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Aus der Spur

Ich fühlte mich wie ein alter, rostiger Zug. Gestern.
Müde und träge schleppte ich mich die zugewachsenen Schienen längst vergangener Zeiten hoch, ächzte bei jedem weiteren Meter.
Fühlte mich ohne Ziel und mit einer viel zu schweren Last auf den Schultern.

Viel zu überladen mit Pflichten und Gedanken und Menschen, die an mir hingen und nagten.
An den Türen waren sie, selbst auf dem Dach. Sie ragten gefühlt weit aus den Fenstern heraus, klammerten sich an mich, hingen an allen Seiten und rüttelten so sehr, dass der arme Wagon in’s Schwanken geriet.
Und wenngleich ich nicht wirklich ein Zug irgendwo inmitten Indiens bin, so fühlt es sich als Mutter manchmal so an.
Doch waren es diesmal nicht die Kinder, die mir zu viel abverlangten.

Es waren andere Dinge

Es war das ganze andere Drumherum, welches wir Mütter noch so nebenbei alles erledigen müssen und sollen.
Was von uns erwartet wird.
Weil es sich gehört und unsere Pflicht ist.

Da hing und rüttelte zur einen Seite die nette aber eindringlich fordernde Dame der Familien-Krankenkasse.
Welche mich gefühlt argwöhnisch aus den Augenwinkeln anblitzt, seitdem ich diesen Blog hier habe.
Droht, mich aus der Familien-Versicherung zu schmeißen, sollte ich nicht belegen, gewisse Einnahmens-Grenzen mit den Erträgen so mancher Zeilen hier nicht zu übersteigen!
Liebe Frau Versicherung: Es reicht für einen neuen Pulli monatlich! Ab und an! Das war’s! 😉
Doch sie möchte noch mehr wissen, braucht Nachweise, dass mein längst wieder aufgegebenes Kindergarten-Englisch tatsächlich null Ertrag brachte! Nun, zumindest diese Erklärung hat sie mittlerweile vom Steuerberater nachweislich bekommen! 😉

Doch auch hier stehen noch Rechnungen aus und somit rüttelt an der anderen Seite noch jemand.
Möchte Aufstellungen und Provisionen und einen ordentlichen Abschluss.

Oben auf dem Dach hocken all’ die noch offenen Kooperationen mit meinem Herzens-Baby.
Diese mache ich in der Tat unheimlich gerne, am liebsten sogar sofort!
Doch muss ich mir die Zeit ein klein wenig aufteilen!

Hinten an meinen Schlusslichtern (bitte hier an dieser Stelle nicht wirklich mit meinem Hinterteil assoziieren!! 😉 ) hängen all’ die anderen Blogger, Autoren, Instagramer mit ihren Tipps und Tricks  was zum großen Erfolg und Geldregen alles von Nöten wäre.
Was ich alles so tun und noch lernen müsste und sollte und bislang noch nicht umsetzen konnte.

Und tief im Inneren nagt das Gewissen, den Kindern in diesem Zustand nicht so gerecht zu werden, wie sie es verdient hätten!
Die Kinder, die ich über alles auf der Welt liebe und die eine richtige, voll einsatzfähige Mama brauchen!

Ich war müde

Und wie eine riesengroße Menschentraube umhüllte gestern den alten Zug zusätzlich noch eine bleierne Müdigkeit!
Diese Form von Müdigkeit, die Mamas ihr eigenes Geburtsdatum vergessen lässt! 😉
Ich war aus der Spur und da kam mir die gestern gesehene Dokumentation über einen Ausstieg auf Zeit, über die Flucht von Allem gerade Recht!

Ich schreib in diesem Zustand einen Text, der mir im Nachhinein ganz und gar nicht mehr gefiel.
Den ich letztendlich überarbeitete und somit nach der Veröffentlichung noch einmal abänderte.
Denn auch das kann einmal passieren und kommt vor.

Ich habe Euch versprochen, auf diesem Blog immer ehrlich zu sein und auch keine Texte zu löschen. Dabei bleibe ich.
Aber das ist manchmal auch ein kleines bisschen gefährlich und eine Gratwanderung.
Die nur Bastel-Tipps und Kuchen-Rezepte bloggende Mutti ist da wahrlich auf der sichereren Seite.
Über Gefühle und Emotionen zu schreiben jedoch, das kann auch einmal nach hinten losgehen.
Doch will ich dieses Risiko in Kauf nehmen. 🙂

Manchmal braucht’s auch mal einen Tritt in den Hintern

Um zu realisieren, dass nicht alles Geschriebene gerade so schlau war.
Danke, lieber Gatte dafür! Ich weiß die ehrlichen Worte zu schätzen! Ich ließ mich massiv über eine bestimmte Plattform der sozialen Medien aus, weil mir gerade danach war. Ein No-Go eigentlich für jeden Blogger, gerade da ich heute die Dinge wieder etwas anders und entspannter sehe. In leicht abgeschwächter, entschärfter und gemilderter Form 😉
Und alle, die meine ursprüngliche Version des Textes zu lesen bekamen: shit happens. Bleibt mir bitte dennoch treu! 😉

Wieder in der Spur

Heute morgen wusste ich genau, was zu tun ist, um den alten Zug wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Um das Schwanken zu durchbrechen und Ballast abzuwerfen.
Um die ganzen Menschen an Fenstern, Türen und Dächern  – im Kopf (!) – zum Aussteigen und Abspringen zu überreden.

Ich werde nicht auswandern und mit Sack und Pack alles hinter mir lassen und Problemen davon laufen.
Aber meine Runde um den See, die darf und muss (!) ich mir sehr wohl genehmigen!
Das hätte ich gestern bereits tun sollen, weil das nicht nur ich verdient habe, sondern alle!

Meine Kinder haben eine Mama verdient, die im Gleichgewicht ist und nicht neben sich steht!
Eine, die wieder genau zuhören kann (ohne all’ diese Pflicht-Gedanken im Kopf) und wieder in der Lage ist, selbst Kind zu sein.
Die mit ihren Kindern gemeinsam eintaucht – in Phantasie-Welten und zauberhafte Geschichten.
Die nicht zu müde ist zum Spielen, albern und lachen.

Das ist die Mama, die ich sein möchte! Aus tiefstem Herzen! 

Habt alle ein schönes Wochenende und bleibt in der Spur!

Eure 

Alex

Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex! 😉

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