Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9

10+

„Mamaaaa! Das Klo raucht!“

Erschrockenen Blickes rauscht mein Sohn von der Gäste-Toilette in die Küche – und mir rutscht das Herz tief in die Hose.
Adrenalin durchfährt den ganzen Körper und lässt augenblicklich meine Hände zittern!

„Ich sprenge die Rohre in die Luft!!!“

durchfährt es mich gedanklich als Erstes.

Nun, ich muss an dieser Stelle peinlicher-weise zugeben, ich habe keine Ahnung wo welche Rohre wie im Haus verlaufen und wie diese miteinander verbunden sind.
Ist schon ein bisschen her, der Hausbau – und zudem ein Thema fern meines ganz eigenen Interessenbereiches.

Wohl aber weiß ich, dass ich ausgerechnet Minuten zuvor den neuen Rohr-Reiniger in die Dusche geschüttet habe.

Haare soll er auflösen und bis zu acht Stunden einwirken.
Eigentlich über Nacht, doch schickte ich kurzerhand die Duschkabine einfach ein wenig früher in den Schlaf! 😉

Bei solchen Aktionen ist mir ohnehin schon immer ein wenig mulmig zumute.

Somit beginne ich auf meine ganz eigene Art und Weise zu kombinieren:
Es MUSS eine chemische Reaktion sein, wenn der Sohn vom qualmenden Klo berichtet!

„Ich-habe-alles-kaputt-gemacht!!!“

so ein weiterer Gedanke. mehr „Kostbare Geschenke & treue Haushalts-Helfer – Corona-Tagebuch – Tag 9“

Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5

18+

Heute will ich nicht gerne aufstehen.
Es ist warm und schön im Bett und für einen kurzen Moment scheint alles in bester Ordnung.
Die Welt scheint in Ordnung und in diesem winzigen Augenblick wie immer.

Und würde ich jetzt einfach in den warmen Federn bleiben – es verlangt ja gerade eh niemand nach uns – dann könnte das ja vielleicht auch gelingen!
Das mit den Scheuklappen und der Schönrederei.

Doch da war ja die Sache mit der Struktur und Regelmäßigkeit.
Der Plan mit dem zeitlichen Rahmen.

Dinge, die wir für uns beibehalten wollten – und welche gerade jetzt unheimlich wichtig sind, zudem immensen Halt geben!

Noch immer stehe ich Tag für Tag morgens vorm Badezimmer-Spiegel, schlüpfe in Jeans und Oberteil, frisiere die Haare und schminke mich.
Auch, wenn ich die eigenen vier Wände nicht verlasse.

Ich mach’s für mich.  Für das Gefühl der Normalität. mehr „Jeder Tag ein Neuanfang – Corona-Tagebuch – Tag 5“

Alle sind online – Corona-Tagebuch – Tag 3

22+

Während ich die heutigen Schulaufgaben am PC ausdrucke, sehe ich es drüben bei Facebook:
Alle sind online.

Unweigerlich muss ich mich fragen, komme in’s Grübeln.

Was wären wir nur ohne diese Art von Kommunikation?

Kommunikationskanäle, welche ich erst kürzlich als teils überflüssig und nervig beschimpfte, retten uns jetzt teilweise den Allerwertesten!
Weil es hilft!
Gegen die Sorge und Ungewissheit, gegen das Gefühl des Allein- und Isoliert-seins.

Und fast muss ich zugeben, habe ich dieser Tage mehr Kontakt zu lieben Mitmenschen, als ich es unter normalen Umständen hätte.

Und ganz leise und schüchtern gebe ich zu:

Das ist schön! mehr „Alle sind online – Corona-Tagebuch – Tag 3“

Höhen und Tiefen – Corona-Tagebuch – Tag 1

23+

Der Zuversicht und befreienden inneren Ruhe, welche ich gestern noch wahrzunehmen glaubte, ist ein Tag voller Höhen und Tiefen gewichen.
Sehr emotionale Stunden mit nahezu schwindelerregenden Höhen und beängstigenden Tiefen liegen hinter mir. 

Und ich kann nur erahnen, welch einschneidende Veränderung die kommenden Wochen mit sich führen werden.
Innerhalb unserer Familie, uns selbst und der Welt da draußen.

