Die automatische Kartoffelmaschine…& andere Weihnachtsgeschenke

Die Zeit drängt! Abermals. Die Hetze und das „Spät-Dran-Sein“ ziehen sich wie ein rot-glitzernder Faden durch die schauerlich unbeschauliche Vorweihnachtszeit. Trotz kleiner Zwangspause zwecks krankem Kind. 

Denn kaum haben wir im Eiltempo die Sache mit dem kugelbäuchigem Alten im roten Gewand abgehakt, schon sprintet Mutti zur nächsten Hürde: Weihnachtsgeschenke.

Ich tue dem lieben Sankt Nikolaus übrigens Unrecht, I know, denn der Kugelbauch ist dem anderen alten Mann zuzuordnen, dem aus Amerika. Und zwei Charaktere, von denen einer in unserer Familie nicht exisitert, zu vermischen gehört sich eigentlich nicht.

Bei uns kommt ausschließlich das Christkind. Kein verfressener adipöser Alter im Cola-Rausch.

Aber schlimmer als das: Ich habe mich noch null um die Geschenke für die Kinder gekümmert! Nun gut, so ganz stimmt das nicht. Denn ich habe Ideen! Und eine davon sogar erfolgreich umsetzen können. Das Hochbett für die Kleinste wird nächste Woche besorgt und in Einzelteilen unter den Baum gelegt. So zumindest der Plan. Und irgendwie werde ich die Befürchtung nicht los, dass dieses Jahr an Heiligabend unser Wohnzimmer noch voller mit Menschen (wir feiern ALLE bei uns) und Gerümpel jeglicher Art sein wird!

Damit das arme Kind jedoch nicht nur Holz-Einzelteile und Inbusschlüssel (sofern wir uns nicht doch gegen Ikea entscheiden) aus dem Sternen-Papier wickeln muss, brauche ich noch Ideen für kleine Spielzeug-Nebengeschenke! Ich mache also das Naheliegendste und frage mein vierjähriges Kind nach dessen Vorstellungen bezüglich des Herzenswunsches.

Und immer wieder, jedes einzelne Mal, bekomme ich dieselbe Antwort!:

„Ich wünsche mir eine automatische Kartoffelmaschine. Eine, die ganz von alleine aus Kartoffeln Pommes macht und dann geht das so (angedeutete Kurvenbewegung) und so (Kurve in die entgegengesetzte Richtung) und dann fliegen einem die Pommes automatisch Wrummm! in den Mund“

Häh???? DAS hat sie niemals auf Toggo oder sonstwo gesehen! Das MUSS aus dem kindlichen Hirn stammen! „Ob man auf so etwas ein Patent anmelden kann?“ Muss ich mich unweigerlich fragen.

Ob das der Opa bauen kann? Nein, schnell wieder verwerfen diesen Gedanken! Ich drücke also meinem Kind einen dicken Edding und einen Spielzeugkatalog in die Hand und versuche erneut mein Glück. Sie kreuzt alles an.

Immerhin stehen die Geschenke der beiden Großen bereits. Das hat dieses Jahr der Gatte übernommen. Wer ihn kennt, kann sich nun erschließen, in welche Kategorie diese fallen. Nähere Angaben mache ich nun hier nicht, da ich nicht weiß ob der Zehnjährige nicht Mutter inkognito folgt. Gott bewahre!!!

Somit werden aber auch hier nur noch einige Nebengeschenke benötigt.

Doch nochmal zurück zum Thema Toggo & Co. Es ist bei uns eigentlich so: Normalerweise dürfen unsere Kinder nur Kika oder die Kindersparte von Amazon und Netflix schauen.

Denn diese ganze Werbung auf den anderen Sendern würde selbst dem heiligen Nikolaus ganz gewaltig auf den großen Sack gehen!

Gerade in der Vorweihnachtszeit!

Außerdem brachte, nur um noch einmal daran zu erinnern, das letzte Toggo-kucken mir ein Hatchimal ein! Es steht mittlerweile verstaubt, verhungert, erfroren und auf Streicheleinheiten-Entzug im Regal der Kleinsten.

Und habt ihr da mal zugehört? Bei der Spielzeug-Werbung? Die sind doch alle auf Droge! Die Synchron-Sprecher! Anders kann ich mir diese künstliche Euphorie, die hohe fröhlich trällernde Stimme unmöglich erklären! Wie alt sind die Jungs und Mädels? Oder Männer und junge Frauen? Wurden die gezwungen? Meine Ohren bluten bereits nach zwei Minuten zuhören! Nach weiteren drei Minuten kommt mir in der Regel das pure Kotzen und der Fernseher muss ausgeschaltet werden.

Dann doch lieber Lego- und Playmo-Heftchen ankreuzen lassen.Wenngleich ich dem Großen lieber gleich das letzte Media-Markt-Prospekt in die Hand drücken sollte.

Wie dem auch immer sei. Ich bin mir sicher, auch dieses Jahr wird es uns gelingen den kompletten Wohnzimmer-Fussboden mit Geschenkpaketen zu pflastern. Um im Anschluss ein unvorstellbares Massaker aus hastig aufgerissenen Kartons und zerknülltem Weihnachtspapier auszulösen. Einer wird mit Sicherheit wieder enttäuscht sein und irgendetwas geht dabei regelmäßig zu Bruch.

Was ich mir eigentlich zum Heiligen Abend wünsche? Nun, die übrig gebliebene Rotweinflasche vom Abendessen wird mir zu später Stunde genügen. Dann, wenn alle friedlich und erschöpft in ihren Betten schlummern und Mutti mit der Flasche in der einen Hand und dem Wischmopp in der anderen alleine unterm Tannenbaum tanzt.

In diesem Sinne! Viel Spaß beim Geschenke aussuchen und kaufen und Weihnachts-Abend planen!

Eure Alex


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