Corona? Ist nicht sexy! Warum ich Mama bin – und dennoch Frau bleiben möchte

39+

Mit dem Rückspiegel, der eigentlich ein Handspiegel ist, stehe ich im Flur.
Versuche krampfhaft die eigene Kehrseite im neuen, Lavendel-blauen String zu erhaschen.
Denn, muss ja auch mal sein.
So ein ganz persönlicher Backround-Check!

Da kommt mir urplötzlich eine absurde Idee.
Vielleicht – nur so ganz vorsichtig und ansatzweise überlegt – könnte ich ja auch einmal….
Nee! Gruselig!
Schnell verwerfe ich den gerade aufkeimenden Gedanken wieder.

Ich WILL keine Unterwäsche-Fotos von mir!

Brauch ich nicht!
Ist ja peinlich.
Und überhaupt, bin ich doch viel zu alt für!

Body positivity!?
Hab‘ ich doch schon längst!

Love yourself?
Tu‘ ich doch! Aber so was von!

Ich meine, es ist ja nicht wirklich so, dass ich ab jetzt nur noch älter, schlaffer, verbeulter und fetter werden kann?
Oder etwa doch!?

Keine vier Minuten später stehe ich tatsächlich bettelnd vorm Gatten im Wohnzimmer. mehr „Corona? Ist nicht sexy! Warum ich Mama bin – und dennoch Frau bleiben möchte“

Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42

21+

Schwer fallen die müden Augenlider immer wieder zu.
Doch noch kämpfe ich.
Schließlich muss ich ja die Lage checken.

Ich blinzle also angestrengt und stelle fest:

„Aha. Sie hat wohl ihr Leben noch immer nicht im Griff“

Getrost kann ich also weiter dösen.

Hin und wieder zucken Bilder vor den eigenen Augen auf – und ich beobachte die leicht alternativ angehauchte, unfrisierte Mittzwanzigerin beim Scheitern und Stolpern während ihrem Weg durch ein verkorkstes, Alkohol-durchtränktes und Nikotin-umnebeltes Leben.

Es ist weit nach Mitternacht und ich möchte Zeit für mich haben!

Endlich will ich alleine auf der Couch liegen dürfen und hemmungslos netflixen.

Nach einem langen Tag, an dem ich nur funktionierte (dazwischen hin und wieder ausgiebig schrie und motzte) – und das eigene Ich dabei ganz tief in Vergessenheit geriet.

Wie so oft in dieser eigenartigen Zeit. mehr „Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42“

Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33

14+

„Wofür?“

nuschelt das verschlafene Kind neben mir im Bett.

Und ich kann ihr die Frage gar nicht verdenken.

Ich habe bereits die Jalousien hochgefahren, Sonnenstrahlen fallen sanft auf das zarte Gesicht und lassen wilde Locken goldblond glänzen. Äuglein sind noch dicht hinter langen Wimpern verschlossen und Wangen glühen rosig ob der heimeligen Bettwärme.
Ich möchte das Kind wecken und erhalte jene Frage auf meine Aufforderung, jetzt aufzustehen. 

Ja, wozu dieser Tage aufstehen?

Nicht selten ertappte ich mich selbst während der vergangenen Wochen, hörte mich gedanklich genau diese Frage stellen.

Wenn doch nix und niemand so wirklich auf einen wartet?

Wenn ein blödes Virus, der unsichtbare „Feind“, den wir weder sehen noch (be-)greifen können, in der Welt „da draußen“ sein Unheil treibt?

Warum und Wofür dann sollten wir überhaupt die warmen Federn verlassen? mehr „Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33“

Werte brauchen keinen Doktortitel! Über die Familie & Freundschaft – Corona-Tagebuch – Tag 4

16+

Entfernung und somit räumliche Distanz.
Beides trennt mich seit einigen Jahren von einer meiner besten Freundinnen.
Zwar reden wir hier nur von ungefähr 150 Kilometern, doch wir sind es gewohnt, uns nicht häufig zu sehen.
Und stattdessen zusammen über Whatsapp zu kommunizieren.

Telefonieren mag sie nicht so gerne, noch immer empfindet sie leichte Scheu wegen der deutschen Sprache.
Wenngleich sie in den letzten Jahren so gut darin geworden ist!
Was zum größten Teil auch ihres ausgeübten Jobs zu verdanken ist.

Ich mag sie so sehr und finde sie ganz großartig – und eigentlich sollte ich ihr das gleich auch noch einmal schreiben.

Sie gehört zu den Heldinnen der aktuellen Zeit, denn meine liebe Freundin ist eine von denjenigen, die nun Tag für Tag für uns Konservendosen und Toilettenpapier auffüllen.
Welche idiotischerweise von Euch da draußen panisch in Massen in die Einkaufswagen gestopft werden!

