„Kommt wir woll’n Laterne laufen“: warum mich die Laterne (bald) mal kann & Mutti viele Burnouts hat

„Kommt, wir woll’n Laterne laufen….“

Ehrlich? Schon wieder!? Och nee! Mutti hat verdammt nochmal keinen Bock! Laternen-Burnout. Aber ich muss. Mehrmals.

Ich habe mal versucht durchzuzählen: Ich habe mittlerweile, nach zehn Jahren Mami-Dasein, ungefähr 21 Laternenumzüge hinter mir.

In Hoch-Zeiten waren es vier Umzüge innerhalb von 14 Tagen!

So ist das nunmal Anfang November….

Jeder dahergelaufene Verein oder sonstwer meint einen Laternenumzug veranstalten zu müssen. Weil’s ja SO besonders ist. Jeder Markt, jedes Fest in der Region bietet zu dieser Jahreszeit einen Lampionumzug an. Kurz vor Sankt Martin kommen dann noch die üblichen Turnvereine und natürlich Kitas hinzu. Nun, beim dritten Kind hat der Käs‘ sowas von seinem Glanz, seiner hübschen bunten Leuchtkraft verloren!

Und doch muss ich! Denn sie steht vor mir mit laternenhell-leuchtenden Augen. Die Kleinste! Und präsentiert mir stolz das in der Kita präzise erlernte Lied. Und dann stimm‘ ich eben doch mit ein. Weil sie’s so süß singt! Und wiel ich’s ja – zu ihrem Erstaunen – eh auswendig kann. Und weil sie es verdient hat! Denn sie ist zwar das dritte Kind, aber kein Kind dritter Klasse! Sie hat verflixt nochmal die gleiche Euphorie und Begeisterung verdient als wär sie die Erste. Damals, als Laternenumzüge wirklich noch etwas besonderes waren. Aber davon weiß sie ja nix und kann auch nix dafür. Also reißt Mutti sich am Riemen. Schwer am Riemen!

Aber hey! Neulich war ich sogar mit ihr auf Laternenbastel-Nachmittag in der Kita! Ihr wisst schon, die Aktionen, bei denen sich die Muttis den Kaffee und Kuchen erst verdienen müssen! Selbstverständlich unter dem Deckmäntelchen des „gemeinsamen“ Laternenbastelns. Aber ihr wisst doch alle, wer -mehr oder weniger eifrig- nachher pappt, presst, klebt und schnippelt! Für einen kurzen Moment hatte ich beim Verteilen des Bastelsets (wir hatten die Martinsgans) überlegt, dieses einfach kurz in meiner Handtasche verschwinden zu lassen. Doch angesichts deren Größe und der kritischen Blicke der Erzieherinnen wurde daraus nichts. Also gab ich Gas. Um zum Kuchen übergehen zu können.

Und versteht mich auch hier bitte, bitte nicht falsch! Ich bastele sehr gerne mit meinen Kindern. Auch zu Hause. Aber meistens kollidiere ich da nunmal mit meiner Ungeduld. Weshalb bei mir zu Hause sämtliche Geburtstagskronen auch mit dem Tacker zusammengehalten werden! Um danach, geplagt vom schlechten Gewissen, alle Tackerstellen nochmal mit Tesa zu überkleben, damit bloß keine empflindlichen Kinderhaare dran hängen bleiben. Gut, hier gab es keinen Tacker. Mutti musste mit Mr. Pritt vorlieb nehmen. Aber, eigentlich war’s sogar ganz schön. Denn für die Kleinste war’s nun mal ’ne Premiere und die hatte es verdient, auch so „gefeiert“ zu werden.

Also sind wir nun stolze Besitzer einer selbstgebastelten Martinsgans sowie diveser gekaufter Einhornstücke und natürlich den Dingern aus all den Jahren zuvor. Sofern noch unversehrt. Was aber meist eher unwahrscheinlich ist.

Und jedes einzelne Jahr diese Scheiße mit den Laternenstäben!

Weil die immer fehlen! „Aber ich hatte doch letztes Jahr extra fünf….?“ WO sind die denn schon wieder alle hin? Und hier springt Muttis Hirn wieder ein. Nur zur Erinnerung: die sind alle zerstört, haben frühzeitig, noch vor dem ersten Marsch den Geist aufgegeben. Oder wurden nachher im Eifer des Gefechts in ihrer Funktion als ultimatives Lichtschwert gegen die Kleiderschrankkante geschleudert. Liebe Mutti, Du musst los neue kaufen!

Hab ich Euch schon erzählt, dass ich in einem hessischen Nest lebe? Das sich zwar mit all seinen Stadtteilen, die teils kilometerweit voneinander entfernt liegen, Stadt nennt, aber sonst mit einer solchen meiner Meinung nach nix gemein hat?! Versteht mich bitte nicht falsch, ich lebe sehr gerne hier und die Kinder sind glücklich – auf’m Land. Aber hier gibt’s teilweise noch nicht mal f…….g Laternenstäbe zu kaufen! Ich muss also für die blöden Leuchtdinger mindestens zehn Minuten mit dem Auto in den nächst größeren Ort fahren!

Auch wieder nicht vorhanden: Fackeln! Ja, ihr habt richtig gehört! Ich kaufe meinem großen Sohn mittlerweile Fackeln, und manchmal sogar der Mittleren. Wenn sie ihre Sturmhaube aufzieht und jedes einzelne Härchen darunter versteckt. Den davor habe ich wirklich den größten Respekt!

Ich finde das schrecklich, beim Umzug neben vorpupertären Halbstarken zu laufen, die übermütig und verantwortungslos die Fackel schwenken. Das da noch nie eine Mutti später mit Kahlschlag aus’m Umzug wieder herausgekommen ist! Also darf mein Sohn, die Fackel auch nur unter strengen Auflagen nutzen. Aber sonst bleibt der mir ja nur noch daheim vor der Playstation hängen!

So, und nun muss ich aufhören zu schreiben. Muss den ganzen Hauswirtschaftsraum nach AA Batterien durchsuchen. Um festzustellen, dass auch diese mal wieder fehlen. Immerhin, die finde ich sogar noch im heimischen Supermarkt. Die Testrunde durchs Wohnzimmer fehlt auch noch. Und irgendwie ist mir doch der mittlere Teil des Liedes entfallen. Wie war das nochmal?

„…keiner bleibt allein zu Haus“ oder war’s „….heute bleibt der Fernseher aus (warum eigentlich nicht Playstation?)“.

In diesem Sinne „hell-wie-Mond-und-Sterne“ leuchtend funkelnde Grüße von

Eurer Alex!


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