner Putz- und Aufräumaktion.

Und während ich noch lustig Fotos in den Instagram-Stories postete, staute sich IN MIR ganz schön viel an.

Denn es ist nicht meine verdammte Aufgabe, die Zimmer der großen Teenie-Kinder zu säubern.
Ist es nicht!

Teenies müssen ihre Zimmer selbst aufräumen!

Das ist sogar falsch!

Ich SOLLTE das gar nicht als meine Aufgabe sehen!

Die-müssen-das-selber-lernen!!!

Und wenn ICH mache und schufte, beraube ich sie um diesen Prozess.

Wusste ich, war mir klar, frustrierte mich sehr – ich machte aber einfach weiter.

Solange, bis ein Freibad-Besuch aus Zeitgründen nicht mehr möglich war.

Ich hatte also nicht nur meine Kinder mit meinem Gewusel genervt, sie verwöhnt und bin Dinge falsch angegangen – Ich habe auch ein Versprechen (auch wenn’s keinen interessiert hatte) nicht halten können!

Das tat mir innerlich weh und stimmte mehr als unzufrieden.

Wenigstens gemeinsam einkaufen gingen die Kinder und ich im Anschluss noch – „coole Getränke“ holen und Lieblings-Snacks, das kleinste Kind befand sich ebenfalls auf dem Weg der Besserung.

Das war schön zu sehen und versöhnte.

Und wo bleibe ICH?

Wohl aber wusste ich, dass ich ebenfalls an diesem Abend noch den Gatten vom Bahnhof (er war in den Tagen zuvor auf Dienstreise) würde abholen müssen!

Und dass mir gerade die Zeit auf dem Crosstrainer (die einzige für mich an diesem Tag eingeplante Zeit – und zwar erst zu allerletzt!!!) flöten ging!

Nun, es kam exakt so – da ich erst dann trainieren und etwas für mich tun wollte, NACHDEM die Bude blitzeblank, alle Kinder fit, wohlgestimmt und zufrieden waren, musste ich irgendwann mein Training abbrechen um Ehefrauen-Taxi zu spielen.

Ihr könnt Euch den entsprechenden Gesichtsausdruck vorstellen.

Der Abend setzte sich relativ ruhig fort.

Bis zum geplatzten Wassereis.

Das Wassereis platzte – so auch ich

Denn während ihres gelangweilten Chillens auf den frisch bezogenen Betten sprang den Teenies auf TikTok irgendein Käse mit Wassereis, welches man zum Öffnen aufschlagen müsse, ins Auge.

Wassereis, das ich Depp zuvor für Beide auf Anfrage gekauft hatte.

Kurzum, der Trick ging natürlich schief – gleich zweimal – und der Küchenboden sowie Schränke klebten.

Zwar griff der Nachwuchs selbst zum Lappen, doch nachdem Füße noch immer babbten krabbelte eben ich auf allen vieren fluchend und schimpfend auf dem Fußboden zum Wischen herum.

Und das nach der ganzen Putzerei am Nachmittag.

Kommentare fielen im Hintergrund vom Sohn (Teenies – laute Klappe, rege Diskussionen! ) wie unentspannt ich schon den ganzen Tag wäre – als dann auch noch der Gatte mit einstimmte, riss, platzte und zerbarst etwas in mir!

Wie zuvor das Himbeer- und Zitronen-Wassereis!

Ich konnte nicht mehr.

Und JA, ich gebe hier zu meiner Schande zu, ich schrie und heulte, ich sagte unschöne (sehr, sehr unschöne!) Dinge und wollte für einen Moment nicht mehr ICH sein.

Raus aus der Haut, raus aus dem Haus, raus aus der Mutterrolle, raus aus der Ehe, raus aus diesem Leben.

Denn das tat in diesem Moment (!) so, so sehr weh (oder die Nerven – nehmt es wie ihr wollt!).

Das ist nicht schön, dies hier aufzuschreiben – und dennoch denke ich, ein jeder hatte schon einmal solche kleinen Momente!

Es wurde im Nachhinein auch alles wieder gut!

Wir haben uns vertagen, in den Armen gelegen und ich sprach mit jedem Kind einzeln über diesen Tag und was da eigentlich los war.

Denn das ist wichtig!!!

Aber wie war es dazu gekommen?

Ganz einfach:

Weil ich mich selbst ganz, ganz hinten anstellte!!!

Solange, bis Gefühle und Gedanken eben doch aus mir herausbersten wollten und nicht mehr aufzuhalten waren.

Und hier bewahrheiten sich all‘ jene Weisheiten, die wir tagtäglich auf Insta & Co. zu lesen bekommen!

Es ist NIE gut, nicht auch mal innezuhalten und wenigstens kurz an sich selbst zu denken!

Es ist wichtig, sich als Mama Gutes zu tun und Auszeiten zu gönnen!

Denn die Unzufriedenheit eines verkorksten Tages platzt irgendwann sowieso aus uns heraus!

Únd sei es nach „doofen Sprüchen“ etwaiger Familienmitglieder.

Lassen wir es besser erst gar nicht soweit kommen – und legen bewusst Pausen ein.

Auch wenn wir uns dann bei einer Tasse Kaffee mit uns selbst auseinandersetzen müssen.

Denn wir  (ich!) brauchen im Unterbewusstsein das Wissen, auch Momente für UNS ALLEIN finden zu können!

Und sind die noch so klein!

Sonst endet es im Super-Gau!

Das will keiner, das ist kontraproduktiv.

Und selbst ohne Kinder und Mann auf Kurzreise gehen dürfen wir Mamas!

Auch das rettet hin und wieder unseren Hintern, stimmt versöhnlich und rein mit uns selbst – und spendet neue Energie für Tage wie solche!

Mache ich wieder! Spätestens im nächsten Jahr!

Und bis dahin:

Keep calm and relax!!!

Und-putzt-verdammt-nochmal-nicht-ausgerechnet-in-den-Ferien-die-gesamte-Bude-auf-einmal!!!
(Dies an mich gerichtet ;) )

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hallo Alex,
    auch ich finde, dass Ferien für Mamas oft keine Ferien sind- zumindest nicht mit den Kids in den eigenen vier Wänden. Das gechillt, gelangweilte Abhängen der teenies im abgedunkelten Zimmer und das alles noch im Hochsommer macht mich als Mutter oft unentspannt. Auch bin ich der Meinung, dass sich meine Tochter viel öfters mit einer Freundin treffen könnte- im real life- mit Sonne, Freibad, Eis, lachen, zicken und was sonst noch alles wichtig ist, um ein sozialkompetenter und glücklicher Erwachsener zu werden.
    Ich werde heute mit einem guten Buch alleine an den See fahren. Meine Vorstellung von einem schönen Tag in den Sommerferien.
    Liebe Grüße
    Sarah

    1. Oh ja! Bin ich ganz bei Dir! Viel Spaß am See – ein seeehr guter Plan! Ich bin mal auf unseren Sommerurlaub mit Teenies gespannt – ich zwinge mich gerade sämtliche Erwartungen runter zu schrauben! Umso schöner sind dann die kleinen Momente und Überraschungen ;)) Ganz liebe Grüße! Alex

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