Jetzt mach‘ ich auch noch Cake-Pops!

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Cake-Pops machten für mich immer nur die Anderen.
Die, mit dem künstlerischen Geschick und der Engelsgeduld.
Die Back-erprobten Muttis mit der Hochglanz-Küche und den dicken Torten-Rezeptbüchern.
Die Insta-Mamis mit den Pastellfarben und der Liebe zum Detail.
Die glücklichen, ausgeglichenen Mütter mit den braven und lieben Kindern.
Oder gar desperate housewives mit der glatt gestrichenen und streng geknoteten Schürze und dem Zahnpasta-Lächeln.

Ja, in meiner Phantasie machten viele Frauen Cake-Pops – je nach der eigenen Stimmungslage von mir in die verschiedensten Kategorien und Schubläden eingeteilt.
Und allein Letzteres macht deutlich, wie absurd meine Gedanken und Vorurteile mal wieder waren.

Nicht jedoch machte jemand wie ICH solche Dinger! Niemals!

Denn das muss ja schließlich äußerst umständliche, zeitaufwändige und fummelige Kleinarbeit sein!
Überflüssiges Getue, welches nur die Angeber unter uns sich – und ihren Kindern – antun!
Nur um nachher alles stolz auf Pinterest präsentieren zu können!
Genau so musste es doch sein!

Und so stand ich da. Vor ein paar Wochen.

In der eigenen Küche, die Hände tief versunken in einem Gemisch aus Mascarpone und Biskuit-Boden.
Draußen regnete und stürmte es und ich sah einmal mehr Vorurteile über Bord plumpsen und neue Erkenntnisse wachsen!
Und das alles wegen eines dämlichen Einhorns – doch dazu gleich.

Voll einfach!!

Cake-Pops sind ja total einfach (Überraschung!) und eigentlich mega-geil!

Und ’ne ziemlich erfüllende Nachmittags-Beschäftigung für vier Kinder obendrein!
Gehen mit nur wenigen Zutaten herstellen und begeistern den Nachwuchs sowie Mütter gleichermaßen.

Ich in meinem Fall machte sogar das Besorgen der Zutaten zum Event für die gelangweilten Kinder.
Denn wer mich kennt weiß, dass ich mir bei solchen Vorhaben gerne von den eigenen Sprösslingen helfen lasse.

So kam es, dass ich an jenem trüben Wochentag vier Kinder (wir hatten noch ein Besuchs-Kind) mit einem in Druckbuchstaben beschriebenen Einkaufszettel und Gummistiefeln in’s nur wenige Meter entfernte Edeka zum Cake-Pop-Zutaten-Besorgen schickte!
(Und Nein! Dies ist jetzt keine Werbung für den gelb-blauen Lebensmittelmarkt!)
Die Mission „Kuchen-Lolli“ konnte also beginnen!

Während ich auf den Nachwuchs wartete, keimte ein klitzekleiner Gedanken in mir.
Eine Vermutung, die mir weismachen wollte, dass vielleicht ja doch nicht alle SO doof sind, die’s schon lange machen:
Das Formen lustiger Kügelchen auf Holz-Spießen!

Aber wie ist es denn nun dazu gekommen?

Genau genommen war es nicht ein Einhorn, dem ich nun meine Misere verdankte.
Viel schlimmer als das!

Es war ein bildhübsches junges Mädel, wenn nicht bereits eine Frau, welche sich regelmäßig in ein lächerliches Einhorn-Kostüm steckt!
Ein Overall in Regenbogen-Farben, kombiniert mit lustigen Ringel-Socken.
All‘ dies, um kleinen, unschuldigen Mädels (in diesem Fall meine kleinste Tochter) auf einem gewissen Kanal die witzigsten Rezepte und Bastel-Ideen untermauert von dümmlichen Einhorn-Geschichten zu verkaufen!
Zugegebenermaßen mit Erfolg.
Ich hasste diese Tutorials.
Doch mein Kind bettelte stets sich diese Tipps „doch nur mal kurz ankucken zu dürfen“.
Niemals hätte ich erahnen können, dass auch ich einmal davon betroffen sein würde!

„Mamaaa“
„Ich will Cake-Pops machen!!“
„Das geht gaaaanz einfach. Dazu musst Du nur……“

Ihr könnt Euch den Rest denken. 😉

Ein klein wenig rebellisch wollte ich mich dennoch zeigen und googelte selbst nach dem einfachsten (!) Rezept, welches mich davon überzeugen sollte, die Teile wirklich einmal auszuprobieren.

Und wie geht’s ?

Die Zutaten sind wirklich schnell besorgt!
Alles, was ihr für ungefähr 20 Pops benötigt, sind

250 gr Biskuitboden
200 gr Mascarpone
1 Becher Kuchenglasur (helle oder dunkle Schokolade)
bunte Streusel und Teilchen aus Zuckerguss zum Verzieren
Schaschlik-Spieße

Nun müsst Ihr den Biskuit-Boden ganz fein in einer Schüssel zerbröseln (Anfangs tat mir der arme Tortenboden leid, doch sollte sich die Mühe auszahlen!) und dann die (dicke, fette, äußerst kalorienreiche! 😉 ) Mascarpone dazu geben.
Alles ist nun mittels Eurer Muskelkraft (oder der Eurer Kinder und fleißigen Helfer) zu vermengen.

Bitte (!) denkt zuvor an’s Hände-Waschen, sonst wird’s leider ein klein wenig eklig, denn entgegen meiner ursprünglichen Vorstellung werden Cake-Pops gar nicht gebacken! (Wieder Überraschung!) 😉

Formt nun die Masse in gleichgroße Bällchen und stellt diese ca. 60 Minuten in den Kühlschrank.
Vergesst dabei nicht, motzig und schnaubend sämtliches Gerümpel zur Seite zu schieben, um den späteren Kunstwerken auch den verdienten Platz einzuräumen.

Im Anschluss dann einfach die Kuchenglasur mittels Mikrowelle oder Wasserbad schmelzen und die Spieße kurz in die Glasur halten (als „Kleber„).
Steckt die Spieße in die Kugeln, welche im günstigen Fall nun vor Euch liegen und nicht mehr im Kühlschrank verweilen! 😉

Nun könnt Ihr nach Lust und Laune die aufgespießten Kugeln durch die Glasur ziehen und dann ebenfalls mit buntem Gedöns verzieren!

Zum Trocknen eignet sich ein Block aus Styropor (für die Insta- und Pinterest-Muttis unter Euch, weil

fotogener!) oder auch ein schlichter, stabiler Schuh-Karton, in welchen Ihr die Spieße steckt!
Für die Bestell-Süchtigen unter uns (wieso sollte hier von mir die Rede sein?!) eignet sich auch ein Prime-Karton des ganz sicher weltgrößten Versandhändlers!

Bis zum Verzehr bitte die getrockneten Pops im Kühlschrank aufbewahren!
In unserem Fall waren dies jedoch nur etwas mehr als 24 Stunden – und der letzte Cake-Pop war verzehrt.

Und die Moral von der Geschicht?
Sag niemals nie – und dem Wunsch der geliebten Tochter widerspreche nicht!

Viel Spaß beim Ausprobieren (sollte es auf diesem Planeten überhaupt noch eine Mutter geben, die’s noch nie getan hat!)

Eure 

Alex

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