„Lauf Alex lauf!“: Warum Laufen Mamas gut tut!

7+

Es ist meine Zeit.
Knapp 7 Kilometer, die nur mir gehören.
Je nach Lauftempo um die vierzig Minuten nur ICH.
Einatmen, Ausatmen, Gedanken fließen lassen und den eigenen Körper, der schon so viel Wunderbares geleistet hat, spüren.
Hier auf diesem Weg, während dieser begrenzten Zeit gebe ich den Takt und die Geschwindigkeit an.
Fühle mich frei und ausnahmsweise einmal ganz und gar nicht fremdbestimmt.
Laute Beats auf den Ohren lassen trübe Gedanken verfliegen und neue Ideen reifen.
Hier bin ich nur für mich selbst verantwortlich, bin unerreichbar, habe ein klar definiertes Ziel.
Ich spüre das Leben, mein Leben (!).

Und wie im echten Leben auch, ist nicht jeder Lauf gleich.

Jedes einzelne Mal, das ich die mir bereits so vertraute Strecke entlang laufe, verläuft anders.
Jeder einzelne Lauf ist wie das Leben selbst.

Das Leben ist mal uneben, mal steinig, dann wiederum weich und leicht wie feuchter Waldboden. Es wirft uns Hindernisse in den Weg, die auch einmal mit Geduld, Mühe und Kraft beseitigt werden müssen und es ist durchaus auch nicht immer leichtfüßig!
Und vielleicht fallen wir auch mal beim Laufen, doch wichtig ist immer wieder aufzustehen und an den eigenen Weg zu glauben!

Denn es zahlt sich aus!

An sich zu glauben! Auch beim Laufen und gerade als Anfänger!

Neben dem Schreiben habe ich hier etwas für mich gefunden. Etwas, das nur mir gehört und mich begeistert.
Und dabei hätte ich mir das vor etwas mehr als zwei Jahren noch nicht vorstellen können. Als ich einfach mal anfing und mich dazu entschloss, den heimischen Crosstrainer auch mal gegen ein Lauftraining in der Natur auszutauschen.
Ja, Das “Laufen“ und ich:
Nie hätte ich gedacht, dass daraus eine solch große Freundschaft (wir nähern uns der Leidenschaft!) entfachen würde!

Und jeder Mama, die vielleicht mit dem Gedanken spielt, sich auch selbst auf das Abenteuer „Laufen“ einzulassen, möchte ich hier gerne meine ganz eigenen Erfahrungen aufschreiben!
Denn ich finde, gerade als Mama ist der Laufsport ein fantastischer Ausgleich! 

Es braucht Geduld!

Man muss sich darauf einlassen und braucht Anfangs viel Geduld.
Muss der Sache und vor allem dem eigenen Körper Zeit geben!
Ich hatte anfänglich auch geglaubt, einfach losrennen zu können.
Doch geht es beim Laufen durchaus nicht um Geschwindigkeit, sondern vielmehr darum, sich Kräfte einzuteilen.
Um Ausdauer und ein konstantes Tempo.

Hat man sein eigenes Lauftempo gefunden und hält dieses über die gesamte Strecke, so stellt sich durchaus eine Art „flow“ ein!
Ich genieße diesen Moment und möchte diesen auf keinen Fall unterbrechen.
Denn einmal „draußen“ fällt mir der restliche Lauf umso schwerer! (Von daher empfiehlt es sich, dringendst vorher pinkeln zu gehen 😉 ).
Ich halte noch nicht einmal an, um Fotos zu machen oder jemanden zu grüßen.
Das mag für Andere unfreundlich wirken, doch möchte ich in dieser meinen Zeit durch nix unterbrochen werden!

Wer ganz frisch mit dem Laufen anfängt, der läuft zuerst in Intervallen.
Zwischen dem Laufen gibt es hier mehrere Geh-Pausen, die mit voranschreitendem Training immer weniger werden, bis die komplette Strecke ohne Gehen bewältigt werden kann.
Das kann durchaus eine Weile dauern, also lasst Euch nicht entmutigen und erwartet Unmögliches von Eurem Körper!
Mir hat das Training auf dem Crosstrainer dabei sehr geholfen. Da ich dies ja bereits jahrelang regelmäßig mache, war eine gewisse Kondition bereits vorhanden.
Wenngleich die Bewegungen beim Laufen durchaus Andere sind.
So blieb am Anfang auch mir der Muskelkater nicht erspart! 😉

Einzelgänger oder Rudeltier?

Finde selbst heraus, welcher Typ Du bist! Alleine oder in Gesellschaft?
Es mag durchaus beides seine Reize haben. Ich habe für mich entschieden, dass ich während meiner Zeit gerne auch alleine bleiben möchte. Ich mag mich nicht unterhalten und auf einen weiteren Menschen konzentrieren.
Doch das muss jeder für sich selbst entscheiden. Möglicherweise ist eine gegenseitige Motivation am Anfang durchaus nützlich! 😉

Danach fühlst Du Dich super!

Ich kann noch so müde sein oder „Kreislauf“ haben, nach dem Lauftraining geht es mir den restlichen Tag prima! Mir ist warm, ich bin ausgeglichen und fühle mich einfach klar im Kopf. Ich bin belastbarer für den Alltag mit drei Kindern und allem was da noch kommen mag. Meistens zumindest! Starte ich den Lauf hingegen bereits mit einem unaufhaltsamen Groll, nutzt das Auspowern auch nix.
Das durfte ich neulich (und mein Umfeld!) feststellen! 😉

Es hält gesund!

