Ich habe diese Woche gekämpft und jetzt in ich erschöpft.
Ich bin erschöpft und habe hart gekämpft, obwohl ich nicht im Ring stand.
Bin kurzatmig und fern jeglicher Energie, wenngleich ich gar keinen Marathon gelaufen bin, nicht einmal einen halben.
Und ich fühlte Schmerz, dabei wurde ich weder geboxt noch stupst, noch bin ich über die eigenen Füße gestolpert.
Manchmal lässt der Alltag stolpern
Und dennoch bin ich gefallen in dieser Woche!
Trotzdem hat der Alltag mit all’ seinen wiederkehrenden Herausforderungen weh getan.
Obwohl ich im Außen vielleicht höchstens auf dem Crosstrainer schwitzte und Muskeln beanspruchte, haben mich Gedanken und Entscheidungen und auch Erlebtes – Gefühltes!!! – ausgelaugt.
Ich bin in dieser Woche erschöpft vom Erwachsen-sein mit all’ den damit verbundenen Konflikten und Lösungen, die es schier unentwegt zu finden gilt.
Dieser Freitag lässt mich müde und traurig vom Eltern-sein zurück, denn das Leid der eigenen Kindern schmerzt in der mütterlichen Seele einmal doppelt so groß.
Ich bin kurzatmig und habe Kopfschmerzen, weil sich Gedanken und Fragen noch so sehr drehen können – immer wieder – und nicht die Antwort das Ziel ist.
Es gibt einfach kein Ziel.
Das kann, sofern man nicht lernt zu akzeptieren und anzunehmen, ganz schön verzweifelt am Boden zurück lassen.
Ich muss mich ausgeknockt hinsetzen, immer und immer wieder, weil ich keinen Halt fühle und mich gerade so sehr verloren sehe.
Und weil ich mich sehne.
Nach Geborgenheit, nach Trost und einer Umarmung, nach einem “wird alles gut” – auch wenn es nicht in allen Belangen stimmen mag.
Ich habe in dieser Woche viel Nähe, Trost, Liebe und Geborgenheit verschenkt – von ganzem Herzen – und mich innerlich so sehr selbst danach gesehnt.
Denn nicht immer hilft es, erklärt zu bekommen, was man alles besser machen kann und wo die Lösungswege sind. Manchmal benötigt es Trost und Wärme statt ausgeschilderten Wegweisern.
Ich habe gesorgt und versorgt in dieser Woche und an viele, viele Winzigkeiten gedacht. Kleinigkeiten, die nur ich sehe und die zu einem reibungslosen Alltag innerhalb der Familie beitragen.
(Hallo Mental-Load und Care-Arbeit)
Eine chaotisch-verworrene Mindmap
Und ich habe – damit verbunden – gedacht, so viel gedacht.
Würde man meine Gedankengänge in dieser Woche versuchen zu zeichnen, es wäre wohl eine Mindmap mit unzähligen Unterpunkten!!!
Sie wäre verworren, verästelt – und teils wieder durchgestrichen und korrigiert.
Und wisst Ihr was? Das macht verdammt kaputt!
Abstellen aber konnte ich es nicht. Dazu habe ich mich selbst zu sehr für alles verantwortlich und teils auch schuldig und in der Verpflichtung gefühlt.
Ich habe enttäuscht und ich hatte Angst
Ich habe Anfang der Woche meinen kleinen Neffen enttäuscht.
Weil ich ob des sehr winterlichen Wetters und der Glatteiswarnung mich nicht traute, eine längere Strecke mit meiner eigenen Familie – für die ich am Steuer die Verantwortung trage – zu fahren.
Und so sagte ich schweren Herzens am Geburtstag dieses Kindes unseren Besuch ab.
Allein an diesem Tag sprintete ich gedanklich unentwegt und Gedanken kämpften so sehr.
Dieser Battle schmerzte, dieses Gewissen schlug in die Magengrube!
Doch war die Angst, die ich an diesem Tag spürte, größer.
Gleichzeitig machte ich mir Vorwürfe, einem jungen Kind damit zu signalisieren, es sei nicht wichtig. Ich weiß, wie nachhaltig so etwas bis ins Erwachsenenalter wirken kann.
Und wir holten achtundvierzig Stunden später unseren Besuch nach.
