Die Ungewissheit der aktuellen Zeit – Abschied von der Kita? – Corona-Tagebuch

9+

Pfingstmontag, später Abend.
Ich habe aufgehört die Tage zu zählen.
Denn gibt es das noch immer? Das Corona-Tagebuch?

Jetzt wo Schulen wieder geöffnet sind und beide großen Kinder bereits einige Tage „Präsenzunterricht“ hinter sich haben?
Wo Menschen in Strömen deutsche Küsten aufsuchen und einzelne Bundesländer nahezu zum altgewohnten „Normalbetrieb“ übergegangen sind?

Ich selbst kann für mich hier keine Grenze oder einen Übergang mehr feststellen.
Könnte nicht sagen, wann es endete das „Corona-Tagebuch“.
Tage und Lockerungen, Änderungen und mehr oder weniger vorsichtige Schritte in eine alte, neue Normalität sind miteinander verschmolzen, so scheint es mir.

Ist das der berühmt, berüchtigte fließende Übergang?
Gibt es sie noch, die „Corona-Zeit“ – oder haben wir das Virus als steter Begleiter und versteckte Gefahr nunmehr einfach hingenommen und akzeptiert?

Sind wir zu unvorsichtig und sorglos geworden (bin ICH zu sorglos geworden?) oder ist es lediglich ein natürlicher Prozess der Adaption an Dinge, die wir nicht ändern und auslöschen können?
Ich weiß es nicht.

Was ich aber weiß ist, dass gerade vor mir mein kleinstes Kind auf dem Badezimmer-Teppich liegt und bitterlich weint. mehr „Die Ungewissheit der aktuellen Zeit – Abschied von der Kita? – Corona-Tagebuch“

Corona? Ist nicht sexy! Warum ich Mama bin – und dennoch Frau bleiben möchte

39+

Mit dem Rückspiegel, der eigentlich ein Handspiegel ist, stehe ich im Flur.
Versuche krampfhaft die eigene Kehrseite im neuen, Lavendel-blauen String zu erhaschen.
Denn, muss ja auch mal sein.
So ein ganz persönlicher Backround-Check!

Da kommt mir urplötzlich eine absurde Idee.
Vielleicht – nur so ganz vorsichtig und ansatzweise überlegt – könnte ich ja auch einmal….
Nee! Gruselig!
Schnell verwerfe ich den gerade aufkeimenden Gedanken wieder.

Ich WILL keine Unterwäsche-Fotos von mir!

Brauch ich nicht!
Ist ja peinlich.
Und überhaupt, bin ich doch viel zu alt für!

Body positivity!?
Hab‘ ich doch schon längst!

Love yourself?
Tu‘ ich doch! Aber so was von!

Ich meine, es ist ja nicht wirklich so, dass ich ab jetzt nur noch älter, schlaffer, verbeulter und fetter werden kann?
Oder etwa doch!?

Keine vier Minuten später stehe ich tatsächlich bettelnd vorm Gatten im Wohnzimmer. mehr „Corona? Ist nicht sexy! Warum ich Mama bin – und dennoch Frau bleiben möchte“

Die Kinder sind zu Hause und an erster Stelle! Warum das bei uns kein Problem ist – Corona-Tagebuch – Tag 67

39+

Gestern nicht weit vor Mitternacht trat eine bekannte deutsche Elternbloggerin in einer nicht weniger bekannten deutschen Fernseh-Sendung auf.

Sie sollte als Stimme vieler, vieler Eltern in der Corona-Krise sprechen und auf Menschen aufmerksam machen, die sich in der aktuellen Lage vergessen und übersehen fühlen, verzweifelt, erschöpft sowie Perspektiv-und hilflos.
Zumindest vermute ich dies.

Und ganz sicherlich hat sie ihren Job aus tiefstem Herzen und ganz hervorragend gemacht, denn ich mag und schätze sie sehr!

Eventuell sogar überlegte ich, tatsächlich einmal den Fernseher anzuschalten und das ganze Geschehen, welches Deutschland in diesen Wochen so sehr erhitzt, zu verfolgen.

Doch ich tat es nicht.

Ich habe es nicht gesehen.

