Mach’s gut Grundschule! Mutmach-Brief an mein großes Mädchen

26+

Mein liebes, großes Mädchen,

der Tag heute hätte ganz anders verlaufen sollen.
Wie so viele Tage schon zuvor.

In einem alten Leben hätten wir Dich direkt von der Schule abgeholt, pünktlich zum Beginn der großen Sommerferien.
Wir wären in’s voll gepackte Auto gestiegen und ein paar Stunden später selbst in eine ziemlich große Boing.

Kanada wollten wir Dir zeigen und Toronto – Mamas und Papas alte Herzens-Heimat.

Und auch wenn Du diesen fünfeinhalb Wochen äußerst skeptisch entgegen geblickt hattest, so versichere ich Dir, es wäre eine ganz beeindruckende, spannende und prägende Reise geworden.
Für uns alle!
Auch für Dich! 😉

Der Gedanke, Deinen 11. Geburtstag ganz fern der Heimat und all‘ Deinen Freunden zu feiern, behagte Dir nicht.

Aber wir hätten diesen Tag ganz besonders werden lassen.
So viel sei gewiss.

Nun habe ich ein anderes Versprechen abgegeben.

Das nämlich, mehr „Mach’s gut Grundschule! Mutmach-Brief an mein großes Mädchen“

Hätte, hätte Fahrradkette – vom Tag der hätte so anders sein sollen – und doch so schön war!

16+

Mittwoch.
Es soll immer wunderschön gewesen sein.
Hab‘ ich mir erzählen lassen.

Damals, die vergangenen Jahre, als noch nicht alles anders und so beschissen komisch war!

Und es erklärt sich von selbst, dass ich diesem Ereignis so sehr entgegen gefiebert hatte.

So, wie es nun einmal eine Mutter tut, die ihr Kind aus tiefstem Herzen liebt – und alle einschneidenden Lebens-Ereignisse und Veränderungen mit ihm teilen möchte.

Heute wäre die große Kita-Abschiedsfeier gewesen

Eine alte Kalender-Erinnerung im Handy machte mich kurz nach dem Mittagessen darauf aufmerksam.

Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon.
Damals, vor einem halben Jahr, als ich… mehr „Hätte, hätte Fahrradkette – vom Tag der hätte so anders sein sollen – und doch so schön war!“

Zum Teufel mit den Zahlen! Gedanken zum 3. Blog-Geburtstag

24+

Da hocke ich nun auf der Couch.
Wie ein Häuflein Elend.

Zu müde um produktiv zu arbeiten, zu wach um nochmal eine Runde bitter nötigen Schlaf nachzuholen.

Denn ich habe bereits den ersten Kaffee des Tages getrunken.
Ich MUSSTE ihn trinken, um funktionieren zu können.

Um Brotdosen zu füllen (Hallo neuer, alter Alltag! 😉 ) und Kinder zu wecken, um Tee zu kochen, Kleider rauszulegen und Küsschen auf die Stirn zu drücken.
Um Sonnencreme zu verteilen – und dabei fehlende Dinge in die Einkaufsliste zu tippen – und um Kita-Taxi zu fahren.

Und hocke nun hier und starre wahlweise in die Luft oder beobachte leeren Blickes den neuen Staubsauger-Robotor (ROBOTER – warum mache ich diesen irren Schreibfehler andauernd? 😉 ) wie er fleißig seine Kreise unterm Esstisch zieht.

Immerhin hilft er mir emsig und auch der Gatte hat mir heute gleich zwei Kinder-Taxi-Fahrten abgenommen.
Das macht er oft, seitdem er so häufig zu Hause ist – und ich bin sehr dankbar dafür.

Und doch scheint mir die Zeit an allen Ecken und Enden zu fehlen.

So sehr, dass ich bereits wieder am Schlaf reduziere – und es gerade bitter bereue.

Denn es führt dazu, dass ich depressiv durch den Tag schleiche und vor lauter müder Langsamkeit nur ein Drittel des Tages-Solls (welches ich mir ohnehin immer zu hoch stecke) erreiche.

