Die letzte Woche war ich nicht sehr "effektiv." Zumindest in meinen eigenen Augen nicht. Staub…
Bewerbungsverfahren – auch nichts anderes als Dating! Wie sich die Jobsuche nach so vielen Jahren als Mutter anfühlt.
Letzte Woche setzte ich mich mit einem Sprüchlein via Threads und Insta gehörig in die Nesseln.
Ich fand meine Worte anfänglich lustig, wenngleich ich sie nicht mit Bedacht wählte und somit vielleicht auch genau deswegen gerade mit den Folgen leben muss.
Ich verglich Bewerbungsprozesse, denn auch ich hatte mich in den letzten Wochen in eben solchen befunden, mit dem Dating.
Ohne jemals – als Flirt-Legasthenikerin und Langzeit-Ehefrau – Ahnung vom Daten gehabt zu haben.
Ich glaube sogar – so ganz kann ich mich nicht mehr erinnern – “das” niemals praktiziert zu haben! 😉
Aber im Grunde finden sich so viele Parallelen, dass es wahlweise eben lustig oder gar erschreckend ist!
Ein Entschluss stand fest
Ja, ich habe im Januar den felsenfesten Entschluss gefasst, einen kleinen Bestandteil meines Lebens ändern und in die Hand nehmen zu wollen.
Ich schrieb in den letzten Wochen schon oft darüber:
Auf Dauer möchte ich – glaub’ ich – (ich knick’ schon wieder ein, merkt Ihr es 😉 ) nicht mehr nur noch zu Hause sein und hier an diesem Blog arbeiten.
Ich wünsche mir zusätzlich eine Teilzeitstelle!
Insbesondere auch aus dem Grund, eine neue Herausforderung für mich persönlich zu finden!
Und auch um den Hintern endlich mal wieder aus dem Häuslein hier und unter Kolleg*innen zu bekommen.
Naja und ein bisserl mehr Taschengeld wäre auch ganz nett.
Für den Griechenland-Urlaub – oder so… 😉
Ich möchte eine Veränderung!
Denn so wie es gerade ist kann und soll es nicht für immer für mich weitergehen.
Das ist allein eine völlig logische Folge des berühmt-berüchtigten Lauf der Zeit!
Das Bloggen bleibt!!!
Ja, ich liebe meine Arbeit hier rund um den Blog und die unterschiedlichsten Kooperationen erfüllen mich und lassen mein Herz jedes Mal auf’s Neue hüpfen!
Doch es ist mir nicht genug.
Ich will mehr.
Mehr schreiben. Mehr Arbeit. Mehr Abwechslung. Mehr Herausforderung. Mehr Neues. Mehr Geld.
(Team Dauer-pleite)
Zwei Vorstellungsgespräche…
Und so liegen bereits zwei Vorstellungsgspräche hinter mir!
Gleich auf meine allerersten beiden Bewerbungen erhielt ich nämlich eine Einladung!
Das allein fühlte sich großartig an und sorgte für so unfassbar viel Nervenkitzel!
Dabei musste ich zu Beginn erst googeln.
Wie man heute einen Lebenslauf schreibt und Bewerbungsschreiben formuliert – nun offenbar hab’ ich’s kapiert! 🙂
Eine Zusage bekam ich, die ich aber nicht annehmen konnte (das tut mir heute grad richtig weh – ist aber jetzt so) – eine Absage folgte heute.
(Nochmal Aua….)
Und somit bin ich gerade zurück auf Start geschubst worden, nicht aber ohne bereits JETZT einige Erkenntisse in Sachen Bewerbungsverfahren gewonnen zu haben.
Und da ich ja jetzt nicht mehr unter Beobachtung stehe und gerade in diesen Tagen frei schreiben kann (neue Bewerbungen stehen derzeit nicht aus) – möchte ich die mit Euch teilen.
Denn gerade (!) nach Jahren als Vollzeit-Mami ist DIES hier innerlich ein Riesen-Prozess!
Unter Beobachtung & gegenseitiges Beschnuppern
Ja, ich verglich das Ganze letzte Woche ein wenig ungeschickt mit dem Dating-Prozess.
