Solange ich noch auf dem Spielplatz sitzen darf – Zukunftsgedanken

11+

Es war mir eine Weile ein Graus.
Ja, ganz ehrlich.

Ich fand’s furchtbar langweilig und hätte in der Zeit lieber die effektivsten Dinge angestellt.
Hätte gerne Anstehendes erledigt und wäre liebend gern ein klein wenig schneller vorangekommen.
Nur so’n bisschen wenigstens.

Statt mit den Schuhen im grobkörnigen, staubigen Sand zu stehen und Hilfestellung zu geben.
Hier auf dem örtlichen Spielplatz. 
Immer und immer wieder.

So, wie es gerade Mama und Papa von Klein-Konstanze (*Name von der Autorin geändert 😉 ) gerade tun.
Absolut hingebungsvoll ermutigen beide (!) das unbeholfene schüchterne Mädchen – vermutlich (nein ganz sicher!) das erste Kind – den Schwung die kurze, metallene Rutsche hinunter zu wagen.

„Möchtest Du es nicht noch einmal versuchen, mein Schatz?“

spricht Konstanze-Papa im absolut korrekten Hochdeutsch.

Konstanze-Mutter, Enddreißigerin im Seidentuch, zückt derweil die Apfelschnitzchen und Feuchttücher.
Stets darum bemüht, das kleine Kind so hygienisch rein wie nur möglich zu belassen.
„Die sind nicht von hier“
muss ich in diesem Moment unweigerlich denken.

Besuch aus dem feinen Norden, vermutlich Großstadt, so stelle ich mir das schon eher vor.

Und ganz sicherlich wird Konstanze-Mutter in den nächsten Monaten bereits wieder voll in’s Berufsleben einsteigen und nahtlos die führende Position eines großen Konzerns wieder übernehmen.
Konstanze wird ihre Apfelschnitzchen von einer staatlich geprüften Tagesmutter bekommen und ebenfalls von dieser die Kieselsteine aus den piekfeinen Schühchen gepustet bekommen.

Nun, dem Alter, in dem ich an der Rutsche Hilfestellung geben muss, bin ich längst entwachsen.
Während ich also hingegen mit meiner Latte auf der Bank in der Sonne sitze, werden alle jäh aus ihrem emsigen Treiben gerissen:
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„Adults Only“ – Wenn Kinder nicht erlaubt sind

9+

Stellt Euch vor, es gäbe einen ganz einzigartigen – wenn nicht gar eigenartigen – Ort.
Ein Ort, an welchem ihr eintauchen könnt. Eintauchen in die köstlichsten und sonderbarsten, exotisch-ausgefallensten Aromen.
Ihr könnt riechen, schmecken und mit allen Euch zur Verfügung stehenden Sinnen genießen.
Könnt Euch Zeit lassen und gepflegte Konversation führen. Oder eben auch einmal gar nicht.
Könnt schweigen und verträumt – oder möglicherweise auch leeren Blickes – Löcher in die Luft starren.
Ganz ohne jegliche Störfaktoren.

Untermalt von leisen Klavierklängen – meinetwegen auch den angesagtesten Lounge- und Club-Beats.
Es würde weder scheppern, noch klappern. Noch würden Stühle fallen oder Frauen empört und lautstark mit kleineren Menschlein zetern. Niemand würde in Heul-Ergüssen zerfließen, es sei denn, man(n) entscheide just in jenem Moment die Ruhe und Stille für eine (mehr oder weniger einvernehmliche) Trennung zu missbrauchen.

Stellt Euch vor, die Durchgangs-Schneise zu den Örtlichkeiten, welche an jenem so wunderbaren Ort selbstverständlich in coolem Schwarz gehalten und ausgestattet mit den überflüssigsten Special Effekts sind, wäre kaum frequentiert.

Nicht auch nur eine verschwitzte und gehetzte Person im gänzlich unpassenden Grobstrick-Pulli würde Euren Ärmel streifen.
Mit dieser unvorstellbar großen Tasche, welche schwer über der Schulter baumelt und vor lauter Gewicht hin und her schlingert.

Und dabei beinahe Euch das feinste Silberbesteck aus der Hand schlägt.

Stellt Euch vor, niemand würde mit leicht entnervtem Augenrollen und diesem vielsagenden Blick ein Zwergen-ähnliches Geschöpf an der Hand zum dritten Mal innerhalb der letzten halben Stunde an Eurem Tisch vorbeilotsen. In Richtung – richtig (!) – Toilette. 😉

Aber gut, diese Personen würde es ja hier nicht geben!
Denn beispielsweise einen Wickeltisch?
Würden sie hier ohnehin nicht auffinden.

Wie furchtbar langweilig wäre das? Oder etwa nicht? mehr „„Adults Only“ – Wenn Kinder nicht erlaubt sind“

Das blöde Handy! Warum wir Eltern auch nicht besser sind.

