Frau vs. Mann: Feiertag im Pulverfass

Er nervt mich schon den ganzen Tag! Da der Gatte seinen offiziellen Arbeitsplatz in Baden-Württemberg hat, wir jedoch unser Nest im ländlichen Hessen aufbauten, hockt er heute hier zu Hause rum!
In „meinem“ Wohnzimmer!  Der Mann hat Feiertag – und alle anderen Familien-Mitglieder nicht.

Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, der weiß, dass der Ehemann und ich zum Teil eine Wochenende-Ehe führen. Mal mehr und mal weniger, wie es nun einmal so ist, wenn der hauptsächlich arbeitende Part beruflich viel in Deutschland unterwegs ist. Das ist einerseits mit drei Kindern nicht immer leicht (ich berichtete bereits hier davon), auf der anderen Seite genieße ich meine Freiheiten und die vormittägliche Ruhe!
Ja, ab und an muss ich mich gewiss immer erst einmal wieder an die Situation gewöhnen und anpassen, dass da gerade noch jemand rum sitzt! 😉

Und heute bin ich geladen! Weiß‘ gar nicht genau, warum. Doch hege ich die Vermutung, an diesem unverschämten – ganz Deutschland spaltenden – Feiertag, ein wandelndes Pulverfass zu sein.

Und wie Konversationen zwischen Mann und Frau unter eben jener Gegebenheit aussehen, musste ich jetzt einfach mal zusammentragen! Nur für Euch! Ganz offen und ehrlich und beschämenderweise nix dazu gedichtet! ICH bin heute wirklich so!
Nun, Humor ist wohl, wenn Frau und Mann trotzdem lacht.

Hier also meine bisherigen „best of“ des heutigen Tages:

„Darf ich Dir mal was Cooles bei Deinem Blog zeigen?“

Ich bastele am frühen Vormittag gerade an diversen WordPress-Einstellungen, da kommt der Gatte von der Seite an und stört mich!
Vielmehr als das! Nach monatelanger „Ignoranz“ (ich fange an dieser Stelle bereits an, ein klein wenig zu übertreiben!), was Einstellungen und IT dieses Blogs hier betrifft, besitzt er nun die Frechheit, mir ausgerechnet jetzt etwas zeigen zu wollen!

PicsArt_11-01-09.43.35Ganz automatisch verschränken sich meine Arme und die trotzige Schmoll-Lippe fährt aus, kann’s gar nicht ändern. Ich mag jetzt nix lernen!
Fünf Minuten später sitzt der Gatte vor meinem Laptop, erwartungsvoll und voller Vorfreude, mir seine neuste Entdeckung endlich präsentieren zu dürfen.

„Du löscht gleich alles! NEEEIIN! bitte, bitte nicht!
Geh‘ lieber wieder raus und mach schnell die Seite zu!“

Ich bin also gerade tatsächlich in Begriff,  dem studierten IT-ler zu unterstellen, er zerstöre gleich meinen Blog. Ach was, der löscht gleich das ganze Internet,
ganz bestimmt! Doch hör‘ ich einfach nicht auf:

„NEIN! Ich will jetzt nicht kucken, ich hab‘ keine Zeit!“

An dieser Stelle sei zu erläutern, dass es immer schwierig ist, mich von neuen Vorschlägen und Änderungen zu überzeugen.

Solche Dinge müssen erst in einem langwierigen Prozess verarbeitet werden und reifen. Mutti schaltet zuerst immer auf Abwehr. Nun, da der Mann diese Verhaltensweise bereits seit achtzehn (Ach Du heilige Sch…..!!) kennt, zeigt er sich ob meiner Verhaltensweise zwar extremst genervt, bleibt aber hartnäckig.

Und ganz klammheimlich, hinter vorgehaltener Hand, gebe ich hier nun kleinlaut zu: Die Idee ist gar nicht so schlecht! Werde ich mich alsbald mit befassen und umsetzen! Mehr wird an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten. 😉

Am späteren Nachmittag entfacht eine weitere „Auseinandersetzung“

Ob einer Sorge, welche mich bezüglich der mittleren Tochter umtreibt und nicht mehr loslassen möchte.
Der Mann zeigt eine entsprechende Reaktion auf meine an ihn gerichtete Ansage, meine geäußerten Bedenken.
Doch in meiner heutigen Verfassung deute ich sie jetzt leider als die Folgende :

Meine Gedankengänge und Verhaltensweise als völlig lächerlich abtuend, schlägt er lachend die Hände über dem Kopf zusammen.
(Das tut er in dem Moment nicht wirklich, doch Sekunden später gaukelt mir mein Hirn eben dies nun vor und bringt mich unweigerlich in Rage! )

„Ja ist klar! Nur weil DU Dich jetzt für den geilen Hecht hältst!“
„DU weißt ja sowieso alles besser! Und ich bin die Irre!“

Jetzt komm‘ ich in Fahrt, schlittere unaufhaltsam darauf zu, jetzt richtig Gas zu geben und mich in die Kiste hineinzusteigern.

