Freitagabend zwang mich mein Körper in die ohnehin schon schmerzenden Knie. Nichts ging mehr. Stechend…
Älterwerden ist ein krasser Ritt: Warum Frauen über 40 so verdammt cool (und sexy) sind!
Älterwerden ist schon eigenartig – und ein verdammt krasser Ritt!
Nehmen wir den heutigen Morgen zum Beispiel.
Denn es muss wohl dem Alter zuzuschreiben sein, dass Frau sich einfach nur nach dem Aufstehen – der schwächelnden Morgen-Blase (das klingt komisch) sei dank – eiligst auf die Toilette setzt – und vor Schmerz aufschreit.
Weil sich der Rücken ohne jegliche oder gar ruckartige Bewegung dazu entschied, irgendetwas zu “verhaken“.
Es sticht seitdem nunmehr den ganzen Tag.
Und den Kopf bekomme ich auch nicht mehr herum.
Die Zipperleins der “älteren” Frauen
Ich habe also Rücken und Nacken, ohne mir etwas zu Schulden kommen zu lassen (falsch geatmet!?).
Und das sogar trotz vorbildlichem Training auf dem Crosstrainer, um genau so etwa eigentlich zu vermeiden! Eigentlich.
Älter-werden bedeutet ebenfalls, dass ich mittlerweile meine Lesebrille selbst zum Essen benötige.
Man könne mir sonst die Mehlwürmer in der fancy Bowl verstecken. Ich würde sie ohnehin nicht entdecken.
Mittelalte Frauen vergessen, wo ihr Auto auf dem Parkplatz vorm Discounter steht – jedes einzelne Mal und können keine Preisschilder oder gar Mindesthaltbarkeitsdaten mehr sichten.
Und wir Frauen über vierzig werden verstrahlt! Aber sowas von!
Ich koche neuerdings Eier ohne Wasser (die sahen lustig aus!) und trinke Kaffee aus dem Auffangbehälter der Maschine.
Denn die Tasse darunter zu stellen – es war mir ebenfalls schlichtweg entfallen.
Ich lege Salatgurken in die Schublade neben Backpapier und Alufolie und die Schachtel mit der Frischhaltefolie in den – na Ihr könnt Euch denken, wohin.
Sie hat auf jeden Fall im Kühlschrank so gar nichts verloren!
Ich verbringe Tage im Nebel (Hallo Brainfog!) und erfinde mich ein jeden Tag irgendwie gerade neu.
Frauen Ende vierzig haben ein neues Vokabular im Sprachgebrauch. Sie schmeißen mit Wörtern um sich, die so eigenartig klingen wir Kollagen, Hyaluron, B-Vitamine und Levothyroxin – nicht jedoch Botox (weil kein Geld).
Frauen über vierzig haben knarzende Knie und “anspruchsvollere” Haut (verwöhnte Kuh!) und eine Friseuse ihres Vertrauens.
Wir strahlen! Auch ohne Mojo und Glitter!
Und Ja, vielleicht haben Frauen über vierzig auch ein wenig Magic und Glitter oder gar Mojo einbüßen müssen.
Und dennoch strahlen wir!
Denn so sehr ich mich über das Älter-werden beschweren und mich in Selbstmitleid ersäufen wollte – es mag mir nicht gelingen.
Ich tauche immer wieder auf, spritze wild mit dem Wasser um mich, und finde einige Dinge am Älter-werden auf einmal ziemlich cool und lässig.
Vielleicht ist es neu gewonnene Akzeptanz oder diese eigenartige “Scheiß-Drauf-Einstellung”, die sich so wunderbar befreiend anfühlt – ich weiß es gar nicht wo genau.
Wohl aber weiß ich, dass ich gerade mit dieser Sache mit dem Älter-werden fein bin.
Denn wir Frauen über vierzig sind vor allem auch ganz schön cool!
Wir können uns die Lässigkeit erlauben, in ollen Sneakern und der dreckigen, von Hunde-Pfotenabdrücken übersäten Jeans durch die Weltgeschichte laufen.
Und an einem anderen Tag blühen wir wieder auf, im kurzen Mini und sexy Boots – einfach weil wir Frauen es können!