22+

„Zerstreute Elternschaft“. So steht es schwarz auf weiß gedruckt in der Zeitschrift.
In der Zeitschrift, welche neben mir auf dem Esstisch liegt.
Neben dem zur Seite geschobenen Geschirr vom Abendbrot, zerknüllten Feuchttüchern und abgezogenen Wursthäuten.

Die Zeitschrift, die auch nur deshalb gerade da auf dem Tisch liegt, weil mein Handy im Schlafzimmer am Ladekabel hängt!
Denn wäre dem nicht so, ich wage zu behaupten:
Auch jene Zeitschrift würde ungelesen zum Altpapier-Stapel wandern. Wie so viele schon zuvor.
Was mich gleichermaßen nachdenklich und ein klein wenig traurig stimmt.

Denn ich würde stattdessen höchstwahrscheinlich genau jetzt gelangweilt scrollen.

Würde Instagram-Bildchen glotzen, schnell Facebook checken, Mails und Whatsapp-Nachrichten lesen, die Headlines der Online-Ausgabe der Tageszeitung überfliegen oder die Besucherstatistik dieses Blogs abrufen.
Alles belanglose und weniger anspruchsvolle Dinge.

Weil ich gerade müde vom anstengenden Tag bin und die Kinder jetzt gerade friedlich auf dem Wohnzimmer-Teppich spielen.
So wie sie es immer nach dem Abendessen tun.
Und weil wir Erwachsenen in solchen Momenten, in den kleinen Pausen zwischendurch, immer zum Handy greifen!
In der Meinung irgendwie doch effektiv sein zu müssen, jede freie Minute des Tages ausschöpfen zu müssen.

Um bloß keinen geistigen Leerlauf zuzulassen!

Den Kindern einfach mal entspannt beim Spielen zukucken? Nix tun? Wozu?
Merken die doch gerade eh nicht!

Weil es für UNS schön sein könnte! Verdammt!

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Weihnachten: Der Zauber besonderer Erlebnisse

4+

Aufgeregt kaut sie wahlweise auf ihrem Zeigefinger oder aber am Bündchen des von mir sorgfältig ausgewählten Pullis herum.
Reckt das Köpflein und den Hals so weit es nur geht, um auch bloß nix zu verpassen.
In spannenden Momenten kommt die kleine warme Hand und drückt feste die Meine – oder aber der ganze zerzauste Haarschopf sucht die schützende Nähe meiner Schulter!

Und während ich da auf einem der unzähligen Stühle sitze, bin ich froh, meiner kleinsten Tochter gerade dieses Erlebnis ermöglichen zu können.
Denn ich muss an dieser Stelle gestehen:

Ich hatte meine Zweifel!

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Wir alle müssen lernen

3+

Sonntag-Abend.
Ein Wochenende voller Erkenntnisse liegt hinter uns.
Ein schönes Familien-Wochenende mit viel Plätzchen-backen und gemeinsamer Quality-Zeit –  und dennoch nicht eines der Leichtesten.
Ja, dieses eine Wochenende hätte kaum mehr Einsichten mit sich bringen können.
Weil es manchmal eine ganze Weile dauert, bis man in der Lage ist, Dinge wahrzunehmen und gemeinsam neue Richtungen einzuschlagen. 

Und einmal mehr, an diesem Sonntag- Abend, wird mir gerade bewusst, dass Eltern-sein auch ein lebenslanges Lernen bedeutet.
Nicht nur, befindet sich der eigene Nachwuchs im Baby- und Kleinkindalter!
Auch mit größeren Kindern müssen wir immer wieder Neues dazu lernen, neue Erkenntnisse reifen lassen und uns an ungewohnte Situationen anpassen.
Und vor allem lernen, damit klar zu kommen. Immer und immer wieder!

Und ich befürchte,  das wird auch nie aufhören. 😉
Das Leben ist ein steter Lernprozess – und zwar für alle Familienmitglieder, egal wie alt und weise wir nun sind. 

Erkenntnis Nr. 1: Ich habe einen Fehler gemacht.

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Quality-Time mit der Kleinsten: Wir spielen „6 nimmt! Junior“ von AMIGO *Gewinnspiel*

4+

*Werbung. Gelangweilt windet sie sich auf dem Wohnzimmer-Fussboden.
Mal nach rechts, mal nach links, die blonden wilden Haare schleifen über’s dunkle Laminat und der kleine Wisch-Mopp in Pink & Lila tut mir auf einmal unendlich leid.

