Die Wahrheit über Kindergeburtstage?

20+

Gestern feierte mein kleinstes „Baby“ ihren 7. Geburtstag und es war zweifelsohne ein besonderer Tag – für uns Alle.

Auch habe ich mit dieser Party schon gefühlt unendlich viele solcher Feiern veranstaltet – und könnte somit von reichlich Erfahrung in Sachen Kindergeburtstag sprechen.

Gestern Abend allerdings, als eine gelungene Party zu Ende war, fand ich mich – wiederholt – in einer Situation wieder, die mich zum Nachdenken anregte.

Und es bis jetzt tut.

Denn nach Jahren der Kindergeburtstage mit drei Kindern muss ich mir insgeheim immer wieder ein und dieselbe Frage stellen:

Tun wir unseren Kindern mit der Party eigentlich einen Gefallen?

Oder ist es…

…..letzten Endes so, dass am Ende des Tages Tränchen, Frust und Überforderung übrig bleiben?

Und ein Tag, der eigentlich für die Familie ein ganz Zauberhafter sein sollte, zum Einen viel zu schnell vorüber ging – und zum Anderen kaum Zeit für die kostbaren Momente bergen konnte?

Ich werde Euch jetzt hier keine tollen Kindergeburtstags-Tipps geben – und auch nicht vorschwärmen, wie geglückt der Tag gestern war.

Sicher seht Ihr gleich tolle Fotos von einer tatsächlich schönen Party – und dennoch:

Ich möchte das Thema Kindergeburtstag einmal von einer ganz anderen Seite beleuchten!

Von einer ganz ehrlichen Seite.

Für mich. Für Euch.
Für Alle, denen es vielleicht sogar ein bisschen ähnlich geht.

The truth about Kindergeburtstag

Denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich hier gleich von einem Familien-internen Problem berichte!

Eines, welches einzig und allein meine drei Kinder (und zwar alle gleichermaßen!) betrifft bzw. in der Vergangenheit betraf.

Also fange ich einfach mal an. Ehrlich und ungeschönt.

Ja, wir hatten eine tolle Kinder-Party gestern!

Die Party WAR schön!

Zweifelsohne!

Die Torte gelang und schmeckte, der Überraschungs-Geburtstags-Tisch am frühen Morgen überzeugte und ebenfalls taten dies die von mir ausgewählten Geschenke!

Die Sonne lachte vom Himmel und der ziemlich späte Spätsommer zeigte sich noch einmal von seiner schönsten und wärmsten Seite – der Party in Hof und Garten konnte also nichts im Wege stehen.

Und ja, auch die eigentliche Feier war wirklich nett!

Kinder zeigten sich begeistert und mit glänzenden Augen (und ich übertreibe hier nun wirklich nicht!) ob der von mir vorbereiteten Schatzsuche – und bei diversen Fangspielen auf der Wiese hörte man die lachenden Freunde bis weit in die Nachbarschaft.

Es gab weder Unfälle noch kleinere Wehwehchen – und mein Kind konnte an diesem Nachmittag sicherlich erste Grundschul-Freundschaften festigen und hübsche, kleine Wunsch-Geschenke auspacken.

Alles gut. Soweit.

Aber das Drama folgt immer!

Immer jedoch beobachte und erlebe ich im Anschluss an die Kinderparty das Folgende:

Am Abend bin ich der Depp.

Die „böse“ Mutter!

Klar, das bin ich sicherlich nicht wirklich!

Doch kommt das im Ungefähren den Äußerungen des jeweiligen Kindes nahe.

Denn Fakt ist, zumindest im jungen Alter, war einfach jedes meiner Kinder am frühen Abend nach der Feier einfach nur fertig, durch und überfordert mit der Situation!

Völligst übermüdet und infolgedessen in Tränen aufgelöst.

So auch gestern mein jüngstes Kind.

Sicher, die Pubertiere feiern mittlerweile deutlich gelassener und entspannter.

Aber eine richtige Kinderparty?
Endete oftmals in Frust und Tränchen.

Tränen beim Kind – und Verzweiflung verbunden mit etwas Frust und Ratlosigkeit meinerseits.

Emotionen, welche die Party-Gäste nicht mehr mitbekommen, ich aber noch bis weit in die späten Abendstunden ausbaden muss.

Jedes einzelne Jahr!

Was war los?

Es war absehbar, dass mein jüngstes Kind sehr müde sein würde. An einem Montag Abend. Ausgerechnet!

So etwas Aufregendes wie der eigene Geburtstag fordert ohnehin mental  – und lässt in der Nacht zuvor vor Aufregung nicht richtig schlafen.

Die Kleinste war also müde und erschöpft.

Das verliert sich selbstverständlich während einer schönen Party, doch überfordert so ein Tag gleichermaßen.
Zumindest ist es bei meinen Kindern so.

