„Wenn’s Dir nicht gefällt: Mach neu!“ -Post-Schwangerschafts-Reparaturen

Meine letzte Schwangerschaft war die Leichteste von allen!
Zumindest fühlte es sich so an. Im Hochsommer, unter anderen Umständen, fühlte ich mich plötzlich lebendig und leicht wie nie zuvor. Voller Energie, sorglos und beschwingt. War ja auch die dritte Schwangerschaft. Ich wusste also schon ein klein wenig, was da auf mich zukommen würde. Ein weiterer nicht unwichtiger Aspekt war, dass mich meine zwei anderen Kinder dermaßen auf Trapp hielten, dass ich teilweise sogar vergaß, überhaupt schwanger zu sein, inklusive dem ein oder anderen Vorsorge-Termin. An den man mich telefonisch erinnern musste! Standen die beim ersten Baby noch dick und fett im Terminkalender, waren sie mir schlichtweg -als weniger wichtig eingestuft- entfallen!

Auch nahm ich bei meiner Kleinsten gerade einmal neun Kilo zu, welche eine Woche nach der Geburt schon wieder verschwunden waren. Nicht schlecht, war es doch beim Sohn das Doppelte, oder? Doch soll dies hier nun kein Angeber-Artikel werden.
Nein, das wird es jetzt ganz und gar nicht! Denn auch wenn ich von der Silhouette her schlank sein mag, so setzte mir diese Schwangerschaft, so schön sie auch war, körperlich eben doch zu.

Ich nahm’s halt einfach nicht so wichtig. Zumindest während ich schwanger war. Danach schon.
Und mich fingen die kaputten Spuren und Folgen meiner letzten Schwangerschaft an zu stören.
Und vielmehr als das: Gesundheitlich sogar ein klein wenig zu sorgen und zu beeinträchtigen!

Und so raffte ich mich auf und ließ „etwas machen“!

Denn noch nicht einmal vierzig Jahre, wollte ich nicht den Rest meines Lebens mit den Folgen von insgesamt drei Schwangerschaften leben! Warum auch?
Knapp 20 Monate nach der Geburt meiner Tochter startete ich also das Projekt Reparatur-Arbeiten und bereue es in keinster Weise! Was ich machen ließ? Es waren eigentlich „nur“ zwei Operationen, doch für mich beide triftig und beide musste ich erschreckenderweise in meinem Umfeld rechtfertigen!

Viel zu schnell wird Frau als schlichtweg eitel und lächerlich abgestempelt!

„Ich soll mich nicht so anstellen“,
„Aha. Und das muss jetzt wirklich sein?“,
„Bist doch schön genug!“

So nur einige, der oftmals ins Lächerliche gezogenen, Aussagen! Ja, es war beides nötig! Denn im Gegensatz zu überflüssigen Rest-Kilos konnte ich diese beiden Sachen nicht alleine ohne medizinische Hilfe lösen!

Die Nabelhernie-OP

Er sah aus wie das Ende einer Fleischwurst! Und ich hasse Fleischwurst!
Mein Bauchnabel.
Ab dem fünften Schwangerschaftsmonat bereits zog ich mir einen massiven Nabelbruch zu. Und ich meine jetzt nicht diese süßen und entzückenden Knopf-förmigen Knubbel, die manche Schwangere bekommen. Die sich nach der Geburt wieder von alleine zurückbilden! Nein! Es war ein richtiger Bruch! Eine Hernie, ein großes Loch im Bindegewebe!
Denn das ist meine persönliche Schwachstelle! Wenngleich sich dies zum Glück nicht optisch durch Krater-ähnliche Dellen an Hintern und Oberschenkeln zeigt. Ich bekomme halt gleich die „richtigen“ Probleme! 😉

So war mir der Begriff Hernie nicht gänzlich unbekannt, musste ich mich bereits mit zwanzig (!) schon einer ordentlichen Leistenbruch-OP unterziehen. Vermutlich kugele ich mir aus einem ähnlichen Grund bei Stürzen auch immer wieder die rechte Schulter aus! Bäh!
Ich trug also eine Kartoffel-Knolle vor mir her, während der dritten Schwangerschaft und nach der Geburt ein deformiertes Etwas. Eine Wurst. Ein Etwas, das mich zwang im ersten Sommer nach der Geburt Badeanzug und Tankini statt Bikini zu tragen.

Aber für den Rest meines Lebens? Das wollte ich nicht!
Zumal ja auch immer die Gefahr besteht, dass sich eine Hernie einmal einklemmen kann und dann schnell (sofern es sich beim eingeklemmten Teil tatsächlich um Darm handelt) zum Notfall wird.
Doch ich wollte warten, bis die Kleinste abgestillt ist. Denn eine Vollnarkose während der Stillzeit war mir einfach von der Planung her zu umständlich und zu riskant.
Meine Kleinste stillte ich „dummerweise“ am längsten von Allen 😉

PicsArt_05-16-11.06.19Doch dann, bevor der nächste Sommer in’s Land ziehen sollte, fasste ich allen Mut zusammen und machten den OP-Termin aus.
Ambulant. Denn eigentlich ist eine Nabelbruch-OP keine große Sache:
Das Loch wird geflickt und das Teil, der Brucksack (meist bestehend aus Fettgewerbe, selten Darm), einfach wieder nach innen gezogen. Fertig. Die Nabelbruchpforte wird also einfach mit einer Naht wieder verschlossen. Hierzu ist bei einem unkomplizierten Nabelbruch (so wie bei mir) einfach ein kleiner Schnitt um den Nabel herum nötig. Eine Narbe ist später nicht sichtbar!
Nach wenigen Stunden darf Mutti wieder heim und den Bauch ziert gerade mal ein größeres Pflaster.

