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Wenn Fünf eine Reise tun: Es kommt wie es kommt – und meistens wird es (trotzdem) schön!!! #wib #kreta #familienurlaub

Sonntag. Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen. Ich sitze alleine am Pool und nehme die Dinge, wie sie kamen.

Wasser gluckert und schimmert blitzblau vor mir.

Am Himmel zeigen sich nur vereinzelt winzig-kleine Wölkchen.

Zikaden zirpen lautstark. Eine muss direkt versteckt neben mir hocken.

Und hin und wieder weht eine sanfte Brise.

Schaue ich nach vorne, sehe ich einen Olivenhain direkt hinter dem Zaun unseres eigenen Gartens.

Und weiter führt mein Blick ins Tal in Richtung Küste.

Hohe Gebirgszüge ummanteln diese beeindruckende und gleichermaßen atemberaubende Aussicht!

 

Zu meinen Füßchen liegt das verschlafene Örtchen Stylos.

Der Ort, an dem alte Männer unter schattenspendenen Platanen sitzen und ihren morgendlichen Kaffee trinken, diskutieren und sich nicht an den vorbei knatternden Mopeds stören.

Warum ich das so genau weiß? Weil ich die Dinge nehme, wie sie kommen!

Und weil ich bereits seit vier Stunden alleine Urlaub mache und wach bin!

Ich jogge hier durch das kretische Hinterland und weite Olivenhaine, derweil drei von drei Kindern noch im abgedunkelten Zimmer dösen.

Und ebenfalls derweil mein Mann, leider von einem dicken Atemwegsinfekt heimgesucht, ebenfalls noch in den Federn liegt.

Ich mache den halben Tag gefühlt alleine Urlaub. Und das seit Tagen schon.

Und ich bin jetzt fein damit.

Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. (Und muss mir das wie ein Mantra immer wieder sagen. 😉 ) 

Unter tiefblauem griechischen Himmel ist das sogar ein wenig leichter.

 

Wir sind weitergezogen

Wir sind also weitergezogen.

Donnerstag schon führte uns der Weg erst die Küste entlang, dann durch das erstaunlich dicht begrünte Hinterland von Stavromenos ins beschauliche Provarma.

 

Das sind im Grunde nur ein paar vereinzelte Häuschen am steilen Hang mit weitem Blick in Richtung Meer, welches knappe 15 Auto-Minuten von uns entfernt liegt.

Hin und wieder kräht ein Hahn, Hunde bellen um die Wette, Glocken an Schafen oder Ziegen bimmeln. Mehr passiert hier nicht. 

Ruhe, Stille und Idylle hatten wir gesucht – nebst einem eigenen Pool und einer netten Villa nur für uns Fünf.

Und genau das haben wir auch hier gefunden!

Ich könnte jetzt – genau während ich diese Zeilen hier tippe – meinen Bikini auch getrost abstreifen und beherzt splitterfasernackt ins kühle Nass hüpfen.

Es würde niemand sehen und sich auch niemand daran stören.

Nur meine Kinder stört es – und daher bin ich auch hier in Textil. 😉

Unsere kleine Villa ist wahrlich ein Traum!!!

Und dennoch sollte ein solcher Aufenthalt nicht komplett romantisiert werden.

Versteckte Wahrheiten

Hinter jedem traumhaft-schönen Foto steckt nämlich auch immer ein bisschen Wahrheit.

Ich möchte Euch gleich nicht nur die schönsten Fotos zeigen, sondern auch ein wenig der Illussion berauben.

Denn Familie bedeutet immer Stolpersteine, unvorhergesehne Ereignisse und leider auch hin und wieder Zank, Geschwisterstreit und Frust.

Ganz gleich, ob der Aufenthaltsort die schönste Fotokulisse auf dem Silbertablett präsentiert oder wie aus dem Bilderbuch scheint.

 

Familie findet immer und überall statt – auch im Sommerurlaub.

Jeder hat seine ganz besonderen Eigenarten.

Und wir alle müssen uns arrangieren. Vielleicht aber eben ein letztes Mal zu Fünft.

Genau DAS stimmt mich nach wie vor in diesen Tagen traurig und sentimental.

Es ist vielleicht vorerst der letzte Sommerurlaub, die letzte weite Reise zu Fünft.

Und ausgerechnet in diesen verbleibenden Tagen, die nunmehr an einer Hand abzuzählen sind, wird der Mann krank – und Kinder träge, streitsüchtig und lustlos!

Mir scheint, als haben alle bereits einen gedanklichen Haken an diese gemeinsame Reise gesetzt.

Und das tut mir ein bisschen weh.