Veränderungen, welche nicht immer positiv daher kommen oder von Harmonie getränkt stärken werden.
Doch will ich die Dinge wohl so annehmen, wie sie sich nun einmal ereignen werden.
Es wäre anmaßend zu glauben, hier nun eine Wahl zu haben.

Schien am frühen, sonnigen Morgen noch alles so friedlich – und der durchdachte Plan zum Greifen nahe – fand ich mich Stunden später gemeine Sätze an die meinen liebsten Menschen richten. mehr „Höhen und Tiefen – Corona-Tagebuch – Tag 1“

Wake-up-Call – wie Corona zum Umdenken zwingt

33+

Über Corona zu schreiben fällt mir noch immer schwer.
Denn fast schon habe ich das Gefühl, ganz gleich in welche Richtung ich mich mit eigenen Aussagen und Gedanken öffentlich drehe, es kann immer jemand daher kommen und mir aus der gezwirbelten Kordel einen gewaltigen Strick schnüren.
Um nicht zu sagen, mir die Luft abklemmen.
Aber selbst das ist in Zeiten wie diesen ein äußerst trauriger und beängstigender Vergleich.
Und unpassend obendrein.

Aber Angst, oder zumindest Sorge?
Haben wir alle gerade genug.

Auch ich habe die letzten zwei Tage, in denen sich Ereignisse (privat und allgemein) nur so überschlugen, viel nachgedacht und durchaus auch überdacht und umgedacht.

Meinen Artikel von vor drei Tagen? Kann ich so aus vollster Überzeugung nicht mehr unterschreiben.

Denn auch meine Sichtweise hat sich geändert und…. mehr „Wake-up-Call – wie Corona zum Umdenken zwingt“

Raus aus dem Loch!!! About the last days….

11+

Es war ruhig hier auf dem Blog die vergangene Woche.
Und obwohl es ursprünglicher Sinn und Zweck eines solchen Familien-Blogs ist, als öffentliches Tagebuch zu fungieren und mit teils heiteren, ernsteren oder gar nachdenklichen Erzählungen aus dem ganz normalen Mama-Alltag zu unterhalten, fühlte ich mich die vergangenen Tage nicht in der Lage, Eines zu tun:
Schreiben.

Nichts erschien mir eines Blog-Beitrages wert.

Einen erneuten, traurigen Text? Wollte ich nicht veröffentlichen.
Was würdet Ihr dann von mir denken? Welchen Mehrwert würde ich Euch damit bieten?

Warum sollte ich mich hier abermals verletzlich und schwach zeigen – und vor allem wer will das lesen und wen interessiert’s schon?

Und ich muss zugeben, genau in solchen Tagen verliere ich auch ein klein wenig den Glauben an diese Sache hier.
Und – vielmehr als das – den Glauben an mich selbst!
Ich stelle alles in Zweifel.

Die kürzlich erst zündende Buch-Idee, für die ich so brannte und welche ich so schnell wie möglich angehen wollte?
Es konnte mir nicht gelingen, aus Funken ein Feuer entfachen zu lassen.
Weil ich mich mit der Vision allein gelassen fühlte – nicht vom Mann, der hier noch immer hinter mir steht und drängt.
(Jahaaa!!! Ich fang‘ ja bald an!! 😉 )

Dinge, die vermutlich nur in meinem Kopf stattfinden – warfen mich aus der Bahn.

Ich wollte Euch nicht zeigen… mehr „Raus aus dem Loch!!! About the last days….“

Dann gibt’s eben Tiefkühlpizza

19+

Ich muss zugeben, als ich letzten Freitag Abend aus London zurückkehrte, musste ich sehr mit mir kämpfen.
Ich rang regelrecht mit mir!

Und hätte mich die Erschöpfung des vorangegangenen wunderbaren aber gleichermaßen anstrengenden Tages nicht in die Knie gezwungen, ich hätte vermutlich sofort losgelegt.

Überall sah ich Dinge, die meine ganz eigene Optik störten und dem verqueren Anspruch eines gemütlichen, aufgeräumten Heims nicht gerecht wurden.
Da waren die Krümel auf dem Esstisch, welcher laut Aussagen der Kinder in drei Tagen nicht einmal abgewischt wurde.
Das nicht vollständig verräumte saubere Geschirr auf der Küchen-Theke störte, ebenso wie die noch vollen Tee-Thermoskannen vom Morgen.

