Mutti goes Lasertag: Mama-Sohn-Zeit

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Hier stehe ich also, mitten im Halbdunkeln. Meine Haare kleben im Nacken und kleinste Schweiß-Perlchen kullern mir die Stirn herunter. Doch ich muss mich konzentrieren. Darf nicht entdeckt werden und die Tatsache, dass ich unter der Weste echt ordentlich schwitze, ignorieren. Oder ist’s die Aufregung? Das Adrenalin? Das viele Rennen? Und ich flitze echt übertrieben viel!

Später, im zweiten Durchgang arbeite ich an meiner Technik und Strategie, teile mir die „Kräfte“ besser ein. Doch gerade im Moment weiß ich’s einfach noch nicht besser! Aber ich weiß, dass ich wider Erwarten ’nen „Mords“-Spaß habe. So makaber das nun klingen mag, handelt es sich doch hier nicht wirklich um die vorbildlichste und pädagogisch sinnvollste Freizeitbeschäftigung für junge Heranwachsende.

Ich soll mich nicht viel jünger machen als ich bin?
Spreche ja auch von meiner entzückenden Begleitung und nicht von mir! 😉

Ich spiele also „Ziele“ zu treffen, „Leben zu nehmen“ und zu „deaktivieren“.
Suche versteckte „Bonuspunkte“ und versuche, dabei selbst nicht entdeckt zu werden. Stets den „Phaser“ fest in beiden Händen. Denn nur so kann ich schießen und zielen.

Und blendet Frau eben einfach mal jene zwei Dinge aus, nämlich dass hier „geschossen“ und „deaktiviert“ wird, dann ist’s eigentlich auch gar nicht mehr so unvorbildlich oder verantwortungslos und bringt eine Menge Spaß!

Wo ich aber jetzt gerade mucksmäuschenstill hinter der Mauer lauere?
Beim Lasertag! 

Denn heute hab ich’s endlich eingelöst. Mein Versprechen an den Sohn. Sein Mama-Tag. Mit Engelszungen hatte ich versucht ihn zu überreden. Davon, sich doch bitte irgendetwas Anderes auszusuchen. Vielleicht etwas an der frischen Luft? Eine gemeinsame Radtour beispielsweise? Einen Ausflug in’s Film-Museum? Einen netten Freibad-Tag nur zu zweit? Nein, er wollte nur das.

„Aha“, so damals mein erster Gedanke als mein großes Baby diesen jenen Wunsch das erste Mal äußerte. „Ich kann draußen in der „Lounge“ hocken, mein Kind ballert in der „Arena“ und meine einzige Funktion am Mama-Sohn-Tag wird die des Taxi-Fahrers sein.“

Und ganz insgeheim: Zum damaligen Zeitpunkt wäre es mir sogar fast ein klein wenig Recht gewesen.
ICH brauch das nicht! Denn ICH treffe noch nicht einmal im Lego-Land die roten Laserpunkte irgendwo an der Wand. Ich bin diejenige, die völlig unkontrolliert und planlos durch die Gegend ballert und dabei gefrustet jeglichen Spaß an der Sache verliert. Für gewöhnlich.

Aber er wollte das mit mir machen.

PicsArt_05-19-07.09.31Ich sollte mitziehen, sollte dabei sein und mit ihm gemeinsam die Sache erleben. Mutti also in Weste und mit Schussgerät in den zwei sonst so linken Pfoten. Nein, ich nenne es jetzt lieber „Zielgerät“. Denn, im Nachhinein betrachtet, ich kann’s vertreten und werde wohl in zwei Jahren auch mit einer der zwei Blondinen dort hin fahren.

Denn erlaubt ist Lasertag ab einem Alter von 10 Jahren.
Die Regeln dabei sind eigentlich ganz einfach:
Ziehe Weste an, löse Phaser vom Haken, stelle fest, welches Team Du bist, warte auf Aktivierung und los geht’s in die sogenannte Arena. Dabei gilt es noch einige Aufgaben zu bewältigen und eben Regeln zu beachten. Beispielweise darf sich niemand allzu lange auf der „Burg“ aufhalten oder sich vom dortigen Skelett erwischen und dann ebenfalls deaktivieren lassen. Und damit’s nicht nur hirnloses Jagen und Zielen ist, kannst Du auch noch versteckte Ziele (die eben keine Personen sind) suchen, finden und nach Treffen derer Bonuspunkte sammeln. Gefunden habe ich nur eines 😉

