Hatchi Birthday! Von großgewordenen Babies und schlüpfrigen Spielzeugen

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Mein „Baby“ wird heute vier! Zeit sich langsam damit abzufinden, dass „Mutti“ nun endgültig kein Baby mehr im Haus hat. Und, so ist der Plan (schluchz!), auch keines mehr folgen wird. Nein! Fragt nicht erst! Irgendwann muss ja auch mal Schluss sein. Aber es geht jetzt gar nicht um`s „loslassen“. Um den Abschied vom Baby- und Kleinkindalter. Das Sentimentale.
Darüber will ich hier gar nicht schreiben. 

Womit ich mich aber auch endlich mal abfinden muss, ist die Tatsache, dass die Vorstellungen der Kinder und meine Eigenen die Geschenke-Auswahl betreffend weit (sehr weit!) auseinander gehen! 

Es hat sich ja mittlerweile überall eingebürgert, dass in diversen Spielzeugläden entsprechende Geschenkekisten eingerichtet werden können. Meiner Meinung nach an Sich ja eine nette Sache. Niemand muss sich den Kopf zerbrechen, die potentiellen Kinderparty-Geschenke liegen bereits, mehr oder weniger sorgfältig ausgewählt, bereit. Zack, zack kaufen. Fertig. Finde ich immer gut. 
Gerade, wenn drei Kinder innerhalb von vierzehn Tagen auf vier bis fünf Geburtstagsparties eingeladen sind.

Doch selbst eine Kiste zusammenstellen (lassen), das ist definitiv eine andere Sache! Ich erinnere mich an elendige, sich wie Kaugummi ziehende Stunden, in denen mein Sohn versuchte, sein Körbchen voll zu bekommen. Sehr wählerisch ist er. Auch heute noch. Und wenig entscheidungsfreudig. Alle meine Vorschläge ablehnend.  

Krasser Gegensatz: die Mittlere. Alles ist toll. Alles muss rein. Alles haben, haben, haben. Wow, SO schnell wollte ich jetzt auch nicht den prall gefüllten Korb (sie fragte tatsächlich nach einem Zweiten!) an der Kasse zur Verwahrung abgeben!

Beim dritten Kind habe ich es nun einfach komplett aufgegeben, beim Geschenke-Korb-zusammenstellen als helfende Hand daneben zu stehen. Gute Ratschläge geben, um sicherzustellen, dass auch garantiert etwas Vernünftiges im Korb landet? Forget it! 

Clever wie ich bin, überließ ich diese Aufgabe einfach der achtjährigen großen Schwester. Und kuckte gar nicht weiter hin. Hurra! Endlich mal Zeit, gedankenverloren durch die Gegend zu schlendern und gelangweilt Löcher in die Luft zu starren.

Für gewöhnlich hält diese Erholung nie lange an. Denn – es muss wohl an der Aura des Ladens liegen – immer, wenn wir dort sind, muss mindestens ein Kind auf`s Klo. Kacka. Immer! Was dazu führt, dass wir mindestens 30 Minuten dort verweilen. Zur Freude aller Angestellten. Erhöht bestimmt die Wahrscheinlichkeit, dass alle Nicht-Müssenden ihr komplettes Taschengeld vor Langeweile auf`n Kopf hauen. Auch in diesem Geschäft sind wir im Übrigen mittlerweile bekannt. 
Und ich weiß bis jetzt nicht, WAS eigentlich alles in der Kiste gelandet ist.

Um aber all die schwachsinnigen, sehr bald gewiss in der letzten Ecke liegenden, Geschenke mit wenigstens einem pädagogisch wertvollem und korrekten Präsent zu kompensieren und insbesondere, um mein Gewissen zu beruhigen, kaufte ich es doch: Das „Conni-Buch“. Ich hab`s Euch ja angedroht. Wenn schon, dann das, in dem die Ringelpulli-Göre mit Nervfaktor hoffentlich, hoffentlich mal richtig Gas gibt und ausflippt. Ich darf weiter gespannt sein und werde nach ein paar Vorlese-Abenden berichten. Vielleicht lieg ich ja völlig falsch? Vielleicht muss ich all meine Aussagen widerrufen? Mein falsches Weltbild?