Jeden Tag setzt sie sich der Gefahr – welche wir alle fürchten – aus, um die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen mehr oder weniger nützlichen Dingen sicherzustellen.
Und empfindet Angst dabei.

Erst heute morgen schrieb sie mir,…. mehr „Werte brauchen keinen Doktortitel! Über die Familie & Freundschaft – Corona-Tagebuch – Tag 4“

In Quarantäne? Im Winter als Mama normal – Gedanken zu Corona

19+

Ich wollte nichts dazu schreiben!!! Aaaargh! 

Nicht ich auch noch.
Denn ganz ehrlich?
Aktuell möchte ich einfach nur den Kopf in den Sand stecken und verdrängen.
Solange, bis „Es“ vorüber ist.

Dieses „Es“ (ich bekomme das Wort weder über die Lippen, noch in die Tasten), welches mich und meine Familie gefälligst nicht tangieren soll!
Dieses „Es“ welches wir jetzt einfach mal aussitzen.

Zwar mit vielleicht etwas gewascheneren Händen als sonst und wenigen, sinnvollen Vorsichtsmaßnahmen – aber dennoch zuversichtlich und positiv gestimmt.

Dieses „Es“, welches gefälligst nicht alles, aber auch alles, madig machen soll und jedem stinknormalen Tag einen faden Beigeschmack verleiht!

So war zumindest mein ganz eigener gedanklicher Plan.

Corona sollte mich so wenig wie möglich beeinflussen und drüber schreiben wollte ich auch nicht.
Tun ja eh gerade ALLE!

Doch kann ich mich der Auswirkungen – und all der damit verbundenen Gedanken – nicht entziehen.
So sehr ich es auch versuche.

Denn „Es“ ist allein schon dafür verantwortlich, dass der Mann seit Tagen hier zu Hause auf der Couch hockt. mehr „In Quarantäne? Im Winter als Mama normal – Gedanken zu Corona“

Vielen Dank für die Blumen! Kommunikations-Kanäle 2.0

10+

Leute! Ihr macht mich platt!
Ganz ehrlich!
Hatte ich am Vortag noch geglaubt, den eigenen Geburtstag in diesem Jahr einfach mal klammheimlich unter den Tisch kehren zu können, habt Ihr alle Pläne, gekränkt Trübsal zu blasen, beiseite geschoben!
Nicht zuletzt taten dies selbstverständlich auch Mann und Kinder – und ganz gewiss die schicke, neue Handtasche auch! 😉

Aber eben auch Ihr habt gestern einen Teil dazu beigetragen, dass ein Tag, der doch so still und leise begann, einen ganz wunderbaren Verlauf nahm.

Somit sollte an dieser Stelle nun das Folgende stehen:

Ich danke ganz herzlich, all‘ denjenigen, die gestern an mich gedacht haben!

Und zwar auf den diversesten Kommunikationskanälen, über welche man(n) denn eben wahlweise ein potentielles Geburtstagskind erreichen kann!

Und Ihr habt ein aufrichtiges Danke mehr als verdient!
(Keinen dicken Schmatzer, denn der ein oder andere Gratulant könnte möglicherweise zur Fehlinterpretation dessen neigen 😉 ) 

Ihr seid jedenfalls aber die Besten! 

Offenbar jedoch sollte ich mir dringendst Gedanken um die eigene Fitness und Ernährung machen…

(Vorsicht, ab hier wird’s sarkastisch und böse! In diesem Sinne: Ironie ab sofort an!)
mehr „Vielen Dank für die Blumen! Kommunikations-Kanäle 2.0“

Irgendwie zum Kotzen – Unser (Kranken-) Wochenende in Bildern 18./19.01.

8+

Unsere Couch ist cremefarben und aus feinstem Cord.
Und sie ist alt, sehr alt.
Damals gefiel sie mir unendlich gut, heute nicht mehr allzu sehr.
Ich hätte gerne eine Neuere.
Eine Moderne!

Mit weniger Wasserrändern und dunklen Jeans-und Schmodder-Verfärbungen.
Weniger verranzt und abgesessen.
Ohne Platt-gedrückte Kissenfüllungen und vielen, vielen Jahren auf dem Buckel!

Eine Couch voller Erinnerungen

Doch es ist auch die Couch, die Erinnerungen schuf.

Erinnerungen, welche an ihr haften und selbst mit jedem einzelne Waschgang nicht ablösbar scheinen.

Es ist die Couch, welche wir als junges Paar damals in der Altbauwohnung aufgeregt bestellten – und auch die Couch, auf welcher ich das erste Mal im Leben kleinste Fäustchen und Füsschen unterhalb der eigenen Bauchdecke rollen sehen durfte!

