Roadtrip vs. AI-Flugreise: Was ist denn nun besser mit Kindern?

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„Ja, es war ein sehr schöner Sommerurlaub“
hörte ich mich dieser Tage sehr oft sagen.
Auf die Frage, wie denn nun unser ganz eigener Road-Trip war.
Und auch eine Woche, nachdem ich mit einem dicken, fetten Kloß im Hals wieder in Richtung Heimat fuhr, muss ich es mir selbst immer wieder eingestehen:
Diese Art zu reisen hat mir unheimlich viel Spaß gemacht!

Das wäre jetzt nicht allzu verwunderlich, hätte ich nicht früher eine ganz andere Vorstellung des perfekten, gelungen Sommerurlaubes gehabt!

Ein perfekter Sommerurlaub

Ein „richtiger“ Sommerurlaub musste früher für mich immer mit einer Flugreise einhergehen!
Irgendwo in den Süden.
Dorthin, wo das Wetter garantiert niemals umschlägt und vierzehn Tage Sonne garantiert seien.
Dorthin, wo es ein nettes, schickes Hotel gab mit Türkis-blauem Pool und feinkörnigem hellen Sand.

Der perfekte Sommerurlaub duftete nach Apres-Sonnencreme und Pina Coladas – gerne auch nach einem leichten Gemisch aus Kunstnebel und Wassermelonen-Shisha.
Der ultimative Sommerurlaub ließ auf azurblaues Meer blicken, schöne Menschen am Strand und noch viel schönere (Abend-)Kleider im hochglanzpolierten All-inclusive Hotel.

Wie eingeschränkt meine Sichtweise doch war!

Niemals hätte in meiner früheren Vision ein Auto-Urlaub in Österreich dem Inbegriff des perfekten Hochsommer-Urlaubes gerecht werden können.
Auch mit Kindern noch eine ganze Weile nicht!

Erst letztes Jahr besuchten wir wieder ein All inclusive Hotel mit den Kindern.
Zum Einen weil ich einen „richtigen“ Sommerurlaub wünschte und zum Anderen die lieben Freunde uns gerne genau dorthin begleiten wollten.
Und in der Kombination mit den Freunden war dies auch wirklich ein netter, echter Sommerurlaub.
Der genau nach all‘ dem roch, was ich mir wünschte!

Ja, selbst die Kinder tanzten im hübschen Kleidchen durch abendlichen Show-Kunstnebel!
Und als ein Elternteil sich bereit erklärte, fünf Kinder zu bespaßen (definitiv ein Vorteil reist man mit mehreren Erwachsenen), dann lag auch ein Hauch von Shisha (hüstel) und Alkohol (nochmal hüstel) in der Luft.

Bis nach einigen Tagen dieser „perfekte“ Sommerurlaub begann, mich zu langweilen!
Gähnend zu langweilen!
Und hätten uns die lieb gewonnen Freunde nicht begleitet, so wäre ab diesem Zeitpunkt der Familienstreit vorprogrammiert gewesen.

Ich fühlte mich was das Thema AI-Flugreise betrifft mehr als gesättigt – und wollte für eine Weile kein großes Hotel mehr sehen.

Dieses Jahr gab es nichts davon!

Kein Streit, keine Langeweile, kein Flugzeug, keine betrunkenen Leute zu primitiven Klängen am Pool – und schon gar keine Schaum- und Kunstnebel-Party!
Und wisst Ihr was?
Ich fand es herrlich!
Vermisst habe ich die Freunde aber dennoch.

Und so sitze ich nun hier, überrascht über mich selbst ob all‘ dieser neu gewonnenen Erkenntnisse und wundervollen Eindrücke!
Muss mir eingestehen, selbst im österreichischen Kärnten einen ganz und gar einzigartigen Sommer verbracht zu haben – und stelle alte Ansichten nunmehr mehr als in Frage!

Denn was ist denn jetzt besser?
Und vor allem mit drei Kindern schöner?