Und jetzt kommt der Haken:
Wer sich umgehenden, sofortigen optischen Erfolg verspricht, den/die muss ich leider enttäuschen. Es dauert eine ganze Weile, bis wieder von einem kleinen, süßen Näbelchen gesprochen werden kann! 😉
Mann! Was war ich enttäuscht! Statt der Wurst war da nun ein zusammengewurschteltes Gekruschpel. Geschwollen, grün und blau.
Und das drei Wochen vor Freibad-Eröffnung!

Ungeduldig wie ich nun einmal bin, verfluchte ich das ganze Vorhaben als überdimensionaler Griff ins Klo und zerrte gefrustet den Badeanzug wieder aus der Schublade.
Doch sie ging tatsächlich zurück, die Schwellung. Und nach ein paar Monaten (ja, solange dauert’s halt!) hatte Frau Mutter endlich wieder einen klitzekleinen, süßen Nabel! Umringt von runzeligen Schwangerschaftsstreifen. Aber Hey! Frau kann ja nicht alles auf einmal haben! 😉

Was ich damit sagen möchte?
Sollte es auch Euch erwischt haben oder noch treffen:
Ein durch die Schwangerschaft entstandener Nabelbruch ist keine Schande und schnell wieder reparabel! Und da es sich um ein gesundheitliches und eben NICHT kosmetisches Problem handelt, müsst Ihr Euch um Kosten keine Gedanken machen! Den „Mang“ lassen wir schön am hübschen Bodensee und können uns eine neue Mitte dennoch gönnen! Ist doch das Mindeste, was wir uns verdient haben! 😉

Ähnlich verhält es sich mit den Beinen: Krampfadern-Stripping

Es waren keine kleinen Regenwürmer! Es waren ausgewachsenen Blindschleichen!
Am Knie. Unter der Haut.
Kurz: Ich bekam in der dritten Schwangerschaft Krampfadern.
Von der Sorte, wie sie nur mittels sogenanntem Stripping wieder entfernt werden konnten!

Und da es viele noch immer verwechseln:
Gemeint ist eine Operation unter Vollnarkose, bei der mittels Schnitten in Leiste, Kniebeuge und am Knöchel (die genaue Bezeichnung ist sicherlich eine Andere) die fiesen Dinger herausgezogen werden. Wie Kabel, die man nicht mehr in der Wand braucht oder verlegen will 😉
Es handelt sich nicht um die Verödung mittels Spritze, welche ein Spaziergang im Vergleich ist!

Auch hier bestand ich auf eine ambulante OP. Ich Schaf. Weil ich wieder schnell daheim bei den Knallköpfen sein wollte. 😉
Um eine Woche später (wenn die Blutergüsse so richtig schön ausgereift sind) mittels Schal um die Beine gewickelten Kühl-Kompressen durch’s heimische Wohnzimmer zu humpeln.
„What the f….!“ So auch damals mein Gedanke nach der OP.
Die Beine blau und schwarz, alles tut weh, hässliche Kompressionsstrümfe und blutende Wunden!
Auch hier ist abermals Geduld gefragt. Es dauert mehrere Wochen, aber es lohnt sich! Selbstverständlich glaubte ich auch hier, die Blutergüsse würden niemals mehr  verschwinden! Doch das tun sie und die Würmer sind weg. Vorerst…. 😉
Auch hier großer Tipp: Lasst den ganzen Käse im Herbst machen!
Bis zur Freibad-Saison habt Ihr die schönsten Beene ever! Zumindest für ungefähr eine Saison! Dann könnt Ihr gerne neue Varizen „züchten“!  😉

Mein Fazit:
Wir Frauen haben uns so etwas verdient und sollten mutig genug sein, diese Schritte für uns zu wagen! Denn wir sind auch wichtig und wertvoll! Wir sind noch zu jung, um mit Schwangerschafts-Folgen leben zu müssen und sollten bei all‘ den blöden Sprüchen und Fragen einfach mal öfters auf Durchzug schalten!

Weil wir es wert sind! Weil’s Lebensqualität bringt und einfach auch mal gut tut, an sich selbst gedacht zu haben!

Und der Rest? Den können wir getrost stolz zeigen!
Schwangerschaftstreifen zeugen von wundervollen Leistungen, die wir vollbracht haben und bergen Erinnerungen an eine außergewöhnliche Zeit!
Die müssen wir nicht verstecken.
Oder den Blick einfach auf etwas Anderes lenken:
Dieses Jahr wird mein Bikini neon-pink sein!  😉

In diesem Sinne! Passt auf Euch auf und „macht“ (ganz wie im Song von Peter Fox) gegebenenfalls einfach neu! 😉

Eure

 

Alex

 

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4 Gedanken zu “„Wenn’s Dir nicht gefällt: Mach neu!“ -Post-Schwangerschafts-Reparaturen

  1. Danke für deine Erfahrungen. Ich habe mir auch schon vor den Schwangerschaften Gedanken um zwei Krampfadern gemacht, die im Sommer immer echt weh tun. Aber bisher hatte ich nicht den Mut bzw fand es dann doch nicht dringend genug für eine OP. Aber ich finde es absolut legitim sich um solche Geschichten zu kümmern. Sind ja auch beides eben nicht „nur“ kosmetische Angelegenheiten. 😉 LG Sonja

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  2. Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn man nach der Schwangerschaft seinen Körper wieder korrigiert haben möchte. Schließlich muss man sich in seiner Haut wohlfühlen und nicht alle anderen. Es ist sehr mutig von dir, diesen Schritt zu wagen und so offen darüber zu sprechen 😊 Ich brauch noch ein paar Wochen für meine Bikinifigur, aber dann kann der Sommer kommen 🏝☀️

    Liebe Grüße, Johanna

    Gefällt 1 Person

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