Wir kamen mit Geschenk und Muffins, die ich backte (die aber nicht schmeckten – der Versuch mit der Ernährungsanpassung ist ein weiterer herausfordernder Kraftakt) und mit Zeit.
Weh tat meine getroffene Entscheidung, wenngleich sie richtig und vernünftig war, dennoch.
Wenn es den eigenen Kindern nicht gut geht
Ich fühlte mich alleingelassen und überfordert als Kinder in dieser Woche ob Unwohlseins nicht in die Schule gehen konnten.
Denn nicht immer ist es einfach, einzuschätzen, wie krank ein Kind wirklich ist. Oder ob nicht doch andere Gründe dahinter stecken.
Im Zweifel muss ich mich stets für mein Kind entscheiden.
Aber Puh! Auch DAS fällt verdammt schwer, zerreißt innerlich und lässt mich müde durch den Alltag kämpfen!
Wenn Zukunftsfragen offen bleiben
Ich sah mich – alleine – der immer wiederkehrenden Frage ausgesetzt, wie denn wohl meine eigene Zukunft aussehen mag und wo künftig überhaupt mein Platz in der Familie und im Leben sein wird.
Denn um mich und meine Wünsche ging es in dieser Woche nicht einen einzigen Moment.
Ich war – teils freiwillig – nicht das Thema in dieser vergangenen Woche.
Es blieb keine Zeit und kein Gehör, meine Wünsche und Ängste oder Bedürfnisse zu äußeren.
Ich schloss das alles in mir ein, steckte zurück und konzentrierte mich auf das Funktionieren.
Damit es allen Anderen gut geht!
Und damit Mägen gefüllt und Kleider gewaschen und Entscheidungen für die anderen Familienmitglieder getroffen sind.
Entscheidungen – teils Schwerstarbeit!
Ja, Entscheidungen – ich finde es so arg schwer, diese ganzen Erwachsenen-Entscheidungen zu treffen!
Auch die, für die Kinder!
Insbesondere, geht es um mögliche Schulwechsel oder anstehende Praktika oder die Frage, wann wir als Eltern eingreifen und Gespräche führen sollten.
Und ich musste so viel organisieren in dieser Woche.
Zumindest versuchte ich es – und bin jetzt gerade gefühlt nicht einen Zentimeter weiter.
Eine neue “Reise” – und ich fühle mich so ahnungslos!
Schon bald wird unser Leben Kopf stehen und unser Alltag, wie wir Fünf ihn kennen, wird einer neuen Herausforderung auf vier Beinen weichen.
Dieses Abenteuer wird von Tag zu Tag größer und aufgeweckter, beißt sich an Putzlappen und seinen Geschwistern fest! 🙂
Und es gilt jetzt nicht nur, unser Zuhause dafür entsprechend auszustatten, sondern wiederum zu forschen und Entscheidungen zu treffen!
Entscheidungen ob Versicherungen, künftiger Betreuung, Kosten und Ausgaben und Verpflichtungen.
Das ist besonders schwer und auslaugend, wenn nicht alle an einem Strang ziehen und das macht auch ganz schön dolle traurig.
Und auch hier stehe ich gerade vor ein paar ungelösten Aufgaben und Entscheidungen.
Vom Sturm in mir und Kampf mit mir selbst
Und auch wenn ich hier vielleicht gerade von einem gewöhnlichen Alltag innerhalb einer Familie irgendwo in Deutschland berichte, so finde ich, können diese ganzen innerlichen Kraftakte in der Seele einer Mutter einen ganz schön ordentlichen Sturm auslösen.
Einer, der ausbremst.
Gedanken, die sich teils sogar gegen uns (Mamas) selbst richten!
Und wir stehen im Ring mit all’ unseren Gefühlen und der eigenen Gedankenwelt.
Wir hauen uns selbst auf die Nase und machen uns fertig.
Und wir selbst verlängern die ganz eigene Marathon-Strecke immer und immer wieder.
Bis vielleicht eines Tages Beine gelähmt sind und gar nichts mehr geht.
Zeit, milde und versöhnlich mit sich selbst zu sein und sich Pausen – auch wenn wir im Außen vielleicht nichts Großartiges erreicht haben – einzugestehen!
Zeit, vom ewigen Funktionieren weg zu laufen – hin zu uns selbst und mehr Selbstfürsorge, oder einem guten Buch. 🙂
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