Es ist mal wieder das mütterliche Gewissen, welches mich nun innerlich nahezu zerreißt und gerade ganz schwer schlucken lässt.
Denn meine Tochter liegt nicht einfach so rücklings auf dem heimischen Fußboden.
Nein, im Hintergrund tönt und dudelt es in Nerv-raubenden Tönen, kitschige Bilder in knallbunt wechseln sich ab.
Mein Kind glotzt TV. Und wälzt sich ob der Unterforderung und eigentlicher Desinteresse am – zugegebenermaßen oft viel zu bescheuerten – Kinder-Unterhaltungsprogramm vom Streaming Dienst hin und her.

Und diesen Zustand muss ich ändern!
Sehe mich gerade dafür verantwortlich, hier sofort einzugreifen und mein Kind davon zu überzeugen, endlich anzufangen zu spielen!

Vielmehr als das: ICH möchte jetzt mit ihr spielen und für sie da sein! mehr „Quality-Time mit der Kleinsten: Wir spielen „6 nimmt! Junior“ von AMIGO *Gewinnspiel*“

Wir nähen eine Topfhaube – unser DIY-Weihnachtsgeschenk!

7+
(Werbung – unbezahlbar! – für prima Omas) Ich traue es mich kaum hier zuzugeben, doch sie steht nun seit knapp vier Monaten im Kinderzimmer der Mittleren. Ihren allerersten Einsatz hatte sie jedoch erst in der letzten Woche! Nun ist es nicht so, dass sie uns egal gewesen wäre, dass wir sie kühl und vollsten Gewissens ignoriert hätten. Oder gar deren Anschaffung bereut hätten. Ich habe auch immer gut auf sie aufgepasst, einmal in der Woche umschmeichelte sie sanft das flauschige Weich des Staubwedels. Um ihr zu zeigen, dass wir sie ganz prima finden, wenngleich wir noch nicht in die Gelegenheit einer näheren Bekanntschaft kamen. Doch der Ehrenplatz auf dem Schreibtisch der Tochter war ihr bereits gesichert. Bereit zum allerersten Einsatz! Nur war ICH es eben nicht! Denn ich kann’s nicht!  Ich muss „es“ genauso erst noch lernen, wie mein Kind selbst. 

Ich muss erst noch Nähen lernen

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Wochenend-Ehe: Geht das mit drei Kindern?

4+

Sonntag-Nachmittag. Mitte Oktober. Eigentlich könnte gerade alles so schön sein:
Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite, schillert in den lebendigsten, leuchtenden Farben und noch immer warme Sonnenstrahlen streicheln sanft die Seele.
Und diese – nahezu poetische Idylle ( 😉 ) – müsste doch eigentlich das Herz vor Freude springen lassen!
Die Kleinste spielt friedlich-singend in ihrem Zimmer, völlig in sich versunken, nahezu selbstvergessen und ausgeglichen.
Das „Wald-und Wiesen-Kind“ stromert mit ihren Leih-Hunden durch’s Grün und der Sohn vergisst heute einmal zu pubertieren und zeigt sich im Umgang mit der Kleinsten besonders gnädig und sanftmütig. Der Gatte schlummert friedlich auf der Couch – und ich habe gerade Zeit, Dinge zu tun, die ich gerne mag!
Und all das zusammen vereint, müsste mich doch jetzt gerade mehr als glücklich stimmen. Es ist doch gerade alles perfekt!
Eigentlich.

Doch ich komme einfach nicht umhin, wieder diese eigenartige Melancholie zu verspüren. mehr „Wochenend-Ehe: Geht das mit drei Kindern?“

Die Einsamkeit der Mütter

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Sie schleicht sich in unser Leben. Ganz klammheimlich und unbemerkt. Und plötzlich ist sie da. Ist ES da: Dieses Gefühl tiefster und elendigster Einsamkeit. Ganz ohne Vorwarnung, niemand hat es uns zuvor verraten! Und doch bist Du es auf einmal, kannst es Dir vielleicht gar nicht erklären. Schon gar nicht, wie es überhaupt jemals dazu kommen konnte! 

Denn was waren wir vor unseren Kindern? mehr „Die Einsamkeit der Mütter“

Wenn Männer schenken, Von Liebesbeweisen der etwas anderen Art

1+

Männer machen ihren Frauen ja bekanntlich die dollsten Geschenke.
Nun, die einfallslosen „Langweiler“ unter ihnen greifen, schön safe, klischeeorientiert und risikoarm, zu Blumen, Parfum, Schmuck oder gar Dessous aus`m Versandhaus (echt jetzt?). Ihr wisst, ich überzeichne wieder! Aber das macht so schön Spaß!… Die gedankenlosen, pragmatischen und emotionsresistenten „Rüpel“ schenken Bratpfannen und Küchenmixer. Die vergesslichen, geizgeilen und Wertschätzungs-fernen „Ignoranten“ beglücken ihre Angebetete mit einem Hauch von….Nix.

Und ich? Ich bekam „Saugi“.
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