Ziemlich blödsinnig eigentlich.

Keine Zeit für’s „Business“

Es sorgt ebenfalls dafür, dass ich es derzeit einfach nicht kann: mehr „Zum Teufel mit den Zahlen! Gedanken zum 3. Blog-Geburtstag“

Ein Sommer ohne Freibad IST KEIN Sommer! Corona-Tagebuch

27+

Solange ich mich erinnern kann bedeutete Sommer hauptsächlich Eines:
Viele, viele Stunden im jeweiligen heimischen Freischwimmbad.

Ich erinnere mich an Tage auf Tauchstation und rot-unterlaufene Augen im Anschluss.
An den Duft des noch vom Tau-überzogenen Grases, radelte ich gleich nach dem Frühstück ins geliebte Schwimmbad, um eine der Ersten zu sein, die in’s blaue, noch wellenlose Nass hüpften.

Der Duft von Kokosöl und Sonnencreme liegt mir in der Nase – und noch immer kitzelt und sträubt sich die Zunge beim Gedanken an „saure Gurken“ und all‘ den anderen „verbotenen“ Leckereien, für welche das wöchentliche Taschengeld gut und gerne einmal drauf ging.

Ich erinnere mich an Nachmittage auf der karierten Decke und Tupper-Dosen voller Aprikosen und Apfel-Schnitzchen.
Auch an Flusen am Badeanzug-Hinterteil von vielen exzessiven Rutsch-Wettkämpfen – und das Kribbeln in der Nase nach dem gewagten Sprung vom 3-Meter-Turm.

Der Geruch von Chlor und wilde, nasse Haare gehörten genau so zum Sommer wie Omas Erdbeeren im Garten und das alte, geröstete Brot auf dem Grill.

All das war und IST nicht wegzudenken!

Auch später bedeutete Schwimmen mein Ausgleich.
Viele, viele Tage in den jeweiligen Sommerferien verbrachte mein Teenager-Ich im Schwimmer-Becken, die täglichen 1000 Meter waren mir ein willkommenes Ziel – und sind es bis heute geblieben.

In diesem Sommer soll es für uns kein Freibad geben.

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Hallo Kita! Goodbye Kanada? – Vom täglichen Umdenken – Corona-Tagebuch

14+

Ich bin ein Mensch der Widersprüche.
Das war ich schon immer.

Zum Einen widerstrebt es mir seit jeher zu machen, was ALLE machen – und toll zu finden, was jeder geil findet.
Weshalb man mich auch so gut wie nie bei irgendwelchen Instagram-Challenges oder hitzigen Twitter-Diskussionen findet.

Von einigen Dingen distanziere ich mich bewusst, weil’s mir selbst einfach zu viel ist – und ich kostbare Zeit lieber mit dem echten Leben und den Herzens-Menschen darin verbringen möchte!

Auch als Bloggerin fühle ich mich keiner ganz bestimmten Sparte zugehörig.
Irgendwie passe ich nirgends rein – mach‘ und schreibe ich ja eh trotzig was ich will!

Ich träume davon Bücher zu schreiben, die sonst keiner verfassen möchte. (Weil eklig 😉 )
(Aber Leute! Die Welt braucht nicht noch den achtmillionsten Familien-Ratgeber! Echt nicht!)

Und rufe und schreibe offensichtlich lieber „Leute!“ statt einem dahin gehauchten „Ihr Lieben“.
(Das kauf‘ ich ja selbst nicht jedem ab! 😉 )

Und ich könnte die Liste der eigenen verqueren Sichtweise wohl noch in’s Unendliche fortsetzen, doch ich schweife vom eigentlichen Thema ab.

Von Tag zu Tag leben – oder doch lieber alles planen?

Auch mir selbst widerspreche ich immer wieder.

