Website-Icon Mama steht Kopf

Wenn Fünf eine Reise tun: Die kostbare Zeit, die wir zusammen haben #glücksfunken #meeresrauschen #kreta

Freitag. Der Blick ins Handy nervt mich dieser Tage. Nein, er langweilt mich vielmehr.

Und das liegt nicht nur am fehlenden Empfang tief unten in der Bucht, ummantelt von gewaltigen, majestätischen Felsformationen.

Ich brauche gerade kein Instagram und keine sozialen Medien!

Es fühlt sich an, als würde ich damit die Schönheit eines jeden Augenblicks und dieser wundervollen Naturgewalten hintergehen.

Diese Momente, welche sich in diesem Juli häufen und mich wärmen wie feinste Sonnenstrahlen, wollen gesehen werden!

Sie wollen erlebt werden!!!

Ohne Filter und Gedudel, ohne Ablenkung.

Es ist mir egal, wer was gerade auf Instagram zu sagen, zeigen oder zu erzählen hat – oder wer Illussionen, Vorstellungen und hübsche oder schräge Bilder “verkauft”.

Sorry, not Sorry.

Es ist mir wurscht, wer wem folgt und wer sich für Bruchstücke (es sind immer nur Bruchteile! Niemand kennt jemanden über die sozialen Medien wirklich) meines Lebens interessiert – oder wer eben nicht mehr.

Es ist mir gleich, wer welche lächerlichen Interessen und Vorlieben hat – ich möchte von alledem gerade nichts wissen.

Ich will einfach nur dasitzen und sein!

Stattdessen ertappe ich mich oft, wie ich einfach nur dasitze.

Zehn Minuten, zwanzig Minuten – ich sitze einfach nur da, und fühle, sehe und bin.

Vielen Menschen mag es nicht (mehr) gelingen, im Augenblick zu leben.

Mir gelingt es in diesen Tagen immer besser.

Ich fühle den Wind in den Haaren und sehe vor mir die Brandung, das Spiel des Wassers und bewundere die Kraft und Dynamik der Wellen.

Als könnte ich mich nicht daran sattsehen.

Ich finde es immer wieder schön zu betrachten, welche Launen das Meer an den Tag legt und wie sich jenes Schauspiel auf mich und meine Seele auswirkt.

Heilsam fühlt es sich an, jedes einzelne Mal.

Ich könnte stundenlang einfach nur dasitzen, Gedanken schweifen lassen und vor allem große Demut und Dankbarkeit empfinden.

Ist das nicht so viel gewaltiger als jedes Reel und jede Follower-Zahl dieser Welt???

19 Jahre Mama

Ich sitze da und kann bereits jetzt auf ein erfülltes Leben zurückblicken und vor allem auf nunmehr 19 Jahre Mutterschaft.

Heute, am Freitag, ist mein großer Sohn 19 Jahre alt geworden!

Und wenn ich ehrlich bin, ja verdammt, ich bin unfassbar stolz darauf eine Mutter von drei so großen Kindern zu sein und diesen Weg bis hierhin geschafft zu haben!!!

Ich lerne in diesen Tagen wieder vermehrt meinen eigenen Wert kennen und erobere mir Stolz, Zuversicht und eine dicke, fette Portion Selbstwertgefühl zurück.

Und ich gebe aktuell einen Scheiß auf die Meinungen Anderer!

Denn bäumt man sich nach einem jeden Stolpern oder gar auch Sturz wieder auf, so klopft man sich jedes Mal ein bisschen stärker, vehementer und energischer den Staub von den Knien. So nämlich!!!

Enttäuschung weicht Entschlossenheit.

Sie weicht dem Willen, an sich selbst zu glauben – und die Reißleine zu ziehen, was gewisse eigene Verhaltensweisen und Schwächen betrifft.

Ganz gleich, was Andere jetzt von einem denken.

I don’t give a fucking shit. Besser: I don’t wanna give a fucking shit. (Ich übe noch)

Hier am Meer fällt das aber leicht.

Ich hoffe, ich kann jene gesunde (!) Einstellung mit in meinen Koffer packen und auch zu Hause mich davon nähren.