Es ist die Couch, auf welcher ich mit Wehen ausharrte und auf den geeigneten Zeitpunkt für die Krankenhaus-Fahrt wartete – und die Couch, welche ich umzingelte, als sitzen und liegen nunmehr nicht mehr möglich war!

Und es ist die Couch, auf welcher ich viele, viele Stunden stillend verbrachte und winzige, wohl-duftende Körper auf dem Meinen liegen hatte!

Und jetzt gerade? Ist sie Krankenlager

mehr „Irgendwie zum Kotzen – Unser (Kranken-) Wochenende in Bildern 18./19.01.“

Gefühlschaos

18+

In meinem Kopf – Nein! In der Brust, denn da tut’s eigentlich weh – herrscht gerade das absolute Gefühlschaos.
Ganz ehrlich?
Ich möchte mir dieser Tage selbst nicht über den Weg laufen.
Aber solltet ihr es gerade tun, ihr erkennt mich vermutlich ohnehin nicht.

Die dicke Mütze tief in’s Gesicht gezogen, den Blick traurig nach unten gesenkt.
Auf die zerrissene Jeans und die derben Boots.
Die Jacke, unter der sich der olle Pulli befindet, bis zum Kinn hochgezogen.
Ja, das bin genau ich. Dieser Tage.

Denn – ganz klischeemäßig – spiegelt mein Kleidungsstil immer die eigene Gemütslage wieder!
Ich bin „Kummer“ auf zwei Beinen in jenen kalten Tagen.
Mein Leben steht Kopf und langsam wird mir richtig schwindelig dabei!
Zwar trage ich weder die große, runde Hornbrille noch den selbstgestrickten Öko-Pulli (strickt mir ja keiner einen! 😉 ) – doch meine Version des depressiv gestimmten, stets nölenden „Kummers“ sieht genau so aus, wie sie es gerade tut.
Dabei war ich mal so Anders! Ich bin’s sogar eigentlich noch!
Und ich hoffe, dass diese andere Alex ganz bald wiederkehrt. mehr „Gefühlschaos“

Zucker-süß und dem Himmel so nah! – Unser Wochenende in Bildern 09./10.11.

9+

Samstag

„Haaalt“  – räusper- erneuter Versuch:
„Hahaaalt“ – hust!

Ein kläglich, krächzender Hilferuf stößt endlich aus meiner selbst empor.
Nein, so geht das nicht!
Ich muss das noch einmal versuchen und huste, rotze, räuspere noch einmal tatkräftig.
Um endlich ein energisches

„Huaaahllllt“

aus mir heraus bersten zu lassen, welches vielmehr eine feindliche Übernahme des eigenen Körpers durch (extremst schleimige!) Aliens vermuten lässt.
Meine Stimme klingt fürchterlich, wie schon die Tage zuvor auch. mehr „Zucker-süß und dem Himmel so nah! – Unser Wochenende in Bildern 09./10.11.“

Flunker-Queen – was sie sagt – und was sie wirklich meint

11+

Ich habe kürzlich in einem Blog-Beitrag darüber geschrieben, wie Scheiße das Lügen und Flunkern ist – und dass wir es doch viel öfter mal mit der Wahrheit versuchen sollten.
Das finde ich auch immer noch, gerade geht es darum, gegenüber den Kindern als Vorbild zu fungieren!
Dann ist es unsere verflixte Pflicht und Aufgabe!

Was ich dabei aber vergaß ist, wie oft ich selbst eigentlich im Alltag flunkere.
Und sei es nur ein klitzekleines bisschen.
Auch – oder vor allem – den Kindern gegenüber.

Zumindest realisiere ich, dass ich des Öfteren Dinge sage und Aussagen treffe, die ich gar nicht so meine.
Und vielleicht wäre gerade im Zusammenspiel zwischen Mann und Frau ab und an ein übersetzendes Wörterbuch (ich weiß, das hat schon mal jemand vor langer, langer Zeit versucht) von Nutzen.
Vielleicht aber auch gerade besser nicht! 😉

Ich jedenfalls sage ziemlich viele Dinge, die ich innerlich ganz anders meine.
Und gewiss fallen mir nach diesem Blog-Beitrag noch eine ganze Menge weiterer Beispiele ein.
Ein paar habe ich aber dennoch für Euch, mich selbst und mein Umfeld (und meinen Mann! 😉 ) zusammentragen können.
Viel Spaß! 🙂

Was ich sage:

„Oh komisch – ich muss ja schon wieder auf’s Klo“
(gerichtet an’s Kind)
mehr „Flunker-Queen – was sie sagt – und was sie wirklich meint“