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Hallo Advent: Wenn Honig blau ist, Kinderpunsch wärmt & Harmonie fehlt #wib 02./03.12.

Es duftet. Nach frisch gerösteten Mandeln und Geräuchertem.

Lichter funkeln und zarte Schneeflöckchen fallen.
Weihnachtliche Klänge ertönen leise im Hintergrund und unsere Näschen sind rot gefroren, die Herzen jedoch hüpfen ob so viel Frohsinn, Besinnlichkeit und vorweihnachtlichem Zauber.

Künstler und Gaukler schenken uns Staunen und zauberhafte Momente, ein Hauch von frischem Met und Knobibrot liegt in der Luft, die Kirchenglocke läutet.

Historische Gebäude umringen uns – und fast meine ich ein helles, mystisches Flackern am Himmel zu erahnen.

Menschen herzen sich und lachen – wir sind auf einem ganz und gar einzigartigen, romantischen Weihnachtsmarkt.

In Straßburg vielleicht – oder ganz im Norden? Oslo zur Adventszeit?

Die Töchter halten mich rührselig an der Hand und flüstern mir dankbar in’s Ohr, genießen die gemeinsame Familienzeit zusehends.

Nachher werden wir uns im Spa, Sauna und Dampfbad wärmen, der Gatte und ich – uns furchtbar gern haben – und uns nach einem betörend-duftenden Abendessen und süßem Wein in luftigste Federn unseres Wochenend-Domizils fallen lassen.

Puff! Zerplatzt!

“Ey! Geh-raus-und-halt-deine-verdammte-Klappe!!!!”

schreit es aus dem Obergeschoss und Türen knallen.

Zornige Schritte stampfen auf der Einfamilienhaustreppe, Geschwister kreischen und zetern –  und im Sessel hockt der Gatte, hustend und schniefend.

Oben “bellt” ein Kind – immernoch – wenn es nicht gerade zankt und zürnt.

Und meine Phantasie ist zerplatzt.

Denn Ihr glaubt doch nicht allen-verdammten-Ernstes, dass das oben geschilderte Szenario wahrhaftig und real war! 😉

Und glaubt mir, es war im Grunde noch nicht einmal ein netter Tagtraum – denn ich würde mich wahrlich in einen gänzlichen anderen dieser Tage flüchten!

Wohl aber war es eine frohlockende Wunschvorstellung.

Ironisch, zynisch, utopisch – und doch irgendwie schön zugleich.

Auf der Suche nach Zauber, Harmonie & Besinnlichkeit

Nun, unser echtes Wochenende sieht anders aus.

So, dass ich lange überlegte, ob ich es überhaupt hier in Wort und Schrift festhalten möchte.
Ob es das tatsächlich “wert” ist.

Ein Familienmitglied ist krank und zieht sich dementsprechend aus dem Wochenend-Geschehen zurück, ein anderes hustet seit über einer Woche ununterbrochen.

Spülmaschine und Wäsche laufen im Dauerkreislauf – so wie es nun einmal ist, hängen Fünf die meiste Zeit einfach nur daheim ab.

Und ich koche und räume, gehe genervt aus dem Weg und maule, zetere, meckere, verkrieche mich, halte demonstrativ Mittagsschlaf – und schmolle enttäuscht.

Die Lage erscheint mir weniger sexy, spannend und erwähnenswert – und dennoch ist eben das das Leben.

Denn manchmal ist Familienleben eben öde und anstrengend zugleich.

Nerven kitzeln und spannen und ungesunde Schwingungen liegen in der Luft.
(Der Mann wird hier nun an dieser Stelle behaupten, die schlechten Vibes kommen einzig und alleine von mir.)

Und dennoch birgt auch ein vermeintliches Kack-Wochenende klitzekleine, zauberhafte Momente – man muss sie nur zulassen und das Näschen (gilt für alle Noch-nicht-Kranken!) aus der Türe halten.

Warum aber ausgerechnet “blauer Honig” das Wochenende, welches ich innerlich so oft beschimpft hatte, letzten Endes doch noch schön und besonders macht, konnte ich bis vorhin noch nicht ahnen!

Und dann kam er doch – ein wunderbarer Moment

Denn ich vergaß, wie unfassbar schön es einfach nur ist, in die stolzen und strahlenden Augen Deines Kindes zu blicken.

Zu sehen, wie sehr sie sich gerade über das Neu-entdeckte, die einzigartige Errungenschaft freut, wie Wangen glühen und Öhrchen ob frischer Luft rot werden.

Allein die Hand des Kindes zu halten und zu wissen, dass es uns im Grunde gut geht und wir uns zufrieden schätzen können, macht ein Wochenende wertvoll!

Der gemeinsame Plausch vorm Kinderpunsch auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt zum Beispiel.

Und während ich das hier gerade schreibe, bekomme ich ein schlechtes Gewissen.

Denn ebenfalls in meiner Phantasie sehnte ich mir ein Glühwein-Treffen mit Freund*innen und Bekannten herbei.

Ich fühlte mich so alleine, einsam und abgeschottet – zu Hause mit den anderen Vieren.

Wollte ausbrechen und Geselligkeit, reden – und meinetwegen auch einfach mal viel und ausgelassen trinken.

Ja, das hatte ich mir tatsächlich gewünscht – es sollte aber halt nicht sein.

Stattdessen stand ich also da, vorhin, alleine mit dem jüngsten Kind, vorm heißen Saft – und fühlte mich für diesen kurzen Moment dankbar und glücklich!

Dies war kein Wochenende für einen Wochenend-Trip zu Fünft (ohnehin für uns unbezahlbar und daher nur eine Phantasie!) – noch nicht einmal für einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt-Besuch mit dem Gatten, denn der verweilte ja krank zu Hause.

Und auch keines vollster Harmonie und Glückseligkeit, nur weil wir eben jetzt gerade den ersten Advent schreiben.

Ich traf keine Verabredungen und lebte stattdessen abermals Alltag.
Wir stritten und nervten einander.

Und dennoch stecken in jedem Alltag auch wertvolle, klitzekleine Momente.

Und jeden dieser Momente, die uns unsere eigenen Kinder schenken, gilt es zu speichern und zu konservieren.

Und jetzt wird mir das hier nun doch ein wenig zu schleimig! 😉

Kommen wir zu den Bildern eines ganz und gar unspektakulären Wochenendes! 

Samstag

Sonntag

Kommt gut und gesund in die neue Woche!

(wie immer – mehr #wibs gibt es bei grossekoepfe!)

Eure 

Alex

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