Drei Beine

Samstag-Nachmittag. Draußen hat es gerade begonnen zu regnen.
Doch kommt mir der Regen gerade recht. Ja, ich will jetzt raus! Will laufen. Ganz alleine die Runde um den Lieblings-See drehen. Denn fast muss ich ein ganz kleines bisschen zugeben: Leichtes Regenwetter ist mir manchmal sogar ganz lieb zum Laufen.

Denn dann bin ich wirklich alleine!
Kann Gedanken schweifen lassen, die feuchte Luft in mich aufsaugen und den nassen Asphalt und Waldboden unter den Füßen spüren. Ohne Ablenkung oder gar wertende Blicke der üblichen Wochenend-Spaziergänger.

Denn wer Gedanken ordnen muss, Lösungen und Ziele sucht, für den sei ein solches Lauf-Wetter genau das Richtige, wage ich zu behaupten.

Und so schnüre ich die Schuhe und renne los. Atme und konzentriere mich auf meine zwei realen Beine, die mich nun hoffentlich zuverlässig führen werden. Und beginne über diese anderen „Beine“ zu sinnieren. Die, die da auch noch sind.

Ich stehe aktuell nämlich auf drei Beinen! Weiterlesen Drei Beine

Liebesbrief an meine Kinder

Der folgende Beitrag nimmt an der Blogparade „Liebesbrief an mein Kind“ von Vaterfreuden.de anlässlich des heutigen Weltkindertages teil.

Schon lange wollte ich einen solchen ganz persönlichen Liebesbrief an die drei Geschöpfe schreiben, welche ich am Meisten hier auf Erden liebe:
Meine drei Kinder.

Nun, jetzt kann ich es nicht länger auf die noch längere Bank schieben! 😉
Und was ganz besonders toll an der Aktion ist:

Für jeden Beitrag, jeden einzelnen online gestellten Liebesbrief,  spendet der liebe Stefan von Vaterfreuden.de einen Euro an das Deutschen Kinderhilfswerk!
Ich finde, eine solche wunderbare Idee gilt es zu unterstützen!

Und so kommt er nun, mein aus tiefstem Herzen geleisteter Beitrag zu dieser ziemlich coolen und noch liebenswerteren Aktion!

Danke! Für die Inspiration! 😉

Liebe Kinder, Weiterlesen Liebesbrief an meine Kinder

Mutti gibt Gummi! Wir testen „Gummy“ von CrazyClay

*Werbung. Es ist Freitag-Nachmittag und ich bin ganz alleine mit der Kleinsten zu Hause. Was für so manch einen nicht sonderlich erwähnenswert klingen mag, ist bei uns jedoch eher die Ausnahme und ein leichter Schauer läuft mir den Rücken herunter. Während wir beide am Mittags-Esstisch sitzen. So ungewöhnlich still im Haus. Selbst die Lüftungsanlage ist zu hören, draußen bellt ein Hund. Alles Dinge, die ich sonst nicht wahrnehmen kann. Die im Lärm und der sonst üblichen vorherrschenden Hektik untergehen.

Doch ich kann jetzt noch so viel mehr wahrnehmen: Meine Tochter!
Für ein paar Stunden hat mich mein kleinstes Kind heute Nachmittag für sich alleine. Hat meine vollste Aufmerksamkeit, muss nicht darum im steten Geschwister-Kampf buhlen. Muss sich gerade einmal nicht mit Händen und Füßen durchsetzen. Und so sitzt sie neben mir, völlig verändert und friedlich. Ganz ruhig und in sich gekehrt!
So gerne möchte ich diesen Moment der seltenen Zweisamkeit festhalten und für immer im Herzen speichern.

Ich möchte gerne etwas Besonderes mit ihr unternehmen, jetzt da wir beide Zeit haben! Etwas malen oder basteln. Ist eh‘ gerade nicht so schön draußen und später haben wir noch Einiges vor. Zwar schreckt mich ein klein wenig der Gedanke ab, im Nachhinein wieder gefühlte Stunden mit der Beseitigung des kreativen Massakers zu beseitigen, doch möchte ich, dass dieser Moment der Kleinsten gehört.

Und ich habe genau das Richtige für diesen Nachmittag gefunden! Weiterlesen Mutti gibt Gummi! Wir testen „Gummy“ von CrazyClay

Und ich wollte immer in die Großstadt: Ein Plädoyer für’s Leben auf dem Land

Ich habe sie geliebt! Die Zeit, in der der jetzige Ehemann in Toronto lebte und ich ihn so oft es nur ging besuchen kam. Untergetaucht in einer Millionen-Metropole, das „Condo“ im 13. Stock des wohl zentralsten Wohngebäudes Downtown. Vom Wohnzimmer aus schweifte mein Blick auf Banken und Wolkenkratzer, zur anderen Seite auf den See und die Harbour-Front. Ich erinnere mich an Stunden, die ich durch die Straßen streifte. Während der Freund arbeitete, verbrachte ich meinen Urlaub damit, mir hippe Szene-Cafes anzuschauen, in den stylischten Läden zu shoppen und mit tief herunter gezogener Mütze (es waren -18 Grad) durch Toronto’s Queen-Street zu flanieren.

