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K.o.-Tropfen – Auch ich war Opfer: Redet mit Euren Kindern und klärt auf!!! #teenager #sorge #schutz

Gestern Abend fiel mir im Instagram-Feed ein Beitrag in’s Auge, der mich kalt erwischte und erschütterte.

Der triggerte und eine längst verdrängte Erinnerung an die Oberfläche meines Gedächtnisses spülte.

Ausgerechnet während meine bald fünfzehnjährige Tochter ausgelassen mit Freunden und Freundinnen dem Fußball-Spiel unserer deutschen Nationalmannschaft beim Public Viewing folge!

Inmitten von vielen feiernden Menschen also.

“Kampagne in Fulda warnt vor K.o.-Tropfen”

stand da.

Und es stach und traf hart.

Denn nicht nur bin ich jetzt Mutter von Teenagern und vor allem von zwei Töchtern, sondern gehöre ich wohl auch leider in den Kreis der “Betroffenen“.

Nur wusste ich das seinerzeit noch nicht so richtig.

Konnte nicht erklären und zuordnen, was da damals mit mir passierte.

Manche Dinge erschließen sich erst im Nachhinein

Denn ist es nicht oft so im Leben?

Viele Dinge, die uns in der Vergangenheit angetan und zugefügt wurden, erschließen sich erst so richtig im Erwachsenen-Alter!

Dann, wenn es zu spät ist, für sich selbst einzustehen und zu reagieren.

Und vor allem zu realisieren, dass da etwas NICHT OK war!

Ich kann an meiner Geschichte nichts mehr ändern – außer sie hier und heute gerne teilen.

Um zu sensibilisieren und aufmerksam zu machen.

Auf ein Thema, welches doch gar keins sein sollte und nicht existieren dürfte!

Das tut es aber – und ich könnte im Strahl kotzen ob solcher Perversion und Sauerei!

Ich möchte meine Kinder schützen!

Ich möchte meine Kinder vor schlechten Erfahrungen und Gefahren bewahren, so weit es mir nur möglich ist – ohne Ihnen Freiraum und Freude nehmen zu wollen.

Vielmehr sehe ich es als meine Aufgabe, zu reden und aufzuklären – keine übertriebene Angst anzutrainieren, aber sehr wohl eine ordentliche Portion Vernunft und Vorsicht.

Das ist meine Verantwortung als Mutter.

Gerade jetzt, da auch die Tochter anfängt, wochenends mit Freunden und Freundinnen unterwegs zu sein.

Auch sie “durfte” mit uns Eltern zusammen das Jugendschutzgesetz durchgehen.
Das haben wir mit dem Sohn ebenso gemacht – das bringt keinen Spaß, verdeutlicht aber auch dem Kind, welch Verantwortung eigentlich da auf uns Eltern lastet und was überhaupt im entsprechenden Alter erlaubt ist!
Und welche familien-internen Lösungen wir für uns gemeinsam treffen wollen.

Und jetzt muss ich vertrauen, muss hoffen, dass meinen Kindern niemals Schreckliches zustößt!

Ich kann nur – gerade die Töchter (und nicht nur die, wie mir heute eine liebe Leserin schrieb!) – immer wieder sensibilisieren!

Ja, ich selbst wurde sehr wahrscheinlich Opfer irgendeines kranken Arschloches!

Und bekam – und da bin ich mir heute sicher! – K.o.-Tropfen in mein Getränk “geschüttet“.

Und diese Geschichte, welche für mich zum Glück glimpflich ausging, möchte ich gerne hier und heute teilen.

Um darauf aufmerksam zu machen, wie schnell so etwas gehen kann und wie wenig Schuld Frau daran im übrigen selbst trägt!

K.o.-Tropfen? Meine ganz eigene Geschichte

Ich befand mich damals Anfang der 2000er mit meiner Freundin in einem angesagten Fuldaer Club.

Der jetzige Mann verweilte während seines Auslandssemesters in Toronto – wir beiden Freundinnen gingen an einem Samstag-Abend zusammen aus.

Ein bisschen tanzen wollten wir – einen, vielleicht zwei Drinks und einfach Spaß haben.

Doch endete der Abend anders als geplant.

Ich weiß noch, wie übervoll der Club damals war, es war nur ein erschwertes Durchkommen bis zur Theke möglich, um überhaupt einen Cocktail bestellen zu können.

Dicht an dicht drängten sich die Menschen, Arme und Körper berührten sich – ich mag das im Grunde gar nicht!

In all dem Gedrängel allerdings war es offensichtlich ein Leichtes (!) mir etwas in das Cocktail-Glas zu geben, welches ich natürlich nicht umgehend auf Ex wegzischte, sondern eine Weile in der Hand im vollen Club hielt.

Urplötzlich, quasi aus dem Nichts heraus, wurde mir sehr, sehr schwindelig und übel – und ich wollte so schnell wie nur möglich den Club verlassen und raus an die frische Luft.

