Ich bin an diesem Wochenende dem Tod begegnet und reiste durch die Zeit.
Ich war hungrig, sehr und noch müder, bis tief in die Knochen hinein.
Und ich konnte nicht nachdenken und nicht kommunizieren, den Kopf in Watte und voller Schmerzen.
Und ich tauchte unter.
Tief sprang ich und ertrank beinahe in Aufgaben, die ich mir alle selbst auferlegte und vornahm.
Ich zog Betten ab und wusch Badezimmer-Teppiche in den vergangenen Tagen, schnitt besinnungslos Lavendel und sortierte alte Schulsachen in Kisten.
Ich putzte Tische und Flächen, schrubbte Klos und sortierte Schränke.
Bereitwillig reagierte ich auf jedes fordernde Mama und “Kuck, mal”, “Komm schnell!” und “Wo ist!“.
(Davon gibt es noch immer so viele – und sind die Kinder eben schon so groß).
Alles, um mich vor meinen ganz eigenen Fragen des Lebens zu drücken.
Damit ich nicht über mich und meine Zukunft nachdenken muss.
Meisterin der Prokrastination?
Das nennt man wohl auch Prokrastination.
Prokrastination, die offenbar ganz vielfältig sein kann – und auf ganz unterschiedliche Bereiche des Lebens “anzuwenden” ist.
Auch, wenn man nicht über sich selbst nachdenken möchte und keine Kraft für Ziele, Umorientierung und neue Wege hat – und sich noch ein bisschen davor drücken möchte, vollster Elan wieder durchzustarten.
Ja, manchmal scheinen Fragen wie
“Wer bin ich?“,
“Was möchte ich?” oder gar und insbesondere
“Was kann ich?”
die schwersten zu beantwortenden zu sein.
Gerade in meinem Alter.
Nun, noch immer mittendrin im Familienleben, konnte ich ganz gut in meinem ganz eigenen Tunnel der Care-und Hausarbeit verweilen.
Wohlwissend, dass jenes Versteck-Spiel mit mir selbst nicht die Dauer-Lösung sein kann!
Es muss in Zukunft auch wieder um mich gehen!
Ich habe Dinge anzugehen und hoffentlich auch noch eine Zukunft vor mir.
Und diese Zukunft wird irgendwann auch ohne die mir liebsten Kinder an der Seite sein. So schmerzlich diese Gewissheit auch sein mag.
Ich darf mich nicht verlieren – und doch habe ich es in den letzten Wochen absichtlich genau so zugelassen.
Ich melde mich selten bei lieben Menschen und Freunden, schaffe es aktuell nicht soziale Kontakte zu halten oder gar Verabredungen zu treffen.
Nahezu fühle ich mich ohne Worte, blockiert und ohne zu erzählende Dinge – ausgebrannt, alt und leer. Ich bin so unfassbar müde.
(Perimenopause??
Am Ende startet hier schon ein Wechseljahres-Blog, ohne dass ich es selbst merke!?
Und ich weiß noch nicht, ob das jetzt deprimierend – oder der natürliche Lauf der Zeit oder gar ein neues “Geschäftsmodell” ist! 😉 )
Das ist jedenfalls nicht schön und das soll so auch nicht bleiben. Und es gilt, sich selbst zu überlisten und aufzuraffen.
(Und sich zum Sport zu zwingen – das mache ich sogar!)
Arsch hoch, Muddi!
Und wenngleich mir der Tod am vergangenen Samstag freundlich zuwinkte und mich in seine Nähe locken wollte, so ist auch diese Seite hier noch lange nicht dem Tod geweiht!
Ich würde sie gerne wiederbeleben und mit so viel mehr Leben wieder füllen können!!!
Denn im Grunde gibt es immer etwas zu erzählen, auch als “mittelalte” Frau.
Ich kann selbst davon erzählen, gerade nicht viel zu erzählen zu haben! 😉
Meine Rolle als Mutter hat sich gewandelt, dies ist kein “typischer” Mama-Blog mehr. (Das war er nie.)
Und dennoch bin ich hier im Hause Ansprechpartnerin Nummer 1, Seelen-Trösterin und nicht selten Problem-Löserin und “Findefix-Mama“.
(Wenngleich der Mann an dieser Stelle nun wieder behaupten würde, Lösungsorientierung sei nicht meine Stärke. Ich finde aber schon! Ich habe viel dazu gelernt in den letzten Jahren!)
Und an guten Tagen darf ich sogar beste Freundin der Kinder sein – und das ist eines der schönsten Gefühle überhaupt!
Ich mag aktuell zu viele Aufgaben rund um Haus und Garten an mich reißen und tue mir – vielleicht sogar aus oben genannten Gründen – schwer, Hausarbeiten aufzuteilen (dabei sollten sich die Kinder so sehr dringend mehr einbringen!) oder mich ein wenig von der mentalen Last zu befreien.
Damit verbaue ich mir die Chance, mich wieder zu finden oder gar neu zu entdecken.
Denn wer achtzehn Stunden am Tag wie von der Tarantel gestochen räumt und wischt und kocht und sich beschäftigt hält (und auf jedes verdammte “Mamaaa!” reagiert!), der hat keinen Raum zur Entfaltung oder gar dafür, Dinge zu tun, die erfüllen.
Ich vermisse so krass die (begehrenswerte) Frau in mir!
Und irgendwie vermisse ich mich jetzt doch ein bisschen – und auch die Frau in mir!
Sie war in den letzten Wochen neben all’ der selbst auferlegten Tätigkeiten als Dienstmagd der Familie auch nicht sonderlich nett zu sich selbst.
Unsichtbar und nicht mehr attraktiv fühlte sie sich, (virtuell) zur Seite gestoßen und ausgelacht von den Jüngeren, Cooleren und Frischeren.
All’ das, was eine Frau lebendig und schön fühlen lässt, was Herzerl, Bäuchlein und Hormone zum Hüpfen bringt, auch das ist (ebenfalls absichtlich?, gekränkt?, mutlos?) unter dreckigen Socken und noch viel größeren Wäschebergen verloren gegangen.
Und so sollte ich mir jetzt ein bisschen mehr wieder selbst die Hand reichen!
Ich mag mich aus dem (immer reichlich vorhandenen!) Dreck ziehen und mich den schönen Dingen des Lebens wieder zuwenden!
Und das Schreiben gehört dazu!
Und daher – mitten aus der kleinen, eigenen Krise:
Bin wieder da!
(Und noch lange nicht endgültig weg!)
Hier die Bilder vom vergangenen Wochenende!
Kommt gut in die neue Woche!
(wie immer – mehr #wibs gibt’s bei grossekoepfe)
EureDer Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!