Denn just zu diesem Zeitpunkt hatte ICH andere Probleme und Sorgen. mehr „Die Kinder sind zu Hause und an erster Stelle! Warum das bei uns kein Problem ist – Corona-Tagebuch – Tag 67“

Und dann bin ich ausgetickt – von einer Mutter, die eigentlich keinen Muttertag verdient hat

22+

Es war ein schöner Tag!
Trotz der Umstände dieser eigenartigen Zeit und ebenfalls trotz des nicht enden wollenden Regens am späten Nachmittag – sowie der Abwesenheit des Gatten – war es ein schöner Samstag.

Ich probierte ein neues Rezept zu Mittag aus und alle Kinder aßen selbst den Salat mit Begeisterung auf!

Ich achtete darauf, dass die Kinder nicht unbegrenzte Medien-Zeit haben und auch darauf, dass in einen eigentlich tristen Tag Abwechslung und Freude hinein geraten konnten.

Und auch das gelang mir besser als erwartet!

Ein schöner Nachmittag!

Wir waren im Regen spazieren und unterhielten uns, beobachteten wie Tropfen feinste Kreise auf dem Wasser des Flusses zogen und alberten herum.
Eis haben wir gegessen und… mehr „Und dann bin ich ausgetickt – von einer Mutter, die eigentlich keinen Muttertag verdient hat“

8 Dinge, die ich nach dem Lockdown vermissen werde – Corona-Tagebuch – Tag 52

66+

Bevor heute wichtige Entscheidungen und bahnbrechende Änderungen verkündet werden, muss ich doch noch einmal ganz schnell mit einem Blogbeitrag dazwischen grätschen!

Weil’s mich einfach gerade zu sehr beschäftigt und ein klitzekleines bisschen das Herz schwer macht – und die Äuglein feucht werden lässt.

Denn nicht alles war schlecht die vergangenen Wochen!

Wir waren gesund und hatten uns – für mich zwei kostbare Tatsachen, die es einfach nicht auszublenden gilt!
Das hat diese besondere Zeit nicht verdient!

Aber es gibt noch so viel mehr Dinge, die ich in einem neuen, alten Alltag schmerzlichst vermissen werde.

Hier meine ganz persönlichen acht Dinge: mehr „8 Dinge, die ich nach dem Lockdown vermissen werde – Corona-Tagebuch – Tag 52“

Ich will doch nur nicht durchdrehen – Corona-Tagebuch – Tag 46

34+

Mein vorletzter Text hier auf diesem Blog bekam unfassbar viel Zuspruch.
Wenngleich ich die Veröffentlichung jener völlig eigenen Gedanken und Empfindungen zu dieser ganz und gar eigenartigen Zeit zuvor so sehr fürchtete.

Ich bekam private, liebevolle Nachrichten.
(Danke dafür!!!)

Nachrichten, in denen mir Frauen dafür dankten, ihnen so sehr aus der Seele zu schreiben.

Anerkennung war ebenfalls dabei, gefolgt von vielen, vielen „Daumen hoch’s“ und Herzen.
Insbesondere auf anderen Plattformen, auf welchen der Artikel ebenfalls vertreten war.

Doch wer eine Meinung kundtut, muss – gerade auf den sozialen Netzwerken – auch mit übelsten Anfeindungen und Beschimpfungen zurecht kommen.
Das ist so – und leider nicht wirklich meine größte Stärke.

Ganz im Gegenteil:

Ich nehme mir Worte und abfällige Kommentare sehr zu Herzen.

So sehr, dass… mehr „Ich will doch nur nicht durchdrehen – Corona-Tagebuch – Tag 46“

Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42

21+

Schwer fallen die müden Augenlider immer wieder zu.
Doch noch kämpfe ich.
Schließlich muss ich ja die Lage checken.

Ich blinzle also angestrengt und stelle fest:

„Aha. Sie hat wohl ihr Leben noch immer nicht im Griff“

Getrost kann ich also weiter dösen.

Hin und wieder zucken Bilder vor den eigenen Augen auf – und ich beobachte die leicht alternativ angehauchte, unfrisierte Mittzwanzigerin beim Scheitern und Stolpern während ihrem Weg durch ein verkorkstes, Alkohol-durchtränktes und Nikotin-umnebeltes Leben.

Es ist weit nach Mitternacht und ich möchte Zeit für mich haben!

Endlich will ich alleine auf der Couch liegen dürfen und hemmungslos netflixen.

Nach einem langen Tag, an dem ich nur funktionierte (dazwischen hin und wieder ausgiebig schrie und motzte) – und das eigene Ich dabei ganz tief in Vergessenheit geriet.

