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Der Kiez & Ich: ELTERN-Blogger-Treffen in Hamburg

(Werbung unbeauftragt – für coole Events und notwendige Mama-Auszeiten/erwähnte Namen)
Darf eine Mama ihre eigenen Interessen verfolgen und sich dafür auch einmal eine Auszeit nehmen?

Alleine den Koffer packen und in die Großstadt reisen?
Alles zu Hause einmal für einen kurzen Moment hinter sich lassen und einfach mal Mensch mit Vorstellungen, Träumen, Wünschen und Ideen sein?
Und dies sogar mehrmals innerhalb eines Jahres?

Oder ist es gar egoistisch, sich auf derartige Events zu freuen und diese als Chance zur Weiterentwicklung zu sehen?
Es sind Gedanken wie diese, die mich am (sehr!) frühen Morgen heimsuchen, als ich abermals einen Zug betrete, um in eigener Sache unterwegs zu sein. 

Ich bin auf dem Weg nach Hamburg

Die Redaktion des Eltern-Magazins vom Verlag Gruner und Jahr hat zum alljährlichen Elternblogger-Treffen eingeladen.
Und ich freue mich sehr, dieses Jahr auch dabei sein zu dürfen.
Dorthin zu fahren, wo die “großen Zeitschriften” sind.
In eine Stadt, die ich nach Jahren endlich wieder besuchen darf.

Und dabei stelle ich fest:
Ich besuche aktuell sehr viele Städte nach langer Zeit wieder.
Denn irgendwann kommt tatsächlich alles wieder und Dinge, die wir Mütter für eine ganze Weile im letzten Winkel des Gedächtnisses vergruben, fühlen sich plötzlich wieder selbstverständlich und völlig normal an.

Frau kann schnell wieder zum eigenen Ich finden, sofern sie es denn zulässt und dies ist auch absolut legitim und von Zeit zu Zeit auch einmal notwendig.

Ab Fulda bin ich ohnehin nicht mehr im Alleingang unterwegs und auch das ist schön und gut so! Mit der lieben Michi vom
Mamablog Mama Michi” quatsche ich im ICE Sprinter in die Hansestadt und merke dabei gar nicht, wie die (ohnehin erstaunlich kurze) Fahrzeit vergeht.

Unterwegs in Hamburg

Wir haben noch Zeit bis zum Treffen im Verlag, sind wir doch bereits kurz vor zehn Morgens in der norddeutschen Stadt.

Und werden mit bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein begrüßt.

So kommt es, dass wir uns kurze Zeit später in einer sehr gemütlich entspannten Kaffee-Bar auf der Fleetinsel wiederfinden und uns in aller Ruhe für den anstehenden langen (sehr langen!) Tag stärken können.

Einzig und allein der für die dringend benötigte Latte bestellte Zucker irritiert ein wenig.

Braunen Zucker hatten wir bestellt, der Gesundheit wegen und erwarteten schlichten, klassischen Rohrzucker.
Nun, was kam, war etwas Anderes.
Undefinierbar und geschmacklos, doch wie sich herausstellen sollte auch bei möglichem Verzehr völlig folgenfrei! 😉

Sie sollten uns noch den ganzen Tag verfolgen, ausgefallene Varianten sonst gewöhnlicher Lebensmittel.

Sei es der eigenartig feucht-klumpige “braune” Zucker in der Kaffee-Bar oder spätabends die getrocknete (!) Orange im Cocktail, die wohl eher hätte in’s Duft-Potpourri gehört, als in meinen Drink!
Oder gar die krümeligen Erdnüsse in der ollen Saftflasche!
Nun, der Hamburger scheint auf kulinarische Kuriositäten zu stehen.
Hier ist mir offensichtlich als Wahl-Landei ein Trend entgangen. 😉

Das Elternblogger-Treffen

Nachmittags ist es dann  soweit!

Das Treffen der Blogger für das Eltern-Magazin findet im imposanten Gebäude am Hamburger Baumwall statt.
Es versammelt sich alles:
Blogger, Autoren, Verlagsangestellte.
Alle sind wir eine Community, mit einer gemeinsamen Agenda:
Neues Wissen anzueignen und Netzwerke zu festigen und knüpfen!

