Zum Inhalt springen

Und am Ende wird (fast) alles gut – Ein Wochenende zwischen Halloween, Hochzeit & Loslassen

Sonntag. Wir waren auf eine Hochzeit eingeladen. Und alles wurde gut.

Und das muss ich genau so jetzt schreiben, vielleicht sogar hinter die ganz eigenen Ohren (auch wenn es never ever etwas nützen wird).

Denn wieder einmal habe ich mir viel zu viele Gedanken im Vorfeld gemacht.

Gedanken, die teils unnötig waren, auf der anderen Seite aber leibhaftig beweisen, dass die mentale Last und die ganze Orga rund um den „entspannten“ Abend nun einmal noch immer zum größten Teil bei uns Müttern liegt.

Und daran ändert sich auch nichts, ganz gleich wie alt und groß und teils vielleicht sogar erwachsen die eigenen Kinder schon sind!

Mamas „sehen“

Leben mehrere Personen in einem Haushalt zusammen unter einem Dach, haben Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse, so klebt und lastet das am mütterlich-verweichlichten Herz.

Wir Mamas – zumindest ist es bei mir so – haben es uns zur Aufgabe gemacht, für alle einen zufriedenstellenden und wohligen Ist-Zustand herzustellen, auch an einem Halloween-Samstag mit unterschiedlichen Plänen.

Vielleicht sogar ist es auch so, weil wir Mütter – Sorry, Kerle, aber leider ist es meistens so – in der Lage sind, zu sehen.

Wir erkennen das Dahinter, wir fühlen die Gedanken und Bedenken unserer Kinder und haben ein sehr feines Gespür dafür, was gerade gebraucht und angebracht ist.

Viele meiner sieben Tabs im Hirn (ich schrieb Freitag hier darüber) waren in der Tat unnötig gewesen.

Ich hätte sie gar nicht öffnen brauchen und ein Großteil des Abends hätte trotzdem funktioniert!

Doch ein paar wenige waren auch wichtig1

Und heute, dezent brummenden Schädels (vier Glas Weißwein sind zu viel für alte Muddis 😉 ), kann ich behaupten:

JA, ich habe Einiges richtig gemacht am Samstag!

Und ebenfalls JA, vieles kam ohnehin anders als gedacht – und das war auch gut so.

Aus Tabs werden sentimentale Gedanken

Heute sind die Tabs wieder geschlossen.

Sie wurden abgelöst, von sentimentalen Gedanken und Fragen rund um die Endlichkeit der Dinge. Ihr kennt mich.

Doch zurück zu all‘ den Aufgaben in meinem Kopf.

Es ist mir gelungen, den Kühlschrank zu füllen und gemeinsam mit der Dreizehnjährigen Kekse zu backen und andere lustig-schaurige Halloween Snacks (vieles ist ja zum Glück so simple und geht so schnell!) vorzubereiten!

Auch die Haustüre dekorierten wir noch zusammen und den Esstisch ebenfalls. 🙂

Ich hatte es mir vorgenommen, dem Kind ein (fast) „normales“ Halloween zu schenken.

Und verdammt – YES! – das habe ich auch geschafft!

Weil ich wusste, dass das gerade diesem Kind, das so sehr an Traditionen festhält – ebenso wie an einem Stückchen Kindheit – wichtig ist.

Weil vielleicht im Kopf des Kindes selbst der leise Gedanken keimte, dass auch die Leidenschaft für das Süßigkeiten-sammeln und Verkleiden mit den Teenager-Jahren verloren gehen könnte.

(Obwohl – Halloween ist geil und macht Spaß! So!)

Wie hätte ich da diesen Tag einfach steichen können!?

Und ebenfalls JA, vielleicht sogar „stresste“ ich ein wenig mein Kind mit meinem ambitionierten Aktionismus.

(„Los, wir wollen doch noch die abghakten Finger machen, Ihr wollt doch einen schönen Snack-Teller am Abend haben! Wir machen das jetzt GEMEINSAM!“)

Aber ich hoffe, am Ende erinnert sich mein Kind nur daran, dass die Mama sich ganz viel Zeit für einen ihr so wichtigen Tag genommen hat.

Als sich der Mann dann auch noch verzettelte und an wichtigen Aufgaben hängen blieb und wir so nicht wie geplant punkt 18 Uhr zur Hochzeitsfeier aufbrechen konnten, war sogar noch eine kleine Runde um die Häuser zusammen mit der Tochter drin.

Und ich konnte einen weiteren gedanklichen Tab im Hirn schließen.

Denn wie traurig wäre ein Halloween ohne Trick or Treat gewesen!?

Dass die Mädels im Anschluss einen Horror-Film schauen mochten, ließ ich dann auch mit einem zugedrückten Auge gewähren. An Halloween gelten eben auch andere Regeln.

„Come as you are“ ist wunderbar! (Reimt sich 😉 )

Und was meine Kleider-Frage zur Hochzeitsfeier betrifft:

Boah! Was hab ich mich verrückt gemacht!

Ich hätte in Jeans kommen können und das wäre fein gewesen.

Denn im Grunde war – wie erwartet – einfach alles dabei. Vom schicken Satinkleid zu eingedrehten Haaren bis zu Sneaker, Pulli und Jeans.

