Zum Teufel mit den Zahlen! Gedanken zum 3. Blog-Geburtstag

26+

Da hocke ich nun auf der Couch.
Wie ein Häuflein Elend.

Zu müde um produktiv zu arbeiten, zu wach um nochmal eine Runde bitter nötigen Schlaf nachzuholen.

Denn ich habe bereits den ersten Kaffee des Tages getrunken.
Ich MUSSTE ihn trinken, um funktionieren zu können.

Um Brotdosen zu füllen (Hallo neuer, alter Alltag! 😉 ) und Kinder zu wecken, um Tee zu kochen, Kleider rauszulegen und Küsschen auf die Stirn zu drücken.
Um Sonnencreme zu verteilen – und dabei fehlende Dinge in die Einkaufsliste zu tippen – und um Kita-Taxi zu fahren.

Und hocke nun hier und starre wahlweise in die Luft oder beobachte leeren Blickes den neuen Staubsauger-Robotor (ROBOTER – warum mache ich diesen irren Schreibfehler andauernd? 😉 ) wie er fleißig seine Kreise unterm Esstisch zieht.

Immerhin hilft er mir emsig und auch der Gatte hat mir heute gleich zwei Kinder-Taxi-Fahrten abgenommen.
Das macht er oft, seitdem er so häufig zu Hause ist – und ich bin sehr dankbar dafür.

Und doch scheint mir die Zeit an allen Ecken und Enden zu fehlen.

So sehr, dass ich bereits wieder am Schlaf reduziere – und es gerade bitter bereue.

Denn es führt dazu, dass ich depressiv durch den Tag schleiche und vor lauter müder Langsamkeit nur ein Drittel des Tages-Solls (welches ich mir ohnehin immer zu hoch stecke) erreiche.

Ziemlich blödsinnig eigentlich.

Keine Zeit für’s „Business“

Es sorgt ebenfalls dafür, dass ich es derzeit einfach nicht kann:

Das Business ankurbeln“, den Blog hier voran bringen und mich mal so richtig ordentlich rein knien.
Bis es weh tut.

Damit Zahlen wachsen oder wenigstens konstant bleiben.

(Das tun sie aktuell nämlich nicht  – und ich kämpfe gerade sehr hart dagegen an, das Ganze zu emotional an mich heran kommen zu lassen!!)

Damit der Bekanntheitsgrad steigt – und richtig gut bezahlte, geile Aufträge eintrudeln!

Damit Geld fließt und Statistiken explodieren.
(Das ist doch unser aller oberstes Ziel als Blogger, oder? Sarkasmus off!)

Ich aber will das alles nicht!

Und während ich diese Zeilen hier schreibe, merke ich, wie ich mit einem zarten Hauch Verbitterung die Mundwinkel verziehe.
Denn ist es wirklich das, was ich will?!

Ich startete vor ganz bald drei Jahren diese Seite hier!
(Ätsch! Drei Jahre! Das hätte ich selber nicht gedacht! )

Aber nicht mit dem Ziel, berühmt und erfolgreich zu sein.

Nicht, um zu verdienen und das Business weiter auszubauen.

Und auch ganz sicher nicht, um mich irgendwann auf der Couch kauernd – als Marionette irgendwelcher Vorgaben und Zahlen wieder zu finden!

Es sind NUR Zahlen!
Aber um die soll sich ständig ALLES drehen!

So Vieles habe ich in den letzten drei Jahren beobachten können und dazu gelernt – und gleichzeitig so wenig weiß ich noch immer!

Ich fing diese Seite damals aus der Intention heraus an, mir mit dem Schreiben etwas Gutes zu tun.
Und auch Euch Mamas da draußen.

Um Euch aus der Seele zu schreiben – und glücklicherweise gelingt mir dies noch immer!

Danke!
Für all‘ Eure lieben Worte!

Ihr seid keine Zahlen!
(Die kann man im übrigen auch manipulieren und faken! 😉 )

Ich möchte ICH und unbeschwert bleiben!

Ihr seid echte Menschen – und damit liebenswerte zu schätzende Stammleser!

Niemals (!) wollte ich mich niedergeschlagen vor Statistiken hocken sehen, krampfhaft grübelnd, WAS denn jetzt den großen Aufschwung zurück bringt.

Denn sobald man das tut, verliert man meiner Meinung nach das Wichtigste beim Schreiben überhaupt:
Sich selbst!

