Putzt Du noch – oder lebst Du schon?

87+

Eigentlich schreibe ich diesen Text gerade nur, weil ich die Überschrift zugegebenermaßen ziemlich geil finde.
Vermutlich wurde auch genau diese Redewendung, dieser Spruch, schon tausendfach verwendet.
Doch eben genau jener Gedanke schoss mir heute Mittag durch den Kopf!

Dann, als ich wieder einmal versuchte, noch mal schnell dreckiges Geschirr in die Spülmaschine – und Sauberes in die Schränke zu verräumen.
Als ich nur kurz noch den Müll raus bringen und die Waschmaschine neu beladen wollte.
Als mich Krümel unterm Esstisch störten und Käsefuss-Abdrücke auf dem dunklen Laminat.
Nur in Windeseile die Betten aufschütteln, ja das wollte ich auch gerne noch machen.

Und bei der Gelegenheit vielleicht auch noch die am Boden zerstreuten Stinke-Klamotten des pubertierenden Sohnes aufsammeln.
Bei der Chance hätte ich selbstverständlich auch einmal kurz gelüftet und den gut mit alten Chipstüten und zerknüllten Blättern – gerne auch verklebtem Kaugummi – gefüllten Mülleimer unter dem Schreibtisch des großen Jungen hervor gezogen.

Noch kurz ein paar Spritzer Glasreiniger auf den mit Zahnpasta-Pünktchen verzierten Badezimmer-Spiegel, ja das hätte auch nicht geschadet. Wären ja nur ein paar zusätzliche Sekunden gewesen.
Sehr gerne hätte ich auch noch „schnell“ bei dieser Gelegenheit den bereits überquellenden Wäschekorb aus dem Familien-Bad mit in’s Erdgeschoss getragen und den sich darin befindlichen Inhalt nach Farben und Waschgang sortiert.
Nur ganz fix noch.

Es war ein lautstarkes

„Mamaaaa!“,

das mich aus meinen ambitionierten Gedanken riss. mehr „Putzt Du noch – oder lebst Du schon?“

Heute will ich Hausfrau sein! – Kartoffel-Brokkoli-Gratin

15+

Heute bin ich häuslich. Nein ehrlich!
Heute möchte ich das volle Programm! Voll muttiviert will ich heute all‘ meinen hausfraulichen Pflichten nachkommen.
Ohne Ablenkung und Ausschweife, höchst konzentriert und pflichtbewusst.
Denn schließlich brauch‘ ich eine Ausrede. Und zwar sofort!

Muss Gedanken und Fragen verdrängen und Lösungswege mit einem Berg übereinander geworfener Schuhe und alter Kochbücher versperren.
Weil ich gerade keine Lösung finden will!
Ich muss mich nämlich jetzt gerade vor mir selbst rechtfertigen und in diesem aktuellen Moment „ober-wichtigen“, „unaufschiebbaren“ Aufgaben nachkommen.
Denn finde ich sonst die Hausarbeit als eher lästige und leicht Hirn-amputierte Last
(komischerweise entstehen dabei immer die besten Ideen! 😉 )  kommt sie mir heute gerade Recht.

Wann bin ich häuslich?

Häuslich bin ich meist an solchen Tagen, an denen eigentlich viel wichtigere Dinge anstehen. mehr „Heute will ich Hausfrau sein! – Kartoffel-Brokkoli-Gratin“

Der Frühling ist da! Oder warum Mütter zu nix kommen ;)

33+

Samstag-Nachmittag, 15.30 Uhr. Nach einem viel zu späten Mittagessen.

Sorgfältig kratze ich die von der Kleinsten akribisch aussortierten Reste des Flammkuchens (in diesem Fall Speck und sämtliche auffindbaren Zwiebeln) in den Bio-Mülleimer, als es eben selbiger endlich dämmert!

Nix ahnend und in einer naiven Gutgläubigkeit befindlich lächele ich nun triumphierend vor mich hin!
Es ist der Kleinsten endlich aufgefallen, dass der Frühling da ist – und sei es nur für ein kurzes Gastspiel!

Sonnenstrahlen scheinen durch die trüben und von kleinen Kinderhänden verschmierten Fenster und lassen Staubkörnchen in der Luft tanzen!
Sonnenstrahlen! Wie herrlich!

Die Sonnenstrahlen jedenfalls, welche mein Kind jedoch in den Stunden zuvor vehement ignorierte und stattdessen höchst konzentriert Model-Skizzen mittels Buntstift und Stickern verzierte. Nur in meinem Beisein versteht sich! 😉

Die Sonnenstrahlen, die ihr auch in dem Moment egal waren, als sie mich (!) nötigte, auf allen vieren im engen Kinderzimmer
(zur Erinnerung: Es war einmal als kleines Büro angedacht) herumzurutschen.
Und dabei Playmobil-Feen wild gewordene Einhörner und Phönixe einfangen zu lassen.