Ich liebe diese Stadt noch immer über alles und möchte irgendwann wieder dort hin.
Zu unseren Freunden und zum alten Leben. Auf Besuch und mit allen drei Kindern!
Doch ist sie aktuell nicht mehr mein Leben. Sie ist nicht mehr unser Leben oder gar das der drei Kinder. 

Denn wir wählten für diese drei wunderbaren Menschen ein ganz Anderes:

Das Leben auf dem Land. Weiterlesen Und ich wollte immer in die Großstadt: Ein Plädoyer für’s Leben auf dem Land

Ausgebremst und Ausgetrickst?

Gerade komme ich mir ziemlich blöd vor. Ja, genau jetzt, in diesem Moment, als die Mittlere voller Elan ihr Tablet-Spiel spielt. Irgendein nächstes Level hat sie erreicht und freut sich gerade wie Bolle. Während sie hier schön gemütlich auf meiner Couch sitzt. Am Vormittag! Während der Schulzeit. Und so sehr ich sie auch liebe, hege ich nun einen klitzekleinen Groll. Komm‘ einfach nicht dagegen an. 

Denn sie konnte nicht laufen am frühen Morgen. Klagte über unerträgliche Schmerzen, unfähig auch nur Socke oder Hose anzuziehen. SO konnte ich das Kind unmöglich in die Schule bringen! Ein Kind, das sich so verhält gehört umgehend zu einem Arzt. Nicht? 

Wenig später befinden wir beide uns im Behandlungszimmer. Und tatsächlich ist ein Muskel verzerrt und die Verhärtung deutlich zu spüren. Geflunkert hat das Kind nicht, doch sicherlich die üblichen 30 Prozent Jammer-Bonus drauf gepackt, so viel sei gewiss.

Und immer wieder stellt sich mir im Nachhinein die Frage:

War das jetzt nötig oder übertrieben? Richtig oder Falsch? Weiterlesen Ausgebremst und Ausgetrickst?

Meine Kinder, ihre Bedürfnisse & ich

„….an diesem wunderschönen sonnigen Tag….“
tönt die nervig freundliche Stimme aus dem Lautsprecher des Discounters. Der, der sogar über einen eigenen Radiosender verfügt! Und welchen ich am frühen verflucht-ätzend sonnigen Morgen nur allzu schwer ertragen kann! Glaubt mir, würde mir dieser dämliche Grinse-Typ jetzt vor die eigene Visage treten, ich könnte für nix garantieren! Ich gehe jedenfalls schwer davon aus, dass er – völlig auf Droge- vor sich hin grinst, während er seinen fröhlichen „Shopping-ich-geb-Dir-heute-die-besten-Ratschläge-Singsang“ herunter rattert! 

„…ganz sicherlich werden auch Sie heute Nachmittag noch einmal die Stühle auf der Terrasse zurechtrücken wollen, um die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen“

Boah! Echt jetzt!?
Und beinahe ertappe ich mich dabei, wie sich die eigene Hand nur ein klein wenig, so’n klitzekleines bisschen, gedanklich zur Faust ballt, während ich mit der Anderen die Einkäufe auf’s Band lege. 😉 

ICH werde heute Nachmittag keine Sonne genießen! Weiterlesen Meine Kinder, ihre Bedürfnisse & ich

Grinch auf Abwegen: Meine neuen LED-Leuchtbälle

*Werbung. Triumphierend wedelte sie mir Anfang der Woche damit vor meiner Nase herum. Stolz, es von ihrem eigenen Taschengeld käuflich erworben und vor allem jetzt schon gefunden zu haben! Ihr liebstes Gebäck, monatelang schmerzlich vermisst. Zu allem Überfluss zückte sie nun freudestrahlend auch noch eines dieser lästigen Teile und bot es mir an! Ein Hauch von Zimt stieg mir in die Nase. Ausgerechnet am wärmsten, Sonnen-reichsten Tag der Woche!
Nun, ein bisschen musste ich aber dann doch schmunzeln. Allein die Vorstellung von der dicken, fetten Spekulatius-Tüte auf der Picknick-Decke im heimischen Freibad erheiterte mein Gemüt doch allzu sehr! Wäre ja schon cool. Der etwas andere Schwimmbad-Snack, eine Abwechslung nach wochenlangem Melonen- und Trauben-Verzehr! 😉 