Wie so oft in dieser eigenartigen Zeit. mehr „Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42“

Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37

98+

„Schuhu! Schuhu!“
„Kuck mal Mama wie meine Eule fliegen kann!“
„Schau, gleich fliegt sie die Treppe runter!“
„Kuck! Kuhuuuck!“

Sekunden später flattert geschnippeltes und geklebtes Papier im Eiltempo in’s Untergeschoss.

„Ja, ja, voll schön!“

höre ich mich hastig murmeln, ohne wirklich hinzukucken.
Und das tut mir leid.
Aber ich kann gerade nicht.
Denn ich werde unterbrochen.

„Mamaaa!“
„Du musst mir mal mit der Aufgabe hier helfen“

Die große Tochter hockt am Schreibtisch und braucht kurz Hilfestellung.
Das braucht sie meistens auch wirklich nur kurz – und dennoch stöhne ich entnervt auf.
Das tut mir ebenfalls leid.

Zwei Zimmer weiter höre ich einen wütenden Aufschrei – und die Faust des Sohnes haut frustriert auf den Tisch.
Und ich zucke beim Geräusch zusammen.
Das Lyrics-Programm für den Englisch-Unterricht funktioniert nicht.
Wir blöken uns daraufhin gegenseitig an – und es tut mir leid.

„Du darfst nicht so gereizt sein, das färbt alles auf die Kinder ab“

höre ich den Gatten sagen.

Ich atme und zähle.
Schließe die Augen und wünsche mich an einen anderen Ort. Ganz weit weg von allen.

Ich fühle mich Reiz-überflutet!

Heute fühle ich mich eigenartig aggressiv und Reiz-überflutet. mehr „Reizüberflutet – #CoronaEltern: Hört auf zu meckern – Corona-Tagebuch – Tag 37“

Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33

14+

„Wofür?“

nuschelt das verschlafene Kind neben mir im Bett.

Und ich kann ihr die Frage gar nicht verdenken.

Ich habe bereits die Jalousien hochgefahren, Sonnenstrahlen fallen sanft auf das zarte Gesicht und lassen wilde Locken goldblond glänzen. Äuglein sind noch dicht hinter langen Wimpern verschlossen und Wangen glühen rosig ob der heimeligen Bettwärme.
Ich möchte das Kind wecken und erhalte jene Frage auf meine Aufforderung, jetzt aufzustehen. 

Ja, wozu dieser Tage aufstehen?

Nicht selten ertappte ich mich selbst während der vergangenen Wochen, hörte mich gedanklich genau diese Frage stellen.

Wenn doch nix und niemand so wirklich auf einen wartet?

Wenn ein blödes Virus, der unsichtbare „Feind“, den wir weder sehen noch (be-)greifen können, in der Welt „da draußen“ sein Unheil treibt?

Warum und Wofür dann sollten wir überhaupt die warmen Federn verlassen? mehr „Wofür aufstehen? – Corona-Tagebuch – Tag 33“

Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24

29+

26 Stunden.
Es sind jetzt etwas mehr als 26 Stunden, in denen ich mit mir hadere und ringe, ob ich diese Zeilen hier tatsächlich schreibe.

Doch habe ich nicht selten betont, dass meine Definition von Blog eben die eines offenen Tagebuches ist.
Eines ehrlichen, öffentlich einsehbaren Tagebuches, in welchem ich Gedanken und Gefühle verarbeite – und sogar oft vielen anderen Mamas da draußen aus der Seele schreibe.

Das ist wunderschön und jedes ernst gemeinte, offene und persönliche Feedback treibt mir noch heute Tränchen der Rührung in die Augen.
Ich habe mich bewusst gegen einen Bastel-und Kochrezepte-Blog entschieden.

Entschied mich, auf andere Pfade abzubiegen, auch wenn die nicht immer safe – und gewiss auch holprig und steinig sind.
Offenbart man zu viel aus seinem Gefühls-und Familienleben macht Frau sich angreifbar.
Sehr sogar.

Es gibt immer Mitmenschen, die uns nicht wohlgesonnen sind.
Menschen voller Neid und Missgunst.
Ganz gleich, ob ich hier nun berichte, wie gut gerade alles läuft und wie glücklich wir sind – oder aber wenn dunkle Zeiten nach traurigen und nachdenklichen Texten schreien.
Einer pöbelt und lästert immer.

Also – Feuer frei:

Seit gestern ist alles ein bisschen anders. mehr „Anruf vom Gesundheitsamt – Corona-Tagebuch – Tag 24“