Nach ersten Begegnungen und Begrüßung folgt auch gleich der erste Vortrag mit dem Themen-Schwerpunkt
Bildrechte – alles was Bildnutzer und Bildurheber in Zeiten von Facebook & Co. wissen müssen”.
Sehr kurzweilig bringt hier die äußerst sympathische “Juramama
Nina Straßner sonst eigentlich trockenes aber zwingend notwendiges Wissen an die gemeine Blogger-Frau! 😉

Ebenfalls um Bilder geht es im anschließenden Workshop
Die schönsten Bilder aus der Hosentasche”.
Denn wenn schon ständig Handy-Fotos, dann sollen diese doch auch fachkundig geschossen und bearbeitet werden!
Und in der Tat, einige Funktionen meiner Handy-Kamera waren mir bis zu diesem Zeitpunkt gänzlich unbekannt! Lieben Dank dafür! 😉

Beim anschließenden get together dürfen wir uns mit Bier, Sekt und ausgesprochen leckerer Lasagne stärken und damit eine wichtige Grundlage für den späteren Abend schaffen! Und ich wage an dieser Stelle zu behaupten, die zwei (!) Portionen Lasagne waren was mich betrifft lebensrettend! 😉

Denn wir wollen noch weiterziehen

Wir drei Mädels. Michi, die liebe Sonja von “Sonja schreibt” und ich!
Denn ganz gleich wie unterschiedlich wir drei “Mädels” (und mit diesem Begriff tue ich mir noch immer schwer 😉 ) auch sein mögen:
Die Chemie passt und einem gemeinsamen Streifzug über’n Kiez sollte nix im Wege stehen!

Wieder jung?

Und plötzlich ist es wieder da.
Das freudige und aufgeregte Gefühl von früher, steht ein langer Freitag-Abend mit lieben Menschen an.
Hübsch machen, weggehen – sicher vermisse ich das im Mama-Alltag.
Doch merke ich, wie ich auch hier gelassener und ruhiger geworden bin. Ich genieße es und freue mich, wegzugehen, aber ist es gefühlt nicht mehr von zwingender Notwendigkeit.
Und als wolle der Blick in den Fahrstuhl-Spiegel dies unterstreichen, bin ich noch immer jedes Mal ein klein wenig erschrocken, darin nicht mehr das junge Mädchen von früher zu sehen! 😉

Und auch sonst merke ich, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist und an anderer Stelle wiederum doch.
Denn tief im Inneren bleiben wir immer der Mensch, den der ganz eigene Charakter wiederspiegelt.
Mit all’ den Eigenheiten und Gefühlslagen.

So muss ich auch nach Jahrzehnten feststellen, dass ich es noch immer nicht so richtig “kann”.
Das lange Herumziehen von Bar zu Bar und Kneipe zu Kneipe. Zumindest nicht stundenlang. 😉
Sicher, es macht mir riesigen Spaß und ist ein lange verdienter Ausbruch vom Mama-Alltag. Und in netter Gesellschaft sowieso!
Ich genieße es, ganz frei und ungezwungen durch die Straßen ziehen zu können. Ohne Handtasche, nur mit dem bisschen Geld in der

Jeanstasche und meiner lustigen Begleitung.
Es macht Spaß bei guter Musik zu quatschen, albern und trinken.

Im “Drafthouse” am Hans-Albers-Platz allerdings fühle ich mich in meine Jugend der Neunziger versetzt. Hier scheint die Zeit tatsächlich still gestanden zu haben. Bis auf das Klientel, welches sich hier sichtlich in seine besten Zeiten zurückversetzt fühlt. Ich beobachte vollständig ergraute Damen weit jenseits der Fünfzig Head-bangend im Seidenschal, ebenso wie mehr als angetrunkene Mittzwanziger irländischer Herkunft.
Alles trifft sich hier. Und wir sind mittendrin.