Nein! Schnell verwarf ich den Gedanken wieder. Passt irgendwie nicht. Genauso wenig wie Zimtsterne, Weihnachtsmänner und Spekulatius beim Discounter. Während einer Zeit, zu der selbst das Freiluft-Schwimmbad noch geöffnet hat! Weiterlesen Grinch auf Abwegen: Meine neuen LED-Leuchtbälle

Das wilde Kind

Ich habe das perfekte T-Shirt für sie gefunden.
Es scheint genau das wiederzuspiegeln, was sie ist.
Und so musste ich es einfach bestellen, wenngleich es im ersten Moment nicht genau das ist, was sie sich ursprünglich wünschte.

Ein Geburtstags-T-Shirt wollte sie haben, eins mit einer 5 drauf. Doch alles was ich unter dieser Vorgabe im Mädchen-Sortiment des wohl fast weltweit größten Versand-Händlers fand, waren Zahlen verziert mit Krönchen, vorzugsweise in pink und rosa.

DAS ist aber nicht mein Kind! Weiterlesen Das wilde Kind

Die Sache mit der (Kinder-)Ernährung

*Werbung. Ich hatte es schon des öfteren erwähnt:
Ich bin einfach keine „Dinkel-Plätzchen-Mom“.
Zumindest schon einmal gar nicht, geht es um in akribischer Feinarbeit selbst hergestellte, urgesunde Cookies. Ich kann und möchte auch nicht auf diesem Blog mit Kochrezepten prahlen oder gar mit Tricks und altklugen Ratschlägen zum Thema Kinderernährung!
Die Mutti mit der Back-Schürze vorm ofenfrischen Pflaumenkuchen steht mir genauso wenig wie die ernährungsbewusste Ökotrophologin mit dem selbst entworfenen veganen Kinder-Brotaufstrich!

Man sollte also annehmen, mit Themen wie Kochen, Backen oder gar gesunde Kinder-Ernährung hätte ich nicht viel am Hut.  Weiterlesen Die Sache mit der (Kinder-)Ernährung

„Echte Bären fürchten sich nicht“

*Rezension. Schon früh kitzelt die Sonne in der noch sehr verschlafenen Nase und lässt auf einen wundervollen Spätsommer-Tag hoffen. Doch der Schein trügt, schon jetzt lässt sie sich nicht mehr leugnen. Die Tatsache, dass dies nicht ewig so weiter gehen kann.

Der Sommer 2018 war gut zu mir, zeigte sich von seiner prächtigsten und mir liebsten Seite. Ja, wir waren verliebt, wir beide, haben die gemeinsame Zeit in vollsten Zügen und ich mit jeder Faser des nach Vitamin-D lechzenden Körpers genossen. Doch zeigt er sich bereits schon etwas verhalten, lässt sich nur noch zeitweise am Tag blicken. Die Wiese vorm Haus glitzert von Tau überzogen im frühen Sonnenlicht, selbst Nebelschwaden sehe ich in der Ferne und fröstele arg beim verzweifelten Versuch, auf die Schnelle eine geeignete Jacke für die nur ganz knapp zweistellige Temperatur zu finden.

Er steht schon in den Startlöchern. Der Herbst. Möchte mit meinem besten Freund konkurrieren und ebenfalls mit Vorzügen und Annehmlichkeiten glänzen. Und während ich auf dem Weg zum Kindergarten die Hand der Kleinsten halte und abwäge, ob denn heute tatsächlich noch einmal ein Freibad-Besuch möglich sein könnte, ertappe ich mich bei gar ganz anderen Gedanken.

Sie funken mir einfach so dazwischen, so ganz untypisch und ungeplant.

„Ich könnte sie auch einfach jetzt einschlafen lassen, diese Liebe, die so langsam nur noch zartblau am Himmel verblasst. Das Feuer am Himmel, welches nunmehr nicht mehr ganz so brennt und strahlt. Es ist mir nicht mehr so bedeutsam.“

Und fast, aber nur fast, könnte ich mich bei der Vorstellung erwischen, mich auf den Herbst sogar ein ganz klein wenig zu freuen! 

Denn beim Gedanken an den Geruch von frischem Laub und süß duftendem Tee, die Vorfreude auf neue Boots und kuschelige Pullis wird mir in der Tat ein wenig wohlig warm um’s Herz.
Und ich freue mich auf Zeit! Endlich wieder Zeit zum Drinnen-sein.
Ohne schlechtes Gewissen. Zeit zum Malen und Basteln mit den Kindern.

Und zum Vorlesen.  Weiterlesen „Echte Bären fürchten sich nicht“