Aus Fehlern lernen & das Beste draus machen – Corona-Tagebuch – Tag 10

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Puh! So langsam gehen mir die Überschriften aus. 😉
Doch könnte die Heutige den zurückliegenden Tag ganz gut beschreiben.

Ja, auch heute habe ich Fehler gemacht. Viele davon.
Überhaupt scheint es mir, als würde ich dieser Tage die Sache mit der Erziehung noch einmal ganz neu aufrollen und überarbeiten müssen.

Denn erst jetzt fallen mir einige Dinge auf, die ich so gerne ändern würde und in der Vergangenheit einfach verbummelt oder leichtsinnig hingenommen habe.
Ihr kennt die Sache mit dem Weg des geringsten Widerstands.
Jetzt aber – ausgerechnet jetzt (!) – möchte ich die holprigen, steinigen Pfade wählen und Dinge endlich richtig machen.
Sehr zum Missfallen einiger anwesender Familienmitglieder.

Ausgetickt

So trug es sich zu, dass Emotionen und eigene Anforderungen am frühen Mittag mit mir durchgingen.
Ein kurzer Blick in Richtung Couch – und es war um mich geschehen.

Und wenngleich es sich nur um eine Moment-Aufnahme handelte, so war mir diese in jenem Augenblick einfach zu viel.
Das konnte und wollte ich einfach nicht mehr sehen!
Jene Gestalten, welche sich im abgedunkelten Wohnzimmer mit Handy, Tablet & Co. (was soll hier eigentlich immer & Co. sein? 😉 ) auf unserer Couch fläzten.
Während draußen strahlender Sonnenschein wartete!

Hilflosigkeit ob jener Situation machte sich in mir breit.
Wollte ich nicht, dass sich die Kinder auch (oder gerade!) in dieser Zeit ausreichend an der frischen Luft bewegen?
Und das am liebsten sogar freiwillig?
Und vielleicht sogar gerne auch mit mir?
(Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal! 😉 )

Freunde zum gemeinsamen Radeln oder Fussball-spielen warten dieser Tage ja leider nicht.
Nun, sämtliche Vorschläge jetzt doch mal eine Runde an der frischen Luft zu drehen („aber es ist doch sooo schön draußen!“) prallten vergebens ab!
Was aber machen Eltern leider, fühlen sie sich einer Situation nicht Herr (schlechte Formulierung, I know) und hilflos?
Sie blöken die Kinder an.
Und nicht selten zu Unrecht!
So auch ich.

Raus an die Luft!

20 Minuten später liefen wir tatsächlich.

Die Luft zu Hause wurde uns allen unerträglich, zum Schneiden dick – und die Stimmung sank tief in den nicht vorhanden Keller.
Konflikte mussten geklärt und Dinge angesprochen werden.
Und letzten Endes willigten die Kinder doch ein, diese bei einem gemeinsamen Gang über Felder und Wiesen zu klären.

Hier wiederholte sich eine Erkenntnis, welche ich bereits am vergangen Samstag erleben durfte:
Erst einmal draußen und weg von der eigenen Bude ist alles gut!
Wir konnten reden, uns vertragen und Dinge klären.

Gemeinsam neue Wege gehen…

Auch entschuldigte ich mich für mein eigenes Verhalten!

Denn es war nicht in Ordnung.
Die Kinder hatten alle ihre Schulaufgaben zuvor erledigt und saßen wirklich noch nicht lange auf der Couch.
Ich hätte nicht sofort meckern und motzen müssen. 😉

Auch stellten wir während des Spaziergangs fest, dass wir nun doch einen Plan gemeinsam gestalten möchten.
Dachten wir erst, es ginge ohne, konnte ich die Kinder davon überzeugen, dass es doch gar nicht so eine schlechte Idee ist, einen Fahrplan für den Corona-Alltag zu haben.
(Hält vermutlich ungefähr drei Tage! 😉 )

Ein Plan entsteht….

Fest integriert soll auch ein gemeinsamer kurzer Spaziergang zum Reden und Kinder-lüften pro Tag sein.
Und ohne jegliches Widerwort zeigten sich auf einmal alle Drei damit einverstanden!
Frau lerne, sehe und staune! 😉

Zeit für Kekse!

Schon vor einigen Tagen hatte ich es den Mädels versprochen, heute sollte es endlich soweit sein.
Schließlich will die neue Spülmaschine ja auch was zum Arbeiten haben.
Es ist mir eine große Herzens-Aufgabe, den Kindern einen abwechslungsreichen und möglichst normalen Alltag zu ermöglichen und solche Dinge gehören einfach dazu.

Backen lenkt ab – auch mich.

Überhaupt hilft mir dieser Tage jener Aktionismus, um nicht allzu viel in’s Grübeln zu kommen – und Tränchen zurück zu halten.

Zu sehr schmerzt es, realisiere ich, wie ungewiss unsere Zukunft ist – und welche Kindheit unseren Kindern künftig vielleicht geboten werden kann.
Sollen sie nicht glücklich, frei und unbeschwert sein?
Ist’s nicht das, was sie verdient haben?

Glücklicherweise kann ich derzeit noch behaupten, dass die Kinder nicht allzu sehr unter der gegebenen Situation leiden.
Auch das konnte ich beim gemeinsamen Spaziergang herauskitzeln.

Sonnenuntergang am See

Ich hatte gerade die Küche aufgeräumt, da bekamen der Gatte und ich ein Angebot, welches wir einfach nicht ausschlagen konnten!
Die beiden größeren Geschwister versprachen gut auf die Kleinste aufzupassen – und wir konnten zusammen zum See.
Zum Laufen und Frischluft tanken.

Und obgleich wir in diesen Tagen nur allzu oft „eingesperrt“ sind, hier am See verspüre ich regelmäßig nichts Anderes als Freiheit.
Und es tat so unendlich gut!

Später am Abendessen-Tisch reden wir viel mit den Kindern.

Über das was noch kommen mag und wie wir unseren Alltag weiterhin zuversichtlich gestalten wollen.

Was wäre ich nur ohne diese Lieblings-Menschen an meiner Seite?
Menschen, die mir die eigenen Fehler vor Augen halten und immer wieder verzeihen.

Wir begleiten uns gegenseitig durch diese nahezu unwirkliche Zeit, geben Halt und spenden Trost.

Und erkennen einmal mehr, was es heißt eine Familie zu sein.

Eure 

Alex

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