Und während ich mich musikalisch wieder in meine Teenie-Zeiten zurückversetzt fühle, stelle ich fest, mich gerade an einer Schwelle zu befinden. Altersmäßig 😉
Es ist eigenartig, mit Vierzig.
Oder vielleicht auch eine glückliche Fügung.
Denn gelingt es Dir, Dich als Frau auch in diesem Alter noch einigermaßen zu halten, bist Du plötzlich für beides interessant:
Mittzwanziger Iren oder Ü60er Deutsche.
Nun, beides nicht wirklich mein Fall. 😉
Und auch hier merke ich, dass ich es noch immer nicht so sehr mag:
Dieses gemustert, beäugt und dümmlich-angelächelt werden! 😉

Nun, da ich aber als End-End-39jährige glücklich verheiratete Dreifach-Mami nun nix zu verlieren habe (die enge Jeans und das Top hab ich aber trotzdem an 😉 ) genieße ich gerade eine neue Form der Freiheit:
Ich kann mein selbst bezahltes Bier auch ganz in Ruhe alleine genießen und getrost alle mir nicht zusagenden “Störfaktoren” ausblenden!

Nur die Mädels neben mir, die blende ich nicht aus!

Und es ist schön wieder mit so lieber Gesellschaft im Nachtleben unterwegs zu sein.
In der dritten Bar am Kiez allerdings merke ich, wie mir der Alkohol in den Kopf und die Müdigkeit in alle Knochen steigt, bin ich doch zu diesem Zeitpunkt bereits fast zwanzig Stunden auf den Beinen.
Denn was das betrifft, bin ich wohl doch nicht mehr die Jüngste! 😉
Nun, früher hätte ich versucht weiterzukämpfen, heute weiß ich, wann es Zeit ist zu gehen. Und so entschließe ich mich, den Kiez hinter mir zu lassen und zurück zum Hotel, welches unweit der Reeperbahn liegt, zu spazieren.
Um im Anschluss in die weichen Kissen zu sinken und in einen komatös-tiefen Schlaf zu fallen!

Samstag

Der Samstag weckt mich mit unvorstellbar blauem Himmel und abermals strahlendem Sonnenschein.
Es scheint, als ob der Frühling schon einmal ein klein wenig trübe Winter-Wolken beiseite schob und noch etwas verhalten und dennoch vielsagend uns zuzwinkert. Als wolle er uns zuflüstern, dass das Schlimmste überstanden sei und ganz bald wieder grüne Knospen sprießen und tristes Grau frischem Grün weichen wird. Genug der Philosophie 😉

Ich entschließe mich dazu, rechtzeitig aufzubrechen und den Weg zum Hauptbahnhof zu Fuß zurückzulegen.
Und werde dafür mit einem traumhaften Blick über die Alster-Arkaden belohnt!
Ja, es fühlte sich schön an, wieder in Hamburg zu sein und ganz gewiss werden wir bald einmal zu fünft zurückkehren!
Denn alles kommt schließlich wieder und nix bleibt wie es war.

Später im ICE freue ich mich auf zu Hause und all die zurückgelassenen kleinen und großen Quälgeister.

Denn auch dazu ist eine Reise zu sich selbst immer wieder gut.
Eine solche Mama-Auszeit.
Sie lenkt von eingefahrenen Alltagsgewohnheiten ab und lehrt uns die Sicht auf einige Dinge zu überdenken. Mit etwas Abstand.
Lässt uns mit einem seeligen Lächeln an die lieben Menschen zu Hause denken und dankbar dafür zu sein, was wir haben und was auf uns wartet. Und packt dabei ganz nebenbei viele prägende und schöne Erinnerungen in unsere Herzen.

Mach’s gut Hamburg. Es war schön mit Dir!

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Liebe Alex, wie toller Beitrag und genau so war es. Es war mir wie immer eine Ehre mit dir unterwegs zu sein. 🙂 LG Michi

  2. Ja, Daumen hoch für Alex, das klingt nach einem tollen Event und viel Spaß! Ich war dieses Jahr auch schon in Hamburg (ohne Kinder) und habe eine Freundin besucht (frisch Mama geworden). Ich mag die Stadt und mit den richtigen Leuten, ist es immernoch viel toller 🙂

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