Auch um’s Geld, um ehrlich zu sein…

Schmerzlichst wird die Hündin zu Hause vermisst (auch von mir!!!) und noch immer plagt mich auch das Gewissen, dass wir ausgerechnet für eine so lange Zeit buchen mussten!

Die Sonne hat uns alle mehr als nur geküsst. Vielleicht sind wir auch diese mittlerweile einfach so sehr gewöhnt, dass nichts mehr muss und drängt.

(Würde es mir nur gelingen, das als Freiheit anzusehen und zu genießen!!!) 

Die Kinder sind fein mit ein paar Sprüngen in den Pool, langem Ausschlafen, einem vollen Kühlschrank, funktionierendem WLAN (hier oben nicht wirklich der Fall – Ätsch! 😉 ) und hin und wieder einem Stündchen am Meer.

Noch Mee(h)r  scheinen sie nicht zu benötigen.

Ich habe Urlaubs-Fomo!!!!

Mich aber holt – obwohl ich das gar nicht will – hier oben eine Art “Urlaubs-Fomo” ein.

So sehr ich mich im Müßiggang übe und Bücher lese, döse und entspanne, so komme ich nicht umhin, mich ständig zu fragen, ob nicht noch so viel mehr in diesen wenigen Tagen ginge!

Ich war und bin seit jeher diejenige in der Familie, die auch möglichst viel vom jeweiligen Urlaubsort und Land sehen und erfahren möchte. Und das am liebsten mit allen Sinnen.

Ich bin es, die Ausflüge raussucht und Vorschläge per Link in die Familien-WhatsApp-Gruppe schickt.

ICH bin dieser Tage die meist gehasste Person. 😉 😉

Die anderen scheint das alles nicht zu kümmern und zu jucken.

Mich ärgert das und frustriert mich und lässt mich spätestens am Nachmittag mit dem Hintern nervös auf meiner hübschen Sonnenliege hin und her rutschen!!!

 

Wir hatten uns doch so viel vorgenommen!?

Denn von den vielen “Wir könnten doch mal….”, die wir uns für diese lange Auszeit auf Kreta vorgenommen hatten, sind so viele Haken noch lange nicht gesetzt.

Wir wollten in den Süden fahren und uns die Strände dort anschauen!

Doch hat kein Teenie (und auch kein kranker Ehemann) Bock darauf, dafür stundenlang im Auto zu hocken.

ICH wäre gerne einmal am Vormittag durch eine Schlucht gewandert!

Doch allein der Vorschlag ernte entsetzte Blicke.

Ein paar Bergdörfer hätte ich gerne noch gesehen und Strände, die man nur mit festen Schnürschuhen erreichen kann.

Chanias alter venezianischer Hafen, die Altstadt und der Leuchtturm – ob wir es noch bis hierhin schaffen?

Es-ist-doch-der-letzte-Urlaub”

hämmert es unentwegt in meinem Kopf.

Und das lässt mir gerade keine Ruhe.

Und ich meiner Familie damit nicht.

Ich atme – und übe weiter 😉

Also übe ich weiter.

Ich übe mich darin, die Dinge zu nehmen, wie sie kommen.

Auch – oder insbesondere (!) – im gemeinsamen Familienurlaub!

Denn wir sind zusammen.

Wir sind zusammen auf einer atemberaubend schönen Insel, die ich als Kind schon immer einmal sehen wollte!

Wir sind Familie und wir sind zu Fünft im Urlaub.

Und das ist im Grunde alles, was wirklich zählt!

Der Rest sind nur die Streusel auf den bunten Eisbällchen.

Noch ist ja Zeit 🙂

Und ganz eventuell sogar schaffen es heute noch alle Nachtschattengewächse und angeschlagenen Kranken raus aus unserer schicken Villa.

Raus auf ein Boot mitten auf das Ägäische Meer.

Das wäre ein feiner Haken, den ich setzen könnte! 🙂

Und überhaupt – dreieinhalb Tage bleiben ja noch!

Mal sehen, wie die Dinge kommen.

Nachtrag:

Wir schafften es tatsächlich Sonntag noch auf’s Wasser!

Mir war zwar übel (ich kann dieses langsame Geschaukel nicht ab) – der Rest der Family aber hatte einen Riesen-Spaß und etwas erlebt!

Leider aber sollte in der Nacht ein weiteres Familienmitglied krank werden.

Weiterhin heißt es somit, die Dinge zu nehmen und zu akzeptieren, wie sie nun einmal kommen.

Das Virus wird die Runde machen – und uns hoffentlich die Heimreise nicht allzu sehr erschweren!!

To be continued…

(…noch mehr #wibs gibt’s wie immer bei grossekoepfe!)

Eure 



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