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Was ist Glück?

Ich lege das IPad zur Seite und wische mir verstohlen Tränchen aus den Augen.
Bin zutiefst berührt und bewegt und weiß bereits in diesem Moment, dass dieser Zustand noch eine ganze Weile andauern wird.
Dass das eben Gesehene nachwirkt.
Noch sehr, sehr lange!
Dass sich meine Sicht auf die Dinge nun wieder ein klein wenig zurecht rücken wird und Dinge, die mir bis vor ein paar Stunden so unendlich wichtig erschienen, plötzlich nichtig sind!
Nahezu lächerlich!

Ich habe “Weit.” gesehen

Den Dokumentarfilm von und über ein Freiburger Paar, das hinaus zog, um einmal zu Fuß und per Anhalter die Welt zu umrunden.
Welches sich auf Reisen ins Ungewisse begab und dreieinhalb Jahre später tatsächlich als Familie wieder im Schwarzwald ankam.
Auf ihrer Reise hatten sie viele prägende Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen und daraus einen ganz wundervollen Film entstehen lassen!
Ein Film, der alle Welt zumindest ein Stückchen an deren ganz eigenem Glück teilhaben lässt! 

Und ganz ehrlich? Ich liebe es, löst ein Film, eine Dokumentation so etwas bei mir aus!

Es ist wie ein kleiner Stupser auf den Reset-Knopf.

Ein Bewusstsein schaffen für andere Dinge.
Von den eigenen Hirngespinsten ablenken und den Fokus auf andere Sachen und Geschehnisse lenken!
Klar, wird dieser Zustand nicht so bleiben und vielleicht wird er gerade auch ein klein wenig verstärkt.
Denn ich bin nachdenklich dieser Tage und emotional. Sehr emotional.

Doch möchte ich diese Energie gerade nutzen und mir einmal Gedanken machen.

Gedanken, was Glück eigentlich bedeutet!  

Und vor allem auch, was vielleicht gar kein echtes Glück ist!

Social Media – wirkliches Glück?

Wir definieren heute unser Glück über tolle Bildchen und Likes – und zerstören uns möglicherweise ein klein wenig dabei, ohne es zu merken!
Denn bleiben diese nach einem Post aus, fühlen wir uns niedergeschlagen, gar unglücklich und lassen dies selbst an unserem Umfeld aus!

So sollte es nicht sein! 

Können die sozialen Medien tatsächlich bestimmen, ob ein Tag “gut” oder “schlecht” für uns verläuft?
Ist es wirklich so weit gekommen? Fühlen wir uns minder wert, wenn wir virtuell nicht stetig gelobt werden?
Wie kann das sein?
Sicher, es gibt mittlerweile genügend Studien, die tatsächlich belegen, dass wir mit Facebook- und Instagram-Posts und den darauf folgenden hoffentlich positiven Reaktionen letztendlich einfach nur unser Belohnungs-Zentrum im Hirn triggern möchten.
Aber akzeptieren will ich diese Tatsache noch lange nicht.

Und ich realisiere gerade, dass ich dies in letzter Zeit selbst ganz schön oft getan habe.

Und ganz ehrlich?
Aktuell möchte ich das nicht mehr in dieser Intensität. Ich fühle mich selbst ein klein wenig gesättigt und erschöpft.
Von mir selbst. 😉
Das mag in ein paar Tagen wieder anders aussehen, aber derzeit möchte ich lieber das echte Glück spüren!

Denn manchmal wünsche ich mich selbst irgendwo in die mongolische Steppe.

Möchte allein mit meinen Gedanken sein. Gedanken, die ich nicht immer mit der ganzen Welt teilen will.
Mag allein sein und voller Respekt und Ehrfurcht der Natur und den Gezeiten gegenüber!
Dann will ich einfach nur ein-und ausatmen.
Will die frische Luft in mich aufsaugen, sehen wie sich Gräser im Wind bewegen und Wolken am Himmel ziehen!
Dann wünschte ich mir selbst, nix Anderes zu besitzen, als den Campingkocher, das Hab und Gut auf meinem Rücken und einen wertvollen Weggefährten!

Nun, Weggefährten habe ich, und nur die sind Glück! Alle Vier!
Denn echtes Glück findet nicht auf Social-Media-Plattformen statt. 

Glück sind die Menschen, die uns im Laufe des Lebens begegnen

Die echten Menschen! Die, die wir tatsächlich treffen und berühren!
Die uns selbst im Innersten berühren und sich für immer feste in unserem Gedächtnis verankern!
Denn das ist tatsächlich möglich!
Es gibt Begegnungen – und seien sie noch so kurz – die bleiben im Herzen. Für immer!

Ich habe gestern mit Ann geschrieben!

Und ja, ich tat dies über den Facebook Messenger.
Denn nicht immer, kann man die sozialen Medien verfluchen, das darf und kann ich als Blogger ohnehin nicht! 😉

Denn ohne diese Verbindungen und Möglichkeiten hätten wir uns möglicherweise bereits verloren.
Ann war zu mir wie eine Mutter, nahm uns mit offenen Armen auf, als wir bei der Familie wohnten.
Damals, vor vielen Jahren in Ontario. Denn Ann ist die Mama unseres Trauzeugen Bruno. Weil einige Freundschaften für immer bleiben.
Auch über mehrere Tausende Kilometer und einem großen Ozean dazwischen hinweg!