Seitdem ich laufe bin ich seltener krank! Ist so.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Fieber hatte oder gar Magen-Darm. Ich kann mich nicht an einen kompletten Tag auf der Couch erinnern oder an die letzte starke Erkältung! Und erwischt mich doch einmal ein Schnupfen, so verfliegt der auch wieder ziemlich schnell. Rückenschmerzen? Ewig nicht mehr gehabt! Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass sich durch das Laufen die Krampfadern, welche ich mühsam nach drei Schwangerschaften entfernen ließ, wieder schneller bilden. Aber dem scheint nicht so. Sie werden wieder kommen, so viel sei gewiss, doch beschleunigt wird der Vorgang hier nicht!

Suche Dir eine vertraute Strecke!

Der Weg soll Dein „Freund“ sein! Ein alter „Vertrauter„, den Du gerne besuchst!
Fremdes und Ungewisses macht immer Angst und bremst aus – auch beim Laufen.
Ich empfand es viel einfacher, eine Strecke zum allerersten Mal zu laufen, deren Anfang und Ende mir bekannt ist. Deren Ende ganz klar definiert ist, weil ich quasi im Kreis laufe. Ich weiß also ganz genau, ich muss nur nach vorne schauen und komme irgendwann wieder beim Auto an. Ohne Umwege, ungeplante größere Hindernisse oder mich gar zu verlaufen.

Auf dieses Abenteuer mag man sich zwar als geübter Läufer gerne einmal einlassen, aber für den Anfang war mir das nix.
Da brauchte ich Sicherheit. Und wo findet man diese eher, als bei einer Strecke, die man zuvor schon mehrmals entlang spaziert ist?
Von der man weiß, was sich hinter der nächsten (und übernächsten) Kurve verbirgt! Und wisst Ihr was? Ich bin einfach bei der Strecke geblieben.
Sie ist meine liebste Laufstrecke, denn sie bietet alles was ich brauche. Sicherheit, Bekanntes, die optimale Strecke und Kilometeranzahl für mich, Abwechslung durch unterschiedliche Untergründe und Gegebenheiten und die Gewissheit, das Ziel stets zu kennen und zu erreichen. Nun, es ist mir noch nicht langweilig geworden.

Doch gewiss, irgendwann muss ein Läufer auch einmal aus der eigenen Comfort Zone, der bekannten Strecke, ausbrechen.
Aktuell allerdings spiele ich vielmehr mit dem verlockenden Gedanken, einfach das nächste Mal am Auto vorbei zu rennen und spontan die zweite Runde zu wagen! Denn ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem durchaus an Steigerung der eigenen Leistung zu denken ist! Auch das ist übrigens ein tolles und sehr motivierendes Gefühl!

Wähle die richtige Kleidung!

Noch unsicher, ob das Laufen etwas für mich ist, kleidete ich mich mit der Laufkleidung vom Kaffee-Röster ein.
Ein Fehler, wie sich schnell herausstellen sollte. Die Marke mag zwar sonst ganz ok sein, doch von der Laufkleidung bin ich schwer enttäuscht! Sämtliche Reißverschlüsse, sei es bei der Thermo-Laufhose für den Winter oder der dünnen Laufjacke (ebenfalls für die kalte Jahreszeit) klemmen oder waren innerhalb kürzester Zeit komplett kaputt!
Ich stieg schnell auf bessere Kleidung um!

Gleiches gilt für die Laufschuhe!
Die dürfen wirklich nirgendwo drücken und den Spaß gleich zu Beginn damit trüben! Meine Laufschuhe sind über eine Nummer größer als meine gewöhnlichen Schuhe und das ist auch gut so. Lief ich mir in den Vorgänger-Schuhen doch immer blaue Zehen!!
Auch sollten die Ballen beim Laufen nicht brennen, hier helfen ebenfalls gute (!) Laufsocken!

Es gibt beim Laufen kein schlechtes Wetter!

Punkt! Ganz im Gegenteil:
Am liebsten laufe ich im Herbst und Winter. Wenn es grau ist und ein leichter Nieselregen fällt! Denn Angst vorm Nass-werden? Braucht Ihr nicht zu haben! Ihr werdet sowieso schwitzen und nachher eine Dusche brauchen. Ich mag es nicht, wenn ich um all die Schönwetter- und Sonntags-Spaziergänger einen hohen Bogen machen muss. Da freue ich mich vielmehr, nicht allzu vielen Menschen begegnen zu müssen! 😉
Wenngleich ich eine gewisse Wetter-Schmerzgrenze habe: Meine liegt bei 6 Grad unter dem Gefrierpunkt.
Dann wird’s wirklich ungemütlich – auch beim Atmen. Doch alles was darüber ist, ist vollkommen in Ordnung zum Laufen!

Zieh Dich bloß nicht zu warm an!

Selbst im tiefsten Winter reicht eine ganz dünne und atmungsaktive Laufjacke!
Lauf bloß nicht in Softshell-Jacke, das ist viel zu warm!
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt reichen mir persönlich eine Thermo-Laufhose, Thermo-Shirt und darüber die ganz dünne Laufjacke. Angenehm gegen den kühlen Wind ist noch eine dünne Läufer-Mütze und zu Beginn auch Handschuhe!
Wenngleich mich diese auf halber Strecke dann nur noch nerven, denn ihr werdet warm werden! Versprochen! 😉

Und nun, da ihr die ganzen Werbeblättchen zum Jahresbeginn seht.
Mit all den schönen Sport-Klamotten und Heimtrainern.
Jetzt, wo die Motivation am Größten ist (und hoffentlich nicht allzu schnell verfliegt 😉 ):
Schlupft in die sexy-hexy enge „Spandex-Hose“ und rennt einfach los! Viel Spaß!

Eure 

Alex

Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex! 😉

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