Verflixte Heulboje!

17+

Manchmal denke ich, ich verzapfe Euch hier auf diesem Blog viel zu viel sentimentalen Mist!
Wirklich, lese ich einiger meiner alten Texte aus der Sparte „Nachdenkliches“, so stelle ich durchaus den ein oder anderen Artikel im Nachhinein ein klein wenig in Frage.
Doch sollte ich das nicht tun!
Denn so bin ich nun einmal!

Seitdem ich an jenem warmen Hochsommer-Abend vor beinahe 12 Jahren im lichtdurchfluteten Räumchen mit den hübschen, warmen Wandfarben lag, bin ich eine sentimentale Heulboje!
Mutterschaft hat mich verändert und mittlerweile glaube ich gar nicht mehr, dass es wirklich immer nur an den monatlichen Hormon-Einflüssen liegen kann.

Gestern erst musste ich während einer eigentlich ganz banalen Situation mit den Tränen kämpfen.
Und das hat wirklich nahezu schon Fremdschäm-Charakter! mehr „Verflixte Heulboje!“

Solange ich noch auf dem Spielplatz sitzen darf – Zukunftsgedanken

11+

Es war mir eine Weile ein Graus.
Ja, ganz ehrlich.

Ich fand’s furchtbar langweilig und hätte in der Zeit lieber die effektivsten Dinge angestellt.
Hätte gerne Anstehendes erledigt und wäre liebend gern ein klein wenig schneller vorangekommen.
Nur so’n bisschen wenigstens.

Statt mit den Schuhen im grobkörnigen, staubigen Sand zu stehen und Hilfestellung zu geben.
Hier auf dem örtlichen Spielplatz. 
Immer und immer wieder.

So, wie es gerade Mama und Papa von Klein-Konstanze (*Name von der Autorin geändert 😉 ) gerade tun.
Absolut hingebungsvoll ermutigen beide (!) das unbeholfene schüchterne Mädchen – vermutlich (nein ganz sicher!) das erste Kind – den Schwung die kurze, metallene Rutsche hinunter zu wagen.

„Möchtest Du es nicht noch einmal versuchen, mein Schatz?“

spricht Konstanze-Papa im absolut korrekten Hochdeutsch.

Konstanze-Mutter, Enddreißigerin im Seidentuch, zückt derweil die Apfelschnitzchen und Feuchttücher.
Stets darum bemüht, das kleine Kind so hygienisch rein wie nur möglich zu belassen.
„Die sind nicht von hier“
muss ich in diesem Moment unweigerlich denken.

Besuch aus dem feinen Norden, vermutlich Großstadt, so stelle ich mir das schon eher vor.

Und ganz sicherlich wird Konstanze-Mutter in den nächsten Monaten bereits wieder voll in’s Berufsleben einsteigen und nahtlos die führende Position eines großen Konzerns wieder übernehmen.
Konstanze wird ihre Apfelschnitzchen von einer staatlich geprüften Tagesmutter bekommen und ebenfalls von dieser die Kieselsteine aus den piekfeinen Schühchen gepustet bekommen.

Nun, dem Alter, in dem ich an der Rutsche Hilfestellung geben muss, bin ich längst entwachsen.
Während ich also hingegen mit meiner Latte auf der Bank in der Sonne sitze, werden alle jäh aus ihrem emsigen Treiben gerissen:
mehr „Solange ich noch auf dem Spielplatz sitzen darf – Zukunftsgedanken“

Morgenroutine: Und plötzlich muss ich loslassen

30+

Sie ist so schön warm morgens.
Ihren ganz eigenen Duft – ich könnte ihn ewig in mich aufsaugen und mich an das kleine Menschlein – das gar nicht mehr so klein ist – im Eulen-Schlafanzug kuscheln.
Nur darf ich das die meiste Zeit ausschließlich am Wochenende.

Denn sonst muss es ja schnell gehen. Früh morgens.
Und sie tut mir dabei so leid.
Denn noch Kindergarten-Kind bestünde keine Notwendigkeit, das Mädel vermutlich noch aus dem Tiefschlaf heraus zu reißen, mit Engelszungen davon zu überzeugen, dass JETZT der Tag beginnt und ein flottes Anziehen mehr als angebracht wäre.
Doch ist sie nun einmal mein drittes Kind. Und das dritte Kind muss immer und überall mit hin.
War schon immer so. mehr „Morgenroutine: Und plötzlich muss ich loslassen“

Ich bin nicht gut genug.