Ich träume davon, von Tag zu Tag zu leben. mehr „Hallo Kita! Goodbye Kanada? – Vom täglichen Umdenken – Corona-Tagebuch“

Und dann bin ich ausgetickt – von einer Mutter, die eigentlich keinen Muttertag verdient hat

22+

Es war ein schöner Tag!
Trotz der Umstände dieser eigenartigen Zeit und ebenfalls trotz des nicht enden wollenden Regens am späten Nachmittag – sowie der Abwesenheit des Gatten – war es ein schöner Samstag.

Ich probierte ein neues Rezept zu Mittag aus und alle Kinder aßen selbst den Salat mit Begeisterung auf!

Ich achtete darauf, dass die Kinder nicht unbegrenzte Medien-Zeit haben und auch darauf, dass in einen eigentlich tristen Tag Abwechslung und Freude hinein geraten konnten.

Und auch das gelang mir besser als erwartet!

Ein schöner Nachmittag!

Wir waren im Regen spazieren und unterhielten uns, beobachteten wie Tropfen feinste Kreise auf dem Wasser des Flusses zogen und alberten herum.
Eis haben wir gegessen und… mehr „Und dann bin ich ausgetickt – von einer Mutter, die eigentlich keinen Muttertag verdient hat“

Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37

98+

„Schuhu! Schuhu!“
„Kuck mal Mama wie meine Eule fliegen kann!“
„Schau, gleich fliegt sie die Treppe runter!“
„Kuck! Kuhuuuck!“

Sekunden später flattert geschnippeltes und geklebtes Papier im Eiltempo in’s Untergeschoss.

„Ja, ja, voll schön!“

höre ich mich hastig murmeln, ohne wirklich hinzukucken.
Und das tut mir leid.
Aber ich kann gerade nicht.
Denn ich werde unterbrochen.

„Mamaaa!“
„Du musst mir mal mit der Aufgabe hier helfen“

Die große Tochter hockt am Schreibtisch und braucht kurz Hilfestellung.
Das braucht sie meistens auch wirklich nur kurz – und dennoch stöhne ich entnervt auf.
Das tut mir ebenfalls leid.

Zwei Zimmer weiter höre ich einen wütenden Aufschrei – und die Faust des Sohnes haut frustriert auf den Tisch.
Und ich zucke beim Geräusch zusammen.
Das Lyrics-Programm für den Englisch-Unterricht funktioniert nicht.
Wir blöken uns daraufhin gegenseitig an – und es tut mir leid.

„Du darfst nicht so gereizt sein, das färbt alles auf die Kinder ab“

höre ich den Gatten sagen.

Ich atme und zähle.
Schließe die Augen und wünsche mich an einen anderen Ort. Ganz weit weg von allen.

Ich fühle mich Reiz-überflutet!

Heute fühle ich mich eigenartig aggressiv und Reiz-überflutet. mehr „Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37“

Was mich die Corona-Zeit lehrt – ein Mutmach-Text (Corona-Tagebuch – Tag 22)

13+

Corona macht mir Angst.
Ich sehe Bilder, Berichte und sichte Statistiken (höre dem angeheirateten Analytiker zu 😉 )  – und bekomme Angst.
Angst davor, auch bei einem von uns Fünfen könne eine Infektion schlimmer verlaufen und nicht gut enden.

Davor, dass es eben nicht bei leichten Symptomen bleiben könnte, denn noch habe ich keine Erklärung dafür gefunden, warum es außerhalb der Risikogruppen manche so – und manche eben anders trifft.

Auf den Erklärungen mit den Vorerkrankungen scheint sich wohl kaum jemand ruhigen Gewissens ausruhen zu können.

Seitdem ich Mutter bin, fürchte ich um die eigene Gesundheit!

(Das war mir früher so was von schnurz;) )

Es schaudert und schüttelt mich bei dem Gedanken, meine Kinder könnten früh ihre liebe Mama verlieren.
Das darf niemals geschehen!
Die Volljährigkeit des letzten Kindes ist hier mein selbst gestecktes Ziel – was im Grunde völliger Schwachsinn ist.
Als wenn sie mich dann nicht mehr bräuchten! 😉

Ich habe Angst um unser Gesundheitssystem und eine ganze Wirtschaft, welche zu Grunde gehen könnte – und davor, was diese ganze Kiste hier aus den Menschen macht!

