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Sonntag, 13.08.2017

Ich habe ein Deja Vu.
Zumindest befinde ich mich wieder auf dem Fußboden. Sitzend. Geschwitzt, müde, erschöpft, deprimiert. Mit Schnappatmung. Und ich möchte an dieser Stelle die Behauptung aufstellen: Kaffee is’n Scheiß! Der hilft net! Zumindest bei mir nicht mehr. Schein immun zu sein.

Dachte zu Hause, jenseits des Hotel Automatenkaffees, hier mit meiner ultimativen super duper George Clooney (Hach!) Maschine, wär’s besser. Pustekuchen!
Beschließe: Ich steig jetzt ins Red Bull Business ein!

In meinem Kopf tanzen Gedanken und To Do Listen für die nächste Woche im Kreis.

Leider nicht nur vor meinem geistigen Auge, sondern knallharte Realität: der, den kompletten Hauswirtschaftsraum füllende, Wäscheberg.

Wir sind wieder zu Hause und Mutti hockt verzweifelt vor der Waschmaschine.

Warum hab ich gefühlte zwanzig Kleider und BHs mit in Urlaub genommen? Der ganze Scheiß kann ja nicht im Trockner versteckt werden!
Und wieder fällt mir unsere Wäschespinne aufm Dachboden ein, die dort seit der Rasen Erneuerung ihr Dasein fristet.
Füge auf die geistige Liste: Papa anschnauzen endlich die Wäschespinne zu installieren! Zugegebenermaßen noch bis vor dem Urlaub war die mir, Trockner Fanatiker, wurscht. Aber…jetzt im akuten Trocken-Möglichkeits-Notstand!

Ich habe übrigens drei Wäscheständer in “meinem“ Zimmer…alle voll!

Und morgen ist wieder Schule! Ich muss noch Ranzen packen, Hallen Turnschuhe bestellen, Kindergarten Tasche bestücken, Schnellhefter raussuchen…
Organisiert wie ich bin, versuche ich wieder alles gleichzeitg zu machen und Koffer und Taschen, die ich vier Tage lang gepackt habe in nur einem einzigen Tag wieder verschwinden zu lassen.
In Anbetracht des drohenden morgigen Weltuntergangs (drei Stunden früher aufstehen!!) ein zum Scheitern verurteiltes Vorhaben!

Aber schön war er der letzte Tag im Urlaub. Und durchaus die drohenden Nervenzusammenbrüche vorher und hinterher wert so ein Familien -Sommerurlaub. Erzähl ich lieber davon.
Wir sind nochmal ausgiebig im See geschwommen, Kinder haben Matschburgen und Gebirgsbach-Staudämme gebaut. Abends gab’s Würstchen und Marshmallows direkt vom Lagerfeuer. Ja, Österreich, dich werd ich auch vermissen.

Auf der Heimfahrt dann schon mal ein Vorgeschmack von dem, was mich zu Hause erwarten würde. 12 Grad Außentemperatur und Dauerregen auf der Tauernautobahn! Und das Gefühl definitiv in die absolut verkehrte Himmels Richtung zu fahren! Willkommen zurück im Jeans und Longsleeve Sommer!!

Adieu Flip Flops und (fünf Nicht-Trockner-geeignete!) Bikinis! War schön mit Euch!

Die Rast in einem bayerischen Wirtshaus in “Hinter-Schlag-Mich-tot“ war etwas bizzar…
Die Wirtin, irgendwas um die sechzig, schien jedenfalls in ihrem Dirndl komisch fehl gekleidet. Weiß nicht ob ich das Gefühl hatte bevor ich den Orion Automaten aufm Damen Klo gesehen hatte oder danach. “Entspannung für Sie“ für 2x 2 Euro. Direkt neben der lila Feen Wickelauflage…
Essen naja…wir waren satt und in der Lage weiter zu fahren. Hochmotiviert nie wieder zur Teresa Orlowski unter den bayerischen Gastwirten zu kommen.

Nun gut. Jetzt hock ich hier. Im Chaos. Endzeitstimmung. Kurz vorm Heulen. Weil ich das morgen nicht will. Weil ich das Alles noch nicht will! Mein Alltags-Ich. Das soll noch ne Weile fort bleiben.

Also steh ich auf. Wisch mir den Schweiß von der Stirn und schließe den Wäscheberg für heute ein. So ist der Plan. Klappt wahrscheinlich bis kurz vor Mitternacht. Dann lins ich doch nochmal verstohlen in den HWR und stell klammheimlich die nächste Machine an.

Aber jetzt…Ganz rebellisch…Im Kühlschrank is noch kroatisches Radler. Das hol ich mir jetzt und sage laut Cheers! auf einen gelungenen Urlaub durch drei Länder! Mit allen Pannen, Krankheiten und Missgeschicken, die nun eben dazu gehören…
Wenn fünf eine Reise tun…

 


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