Geiler wird’s nicht mehr – unser Wochenende – Corona-Tagebuch Tag 41 & 42

21+

Schwer fallen die müden Augenlider immer wieder zu.
Doch noch kämpfe ich.
Schließlich muss ich ja die Lage checken.

Ich blinzle also angestrengt und stelle fest:

„Aha. Sie hat wohl ihr Leben noch immer nicht im Griff“

Getrost kann ich also weiter dösen.

Hin und wieder zucken Bilder vor den eigenen Augen auf – und ich beobachte die leicht alternativ angehauchte, unfrisierte Mittzwanzigerin beim Scheitern und Stolpern während ihrem Weg durch ein verkorkstes, Alkohol-durchtränktes und Nikotin-umnebeltes Leben.

Es ist weit nach Mitternacht und ich möchte Zeit für mich haben!

Endlich will ich alleine auf der Couch liegen dürfen und hemmungslos netflixen.

Nach einem langen Tag, an dem ich nur funktionierte (dazwischen hin und wieder ausgiebig schrie und motzte) – und das eigene Ich dabei ganz tief in Vergessenheit geriet.

Wie so oft in dieser eigenartigen Zeit.

Jetzt aber!
JETZT habe ich Zeit für mich!

Ebenfalls in meiner Gesellschaft:
Das Glas Weißwein und eben jener Film, den ich noch zu Ende bringen möchte.

Ja, Filme über armselige Menschen, die ihr Leben nicht im Griff haben, stehen bei mir gerade hoch im Kurs. 😉

Fühle ich doch selber öfter so, als mir lieb ist.
Doch wer tut das eigentlich nicht in diesen Zeiten?

Hin und wieder schrecke ich beim aufmerksamen „Kucken“ auf.
Nämlich immer dann, als das – mittlerweile zweite (!) – Glas Wein in meiner Hand gefährlich nahe gen Couch kippt.

Nicht mal mich selbst betrinken mag mir gelingen – neige ich nach Alkoholkonsum zu leichter Schläfrigkeit – und bin wohl eher tief grunzend eingepennt, bevor es überhaupt anfängt lustig zu werden.

Ich gebe auf und hangle die meinen schweren Glieder die Treppe hoch.

Geiler wird’s heute nicht mehr!

Samstag

Leider wache ich mit eben jener Erkenntnis auch am frühen Samstag-Vormittag auf – oder ist’s dann später Morgen?
Und eine solche Erkenntnis kann schon ein klein wenig die Stimmung trüben.

Ja, ich glaube da kommt nix „Geiles“, Außergewöhnliches mehr die nächsten Monate!

Und das zu realisieren, fällt mir noch immer schwer!

Und es gilt solche Gedanken schnellstmöglichst zu verdrängen!
Denn würde ich mir alle Gefühle, Emotionen, Erlebnisse, Orte und Dinge ausgiebig vor Augen führen, die in diesem Jahr wohl eher NCHT mehr stattfinden, man(n) könne mich dieser Tage irgendwo zwischen Wodka, Ouzo oder Raki vorfinden – und nicht vorm blumig-fruchtigen Weißwein.

Nur die Sonne, die scheint noch immer! 

Sie möchte, dass wir das Beste aus jedem einzelnen Tag in dieser verkorksten Zeit heraus holen und uns lieb haben!
Und das WIR genießen.

Hallo Samstag! Wir sind wieder am See 🙂

Was lieb ich meine Kinder!
Seitdem die Kleinste das größere Rad hat, klappt’s ganz prima mit gemeinsamen Touren!!!

Und trotz aller Tränen, trotz aller Selbstverachtung und Perspektivlosigkeit gibt es sie noch:
Momente eines jeden Tages, an denen mir dies gelingt!

Momente, in welchen ich sogar richtig glücklich bin!

Denn eigentlich geht es uns gut!

Was wären wir in diesen Tagen ohne unseren See?
Laufen und Schreiben – beides hilft gerade mehr denn je!!!