Blind – aber scharfsinnig und (Lebens-) erfahren!
Wir müssen nicht mehr jeden Tag gefallen, denn wir schmachten nicht mehr blauäugig und rennen auch nicht mehr hinterher.
Wir Frauen wissen Einiges einfach mittlerweile besser!
Auch wenn bis hierhin vielleicht Tränchen flossen und wir uns schon oft den Staub von der Hose klopfen mussten.
Wir sind daran gewachsen und stark geworden.
Und wir mögen zwar blind sein – und dennoch sind wir scharfsinnig und ausgestattet mit einem gewissen Filter für Trottel und Idioten (Pardon).
Wir glauben nicht mehr an den Prinzen und auch nicht an Feen oder gar daran, dass alle besser sind!
Denn ebenfalls hat uns das Leben gelehrt, dass ein jeder einfach nur Mensch ist – und seinen eigenen Macken, Ticks und Fehler hat.
Selbst die Dollsten unter uns mit den größten Titeln.
Das ist irgendwie ein versöhnliches Gefühl und nimmt dem Leben die Schwere und Ernsthaftigkeit.
Warum nur müssen wir (Frauen) erst so alt werden, um all das zu erkennen!?
Eine neue Reise – ein spannender Ride
Wir nicht mehr ganz jungen und noch nicht allzu alten Frauen müssen uns neu finden und definieren, das gewiss.
Aber ist das nicht auch eine aufregende und spannende Reise?
Eine Reise, die – mit dem rechten Winkel betrachtet – nicht auch Chancen bietet? Ich finde schon!
Erinnert mich aber bitte nochmals in ein paar Wochen daran – ich weise schon jetzt vorsorglich darauf hin.
Denn auch haben wir Frauen Ende vierzig noch immer Zyklen und Hormone.
Wir sind nicht eingeschlafen, lahm und lustlos, wie man(n) es “reiferen” Frauen gerne nach sagt, das ist Bullshit und einfach nur ein Klischee!
Vielleicht sogar genießen wir mehr als je zuvor – wer weiß das schon? 😉
Wir älteren Frauen sind zwar nicht mehr naiv und vielleicht sogar für so manche alte, weiße Männer einfach zu kompliziert und unbequem – aber es macht einfach zu viel Spaß, die eigene Meinung zu entdecken und zu vertreten!
Und wir älteren Frauen haben Stil und nehmen das Leben nicht mehr allzu hart.
Denn im Grunde sind wir froh, einfach noch gesund und lebendig zu sein.
Die andere Lebenshälfte sollte uns vielmehr ein Fest und eine große Freude sein!
Wir haben schon so viel erreicht!
Wir haben Kinder zu tollen Menschen erzogen und dürfen teilhaben an deren aufregender Reise!
Und auch wenn wir müder und erschöpfter sind, als wir es noch vor ein paar Jahren waren, so sind wir im Inneren noch immer jung und wild (sofern wir nicht vorher einschlafen.)
Wir reiferen Frauen mit all unserer Lebenserfahrung müssen nicht mehr mit Vierundzwanzigjährigen konkurrieren und sind auch nicht mehr dazu da, männliche Phantasien zu nähren.
Wer uns “großen” Frauen nicht gewachsen ist, der lasse es bitte einfach sein.
Und bei all den neuen Zipperleins, zwischen Zornesfalten und grauem Haaransatz, faltigen Händen und morschen Knien muss ich für mich selbst feststellen:
Ich habe auf einmal keine Angst mehr vor dem Älter-werden.
Denn ich lerne gerade.
Ich lerne, mir Pausen einzugestehen und selbstbestimmt für das zu sorgen, was MIR gut tut.
Ich brauche keine Dramen mehr, ich möchte meine Ruhe (und ein gutes Buch und Schokolade).
Ich muss nicht mehr auf jeder Party tanzen, das mochte ich ohnehin nie und darf gleichzeitig noch immer leuchten und strahlen (und Glitter pupsen – ein Einhorn aber bin ich NICHT!).
Und – zwickender Rücken hin oder her – das ist ein verdammt cooler und aufregender Ride.
Mal gucken, was hinter der nächsten Achterbahn-Kurve so wartet!
To be continued…
Eure

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