Tag am See: Vom Sommer, den ich fast vergessen hätte

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Samstag. Fast hätte ich ihn vergessen! Ja wirklich!
Und ich tat ihm dabei furchtbar Unrecht merke ich jetzt gerade.
Jetzt in diesem wunderbaren Moment, als das Wasser vor mir glitzert, als trieben tausende Diamanten an der Oberfläche.
Als ein sanfter warmer Wind zart Haare um die eigene Nase wedeln lässt – und die Abendsonne die eigene Haut, welche ich Stunden zuvor noch als alt und hässlich verfluchte, im goldenem Licht weich zeichnet.

Als ich die Kinder (alle drei!) mit dem Po in der Höhe und den Händen tief vergraben im Sand beobachte.
Wie sie Staudämme bauen und Wasser stauen, alte Flaschen befüllen und klares Seewasser in selbst erschaffene Burggräben rieseln lassen. Wie sie selbstvergessen buddeln und wühlen, als hätte es niemals etwas Anderes gegeben!
(Schon gar keine Playstation oder gar Fortnite! 😉 ).

Ich beobachte die eigenen Kinder wie sie zusammen arbeiten und bauen, statt zu streiten!
Denn auch ihnen geht es heute gut!

Ich habe in diesem wunderbaren Sommer ohnehin gelernt, dass man nicht in die Ferne fliegen muss, um Seelen zu heilen und Glück zu verspüren.
Und dass es zum Sommer-Feeling eigentlich immer nur vier Dinge braucht:
Zeit, Sonne, Wasser und die eigene Familie!

Und all‘ das habe ich heute.
Am Samstag am See!
Minutenweise gelingt mir hier sogar das, was ich mir schon so lange wünsche und vornehme:
Gedankenkreise zu durchbrechen, das Hirn auszuschalten (ein bisschen plem plem hat ja wohl noch keinem geschadet! 😉 ) – und einfach zu sein.
Im Hier und Jetzt.
An diesem wunderbaren Spätsommer-Tag irgendwo in Hessen.

Ich hatte den Sommer fast vergessen!

Ja, ich war gemein zum Sommer!
Bestellte bereits Stiefel und Kleider in warmen herbstlichen Tönen.
Freute mich auf verregnete Nachmittage auf der Couch und Spaziergänge durch’s bunte Herbstlaub.

Doch jetzt?
Kann das alles gerne noch ganz lange fern bleiben!
Endlich haben wir es wieder an den See geschafft, welchen wir vor Jahren entdeckten – und von Beginn an begeistert waren.
Jedes Jahr wollten wir von da an mindestens einmal wiederkehren.
Doch immer war etwas Anderes.
Wir flogen oder fuhren in den Süden stattdessen, waren zu beschäftigt mit Kindergeburtstagen (bald ist wieder einer! 🙂 ) oder damit, die Saison-Karte des eigenen Freibades auszuschöpfen.

Aber heute!
Nach drei Jahren sind wir wieder an diesem wundervollen Fleckchen Erde.
Weil wir uns einfach die Zeit genommen haben!
Weil wir die Prioritäten heute neu ordneten, ganz im Zeichen eines Sommers, der noch einmal gefeiert werden möchte.
Und im Zeichen der Familie!

Einfach alles ausblenden!

Man muss es nur manchmal einfach ausblenden können.
Die Dinge, die an einem Wochenende eigentlich zu tun wären.
Den Garten und die Wäsche, den Großeinkauf und diverseste Reparaturen im und um’s Haus.
Das Aufräumen, Sortieren, Wischen, Bügeln.

Denn nur so können wertvolle Erinnerungen an gemeinsame Familienzeit geschaffen werden.
Nur so schweifen Gedanken, wachsen Träume – und laden sich von der Woche ausgezehrte Batterien wieder auf.

Und so packten wir am Vormittag Taschen und Kinder ein, überredeten den Sohn trotz geschienten und umwickelten Finger mitzukommen und packten einfach auch noch die liebe Freundin der Mittleren mit in’s Gepäck (schaffe einen Zustand, der alle Familienmitglieder glücklich macht! ) und fuhren los!

Und was gibt es schon Schöneres, als auf der Picknick-Decke zu hocken, die obligatorischen Pommes vom Strandbad-Kiosk zu verspeisen und ausgelassen durch das smaragdgrüne Wasser zur Badeinsel zu schwimmen!
Aber jetzt mal ehrlich!?

Beim Stand-up-paddling durften die zwei großen Mädels als auch der Papa jeweils mit dem Sohn (erstaunlich, wie viel See auch ohne Baden geht! 😉 ) und der Kleinsten ihr Können beweisen.
Ich hingegen genoß sehr die Runde für mich alleine durch den See.
Frei von Sorgen und Gedanken, Zukunftsängsten (die kommen alle früh genug wieder – spätestens so in ca. zehn Tagen! 😉 ) und grämenden Einfällen!
Herrlich!

Ich mach’s wie Ronja und Birk!

Gestellte Bilder sind uncool: Hier also die Version „jetzt mach‘ doch endlich ma‘ das Foto!“ 😉

Und jetzt hocke ich eben hier.
Am späten Nachmittag.
Mit den Füßen im warmen Sand – und wünschte mir, dass dieser Sommer nie zu Ende geht.

Und in diesem Moment fasse ich einen Entschluss:
Ich werde es jetzt einfach so machen wie einst „Ronja“ und „Birk“ !
Ich lasse einfach nicht zu, dass er wieder geht!
Der Sommer!

Den Abschied verdränge ich ganz einfach!
Regnet es in Strömen, dann ist es eben ein „verregneter Sommer“.
Tosen die ersten Herbststürme, dann ist es eben ein „windiger Sommer“.
Und bedeckt der erste Morgentau zarte Pflänzchen, dann ist es eben ein „kühler Sommer“.
Dabei werde ich dann hoffen!
Darauf, dass „es schon wieder wird“.
Und auf einen wundervollen Sommertag wie diesen!

Habt einen guten Start in die Woche!

Eure 

Alex

P.S. Den Sonntag verbrachten wir etwas beschaulicher.
Gemeinsam mit der Tante des Gatten grillten wir (hoffentlich nicht ein letztes Mal – bisschen Grillfleisch geht noch! 😉 ) auf der Terrasse.
Am Nachmittag besuchten wir das hiesige Kirchfest – ein großer Wunsch der Kleinsten.

P.P.S (Werbung durch Verlinkung)
Dieser Betrag macht mit beim „Wochenende in Bildern“! 
Mehr Einblicke in das Familien-Leben am Wochenende gibt’s bei grossekoepfe!

 

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Ein Gedanke zu “Tag am See: Vom Sommer, den ich fast vergessen hätte

  1. Ben Antworten

    Schön geschrieben und während es Lust auf mehr macht, kommt auch etwas Melancholie durch.

    Auch wir haben vor Kurzem einen Beitrag online gestellt, zu Gedanken, die so zum Sommer/Ferienabschluss hin aufkamen.im Detail geht es in eine ganz andere Richtung, aber vielleicht teilst du oder auch andere auch diese Gedanken

    https://www.patchwork-deluxe.de/familienleben-deluxe/auf-der-anderen-seite-der-ferien-2183

    0

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