So stolz auf meine Mädels, die vorneweg radeln…

Wir haben uns, ein gemütliches Zuhause!
Den See und die Natur ganz nah um uns herum!
Die Kinder wachsen (auch jetzt!) sorglos und unbeschwert hier auf dem Land auf – und jeden Tag begrüßt uns dieser unglaublich blaue Himmel!

Trotz intensivstem Aufeinander-Hockens: Noch keine Scheidung in Sicht! 😉
…und so’n bisschen Strahlen geht auch noch

Der Kühlschrank ist gefüllt, das Auto vollgetankt, der Grill funktioniert ( 😉 ) –  und keiner ist aktuell krank!

Wir grillen!

Magen-Darm, Läuse, Madenwürmer – all die ekligen verhassten Kita-Zettel fehlen dieser Tage!

Die haben nämlich auch Corona-Ferien – und vielleicht sollten wir es einfach mal so sehen! 😉

Aktuell sind wir – ländliche Isolation sei Dank – gesünder denn je!
Und das gilt es zu feiern!

Und sei es bei einem gemütlichen Fernseh-Abend zu Fünft im Wohnzimmer!

Samstag-Abend kucken wir auf ITV „Britain’s got Talent“ – der Buzzer darf nicht fehlen!!! 😉

Sonntag

Und JA! Vielleicht wird’s nicht Geiler dieses Jahr!

Und am Sonntag beginne ich zu sinnieren.

Hallo Sonntag! Es gibt ein schnelles Frühstück…

Vielleicht (Nein! Sogar ganz sicher!) steigen wir niemals in eine große Boing, die uns über den Atlantik fliegt.

Vielleicht rieche ich in diesem Jahr keine salzige Meeresluft oder frisch gebratenen Fisch.
Auch kein Oleander und ich werde auch keine Zikaden zirpen hören.
Stapfe nicht durch bunt blühende Maccia und bestaune türkis-blaues Mittelmeer-Gewässer.

(Ihr erkennt, wonach ich mich gerade seeehr sehne! 😉 )

Vielleicht bewandere ich keinen einzigen österreichischen Berg – und plätschere in keinem großen Süßwasser-See Kanadas.

Vielleicht trage ich die neuen Schuhe und das hübsche Blümchen-Kleid ausschließlich im heimischen Garten oder gar auf dem Acker.
(Nein! DAS wohl eher nicht! 😉 )

Neue Schuhe – schlecht für’s Konto, gut für die Seele und gerade unnötiger denn je! 😉

Und vielleicht wird es noch ganz lange keine gemütlichen Grillabende unter Freunden geben.

Aber es gibt uns!
Und den See!
Es gibt Wälder, Bäche und Flüsse!
(Es gibt die wunderbaren Abenteuer von Ronja Räubertochter!!)

Neuestes Hobby: Papier-Schiffchen fließen lassen….
Hinter der Kamera: der große Sohn! Danke! Für das schöne Foto! 🙂

Und es gibt eine Natur, welche gerade erwacht und uns zeigt, dass sehr wohl noch immer das Leben pulsiert!

Sofern wir es denn nur wollen und zulassen!

Einander (virtuell) die Hand geben und vertrauen! Neue Stärken und Vorlieben erkennen und alte Schwächen annehmen – vielleicht geht es einfach nur darum in diesen Tagen…

Wir leben in kleinen (Fort-) Schritten dieser Tage und blenden das große Ganze aus.
Und das ist auch gut so!

Kommt gut in die neue Woche!

Eure 

Alex

P.S. Noch mehr Wochenenden in Bildern gibt’s wie immer drüben bei grossekoepfe! (Werbung durch Verlinkung) 

P.P.S.

Samstag-Nacht nach den Nachrichten grüßt der Mensch im TV übrigens mit „bleiben Sie zuversichtlich“.
Treffender hätte er es nicht formulieren können!

Denn „bleiben Sie gesund“?
Kann wohl kaum jemand mehr in diesen Zeiten hören – und ist auch ziemlich Sinn-frei und unrealistisch.

Stattdessen sollten wir uns eine gewisse Zuversicht und Besonnenheit wahren – und nicht mit allzu viel Trotz, Wut und Selbstmitleid in diesen Tagen unterwegs sein! 

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