Zu hohe Erwartungen an nur einen einzigen Tag

Denn der eigene Geburtstag muss doch etwas Großartiges und Besonderes sein!
Unvergesslich sollte er sein und kaum einen Wunsch offen lassen!
So die selbst auferlegte Erwartungshaltung des Kindes.

Und ich gebe mir stets Mühe und mein Bestes, den Tag auch genau so gebührend zu feiern – und ihm ein kleines bisschen Zauber zu verleihen.

Doch am Ende des Tages bleibt trotz aller Bemühungen eine gewisse Enttäuschung übrig.

Mein Kind weinte bitterlich, weil die Party „zu schnell“ vorüber ging.

Und weil noch so viele Dinge, welche sie sich zuvor im Kopf zurechtlegte, unerledigt blieben.

Es hagelte also enttäuschte Vorwürfe in meine Richtung.

Ich weiß durchaus, dass es nicht wirklich „Vorwürfe“ waren – mein Kind war einfach müde und überfordert mit der ganzen Situation.

Gefühle, die ich schon oft fühlte – Fragen, die immer wiederkehren

So wie ich es schon so oft erlebt hatte.

Ich selbst fühlte mich erschöpft, frustriert und den Tränen nahe – so, wie ich schon so oft gefühlt habe.

Ich trocknete Tränchen, sprach tröstende Worte, spendete Umarmungen (obwohl ich so gerne selbst hätte laut schreien wollen) und wischte Fußböden – so wie ich es schon so oft getan hatte.

Und stellte mir ebenfalls die eine Frage, welche ich mir auch schon so oft gestellt hatte:

Muss das alles wirklich sein?

Was am Kindergeburtstag auf der Strecke bleibt

Denn – um einmal ganz nüchtern und ehrlich zu sein – viele schöne Dinge bleiben am eigentlichen Geburtstag des Kindes auch auf der Strecke!

Zumindest soll an diesem Tag gleichzeitig die große Party steigen.

Können wir an diesem Tag ausgiebig kuscheln?

Und dem Kind lustige Geschichten und Anekdoten über die Geburt erzählen?

NEIN!
Das tun wir oft zu anderer Gelegenheit – aber nicht an diesem Tag.
Denn da bin ich ja mit Torte backen, dekorieren, aufbauen, vorbereiten – und dem ganzen anderen Gewusel beschäftigt.

Kann mein Kind mit den neuen Spielsachen spielen?

NEIN!
Denn die Party will ja gefeiert werden und hier kann es selbst während des Nachmittags dazu kommen, dass Geburtstagskind und Gäste nun einmal unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen haben.

Kann ich all‘ meine Aufmerksamkeit dem Geburtstagskind schenken?

NEIN!
Um ehrlich zu sein, habe ich am eigentlichen Geburtstag wenig Kontakt zu dem Kind, welches ich doch gerade dann so gerne lieb haben möchte.
Den habe ich erst am Abend.
Dann, wenn ich aber der Spielverderber bin, weil NUN Zeit für’s Bett ist.

Zeigt sich mein Kind am Abend nach der Party dankbar?

NEIN!
Denn in dem Moment, der Momentaufnahme, bin ich ja der Ursprung allen Übels!
(Weil Party vorüber und noch so viele Wünsche offen!)

Selten ernte ich am Geburtstags-Abend ein großes Danke und eine dicke, fette Umarmung.

Doch zumindest weiß ich, dass mein Kind in der Situation auch einfach nicht anders kann!
(Undankbares Pack! 😉 )

Warum machen wir es trotzdem immer wieder?

Ich habe gestern Abend meinem Kind noch vom Tag unserer Hochzeit erzählt.

Von all‘ der Vorfreude und Planung.
Der Spannung und dem Entgegen-Fiebern auf nur einen einzigen Tag.
Der Freude, als der Morgen endlich anbrach – aber auch der Erschöpfung an jenem heißen Sommertag.

Ich erzählte davon, wie der Gatte und ich unsere eigene Hochzeitstorte gar nicht einmal probieren konnten, wegen all‘ der Verpflichtungen und Menschen um uns herum.

Und genau darum geht es doch immer an „großen“ Tagen!

Sie sind vorher schön, währenddessen hektisch und teilweise überfordernd und vielleicht sogar, wenn der Tag müde und ächzend sich dem Ende neigt, ein ganz kleines bisschen doof.

Aber rückblickend betrachtet – können wir anerkennend nicken und lauthals lachend von einer gelungenen Feier sprechen!

Und morgen schon, das weiß ich, morgen wird mein Kind wieder von der besten Party ever schwärmen! 

Feiert die Feste wie sie fallen! 

Eure 

Alex

P.S.: Sofern die Kinder mitspielen, würde ich künftig jedoch tatsächlich keine Kinderparty mehr am eigentlichen Geburtstag feiern – und auch nicht mehr werktags.

Das sollte das Ganze etwas entspannter gestalten! 😉 

 

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