Die Sonnenstrahlen, welche ich wiederum ob der ganzen „Wochenende-der-Frühling-ist-endlich-da-wir-weihen-alle-fröhlich-summend-den-Garten-ein“ Posts auf Instagram nur schwerlich ignorieren konnte!

Endlich also wollte auch mein Kind draußen spielen!

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Nur eine Mutter?

16+

Keine Bezeichnung scheint heutzutage mehr gefürchtet und niederschmetternder als die,
„nur eine Mutter“ zu sein.
Es kommt mir so vor, dass wir Frauen in der heutigen Zeit nichts auf der Welt mehr bangen, als in diese eine Schublade gesteckt zu werden. Als so zu bezeichnet zu werden!

Ein „nur“ zu sein und ein Namens- und Identitäts-loser Begriff.
Auf das „Mutter“ sollte mindestens ein „und“ noch folgen!
Und im Idealfall stelle dieses „und“ bitte sehr schon einmal gar nicht „Hausfrau“ dar.

Es geht mir ja selbst so, denn als „nur Mutter“ bezeichnet zu werden oder sich gar selbst an dunklen Tagen als solche zu sehen, nix scheint deprimierender, kontraproduktiver und sogar ein klein wenig schädlicher!
Für uns, für unser Seelenleben, fürs Selbstwertgefühl, für die Sicht auf das eigene Ich!

Die Bezeichnung „Mutter“

Mir selbst ist in der Vergangenheit oft aufgefallen, dass insbesondere bei Terminen, die mit den Kindern zu tun haben, in Gesprächs-Protokollen & Notizen immer nur die Rede von „der Mutter“ ist. mehr „Nur eine Mutter?“

Von allen guten Geistern verlassen

3+

Ich gehe nicht wirklich pfleglich mit Haushaltsgeräten aller Art um.
Das muss ich hier und jetzt an dieser Stelle zugeben. Putze ich zwar akribisch auf allen Vieren den Fussboden, störe mich an jedem Krümel und Fussel,  so habe ich es leider nicht so wirklich mit der ordnungsgemäßen Handhabung und Pflege der lieben, guten Haushalts-Geister. Die treuen Begleiter, die mir tagtäglich helfen. Und die mittlerweile leider doch arg in die Jahre gekommen sind!

Ich bin Weltmeisterin im Trockner-Griff-abreißen (ganze drei Mal hinbekommen!)  und stoischem Ignorieren, was die Reinigung sämtlicher Filter & Co. betrifft.
Reinigungs-Empfehlungen auf dem Display? Werden geschickt ausgeblendet.
Das Entkalkungs-Lichtchen beim Dampfbügeleisen blinkt? Kein Problem!
Wo die Reset-Funktion ist, habe ich schnell heraus gefunden! 😉
Regelmäßiges Entkalken oder Spezial-Reinigungsprogramme von Kaffeemaschine, Spülmaschine und Waschmaschine? Fehlanzeige! Keine Zeit für so’nen Extra-Quasch! Wer hat die schon? mehr „Von allen guten Geistern verlassen“

Meine Kinder, ihre Bedürfnisse & ich

4+

„….an diesem wunderschönen sonnigen Tag….“
tönt die nervig freundliche Stimme aus dem Lautsprecher des Discounters. Der, der sogar über einen eigenen Radiosender verfügt! Und welchen ich am frühen verflucht-ätzend sonnigen Morgen nur allzu schwer ertragen kann! Glaubt mir, würde mir dieser dämliche Grinse-Typ jetzt vor die eigene Visage treten, ich könnte für nix garantieren! Ich gehe jedenfalls schwer davon aus, dass er – völlig auf Droge- vor sich hin grinst, während er seinen fröhlichen „Shopping-ich-geb-Dir-heute-die-besten-Ratschläge-Singsang“ herunter rattert! 