Leider spielten da schon meine Hände nicht mehr mit und das Glas fiel mir aus der Hand und zerbrach in tausend Scherben, schon da konnte ich mich meiner Freundin gegenüber nicht mehr richtig artikulieren.

Glücklicherweise merkte diese aber schnell, dass etwas so gar nicht stimmte – und sie versuchte mich aus dem Club zu bugsieren.

Bereits vor dem Ausgang ging ich ihr schon einmal um, ich merkte noch, wie sie mich mit allen Kräften hochzog.

Noch heute kann ich mich an jenes Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und Benommenheit erinnern.

Vor den Augen war alles schwarz, Stimmen halten im Hintergrund, Arme, Beine und Stimme wollten mir nicht mehr gehorchen.

Und dann war ich ganz weg.

Ich weiß nicht wie viel Zeit verstrichen war, bis ich mich auf dem Gehweg liegend vor dem Club wiederfand.

Die Beine von zwei Türstehern hochgelagert kam ich allmählich wieder zu mir.

Einen Rettungswagen gerufen hatte niemand – stattdessen sah ich mich der beschämenden Frage ausgesetzt, ob ich denn Drogen genommen hätte!

NEIN!!! HATTE ICH NICHT!!!

Leider war die Sache mit den K.o.-Tropfen damals noch kein weit verbreitetes Thema – auch nicht, dass im Verdachtsfall ein schnelles Handeln angebracht ist!

Ich ließ mich weder ärztlich untersuchen, noch gingen wir zur Polizei.

Stattdessen fuhren wir zur Freundin nach Hause und sie versorgte mich mit stärkendem Rührei und Wasser.
(Danke dafür! Wir haben keinen Kontakt mehr, aber DANKE!)

Im Spiegel fielen mir dort meine übergroßen Pupillen auf – es dauerte noch einige Stunden, bis ich in der Lage war, von dort nach Hause zu fahren.

Es hätte vermutlich in meinem Fall nicht viel gebracht, zur Polizei zu gehen.

Wie auch? Befand ich mich in einem übervollen Club – ohne konkrete Beweise.

Ich glaube auch nicht, dass damals schon auf K.o.-Tropfen untersucht wurde.

Das ist zwar schade und blöd – und dennoch hatte ich wohl Glück im Unglück!

Denn in Begleitung der Freundin und dadurch, dass sie so schnell reagiert hatte und mich aus dem Ort des Geschehens herausbeförderte, bin ich immerhin nicht in die falschen Hände gelangt.

Im wahrsten Sinne des Wortes…

Die Erinnerung an eine Nacht, die nicht hätte sein müssen, aber bleibt!

Und vor allem die Erkenntnis, wie unfassbar schnell das gehen kann und wie Macht- und willenlos Frau zurückbleibt!

Und ich finde es tragisch und unfassbar ätzend wie krank Menschen sein können – jetzt als Mutter, die ihre Kinder aus tiefstem Herzen liebt und schützen möchte, einmal mehr!

Daher:

JA ich finde die Kampagne (ich glaube mittels Plakaten in Bars und Clubs) gut!

Noch schöner allerdings fände ich eine Welt, in der Frau nicht in steter Hab-Acht-Stellung bleiben müsste!

Und nicht noch immer wie minderwertiges Freiwild in den Augen so mancher betrachtet wird!

Aber da hoffe ich wohl auf ein Märchen…

Was kann ich schon jetzt tun?

Mein Tochter geht zum Glück noch nicht in Clubs und ich hoffe und glaube, dass das auch noch eine Weile kein Thema sein wird. 

Sie trifft sich aktuell eher im privaten Kreis mit Freunden und Freundinnen, welche alle vernünftig sind und Eltern sich kennen und einander vertrauen.

Doch besteht die Gefahr zum Einen ja eben auch zu anderen Gelegenheiten (große Outdoor-Veranstaltungen etc.) – und ich finde, das darf und sollte ruhig jetzt schon thematisiert werden!

Ich habe meiner Tochter mit auf den Weg gegeben, immer ihr Getränk bei sich zu behalten und möglichst nicht aus offenen Gläsern zu trinken beziehungsweise diese gut im Auge zu behalten!

Auch gibt es wohl mittlerweile entsprechende Testbänder fürs Getränk.

Sobald etwas auch nur ansatzweise komisch ist, gilt es so schnell wie möglich zu reagieren – und die jeweilige Begleitung um Hilfe zu bitten!

So dass man nicht alleine und willenlos in die falschen Fänge gelangt!

Und im schlimmsten Fall – Gott bewahre!!! – sollte die betroffene Person sich im Krankenhaus auf K.o.-Tropfen (sofern immer nachweisbar, das weiß ich leider nicht) untersuchen lassen und sich an die Polizei wenden!

Liebe Eltern da draußen, passt auf Eure Kinder auf – und vor allem redet und klärt auf!

Eure 

Alex

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