„DIR rennen alle Frauen an der Arbeit hinterher. Ist klar!“
(hat eigentlich gar nix mit dem Thema und der Sache zu tun und ist eine absolut unbegründete Unterstellung meinerseits)

„Du bist ja jetzt schlank und sowieso der Aller-Geilste und Cleverste!“.
(weitere Unterstellung 😉 )

Unvermeidbar habe ich nun Szenen vor meinem geistigen Auge:
Komme mir vor, wie Fräulein Schnabelstedt, aus „Fack ju Göhte“  in absoluter Höchstform.
Nur war’s in den dortigen Szenen Komik und übertriebene Theatralik.
„Miniminiminimi, mecker, mecker, mecker“ – Karoline Herfurth könnt’s nicht besser machen! 😉

Doch ich setze noch einen drauf:

„Hab‘ ja gehört, wie Du heute morgen telefoniert hast!“

Zur Erläuterung:

Der Gatte telefonierte mit dem Versand-Giganten – eine Reklamations-Sache.
Auf die vorgegebene und zugegebenermaßen „gescriptete“ Frage der freundlichen Dame am anderen Ende der Leitung, ob sie denn „sonst noch irgendetwas für ihn tun könne“ reagierte mein herzallerliebster Gatte doch prompt mit:

„Klar! Sie könnten mir gern noch den Rasen mähen!“.

Verfluchter alter Macho! WAS hab’ich da eigentlich geheiratet, schoss‘ es mir bereits in jenem Augenblick durch den Kopf!

„Jaaa. DU bist ja sooo ein Held!“

Ich kann mich nicht mehr bremsen.

Schnaubend und Zornes-rot stapfe ich nach draußen, der Nagerkäfig muss dringendst noch vor Eintritt der Dunkelheit gereinigt werden.
In meiner Rage schütte ich den kompletten Inhalt (Gott-sei-Dank ohne Nager!) kopfüber in die Bio-Tonne – und kann von Glück reden, nicht im Nachhinein die hölzernen Einzelteile aus den Tiefen des braunen Behältnisses wieder herausfischen zu müssen.
Denn zur Erinnerung:
Ich baute das Teil alleine zusammen. OHNE die Hilfe des hochintelligenten Adonis drinnen auf der Couch! Pah!

Ich betrete wieder das Haus und lege erneut nach:

„Und außerdem find‘ ich es mega kacke von Dir, dass Du mir immer weismachen willst, ich hätte beim anderen Geschlecht ja sowieso keine Chance mehr! Soll ja froh sein, wenigstens Einen abbekommen zu haben. Schon klar! Schließlich bin ich ja irre, fett und zu nix zu gebrauchen!“

Wow! Jetzt würde selbst der Schnabelstedt vor lauter Bewunderung die Kinnlade runter kippen! DIE habe ich ja mal sowas von übertroffen!

Der Mann hingegen sagt gar nix mehr und lacht breit grinsend vor sich hin.

Und in genau jenem Moment kann ich nicht anders:
Lautstark prustet es aus mir heraus.
Ob der plötzlichen Erkenntnis wie lächerlich ich heute auf „Krawall gebürstet“ bin, kann ich nicht mehr anders, als mitlachen. Ja, ich bin mir ganz sicher, heute möchte wirklich kein anderer Mann dieser Welt ausgerechnet mit mir verheiratet sein! 😉

Habt Euch alle schön lieb!

Eure 

Alex

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2 Gedanken zu “Frau vs. Mann: Feiertag im Pulverfass

  1. vatersohnblog@gmail.com Antworten

    haha, ich hab herzhaft gelacht. Sehr gut & lustig geschrieben. LG, Richard (vom vatersohn.blog).

    1. Mama steht Kopf Antworten

      Dankeschön! LG zurück! 🙂

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