Es ist noch Zeit

Doch ist bis dahin noch Zeit.

Ja, Zeit spielt gerade auch eine große Rolle.

Denn wir haben Zeit. Wir sind lange auf der Insel.

Das war so geplant, wir wollten einfach Familie sein.

Wir wollten die Seele baumeln lassen und uns nicht von Must-dos und Must-Sees in kurzer Zeit getrieben fühlen.

Wir wohnen hier einfach eine Weile.

Und auch wenn ich die kleine Hündin zu Hause schmerzlichst vermisse, so spüre ich, wie gut das Gefühl tut, noch eine Weile zu haben.

Statt zum Handy greife ich immer mehr zum Buch.

Denn mit dem Wissen, genügend Zeit für stille und ruhige Tage zu haben, lässt es sich leichter in fremde Welten und Erzählungen eintauchen.

Das genieße ich gerade sehr.

Wir lernen einander wieder kennen

Ich habe Zeit, meine Kinder zu betrachten.

Aber auch um wieder etwas schärfer und achtsamer zu sehen.

Wirklich zu sehen.

Auch das bringen diese Tage mit sich.

Im Alltag geht dieses Gespür für Dinge, die den eigenen Kindern vielleicht auf der Seele lasten, zwischen Hetze und Aufgaben verloren.

Hier sind wir viele, viele Tage beieinander.

Das birgt sicherlich auch Konfliktpotential (natürlich zanken wir hier im Urlaub auch, das gehört trotz aller Sonnenuntergänge vorm Meeresrauschen dazu!) – aber deckt auch Probleme auf, die wir vielleicht ausblendeten oder nicht wahrgenommen haben.

Und somit ist ein Urlaub mit der notwendigen Ruhe und Zeit auch eine Chance für das WIR in der Familie – und für das Vorhaben, daran wieder bedachter und stärker zu arbeiten.

Ich möchte gerne wieder meinen Kindern aufmerksamer zuhören können!

Und ich hoffe einfach, die nächsten, verbleibenden Tage bieten Momente und Gelegenheiten dazu.

Was die Teenager tatsächlich berichten und preisgeben werden, kann ich natürlich nicht vorausbestimmen und erzwingen.

Aber wenn nicht im gemeinsamen Urlaub, wann dann!?

In der lahmen Ruhe liegt gerade meine Kraft

Ich selbst genieße es gerade sehr, mir viele, viele Auszeiten nehmen zu können und vor allem langsam zu machen, loszulassen.

Ich fühlte mich schon sehr erschöpft und ausgelaugt – auch mental – vor dieser Reise.

Hier versuche ich bewusst abzuschalten.

 (Wenn ich nicht gerade die nächste Maschine Urlaubswäsche anstelle, die Fliesen kehre oder Müllbeutel zu den großen, grünen Containern gegenüber unseres Gebäude-Komplexes schleppe, versteht sich. #lebeninderferienwohnung 😉 )

Ich genehmige mir ein Nickerchen am Pool und sitze Abends lange auf dem Balkon, spiele mit den Kindern im Wasser Ball oder schaffe es für einige Minuten sogar GAR NICHTS zu denken!

Ausgelassen hüpfe ich mit all meinen Lieblingsmenschen im Wasser und bin auf einmal wieder das kleine Mädchen, das stundenlang mit der Luftmatratze auf den sanften Wellen der Adria schaukelt.

Das Meer kitzelt das Kind in uns heraus

Ja, das Meer weckt auch das Kind in uns Erwachsenen, welches wir viel zu oft – von Vernunftgedanken geleitet – verdrängen.

Es lässt große Menschen hüfen, prusten, lachen, albern und ausgelassen mit wild, zerzausten und nassen Haaren genießen.

Es schenkt Glücksfunken, beim Blick auf die tanzenden Kristalle, welche die Nachmittagssonne auf das Gewässer zaubert oder beim wilden Kampf mit der schäumenden Brandung.

Wie schön, dass ich diese Funken noch ein bisschen länger einsammeln darf.

Wie schön es sich anfühlt, Zeit – und keinen Handy-Empfang – zu haben!

To be continued…

Eure 

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