47+

Vor ein paar Tagen spielte ich noch die vorbildliche Hausfrau, heute fühle ich mich nicht gut genug.
Und während ich versuche, diese Zeilen hier zu schreiben – und zu verfassen, was da innerlich in mir vor geht, sitzen zwei Mädels neben mir. Genau genommen sitzen die zwei jetzt am Montag-Vormittag nur deshalb neben mir, weil ich einfach „nicht gut genug“ bin!
In Allem!

Ich mache vieles, aber nie etwas richtig und hunderprozentig perfekt.
Was einen ordnungsliebenden Perfektionisten – der insgeheim ganz tief innerlich noch immer in mir wohnt – schon ein wenig wurmen kann. Denn es mag mir einfach nicht mehr gelingen all‘ meinen an mich selbst gerichteten Ansprüchen gerecht zu werden!
Warum aber sitzen jetzt die Mädchen neben mir und befinden sich nicht in Kita und Schule?
Weil-ich-nicht-gut-genug-bin!

Nicht gut genug im Entscheidungen treffen

Ich hätte es heute drehen und wenden können, die richtige Entscheidung zu treffen – es wäre mir nicht gelungen! mehr „Ich bin nicht gut genug.“

Müde – Warum ich das Schlafen erst wieder lernen muss

28+

Kann man als Mutter so müde sein, dass man heulen möchte? Ja, kann man!

Müdigkeit schmerzt nicht, sie tut nicht richtig weh.
Aber sie macht fertig, lässt eine Mutter in einem Zustand der puren Verzweiflung zurück.
Wenn alle Versuche scheitern, gegen eben diesen Zustand der dauernden Erschöpfung, dieses bleierne Gefühl und das Empfinden der steten Benebelung im Kopf, anzukämpfen.
Wenn Augen brennen und schmerzen und die Falten zwischen den Brauen Krater-tief im Spiegelbild aufblitzen.

Und ja, in diesem Moment wünschte ich mir eine unverzügliche Botox-Injektion!
Einfach nur, um auch mal wieder (künstlich) entspannt aus den trüben Äuglein gucken zu können.

Ohne Spannungs-Kopfschmerzen. mehr „Müde – Warum ich das Schlafen erst wieder lernen muss“

Nur ein Tag – Gedanken zum 40. Geburtstag

15+

Es hätte besser laufen können. Gestern.
Fröhlicher hätte ich sein können.
Etwas weniger müde und geschlaucht, ohne dieses ausgelaugte, bleierne Gefühl, welches mich ausgerechnet an diesem Tag lähmen sollte! Strahlender hätte ich sein sollen und im großen Stil feiern. Nicht ganz ruhig, still und heimlich.
Schließlich gehört sich dies so für einen runden Geburtstag, oder etwa nicht?
Doch wollte ich es ja genau so haben, arbeitete ein klitzekleines bisschen auch bewusst darauf hin, dass ich hier einfach nur von einem (ziemlich gewöhnlichen) Tag von vielen schreiben kann! 😉

Ich hatte mich gegen die große Sause entschieden.

Aus mehreren Gründen. mehr „Nur ein Tag – Gedanken zum 40. Geburtstag“

Der Frühling ist da! Oder warum Mütter zu nix kommen ;)

33+

Samstag-Nachmittag, 15.30 Uhr. Nach einem viel zu späten Mittagessen.

Sorgfältig kratze ich die von der Kleinsten akribisch aussortierten Reste des Flammkuchens (in diesem Fall Speck und sämtliche auffindbaren Zwiebeln) in den Bio-Mülleimer, als es eben selbiger endlich dämmert!

Nix ahnend und in einer naiven Gutgläubigkeit befindlich lächele ich nun triumphierend vor mich hin!
Es ist der Kleinsten endlich aufgefallen, dass der Frühling da ist – und sei es nur für ein kurzes Gastspiel!

Sonnenstrahlen scheinen durch die trüben und von kleinen Kinderhänden verschmierten Fenster und lassen Staubkörnchen in der Luft tanzen!
Sonnenstrahlen! Wie herrlich!

Die Sonnenstrahlen jedenfalls, welche mein Kind jedoch in den Stunden zuvor vehement ignorierte und stattdessen höchst konzentriert Model-Skizzen mittels Buntstift und Stickern verzierte. Nur in meinem Beisein versteht sich! 😉

Die Sonnenstrahlen, die ihr auch in dem Moment egal waren, als sie mich (!) nötigte, auf allen vieren im engen Kinderzimmer
(zur Erinnerung: Es war einmal als kleines Büro angedacht) herumzurutschen.
Und dabei Playmobil-Feen wild gewordene Einhörner und Phönixe einfangen zu lassen.