Ich sah die Klos, welche ich vor meiner Abreise nicht mehr schaffte zu putzen und die ungewaschene Wäsche aus drei bis vier Tagen.
Fand herumliegende Schuhe und Kleidungsstücke vor und den trüben, mit Wasserspritzern übersäten Badezimmerspiegel.

Nicht aber sah ich, dass… mehr „Dann gibt’s eben Tiefkühlpizza“

Ich bin dann mal weg – Mama alleine in London

13+

„Und wenn ich mein Handy verliere?“
„Und den Heimflug verpasse?“
„Oder ausgeraubt werde? Verschleppt?“
„Ich habe gar keine PIN für meine Kreditkarte! Und sollte ich abheben oder mit Karte zahlen?“
„Wie war nochmal der Umrechnungskurs?“
„Und wo bekomme ich die Oyster Card? Und buche ich „pay-as-you-go“?“

Da sitze ich nun, mit dem Ersatz-Scheckkarten-Handy in der Hand, diversen Ausdrucken von eigentlich in der Handy-App aufbewahrten Tickets (nur zur Sicherheit nochmal 😉 ) und fühle mich wie ein verlorenes, unsicheres Häuflein Elend.
(Fragt erst gar nicht, wie sich mein Mann dieser Tage fühlen muss!!!)

Denn Fakt ist: Zwölf Jahre Mutterschaft – und ich bin total verweichlicht! 

Die Frau, welche mit Anfang Zwanzig dem Freund mehrmals alleine und vor allem eigenständig (!) bis nach Toronto hinterher geflogen ist, tagelang ebenfalls alleine durch die kanadische Metropole schlenderte – und des Fliegens eigentlich im Schlaf mächtig sein sollte, hockt nun auf der Treppe im Einfamilien-Häuschen und bibbert!

Und macht dabei alle wahnsinnig! 😉 mehr „Ich bin dann mal weg – Mama alleine in London“

Tradwife? Was soll der Scheiß!?

10+

Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber ich wähle für meine Überschrift jetzt einfach mal jene Empfindung, welche mir seit gestern unentwegt durch den Kopf geistert!
Gleich gefolgt von Ausdrücken wie „Schubladen-Denken“, „Kategorisieren“, „Stempel-aufdrücken“ (!) und „Angst auslösen“.
„Rechtfertigungs-Zwang“ möglicherweise auch noch, aber dazu komme ich gleich.

Ich wollte ihm keine Beachtung schenken, diesem Artikel.
Welcher mir durch Zufall unter die eigenen Augen kam.
Der Titel mit der sonderbaren Bezeichnung, welche ich gestern das erste Mal sah, sollte mich nicht tangieren.
Denn es geht hier nicht um mich!
Und doch scheint er zu polarisieren.

Denn ich fühle mich nun  – neben ganz vielen anderen Frauen – dazu veranlasst, hier eine ganz eigene, persönliche Stellung abzugeben.

Damit ein Thema, ein Oberbegriff, ein Hashtag, was alles beschissener nicht sein könnte, hoffentlich ganz schnell wieder vom Tisch gelangt! mehr „Tradwife? Was soll der Scheiß!?“

Froh zu Hause zu sein – wenn die Vereinbarkeit warten kann

26+

Donnerstag. Gestern war Tag zehn.
Tag zehn, an welchem mindestens ein Kind hier zu Hause matt und blass – und dann wiederum mit rot-glühenden Wangen – auf der Couch lag und hoch fieberte.

Ich könnte Euch hier nun schreiben, wie ausgelaugt und fertig ich mich nunmehr nach so vielen Kinder-Krankheitstagen fühle.
Wie tief die Augenringe sitzen (das tun sie tatsächlich – aber seht längerem schon! 😉 ) und wie sehr ich mich nach einem einzigen Vormittag sehne, an dem ich endlich, endlich wieder alleine bin.
Und (langweilige) Dinge wie Büroarbeiten und Papierkram aufarbeiten kann.

Ich könnte jammern und meckern wie schrecklich es ist, kranke Kinder zu Hause zu haben und dass ich mich nunmehr in Woche 5 (!) befinde, in der nichts seinen geregelten Weg geht!
Über Erschöpfung könnte ich schreiben und über den Frust, als Mutter und Krankenpflegerin nicht hundertprozentig funktionieren zu können.

Aber um ehrlich zu sein stimmt das alles nicht. mehr „Froh zu Hause zu sein – wenn die Vereinbarkeit warten kann“