Ich weiß jetzt, „come as you are“ darf man wörtlich nehmen.

(Ich hab mir echt das Hirn zermartert, wie das auf eine Hochzeit auszulegen ist!)

Das war wunderbar entspannt!

Da ich aber seit jeher Rock und Stiefel zum schwarzen Top liiiebe war das eben meine Version von „come as you are„.

Das bin ich, das war alles im Kleiderschrank.

Das „Notfall-Kleid„, welches Samstag-früh noch ankam, schicke ich – ohne es auch nur einmal anprobiert zu haben – wieder zurück!

Konnte ich genießen?

Zwar konnte ich mich auf der Feier nicht entspannt zurücklehnen, das hätte äußerst peinlich enden können – doch ist das wohl eher den Bierbänken zuzuschreiben. 😉

Und wisst Ihr was?

Entgegen meiner Befürchtungen habe ich mich sogar wohlgefühlt und bin durchaus mit einigen lieben Menschen ins Gespräch gekommen – und weißen, süßen Wein gab’s auch.

Wieder konnte ich Tabs im Hirn schließen.

Nur einmal begegnete mir an diesem Abend mein introvertiertes ICH. (Mein Mann nannte es „steif“ – das gab kurz Zoff und kühle Vibes.)

Als es darum ging, sich spontan auf die Tanzfläche zu stürzen (wahlweise mit oder ohne Paartanz), fesselte die introvertierte Version meiner selbst dann doch.

Vielleicht aber auch, weil diese Sache mit dem Tanzen nie meins war – und ich „es“ nach so vielen Jahren irgendwie verlernt und vergessen habe.

Ich schwätze und trinke halt lieber am STEH-Tisch und beobachte das Geschehen um mich herum.  😉

Der Lauf der Zeit

Ja, im Grunde war es ein guter Samstag-Abend.

Wenngleich Hochzeiten bei so einem alten Menschen wie ich es bin, ein komisches – fast schon wehleidiges – Gefühl auslösen.

Das merke ich Sonntag, als mir bewusst wird, auf wie viel Leben als Mutter und auch als Ehefrau ich schon zurückblicken darf und kann – und wie verschwommen und ungewiss die Zukunft vor mir doch wirkt.

Das kann einem manchmal einen leichten Schauer über den Rücken laufen und Äuglein feucht werden lassen.

Wir sind nicht mehr jung und frisch verliebt, wir haben Jahrzehnte als Paar bereits hinter uns mit allen Höhen und Tiefen, die das Leben nun einmal mit sich bringt.

Wir sind gemeinsam gewachsen und haben uns aber auch verändert, jeder im einzelnen – und es gilt, einander immer wieder die Hand zu reichen und zu versuchen, zu verstehen und geduldig zu sein.

Und wir haben große Kinder und den Zauber der ersten Baby-Jahre in Kisten auf dem Dachboden und Erinnerungen im Herzen konserviert, aber er ist nicht mehr präsent.

Es sind Jahre, die nach dem Ja-Wort folgen, bis man auch auf diese zurückblicken kann.

Uff – diese Sache mit dem Leben setzt mir manchmal ganz schön heftig zu.

Doch besser zurück zu meinen Tabs im mütterlichen Hirn.

Musste ich die Küche aufräumen, als wir gegen Eins nach Hause kamen?

Yup. Etwas.

Doch war das überschaubar und die Töchter hatten sich zusammen mit dem Hundi einen schaurig-gemütlichen Abend gemacht. 🙂

Konnte ich letzten Endes loslassen?

Dank der Vorbereitungen und Organisation im Vorfeld (hab‘ nie behauptet, dass ALLE meine Gedanken unnötig waren! 😉 ) schon.

Weiß ich jetzt, dass ich auf einer Hochzeit sein kann, wie ich nun einmal bin?

JA.

Solange man mich nicht auf die Tanzfläche „zwingt„.

Bin ich auch mit Planänderungen an Halloween eine gute Mama? JA!

Gehört es jetzt am Sonntag dazu, irgendwie traurig zu sein?

Vermutlich einfach schon und auch das ist ok.

Denn alte Tabs schließen sich, neue öffnen sich – und am Ende kommt ohnehin alles anders als gedacht!

Inhale, exhale – weiter geht’s!

(Wie immer – mehr #wibs gibt’s bei grossekoepfe)

Eure 

Alex

Keinen Beitrag mehr verpassen?

Dann mach es wie viele Andere und folge mir! Gib dazu einfach Deine Email-Adresse ein und klicke auf 'MamaStehtKopf folgen'. Dann bekommst Du bei jedem neuen Artikel eine E-Mail. So einfach kann's sein... 🙂 Beachte auch meine Datenschutzhinweise.

Was denkst du? Schreib mir einen Kommentar

Neue Texte per E-Mail

Bei jedem neuen Text eine kurze Mail von mir. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Anmeldung über WordPress.com · Datenschutz

Kommentare (0)

Schreib mir einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neue Texte per E-Mail

Bei jedem neuen Text eine kurze Mail von mir. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Anmeldung über WordPress.com · Datenschutz

An den Anfang scrollen