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Land der Pläne-Macher: Brauche ich als Mama wirklich immer für alles einen Plan!?

Ich bin keine durchweg perfekte Mutter und auch nicht immer vorbildlich.

Gerade sogar fühle ich mich ziemlich unfähig.
(Später sogar bin ich on top gereizt und auf Krawall gebürstet. Das mag sich hier schon abzeichnen, realisiere ich aber zu Beginn des Textes noch nicht so genau ;) ) 

Und dass ich jenen Artikel exakt mit einer solchen Einleitung beginne, und mich im Endeffekt einmal wieder selbst klein mache, hat einen ganz bestimmten Grund!

Nämlich einen von vielen ganz persönlichen Triggern, die eventuell sogar gut gemeint sind, in mir selbst aber meist Gegenteiliges bewirken.

Weil ich mich von jetzt auf gleich ein klein wenig schuldig und schlecht fühle – und unweigerlich infolge dessen den ganz eigenen Familien-Alltag infrage stelle.

Und wieder lässt mich social media schlecht fühlen

Fast sogar wage ich zu behaupten, dies ist eine typisch-deutsche Einstellung.

Das ewige Zweifeln an sich selbst und Hinterfragen der eigenen Prinzipien und Vorsätze.

Dieses ewige „Sich-schlechter-als-alle-Anderen-fühlen“, dieses Vergleichen unter Müttern und Familien!

Ich will das eigentlich gar nicht – und ertappe mich dennoch dabei, wie ich es immer wieder selbst tue.
(Stichwort Instagram, Pinterest & Co.)

Bei uns Fünfen geht es manchmal ganz schön chaotisch, wild und laut – manchmal sogar hektisch und durcheinander – zu!

Jeder will etwas von mir – am besten jetzt und sofort – alle reden gleichzeitig und so vieles gilt es zu handeln und im Blick zu behalten!

Bei alledem bin ich leider nicht die sonderlich strukturierteste und auch organisierteste Mutter.
Das muss ich hier zugeben.
Und bin es dann letzten Endes wiederum doch.

Denn im Kopfe habe ich sehr wohl meine ganz eigenen Abläufe!

Abläufe, die für unseren Alltag – und den der Kinder – ganz gut passen und sich ineinander fügen.

Das sind Zusammenhänge, die Man(n) eventuell nicht immer versteht, nachvollziehen kann – und versucht, mit Logik zu justieren oder gar „Prozesse zu optimieren“ ! ;)

Aber es sind meine zurechtgelegten Vorgehensweisen, die auch ganz gut für mich und meinen Tagesablauf, meinen Alltag passen!

Bin ich chaotisch? Oder ein leidenschaftlicher Bauchmensch?

Nun, hin und wieder komme ich mir auch selbst in die Quere!

Denn nicht selten überkommen mich auch meine ganz eigenen Empfindlichkeiten und Gefühle – oder ich verzettele mich schlichtweg!

Und zwar hoffnungslos!

Weil Ideen dazwischen funken, oder ich gar mehrere Dinge gleichzeitig begonnen – aber noch lange nicht zu Ende gebracht – habe!

Denn während ich diese Zeilen hier tippe, sollte ich eigentlich frisch gewaschene Kinder-Kleider in Schränken verstauen und die neue Wäsche zusammenlegen.

DAS war der Plan.

Eigentlich….

Doch lebe (…und liebe – Kommt schon Leute, der muss jetzt sein! ;) ) ich eben gerne leidenschaftlich, impulsiv und aus dem Bauch heraus!

Auch gerne einmal meinen Alltag mit drei Kindern.

Ich lege mir keine Pläne zurecht oder schreibe sie gar auf, Pläne sind mir im Grunde sogar ein ganz kleines bisschen zuwider.

Auch wenn wir sicher nicht immer frei Schnauze in den Tag hinein leben können.

Warum dann schreibe ich überhaupt diesen Text hier?

Nun, es war ein kurzer, kleiner Facebook-Post zu einem Artikel, den ich gar nicht gelesen habe.

Die Kommentare aber dazu interessierten mich brennend!
(Merke, KEINE Kommentare lesen! Nie und nimmer! ;) )

Es ging wohl um das Thema Essensplanung als Familie.

Und als ich die Kommentare las, erschrak ich mich ein bisschen.

Denn mir blinkten die wunderhübschesten Fotos von selbstgebastelten „Wochen-Essens-Plänen“ vieler, vieler Familien entgegen.