(Sagt man das so!?)
Denn auch in Bewerbungsverfahren scheint es sogenannte red flags zu geben!
Denn ich habe sie gespürt.
Also jene unterschwelligen Signale, die man noch nicht einordnen kann, die aber zu einem unguten Bauchgefühl verleiten und signalisieren, dass es einfach nicht passt.
Sei es was die Chemie zwischen potentiellen Vorgesetzten und Kolleg*innen betrifft oder eben aus anderen Gründen.
Und man steht unter Beobachtung – auf allen Sozialen Medien!
Denn auch hier – ähnlich einem Dating-Verfahren – wird der potentielle Partner ausspioniert.
In Instagram Stories und auf allen verfügbaren Plattformen.
Einen Fauxpas sollte man sich in der Bewerbungsphase also besser nicht leisten.
Nun, ich tat es leider und trat mitten in’s Fettnäpfchen.
Mit einem dummen Scherz, den ich in der ersten Sekunde für lustig hielt und nicht mehr rechtzeitig widerrufen konnte.
Vielleicht wurde allein das mir schon zum “Verhängnis“.
Das ist kein nettes Gefühl, denn auch wenn ich mich wirklich nicht geschickt anstellte, so ist es nicht schön, muss man sich in jener Phase sehr zurück nehmen – und einen Teil seiner Persönlichkeit bremsen.
Doch gerade als Bloggerin muss ich dieses Risiko in Kauf nehmen.
Nicht jeder mag meinen Humor und meine Art und Weise zu schreiben.
Auch ich als Arbeitgeber würde gucken! Damit ist einfach zu rechnen!
Eine Zusage kam zu schnell und es gab kaum Bedenkzeit
Ich wurde überrumpelt und am Telefon ‘”bedrängt“.
Sowas überfordert mich und schlägt in die Flucht – und ich bleibe lieber Single. 😉
Zwar meldete man sich auf äußerst freundliche Art, doch fühlte es sich so an.
Und vor allem fühlte ich mich gedrängt, sofort – am Telefon – eine Entscheidung treffen zu müssen.
Das konnte und wollte ich aber nicht, weil noch eine zweite Bewerbung ausstand!
Und weil ich noch den anderen “Partner” – ich beschrieb’ es in einem anderen Zusammenhang mit der “Taube auf dem Dach” – kennenlernen wollte.
Und ich musste schweren Herzens den “Spatzen in der Hand” beiseite schubsen.
Das tut jetzt natürlich einmal mehr weh, nachdem mir die Taube tatsächlich davon geflattert ist.
Aber auch hier – ich fühlte den Aufgabenbereich nicht (ich hätte mich nicht so frei entfalten können, wie ich es mir wünsche) und möchte mich in Zukunft auch nicht mehr sofort am Telefon äußern müssen.
Per Mail hat man die Möglichkeit, an Zeit zu gewinnen und sich geschickte Reaktionen zu überlegen.
Und ich finde es nur fair, Bewerbern genau diese Chance einzuräumen!
Ich habe noch Chancen!
Ich weiß jetzt, dass ich selbst nach so vielen Jahren zu Hause noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe und dass meine kleine Selbstständigkeit als Bloggerin durchaus als Reputation und Berufserfahrung zählt!
Das ist ein tolles, versöhnendes Gefühl!
Und beide Male – bei meinen allerersten zwei Bewerbungen nach 18 Jahren – wurde ich also zum Vorstellungsgespräch eingeladen!
Es folgte die besagte Zusage und jetzt eben eine Absage.
Da ist im Grunde doch ein guter Schnitt – auch wenn ich aktuell leer ausgehe! 😉
So viele neue und noch nie da gewesene Fragen!
Ich bin Schritte gegangen und habe schon jetzt so viel dazu gelernt!
Klar, in den letzten Wochen krabbelte ich auch auf dem Zahnfleisch – denn nervlich hat mir diese Bewerbungskiste und die damit verbundene Aufregung ganz schön zugesetzt!
Auf einmal sah ich mich Fragen konfrontiert, die so lange Zeit nicht da waren bzw. sogar noch nie!
