Auch dieses Feiertags-Wochenende begann mit einer Illusion, wenn nicht gar einem Irrglauben.
Abermals glaubte ich noch morgens auf der Couch – den heißen Kaffee in der Hand – ein ruhiges und vor allem (Aufgaben-) freies Wochenende vor mir.
Ich freute mich richtig!
Ich hatte die Hoffnung auf Zeit und auf viel Natur und kuschelige Momente. Und ich hoffte auf Ruhe und Behaglichkeit, auf Familienzeit.
Nur, um schmerzenden Rückens am Sonntag-Abend festzustellen, dass wieder einmal wenig aus all den schönen Vorstellungen in meinem Geiste geworden ist.
Boah! Etwas muss (s) ich ändern!
Und auch bäumte sich in mir wiederholt die Erkenntnis auf, dass (s)ich etwas ändern muss.
Dieser Funke kam mir schon öfter in den Sinn (Blitzmerkerin ich).
Jetzt wäre es nur schön, auch endlich Mut und Kraft besitzen zu können, um Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Denn allmählich überkommt mich das frustrierende Gefühl, dass am Wochenende alle Familienmitglieder ihren Hobbys nachgehen und ihren Vorlieben frönen können – nur ich eben nicht.
Denn ich bin diejenige, die alles sieht und räumt. Ich bin die, die macht und wischt und wäscht – und am späten Abend völlig erschöpft mit schmerzenden Knochen auf der Couch einschläft.
Alle können lungern, ausruhen, die Füße hochlegen, zocken, hinterm Bildschirm sitzen, Serie-gucken und sich mit Dingen, die fesseln und faszinieren beschäftigen. Ich aber kann es nicht.
Denn ich fülle derweil Maschinen-weise die Wäsche und hänge auf. Ich lege zusammen und verräume. Und ich zermartere mir das Hirn, was es heute schon wieder zu essen geben soll – und stehe im Anschluss Stunden in meinem kleinen Verlies hinterm Herd.
Ich bin es, die den Staubsauger schwingt und Leergutflaschen einsammelt.
Ich bin der Idiot, der dennoch letzten Endes an allem schuld und für die vermeintliche Leere im Kühlschrank verantwortlich ist.
Spoiler: Der ist in der Regel mehr als gut gefüllt! Nur eben nicht mit Convenience-Dingen, die nahezu mühelos in die Teenie-Schlünde fliegen.
Ich bin das Schaf, das nicht zum Buch-lesen oder gar Wandern kommt. Ich bekomme vom goldenen Feiertags-Wochenende kaum etwas mit!
Mount Washmore lässt grüßen
Denn der einzige Hügel (Nein, Berg!!!), den ich besteige, ist der aus Wäsche.
Vielleicht ertrinke ich auch darin, so genau weiß man das nie.
Mir scheint, als ist es ein ungeschriebenes Gesetz, auch in den Köpfen der schon so großen Kinder (wenngleich ihnen das vielleicht gar nicht so bewusst ist), dass meine Zeit einfach weniger wert ist.
Sie ist zur Bedürfnisbefriedigung aller Menschen unter diesem Dach gut genug, aber nicht zu meiner Freude und meinem Vergnügen – und für Dinge, die mir Spaß machen.
Sofern ich nicht auf eben diese Zeit bestehe und mich durchsetze und die Erledigung von Aufgaben einfordere!
Und – Uff – als harmoniebedürftiger Mensch (als People-pleasender Feigling!) fällt mir das verdammt schwer.
Und JA! Ich müsste jetzt gar nicht so vehement durchgreifen, hätte ich doch nur von Beginn an Aufgaben verteilt – und die Kinder an die Mithilfe im Haushalt erinnert.
Ich habe mir mein eigenes Asche-Plätzlein am Herd selbst erschaffen – und muss mir jetzt erhobenen Hauptes den Staub wieder aus der nichtvorhandenen Schürze klopfen!
Das wird jetzt schwerer, als wäre ich einfach von Anfang an konsequent gewesen.
Besser wäre es gewesen, hätte ich nicht einfach den Weg des geringsten Widerstandes gewählt – und alles “schnell” selbst gemacht.
Denn diese vielen “Schnells” lassen am Abend den Rücken und die Knie schmerzen und mich mit dem traurigen Gefühl zurück, vom Wochenende, das doch mit so vielen schönen Plänen im Geiste begann, nicht viel mitbekommen zu haben.
Trotzdem schön & wertvoll!
Und dennoch – trotz allem Gejammere – waren es schöne zwei Tage!
Wir sind wieder zu fünft! Und der große Sohn hatte viel von seiner Schottland-Abschlussfahrt zu berichten.
Es gab auch für mich ein paar kleine Mikro-Momente in der warmen Herbstsonne, als ich mit der liebsten Hündin im Garten spielte oder wir einen Spaziergang hoch über den Dächern Steinaus unternommen haben.
Ich durfte zudem im Rahmen meines kleinen Nebenjobs erkennen, wie hübsch wir es doch eigentlich in unserem beschaulichen aber geschichtsträchtigen Städtchen haben!
Und ich konnte wiederholt entzückt beobachten, mit welcher Geduld und Leidenschaft die Jüngste noch immer am Basteln ist!
(Auch wenn ich – Depp – den Esstisch mal wieder selbst von Müll, Bastelresten und Unrat befreite.)
Und vielleicht – sofern ich es endlich schaffe, ein paar Stellschräubchen in unserem Familienkonstrukt zu verändern – klappt es in diesen Ferien ja doch noch mit Zeit ohne Putzen, Räumen und Wäsche!
Und vielleicht sogar klappt es doch noch mit einem kleinen Ausflug – dorthin wo Blätter golden leuchten und Sonnenstrahlen noch immer verwöhnen und ein bisschen die mütterliche Seele streicheln.
Das wäre schön! 🙂
Hier die Bilder vom vergangenen Wochenende!
Kommt gut in die neue Woche!
(Wie immer – mehr #wibs gibt’s bei grossekoepfe)
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