Ich habe selten so eine Warmherzigkeit und einen solchen Zusammenhalt erfahren, wie in Bruno’s Familie.
Und auch lange nach der Zeit des Gatten in Kanada, bestand diese Freundschaft weiter.

Wir besuchten uns gegenseitig zu den Hochzeiten.
Vor drei Jahren zog ein ziemlich lauter und aufgekratzter Kanadier mit kroatischen Wurzeln durch unser beschauliches hessisches Städtchen. Dienstlich in Irland (was ja auch nicht wirklich um die Ecke ist) unterwegs, ließ er es sich nicht nehmen, uns über das Wochenende zu besuchen und endlich einmal unsere Kinder kennen zulernen!

Denn DAS ist Freundschaft!

Ich kann mit Ann oder Bruno viele, viele Monate weder schreiben noch telefonieren. Doch tun wir dies bei einer passenden Gelegenheit wieder, dann ist es sofort wieder da:
Dieses vertraute Gefühl, welches man nur bei echten Verbindungen und Freundschaften erleben darf.

Und ich frage mich gerade, warum ich dieses Vertrauen nicht auch einmal anderen Menschen gegenüber haben kann?

Warum ich so sehr selektiere und bei einigen Menschen Angst habe, vorhandene Freundschaften und Sympathien könnten sich verlieren, schreibt man nicht ständig miteinander. Muss ich mal daran arbeiten! 😉

Mit viel Glück dürfen wir nächstes Jahr ein geliebtes Land zu fünft bereisen und fest im Herzen verwurzelte Freunde wieder in die Arme schließen. Einige davon werden wir nicht mehr drücken können, zu viel Zeit ist in der Zwischenzeit verflogen, doch kommen wir an Orte mit vielen schönen Erinnerungen an diese Menschen zurück!
Die Blümchen auf dem Grab seien Dir gewiss, liebe “Baka“.

Das Menschenleben – das größte Glück auf Erden

Dreimal durfte ich den nahezu unvorstellbar glücklichsten Moment des menschlichen Daseins erleben!
Ist so! Das behaupte ich felsenfest.
Und Tränen steigen mir jedes einzelne Mal in die Augen, erinnere ich mich an diese kostbaren Momente zurück.
An den Geruch des gerade geborenen Lebens.
Der kleine zarte Körper, noch verschmiert aber mit einem Duft, der sonst nirgends (!) auf der Welt wieder zu finden ist, auf der Haut.
Leben, welches in mir gewachsen ist und welchem ich für immer die Hand reichen möchte!

Die Welt kennen lernen

Ich habe immer gesagt, ich möchte die Welt auf der ich lebe, kennen lernen, bevor ich irgendwann einmal nicht mehr da bin.

Ich leide unheilbar an Fernweh! Seit ich denken kann.

Auch dies ist ein Grund, warum mir der Film so nahe geht, warum er so berührt.
Nun, Gwendolin und Patrick ist dies gelungen.
Mir wird es nicht mehr so ergehen.
Aber das ist ok so!

Ich durfte schon viele Länder kennen lernen, bin viel gereist und habe auch in den Jahren mit den Kindern viel sehen und erleben dürfen.
Die Weltreise per Anhalter? Wird mir in diesem Leben nicht mehr widerfahren!

Und dennoch möchte ich behaupten, Glück ist, den Planeten Erde in all seiner Vielseitigkeit, mit all’ seinen Kulturen kennen- und verstehen zu lernen. Mit allen Sinnen zu erfahren und einzutauchen in fremde Welten.
Sich anpassen, mit wenigen Dingen glücklich sein und auskommen, Gastfreundschaft und Herzlichkeit erfahren und sich den Gewalten der Natur unterzuordnen!

Und um diese Erfahrung beneide ich die Beiden ein klein wenig.
Auch wenn mein bewusst gewähltes Leben ein Anderes ist.
Denn ich in einem Zelt irgendwo unter den bunten Fähnchen Nepals? Ohne fließend heißes Wasser und pinkem Nassrasierer?
Allein bei dem Gedanken würde sich mein Mann wohl lautstark grölend auf die Schenkel klopfen! 😉

Doch bedeuten auch kleine Reisen Glück!

Nicht unbedingt der All Inclusive Bunker, nicht lächerliche Aqua-Fitness im seichten Pool zu dumpf-scheppernden Klängen aus dem überdimensionalen Lautsprecher! 😉

Aber das Unterwegs-sein!
Das Bewusstsein, dass es auch noch andere Länder, Dinge und Sitten gibt.
Dazu muss man noch nicht einmal weit reisen.
Wichtig ist nur, sich einfach mal auf den Weg zu machen und auf neue Dinge einzulassen!

Und diese Neugierde und auch ein klitzekleines bisschen dieses Fernweh möchte ich unbedingt meinen Kindern mitgeben! 

Es ist Zeit.

Zeit, das IPad an die Ladestation zu hängen, ein letztes Mal mit dem Taschentuch Augenwinkel abzutupfen und endlich aufzustehen!
Zeit, jeden einzelnen Tag das eigene Glück selbst in die Hand zu nehmen!
Zeit nach vorne zu blicken und nur vorwärts zu gehen!
Immer weiter zu gehen und nur den Stillstand zu fürchten!

Und Zeit, das ganz eigene Glück von Schule und Kita abzuholen und einmal ganz feste in den Arm zu nehmen! 

Eure 

Alex

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