Fast schon schien es mir, als seien wir die einzige (!) Familie, die tagtäglich SPONTAN entscheidet, was heute auf den Tisch kommen soll!

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, ich finde solche – auch noch zuckersüß und höchst-kreativ selbst-gebastelten – Pläne absolut erstaunlich und beeindruckend!

Und ich habe größten Respekt vor den Familien, die DAS tatsächlich konsequent durchziehen!

Doch erstens ist es für mich nichts (dazu gleich) und zweitens begann ich unweigerlich, mich schlecht zu fühlen.

Weil-wir-offenbar-zu-doof-für-so-etwas-genial-praktisches-sind.

Oder zu verpeilt? Zu bequem? Zu „planlos“?

Was ist nur los mit mir?

Ich kam mir vor wie der letzte Depp, weil ich just zu diesem Moment noch nicht einmal wusste, WAS ich heute kochen möchte!

(Es kochen gerade im Hintergrund die Kartoffeln! Heute soll es Bratkartoffeln mit Putengeschnetzeltem – welches ich gleich erst noch frisch besorgen werde – geben!)

Ich war gefühlt wieder einmal ganz klein ob der vielen vorbildlichen Muttis, die immer (!) einen Plan haben!

Shit verdammt!

Aber wisst Ihr was?
Is‘ nicht Shit, höchstens Bullshit! ;)

Denn ich MUSS mich nicht doof und klein fühlen, nur weil Pläne einfach nicht mein Ding sind!

Denn auch ich koche jeden Tag frisch!

Nur mag ich eben gerne spontan entscheiden, wonach mir der Sinn steht.
Mir muss das Wasser im Munde zusammenlaufen beim Gedanken an diverse Zutaten!

Schließlich weiß ich ja morgens beim Wecker-Klingen  auch noch nicht, welche meiner vielen Launen mich wohl heute überkommen wird! ;)
(First Coffee – dann Meinung!)

Dass ich mit meiner Entscheidung genau den Geschmack von fünf Personen gleichzeitig (!) treffe, ist eh eine absolute Illussion.
Das wäre sie aber bei einem zuvor (gemeinsam) aufgestellten Plan gleichermaßen.
(Zank und Zores die einzelnen Tage und Vorstellungen betreffend inbegriffen)

Denn auch Kinder wissen Sonntags nicht, wonach Donnerstags ihre Geschmacks-Knospen verlangen!

Wie kann man sowas planen?

Klar, es ist eine unfassbar tolle Bastel-Idee!
Eine hübsche Gemeinschafts-Aktion – und erleichtert vielleicht sogar tatsächlich Abläufe!

Aber würgt man dann mit Überwindung das jeweilige Essen herunter?

Weil-es-war-nun-einmal-so-geplant.

Oder nutzt dann switchen?
Weil die Vorräte scheinen ja da – und zuvor im Wochen-Großeinkauf besorgt worden zu sein.

Ich koche spontan, weil ich es gerade kann!

Nun, ich muss fairerweise jedoch ebenfalls zugeben, dass ich hier mit meiner Spontaneität nur deshalb so prahlen kann, weil ich zu Hause bin und maximal von zu Hause aus schreibe!

Ich kann wann immer ich will Lebensmittel besorgen.
(Naja, vielleicht aktuell nicht gerade Speiesöl und Mehl)

Die gibt es sogar direkt vorm Haus!

Das funktioniert in anderen Familien aktuell sicherlich nicht ganz so entspannt und es MUSS daher geplant werden.
Auch aus Kostengründen.

Doch irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Deutschland ist ohnehin das Land der „Pläne-Macher“! ;)

Alles muss besprochen, penibel festgelegt, geplant und (tot-) organisiert werden!

Ich darf das so schreiben, ich bin selbst gebürtige Deutsche.
Und dennoch finde ich gerade deutsche Mütter manchmal so anstrengend und unentspannt!

Klar haben auch wir mal geplant! :)

Klar, auch wir hatten einmal einen Haushaltsplan aufgestellt.

Er war dazu da, den Kindern ihre kleinen Haushalts-Aufgaben zu verinnerlichen – und steht noch immer verstaubt im Regal.

Oder während des ersten Lockdown gab es sogar einen strukturierten Tages-Ablaufplan! (Inklusive Spaziergänge! ;) ) 

Die waren beide sogar gut!