Die Sonnenstrahlen, welche ich wiederum ob der ganzen „Wochenende-der-Frühling-ist-endlich-da-wir-weihen-alle-fröhlich-summend-den-Garten-ein“ Posts auf Instagram nur schwerlich ignorieren konnte!

Endlich also wollte auch mein Kind draußen spielen!

mehr „Der Frühling ist da! Oder warum Mütter zu nix kommen ;)“

Nur eine Mutter?

16+

Keine Bezeichnung scheint heutzutage mehr gefürchtet und niederschmetternder als die,
„nur eine Mutter“ zu sein.
Es kommt mir so vor, dass wir Frauen in der heutigen Zeit nichts auf der Welt mehr bangen, als in diese eine Schublade gesteckt zu werden. Als so zu bezeichnet zu werden!

Ein „nur“ zu sein und ein Namens- und Identitäts-loser Begriff.
Auf das „Mutter“ sollte mindestens ein „und“ noch folgen!
Und im Idealfall stelle dieses „und“ bitte sehr schon einmal gar nicht „Hausfrau“ dar.

Es geht mir ja selbst so, denn als „nur Mutter“ bezeichnet zu werden oder sich gar selbst an dunklen Tagen als solche zu sehen, nix scheint deprimierender, kontraproduktiver und sogar ein klein wenig schädlicher!
Für uns, für unser Seelenleben, fürs Selbstwertgefühl, für die Sicht auf das eigene Ich!

Die Bezeichnung „Mutter“

Mir selbst ist in der Vergangenheit oft aufgefallen, dass insbesondere bei Terminen, die mit den Kindern zu tun haben, in Gesprächs-Protokollen & Notizen immer nur die Rede von „der Mutter“ ist. mehr „Nur eine Mutter?“

Lass‘ krache(l)n!: Mutti verwertet Reste

12+

Ich bin eine Frau der Extreme! In Allem! Gerne auch bestätigt durch den eigenen Gatten und von diesem ohne Zögern unterschrieben! 😉
Und wenn ich koche, dann ebenfalls extrem! Extrem viel!
Ganz ehrlich? Ich habe drei Kinder, könnte aber vermutlich Mittag für Mittag eine ganze Fussball-Mannschaft problemlos versorgen.
Ich kann Euch auch gar nicht genau sagen, woran das liegt.

Die Furcht, der eigene geliebte Nachwuchs könnte zu kurz kommen? Könnte nicht wachsen und gedeihen?
Gedankenlosigkeit? Falsche Kalkulation?
Fakt jedoch ist, es bleibt immer etwas übrig! Sehr viel davon. So kommt es, dass es mich auch nie stört, habe ich spontan ein Kind mehr am Esstisch sitzen. Gerne stelle ich einfach einen weiteren Teller für Spiel-Verabredungen oder ungeplant mit nach Hause gebrachte Klassenkameraden auf den Tisch. Es reicht ja sowieso. 😉

Leider ging es mir in der Vergangenheit jedoch nur allzu oft so, dass ich die Reste einfach vergaß. mehr „Lass‘ krache(l)n!: Mutti verwertet Reste“

Ich wollt‘ nur einkaufen geh’n: Wenn Gefühle entgleisen

13+

Zähflüssig und dennoch unaufhaltsam bahnt sich das Gemisch aus durchsichtigem Glibber und penetrantem Orange seinen Weg gen Fussboden.

Nicht ohne dabei die von mir eben noch ahnungslos geöffnete Türe des Gefrierfaches herunter zu rinnen und ebenfalls ohne Halt vor sämtlichen Ritzen, Öffnungen und Dichtungsgummis zu machen.
Es ist einfach überall!

Das blöde, verflixte Ei!

Und während ich da auf allen Vieren auf dem Fussboden herumrutsche, verzweifelt darum bemüht, Herr der schier aussichtslosen Lage zu werden, fühle ich mich gerade vom Schicksal verarscht!
Ach was, vom ganzen Universum fühle ich mich gerade überaus veräppelt! Ihr kennt diesen Spruch mit den kleinen Sünden.

Denn Fakt ist, ich befände mich in keinem Eier-Desaster, hätte ich nicht wenige Minuten zuvor mit voller Wucht und Inbrunst die Kühlschrank-Türe zu gehauen. mehr „Ich wollt‘ nur einkaufen geh’n: Wenn Gefühle entgleisen“