„…ganz sicherlich werden auch Sie heute Nachmittag noch einmal die Stühle auf der Terrasse zurechtrücken wollen, um die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen“

Boah! Echt jetzt!?
Und beinahe ertappe ich mich dabei, wie sich die eigene Hand nur ein klein wenig, so’n klitzekleines bisschen, gedanklich zur Faust ballt, während ich mit der Anderen die Einkäufe auf’s Band lege. 😉 

ICH werde heute Nachmittag keine Sonne genießen! mehr „Meine Kinder, ihre Bedürfnisse & ich“

„Versklavt“

3+

Vor vielen Jahren las ich einmal etwas sehr Merkwürdiges in einer großen Mütter-Zeitschrift. Denn damals, ich glaube es war in der Anfangszeit mit dem ersten Baby, hatte ich noch die Zeit all die schönen und vielen Zeitschriften und Ratgeber für junge Mütter zu lesen. Heute sind zwar noch zwei davon abonniert, zieren aber höchstens die Ablagefläche unter dem Wohnzimmer-Glastisch. In der Hand hatte ich seit Monaten leider keine mehr davon! Bin ja schließlich zu sehr damit beschäftigt, meinen eigenen Senf unter die Leute zu bringen 😉

Doch was las ich denn nun genau? Im Detail weiß  ich das gar nicht mehr. Zu irgendeinem Zweck wurden Mütter mit Altersangabe und Anzahl der Kinder vorgestellt und eben noch mit deren Berufsbezeichnung. Und unter einer Dreifach-Mutter stand (sicherlich mit einem Augenzwinkern gemeint) das Wort „Versklavt“. mehr „„Versklavt““

No guests allowed: Unnützer Putzstress

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Mittwoch Morgen. Es hatte sich viel angestaut im Haushalt die letzten Tage. Nicht nur wegen Muttis Alleingang nach Berlin, von dem ich im übrigen noch immer zutiefst beeindruckt bin. Und den ich ebenso noch immer nicht richtig gedanklich sortieren konnte. Sondern es haben mir die Tage danach auch einfach viel abverlangt. Ich hatte noch einige Dinge für Nathalie in Amerika (*Name von der Autorin geändert) zu tun. Videoaufnahmen für mein Praktikum mit ganz lieben Kids, die alle wundervoll mitgemacht haben. Gefolgt von unzähligen Taxi-Fahrten für die eigene Brut! 😉

Die Anspannung war sehr präsent und ließ mir aufgrund der ganzen Vorbereitungen und der Quality Time, welche ich ebenso nach meiner Abwesenheit mit den eigenen Kindern ausleben wollte, wenig Raum für den Haushalt.

Und so etwas fällt sofort auf! So etwas sieht Frau sofort!
Insbesondere jemand wie ich…
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You’ve got Mail: Nathalie

5+

Freitag, früher Morgen. Ich habe ein Problem mit Nathalie.
(*Name von der Autorin geändert) 😉

Ich kenne sie nur von einem Profilbild, und doch kann ich mir vor meinem geistigen Auge ein ganz genaues Bild von ihr machen.
Der Nachname lässt auf polnische Immigranten schließen. Vielleicht nicht sie selbst, aber womöglich ihre Eltern. Nathalie, geschätzt Mitte fünfzig, trägt mit Vorliebe gediegene, furchtbar langweilige Kleidung. Beige Stoffbluse, ohne jegliche Verzierung zur Kaki-farbenen Bundfaltenhose. Sicherlich kombiniert mit weißen Socken in Gesundheits-Sandalen, um den Hals die schwere Kette, irgendein Familien-Erbstück. Die Frisur ist mittellang, aschblond und praktisch mit Pony gehalten. Selbstverständlich trägt Nathalie Lippenstift, weil sich das für eine ordentliche, gepflegte amerikanische Frau gehört.

Und sie will von mir hören! Alsbald! mehr „You’ve got Mail: Nathalie“

Wir machen einen Haushaltsplan

6+

Nein! Immer noch kein DIY-Tipp zum Basteln des ultimativen, hübschen und kreativen, eigens hergestellten, biologisch abbaubaren Familien-Haushaltsplanes!
Sondern ich berichte hier und jetzt aus einer Notwendigkeit heraus. Weil jetzt einfach mal gehandelt werden muss! Weil ICH handeln muss!

Es haben sich viele neue Aufgaben angesammelt in den letzten Monaten. Nichts wurde weniger, entspannter oder gar entschleunigt. Im Gegenteil! Ich habe neue Projekte übernommen, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Und damit meine ich nicht nur diesen Blog, der für mich noch immer Freizeit, Ausgleich und seelische Entlastung darstellt. Also nicht wirklich als lästige Arbeit, sondern vielmehr als freudiger Moment im Alltag anzusehen ist. Meine persönliche Auszeit.

Nein, es sind andere Dinge, verbunden mit zeitaufwändigen PC Arbeiten, lernen und Vielem mehr. Aber ich möchte Euch nicht langweilen, geht es hier doch vielmehr um den Plan „Entlastung für Mutti“.
Dass wir Mamas alle genug am Back haben, muss nicht noch eine von uns detailliert, präzise und jammernd aufführen 😉 mehr „Wir machen einen Haushaltsplan“