Ich überlegte, was wohl aus der jüngsten Tochter werden würde, müsste ich tatsächlich bereits im April anfangen zu arbeiten.
Denn gerade JETZT steckt das Kind in einer sehr schwierigen und labilen Phase und ich werde sehr gebraucht und gefordert!
Ich hätte mich gefragt, was aus bereits gebuchten Familienurlauben wird und wie ich die Kleinste beim Schulwechsel unterstützen kann, wenn ich weniger verfügbar wäre.
(Das kann auch immer noch bis Sommer so sein…)
Wir hätten all dies geschafft, davon bin ich überzeugt!
Jetzt aber bin ich auch ein kleines bisschen erleichtert und freue mich über zusätzliche “Luft” und Spielraum!
Eine Phantasie – vorübergehend zerplatzt
Und klar, ich habe mich schon als #workingmum gesehen!
Ich wollte es mir und so vielen Menschen zeigen und beweisen!
Was mir aufzeigt, dass es jetzt einfach so langsam an der Zeit für mich ist!
Es macht deutlich, dass ich mir mehr wünsche, als nur hier zu Hause hinterm Laptop zu sitzen.
Ich möchte wieder Kollegen und ein Team – und schicke Kleidung! 😉
Aber vielleicht ist diese Frucht einfach noch nicht reif genug und braucht noch ein Weilchen.
(Hoffentlich verhält es sich dann nicht wie bei einer Avocado! DEN perfekten Zeitpunkt gibt es da ja wohl nie!!! 😉 )
Ich werde mir jetzt ein paar Wochen Auszeit nehmen, denn einige der gedanklichen Prozesse waren sehr, sehr belastend für mich.
Vielleicht auch, weil ich halt bin, wie ich nun einmal bin.
Gewiss fällt es Einigen leichter und sie können solche Prozesse mit der notwendigen Gelassenheit schultern.
Daran arbeite ich noch.
Um ehrlich zu sein, fällt von mir gerade auch ein großer Brocken Anspannung.
Unter Tränen natürlich – doch sei es drum!
Und ich denke daher auch, dass jetzt der Sprung auch einfach noch ein kleines bisschen zu früh gewesen wäre.
Ich hatte mich jedes Mal in eine der beiden potentiellen Stellen bereits gedanklich hineingesteigert – das hat ganz schön viel Kraft im Inneren gekostet und will ich künftig versuchen zu vermeiden!!!
Pause – doch ein Aufgeben ist es nicht
Und so stehe ich wieder auf der Stelle. Aktuell.
Mag mir Zeit zum Aufatmen und Luft-holen geben und auch zum Kräfte-sammeln und Mut-schöpfen.
Nicht aber mag ich den Kopf in den Sand stecken.
Wenn man mich heute fragt
“wann ich denn mal wieder arbeiten gehen möchte”
(Ihr kennt diese gehässigen Fragen anderer Mütter sicherlich)
so kann ich schon heute sagen:
“In diesem Jahr noch.”
Ob es soweit kommt, wird die Zeit zeigen – oder eben jene eigenartigen Fügungen des Lebens.
Bis dahin bleibt mir immer noch das Schreiben hier auf dieser Seite – mein Herzensjob!
Oder endlich, endlich, endlich das Buch!!!
Und das wird auch immer bleiben. Komme was wolle.
Eure
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Liebe Alex,
deine Zurückhaltung und das Zögern kann ich verstehen. Die eigenen Kinder brauchen einen manchmal plötzlich emotional als Unterstützung ganz schnell, obwohl man von größeren Kindern mehr Selbstständigkeit wünscht. Familie hat Vorrang. Der Job bei dem dein Bauchgefühl stimmt, kommt bestimmt bald.
Liebe Grüße
Ganz lieben Dank! Ja, ich habe zum Glück keinen Druck und Stress. Ein Job sollte eine Ergänzung und Bereicherung für mich sein und kein zusätzlich emotional belastender Faktor. Ich möchte das für mich und handele zum Glück nicht aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus. Auch wenn das dazu führt, dass ich nunmehr ein wenig zögerlich und wählerisch bin… 😉 Ganz liebe Grüße! Alex