Wir spielten übrigens zu fünft. Mein Sohn und ich zusammen mit einem Papa und zwei Jungs. Weniger Personen sollten es allerdings auch wirklich nicht sein, denn dann wird’s auf den mehr als 800 m² langweilig. Denn auch hier hatte ich ab und an das Gefühl, völlig alleine rum zu flitzen. Die haben sich alle ganz gut versteckt 😉

Hah! Aber: Selbst getroffen habe ich auch ab und an! 
Sogar den eigenen Sohn 😉
Und – das ist jetzt der überzeugende Punkt- in den jeweils 15 Minuten Spielzeit vergaß Mutti doch tatsächlich, schon so vernünftig, groß und erwachsen geworden zu sein.
Und ich wage zu behaupten, genau das macht den Reiz beim Lasertag aus. Und ist sicherlich der Grund, warum hier wohl eher die Papas mit ihren Sprösslingen vorzufinden sind 😉 Einmal wieder ausgelassenes Kind sein! Das wäre sicherlich bei allen anderen Spaß-Sportarten auch der Fall, aber es geht ja nun darum, mir selbst einzugestehen, dass die Wahl des Sohnes gar nicht so furchtbar schlecht gewesen ist!

Und somit habe ich mir von dem Baby, welchem ich gefühlt noch vor ein paar Monaten im Hüpfburgen-Mekka hinterhergekrabbelt bin und welches ich damals oben von der Rutsche befreien musste, weil es ihm zu unheimlich und hoch war… Eben von diesem Baby habe ich mir nun Lasertag „beibringen“ lassen.

Hat’s meinen Horizont erweitert?
Sicherlich nicht. Aber einmal mehr gezeigt, dass Frau sich auch als „alte“ Mutti durchaus auch mal auf etwas Anderes einlassen darf. Etwas, das sie von alleine nicht im Traum machen würde. Raus aus der schnuckligen Comfort Zone! Und dass wir Mamas uns für nix zu schade sein sollten, wenn wir dadurch unsere Kinder für einen Moment zu den stolzesten und glücklichsten  Menschlein auf Erden machen können!
Ich jedenfalls bin nun für den Rest des Tages ein Held und kann einen ganz dicken Haken an das Projekt „Mutti goes Lasertag“ machen!

Und auch wenn ich nun dieses Wort ganz schön oft verwendet habe:
Gesponsert wurde hier nix! Ich berichte einfach nur von einer tollen Zeit mit meinem größten Baby und hab‘ den ganzen „Mist“- dürft Ihr ruhig noch denken 😉 – aus eigener Tasche bezahlt!

Nächstes Mal muss er mit mir zum Töpferkurs, Barfuss-Pfad oder Bachblüten-Sammeln gehen! Rache muss schließlich sein! 😉

Habt schöne Pfingsten!

Eure

Alex

 


5 Gedanken zu “Mutti goes Lasertag: Mama-Sohn-Zeit

  1. samybee Antworten

    Ich liebe Lasertag! Tatsächlich ist das eines der wenigen Dinge, die mein Großer noch mit mir zusammen macht. Pädagogisch wertvoll? Keine Ahnung, es liegt für mich auf dem Niveau von Verstecken mit Wasserpistolen. Mag es auch nicht pädagogisch wertvoll sein, so ist es aber für die Mutter-Sohn-Beziehung unheimlich wertvoll. Also auf immer volle Batterien!

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    1. Mama steht Kopf Antworten

      Wir fahren bald wieder, so viel ist schon mal klar…davon abgesehen dass so ne Mutti mit Weste und Phaser ja wohl meeega cool aussieht ??

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  2. hauptstadtpflanze Antworten

    Ab 10 Jahren – das verschafft mir noch gute zwei Jahre Schonfrist! Aber so wie Du das beschreibst, hätte mein Sohn da sicher auch Spaß daran. Und ich vielleicht auch! Und bis dahin gehen wir noch ein bisschen auf den Barfusspfad – nun ja, der letzte Mama-Sohn-Tag hier ging zum Schwarzlichtminigolf. Das war auch lustig, für alle. Liebe Grüße, Svenja

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    1. Mama steht Kopf Antworten

      Macht wirklich Spaß! Selbst bei nicht vorhandenem Talent – so wie bei mir! Und ist davon abgesehen auch harmlos und vertretbar 😉 Lieben Gruß!!! Alex

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