Ich sichte Berichte von Mitmenschen, welche gerade jetzt dem eigenen Leben ein Ende setzen.
Und bekomme es schmerzlichst selbst im näheren Umfeld mit. (Warum!!?!)

Das alles IST furchtbar Angst-einflössend!

Doch soll dies hier ein Mutmach-Text werden und daher…

Schluss damit!

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Gedankenschwer – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 13 & 14

17+

Es ging mir nicht gut die letzten Tage.
Es geht mir nicht gut.
Aktuell fällt es mir schwer, positive Gedanken aufrecht zu erhalten und Schatten vom Licht zu trennen.

Wenngleich die Sonne die vergangenen Tage jenes Vorhaben warm und liebevoll unterstützte, so holen sie mich immer wieder ein.
Dunkle, traurige Gedanken, Vorwürfe, Schuldgefühle, niemals geklärte Fragen und große Ängste.

Schatten und Licht

So etwas lähmt.
Physisch und Psychisch.

Und ist vielleicht einer der Gründe, weshalb dieses Wochenende nicht ganz so Bild-beladen ausfällt.
Weil ich einfach nicht viel mache und vorübergehend nicht in der Gemütslage bin, jeden Schritt des neuen Corona-Alltages mit dem Mobiltelefon festzuhalten.
Verzeiht mir dies bitte.

Ich weiß, es wird wieder besser

Es wird wieder besser! Das wird es immer.
Ich stehe wieder auf – und werde schon in wenigen Tagen wieder Chancen und glückliche Momente in dieser Zeit sehen. mehr „Gedankenschwer – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 13 & 14“

Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8

12+

Ich mache es wieder. Und wache davon auf.
Spüre, wie sich Zähne fest aufeinander pressen und Kieferknochen anspannen.
Möglicherweise knirschen und mahlen die mütterlichen Beißer auch und reiben sich aneinander, das weiß ich nicht so genau.

Wohl aber, dass es mir offensichtlich nicht ganz so gut geht, wie ich es tagsüber glaube.

Wie auch?
Es ist ein Zeichen, dass mich tief im Inneren Dinge sehr belasten und irgendwo, irgendwie verarbeitet werden möchten.

Ich lese Nachrichten und Schreckensmeldungen, bekomme auf Facebook Videos zu sehen von Menschen, die Qualvolles berichten.
Und bekomme es mit der Angst.

Will eigentlich nie wieder hinsehen, darf aber auch nicht verdrängen.
Und schon gar nicht, mir etwas vor den Kindern anmerken lassen!

Wenngleich wir viel reden, so finde ich elterliche Angst hier deutlich Fehl am Platz.
Ich muss meine Rolle gut spielen.
Muss Normalität leben, Halt geben, Trost spenden, Lernmaterial vermitteln, Lebensmittel auffüllen, basteln, fördern, backen, waschen, für ausreichend Bewegung und Frischluft-Zufuhr sorgen – und dabei die vom Kummer gezeichnete Miene verstecken!
Das klappt auch ganz gut, bis zum beruhigenden Glas Wein abends im Bett – und bis in die Nacht hinein.

Aber im Schlaf oder spätestens beim Wecker-Klingeln holt mich der Mist wieder ein.
Dann wird mir bewusst, dass zwar die Sonne scheint, doch Einschränkungen, Ängste, Vorsichtsmaßnahmen und neue Regelungen nunmehr Alltag sind.

Gute und weniger gute Tage

Und in jedem Alltag gibt es gute und weniger gute Tage.

Auch in dieser gerade veränderten Welt.
Heute ist ein nicht ganz so guter. mehr „Zähneknirschender Frust-Bolzen – Corona-Tagebuch – Tag 8“