Endlich war Geburtstagsmorgen! Alle Geschenke liebevoll auf dem Esstisch drappiert ging´s im Eiltempo heute früh (viel zu früh!) ans Auspacken. Hach, so schön, diese strahlenden Kinderaugen!

Das Conni-Buch aber flog im Übrigen erstmal ungeachtet zur Seite. Welch Überraschung! 

Keine Zeit dafür, das Kind musste schließlich alle Begeisterung und Euphorie einzig und allein dem Hatchimal widmen. Hatchi was?? Hab ich mich vor einer Woche auch noch gefragt. Monatelang habe ich einfach erfolgreich diese für mich unverständliche Geburtstagswunsch-Äußerung ignoriert. „Aha. Jaja. Eine Eule, die gestreichelt werden muss. Hast Du im Fernsehen gesehen. Hmmm. Ja. Ja. Merk ich mir“.  
Ich war der absoluten Überzeugung diese fixe Eulen-Hatchi-Sonstwas-Idee würde schneller zerplatzen als jede in den Wind gepustete Trolls-, Minions- oder Minni-Mouse Seifenblase. Bis das „Viech“ im Kindergarten auftauchte. Wer kauft so was?! Scheibenkleister! 

Als liebevolle, korrekte, stets auf hochwertiges und förderndes Spielzeug bedachte Mama – gab ich natürlich nach. Und musste erstmal googeln. Was für`n Sch…..! 

Aber wer kann seinem herzallerliebsten Kind einen über Monate gehegten Wunsch ausschlagen? Ihr? Nun gut, ich nicht. Aber ICH kauf ja auch einfach mal irgendwelche Hamster…

Es kam wie es kommen musste. Das Ei wurde von zwei nordisch blonden Mädels (ich weiß bis heute nicht woher die DAS haben, ehrlich nicht!!!!) im Akkord um die Wette gestreichelt. Zur Information: Das Ding muss gestreichelt, gelobt und liebkost werden, denn ohne Liebe und Zuwendung kein Eulenbaby, Eulenkleinkind, Eulen-was-auch-immer. (Sind das überhaupt Eulen?)
Jefenfalls so, wie Frau eigentlich mit dem eigenen Ehemann umgehen sollte. Eigentlich.

Nun, die Mädels hatten Erfolg. So wie auch immer beim Papa. Das verflixte Eulenteil hat allerdings ein extrem blödes Timing! Entschied es sich doch tatsächlich zehn Minuten vor Schulbeginn zu schlüpfen! Aaargh! Und erst der Trennungsschmerz! Musste doch die jetzt Vierjährige ihr Eulenbaby mutterseelenallein meiner Obhut überlassen und kaltherzig von dannen in den Kindergarten ziehen. Und nur, einzig und allein, die Aussicht auf die Kita-Feier mit (dem von mir im Schweiße meines Angesichts gebackenen) Smartie-Schoko-Kuchen lockte. Puh! Schwein gehabt!

Nachher kommen die Verwandtschaft und die Kinder! Auf die Geschenke bin ich selbst gespannt! Aber eins ist klar: ein weiteres Conni-Buch oder gar das ultimative Mandala-Malbuch mit 500 Seiten werden definitv NICHT dabei sein! Ich tippe auf Bullyland und Schleich Pferde hoch Tausend und jede Menge Krimskrams…

Nachtrag: Die Party ist gehalten. Das Geburtstagskind ist erschöpft aber glücklich schon längst im Bettchen eingeschlafen. Im Arm der neue Freund: Max, das Plüschpony. Aus der Geschenkekiste. Denn ich muss zugeben, lauter schöne Dinge gab‘s geschenkt!

Und wieder habe ich zu vorschnell geurteilt. Mit Hilfe der großen Schwester entstand eine bunte Mischung aus Knete, Pixie Büchern, Plüschtieren und Basteldingen. Nix mit China Plastik Müll.

Und, mittlerweile ein kleines bisschen rot im Gesicht, muss ich zugeben: Der größte Käse aus Fernost kam von niemand geringeren als meiner selbst. Liegt nun neben „Max“ im Bett der Vierjährigen und will gefüttert und liebkost werden. Dann doch lieber das nächste Mal Conni-Bücher und Hamster kaufen und einfach die Ohren ein bisschen mehr auf Durchzug schalten.

In diesem Sinne „Hatchimalische“ Grüße an alle da draußen!

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