Die Flugreise mit Rundum-Hotelversorgung?
Oder der ganz individuell zusammengestellte Roadtrip?

Hier ein paar ganz persönliche Gedanken, nach unserem jetzigen Sommerurlaub:

Auf sich alleine gestellt

Wir übernachteten in diesem Sommerurlaub insgesamt in drei (!) verschiedenen Unterkünften.
Erst in der günstigen, aber familienfreundlichen Ferienwohnung etwas außerhalb des wunderbaren Badesees, dann im Feriendorf mit Frühstücksbuffet und Pool (Yeah!) – und zuletzt im Low Budget Hotel mit zwei Zimmern am Stadtrand von München.

Plant man eine solche Reise, dann muss man zum Einen damit rechnen, ganz viel wertvolle Familien-Zeit zu haben und als diese wieder zusammenzuwachsen – aber auch eben ganz alleine zu sein.
Im ganz eigenen Familien-Urlaubs-Kosmos.

Denn bei einem solchen Roadtrip, als Reise-Nomaden, können die Kinder (und auch Eltern) keine Urlaubs-Bekanntschaften schließen.
Ist einfach so. Dazu waren wir zu sehr alleine und eben zu kurz vor Ort.
Andererseits sah ich aber Geschwister friedlicher miteinander spielen als sie es je zu Hause tun würden und auch keine Eifersüchteleien aufkommen, hat eines der Kinder urplötzlich eine heißgeliebte Urlaubsbekanntschaft.

Autoreise – wir fahren los wann immer wir wollen

Bei der Pauschalreise ist man an vorgegebene Zeiten gebunden.
Und das ist gerade mit kleinen Kindern wirklich nicht immer lustig!
Letztes Jahr startete unser Flieger in den Süden um 3 Uhr Nachts!
Erschöpfender Stress, eine anstrengende Anreise und bleierne Müdigkeit am ersten Urlaubstag waren mehr als vorprogrammiert!

Fahrt ihr mit dem Auto in den Urlaub, besteht zwar immer noch die Gefahr, in nicht enden wollende Staus zu gelangen – doch ihr bestimmt selbst, wann ihr losfahrt!
Und schafft man es sich zu überwinden und eben auch um drei Uhr Nachts zu starten, dann sind die Autobahnen gerade an den kritischen Knotenpunkten noch relativ frei – und zumindest die Kinder pennen unter Garantie irgendwann auch wieder ein!
(Diese Rechnung geht im Flieger nicht auf – zu spannend!).

Einfacher packen!

Ich fand es sehr schwierig, Badesachen, Klamotten und den üblichen Klumpatsch von fünf Leuten für ganze vierzehn Tage ausschließlich in Koffer, die auch noch ein ganz bestimmtes Gewicht nicht übersteigen dürfen, zu quetschen! Echt jetzt!
Ein schweißtreibendes Vorhaben – und ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht, wie ich nächstes Jahr für 6 Wochen Kanada packen soll!?
(Eine Waschmaschine sei jedoch fest eingeplant! 😉 ).

Fahren wir allerdings mit dem Auto in den Süden (bislang habe ich mich noch nie, nie, nie gen Norden durchringen können ;)), dann packe ich zügellos!
Koffer, Klappboxen, Taschen und unzählige Tüten.
Nix muss durchdacht gepackt werden (das Tetris-Spielen an Jetbag und Kofferraum überlasse ich dann gerne dem Gatten) und ist jederzeit griffbereit.
Vergessenes wird einfach noch in vorhandene Lücken gestopft.

Im Laufe unserer Reise, ließen wir einfach zwei ganze Dreck-Wäsche-Koffer im Auto liegen – ebenso wie die Jacken-Tüte, die wir so gut wie gar nicht brauchten.
Anstrengend war jedoch das mehrmalige Be-und Entladen des Autos, da wir ja so oft die Unterkunft wechselten.