Aber bitte nicht noch mehr dieser Pläne.

Ich habe noch nicht einmal einen großen Plan hängen, in welchem die Freizeit und Hobby-Termine der Kinder eingezeichnet sind! Auch so etwas ziert nicht unsere Küche.

Kopf & Hirn (und hin und wieder Handy-Erinnerungen!!! ;) ) müssen reichen!

Und unweigerlich – ich komme einfach nicht umhin – kommt in mir die Frage auf, was so manche Elternpaare wohl noch planen und festlegen? ;)

Ich will doch nicht für alles einen Termin und Plan haben!
(Soll es aber tatsächlich geben…;) )

Pläne sind für mich etwas typisch Deutsches.

Ich weiß auch nicht, vielleicht denke ich da auch gerade falsch.

Vielleicht habe und kenne ich einfach zu viele Freunde mit Migrationshintergrund bei denen Familienleben so viel entspannter läuft!

Manchmal sind Kinder sogar strukturierter als ihre Mamas ;)

Vielleicht liegt es auch einfach an mir – ja, vielleicht lebe ich gerne ein klein wenig chaotisch in den Tag hinein.

Das ist etwas, was nicht jedem (Familien-) Mitglied liegt und das ist auch gut und richtig so!

Da muss ich mir zum Beispiel nur meine große Tochter anschauen und – nicht ohne Neid – zugeben, sie ist da so viel durchdachter und strukturierter als ich!
Jetzt schon!

Gerade in diesen Tagen, wo mein Kind neuerdings nebst Schule und Hobby auch noch ein Pflegepferd unterzubringen hat, fängt meine Tochter ganz wunderbar an, sich selbst zu organisieren.

Und macht – wie sollte es anders sein – ganz freiwillig und unaufgefordert einen Plan.
Und zwar einen sehr tollen!

Da rede ich ihr auch in keinster Weise rein!

Manchmal aber finde ich Pläne kontraproduktiv

Doch nicht selten müssen Pläne über Bord geworfen werden oder stressen gar!

Und klappt einmal etwas nicht nach dem aufgezeichneten Plan, so „scheitern“ wir Mamas.
Mal wieder.

Wir zweifeln letzten Endes an uns selbst und machen uns mit unseren hübschen Boards und Täfelchen hausgemachten, eigenen (Perfektions-) Druck.

Das möchte ich für mich gar nicht haben!

Ich finde, wir Mütter haben ohnehin schon einen viel zu hohen Anspruch an uns selbst und an unsere Rolle als Mama.

Und nicht immer tun hier die hübschen Bildchen auf Pinterest ein Gutes…

Habe ich also keinen Plan?

Ich habe also einige Pläne nicht, die wohl in anderen Familien der letzte heiße Scheiß sind.
Damit muss ich leben.

Was mir nur bitter aufstößt ist eben immer jenes unterbewusste Gefühl, ÜBERHAUPT keinen „Plan fürs Leben“ zu haben, wann immer ich die genialen Erfindungen der Anderen auf social media entdecke.

Damit muss jetzt Schluss sein!

P.S.

„Pläne macht wohl jeder vernünftige Mensch“

erwidert mir der Gatte, als ich beim (nicht zuvor geplanten) Mittagessen frage, ob Pläne-Aufstellen typisch Deutsch sei!
Mein Mann hält mich also offiziell für eine verpeilte und unorganisierte Chaotin (was ja teils auch stimmt ;) ) – die Scheidung wird alsbald eingereicht.
Sofern ich es im Durcheinander nicht vergesse! ;)

P.P.S.

Wer keinen Wochen-Essen-Plan erstellen möchte und dennoch nach etwas Erleichterung im (Koch-) Alltag sucht, dem kann ich meinen ganz persönlichen Lieblings-Tipp an’s Herz legen!

Wir nutzen aktuell zum Einkaufen die Einkaufs-App „Bring! “ (is dann wohl Werbung wegen Namensnennung) und das Geniale ist, alle Rezepte, die ihr (spontan he he) auf Chefkoch (wieder Werbung) sucht, lassen sich mit einem Klick in die Bring-Einkaufsliste übertragen!

Oft überlege ich mir noch auf dem Supermarkt-Parkplatz, wonach mir heute der Sinn steht, googele ein entsprechendes Rezept auf Chefkoch und lasse mir die Zutaten (und das Rezept!) in Bring übertragen!
Sehr cool….

Eure 

Alex

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