Mehr Aktivität, weniger Langeweile

Nie war ich in einem Sommerurlaub so aktiv unterwegs, als in eben diesem!
Ich glaube, ich lag ungefähr gefühlt 30 Minuten in zwölf Tagen auf einer Sonnen-Liege.
Ansonsten hatten wir so viel Abwechslung und es war immer was los!

Ich weiß gar nicht mehr wie viele Gewässer wir dank unserer Mobilität mit den Kindern besucht haben!
Ich glaube, es waren insgesamt fünf Seen – und ein Tag am adriatischen Meer!

Wir besuchten jeden Tag einen anderen See-Badestrand, der für die Kinder immer etwas Neues zu

entdecken bot.
Wir fuhren sowohl Tretboot als auch Elektroboot und selbst auf den Berg zum Wandern haben wir es geschafft!
Ich war laufen und schwimmen – und hätte es nicht gewittert, dann könnte ich jetzt ebenfalls stolz von einer E-Mountain-Bike-Tour und Paragliding berichten!

Für die Kinder war es ein Riesen-Spaß und eine willkommene Abwechslung!
Im vergangenen Türkei-Urlaub klagten doch tatsächlich alle drei Kinder über Langeweile!
Mit dem Resultat, dass drei Nachtschattengewächse mit zugezogenen Vorhängen (schon wieder Sonne! 😉 ) vor Tablet und Fernseher im Hotelzimmer saßen.
Das stimmte mich enttäuscht und frustriert gleichermaßen.
Nicht jedoch dieses Jahr in Österreich!

„Birkenstock“ statt Heels

Ja, ein klein wenig habe ich das abendliche „Schön machen“ schon vermisst, das muss ich hier zugeben.
Denn gerade als Mutter genieße ich jeden Moment und nutze herzlich gerne jede Gelegenheit wenigstens einmal auch wieder „nett“ aussehen zu dürfen!
Und wo kann Frau besser all die hübschen Sommer-Fähnchen ausführen, als im Hotel-Urlaub?

In Kärnten waren wir zwar auch sehr oft (und mehr als köstlich) abends essen, doch ist die Atmosphäre dann eine deutlich ungezwungenere. Und ganz ehrlich? Eigentlich auch ziemlich entspannt!
Denn wir haben einfach selbst entschieden, wie schick wir zu Abend essen.
Oder ob wir einfach in Shorts und Bade-Klamotten im urigen Biergarten hocken und auf die Etikette pfeifen! 😉
Fakt ist, bei einer Individual-Reise ist es wurscht, wie Du rumläufst.
Das bestimmst einzig und allein Du selbst, die jeweilige Hormonlage und Tagesstimmung! 😉

Und ewig grüßt das Frühstücks-Geschirr

Ich gebe zu, ich steh‘ drauf, einfach aufzustehen und das ganze Gerümpel von fünf Personen auf und unter dem Tisch liegen lassen zu dürfen! So geil!
Das geht wirklich nur im Hotel!
Und DAS ist dann echter, ultimativ entspannender Urlaub.

Doch erstens durfte ich genau dies für vier Tage im Hoteldorf genießen – und zweitens war es in den FeWo-Tagen davor auch ganz vorteilhaft, die Meute einfach ausschlafen zu lassen.
Ohne an Frühstücks-Zeiten gebunden zu sein.
Und das bisschen Mit-dem-Lappen-unterm-Tisch-rumrutschen?
Hab‘ ich auch überlebt!
Oder Mann und Kinder machen lassen! 😉

Und mein Fazit?

Wie so oft, liegt die Lösung wohl irgendwo in der Mitte!
Denn Beides hat seinen Reiz.
Der ganz individuell zusammengestellte Roadtrip – als auch der Hotel-Verwöhn-Urlaub irgendwo im warmen Süden.

Ich zumindest habe mich über jeden neuen Impuls, jede Erkenntnis gefreut und leide aktuelle schon wieder!
Unter schier unendlichem Fernweh!
Auf das die nächste Reise nicht allzu lange auf sich warten lässt!

Frohes Reisen! 

Eure 

Alex

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