Das will ich nicht! Das bin ich nicht!

Was bedeutet mir das Bloggen?

Bloggen bedeutet für mich in erster Linie Eines:

Schreiben.
Und zwar mit ganz viel Herzblut und aus tiefster Seele.

Doch gerade im Moment?
Kullern Tränchen die Wangen herunter.

Ja, ich bin gereizt und genervt!!!
(Und so unfassbar müde)

Davon, was das Bloggen droht aus und mit mir zu machen.

Weil ich mich gerade wieder (genau in diesen Minuten!) dazu entscheide, gegen dem Strom schwimmen zu wollen!
So heftig die Wassermassen auch dagegen drücken.

Denn aufhören?
Ist doch ehrlich gesagt auch keine Option! 😉

Aber ich kann’s gerade nicht mehr hören!

„Zahlen“!

Immer nur geht es darum!
Um die Reichweite und den Einfluss eines Blogs.

Auch ich wachse – aber organisch

Ja, mein Blog ist gewachsen!
Von Jahr zu Jahr ist er „größer“ geworden!
Alljährlich stiegen monatliche Aufruf-Zahlen.

Und das macht mich stolz und ist definitiv etwas, das ICH ganz alleine erreicht habe.

Aber Zahlen sind dummerweise in der Branche ein Indiz dafür, wie „groß“ ein Blog ist.

Leider NICHT jedoch dafür, wie erfolgreich und vor allem qualitativ eine Seite ist, wenn ihr mich nach meiner ehrlichen Meinung fragt!

Ich wachse organisch, nicht explosiv

Was zum Einen gewiss davon zeugt, dass Ihr hier sehr gerne lest, meine Texte schätzt und das auch weiter verratet.
Ganz lieben Dank dafür!!!

Aber auch zeugt es davon, dass ich einfach keinen Bock habe, mit Schmu und Tricks zu arbeiten!
Mit Kalkül und Eigenwerbung.
(Seeehr viel Eigenwerbung!)

Und es zeigt, dass ich schlichtweg auch nicht das know how habe, um das Ding explosionsartig in höhere Gefilde zu befördern.
Ich wende viel zu wenig Zeit auf für Analyse oder Kaltaquise und dergleichen.
Kann ich nämlich nicht, will ich nicht.

Ich möchte mich hier weiterhin wohlfühlen.
IHR sollt Euch hier weiterhin wohlfühlen.
Mit mir und bei mir.

Das funktioniert, glaube ich nur, wenn ich mich von gewissen Zwängen und diesem immensen inneren Druck trenne!

Klein auf Instagram – Na und!?

Ich möchte nicht bei irgendwelchen doofen „Follow-Trains“ – oder wie auch immer jener Quark auf Instagram heißt – mitmachen.
Damit Zahlen steigen und Du für Kunden „groß“ aussiehst! (Es geht teilweise nur um den Schein!) 

Denn es ist jedes Mal das Gleiche:

So etwas stresst mich einfach nur und schlägt auf’s Gemüt!

Und irgendwie kindisch finde ich es zudem.
Plötzlich bist Du in eigenartigen Chat-Gruppen und wirst mit Nachrichten zugemüllt, für welche Du weder Zeit hast, sie alle zu verfolgen – oder gar Dich zu beteiligen.

Denn ganz ehrlich?
Mein Leben findet nicht im Mobiltelefon statt!

Ich möchte für meine Kinder da sein!

Ich habe keine Zeit für Gruppen-Chats und dafür, Stunden in diverse Kanäle zu investieren.

Chat-Gruppen überfordern mich!!!

Hey!
Ich schaff’s nicht mal privat all‘ diesen eigenartigen Whatsapp Gruppen zu folgen, in welche man hin und wieder plötzlich hinein stolpert. (Oder geschubst wird 😉 ) 

Abschiedsgeschenk hier, Geld einsammeln da.
Welches Kind ist jetzt nochmal das mit dem Vogelhäuschen/der beschrifteten Bank/der Matsch-Küche – und welches das mit dem Gutschein?

Wo habe ich jetzt geantwortet und mich lieb und nett beteiligt – und wo noch nicht?

Es-überfordert-mich!

Und führt dazu, dass ich vor lauter „mental load“ (um auch mit Modewörtern um mich zu schleudern) meine Kinder anmotze und gehetzt Tassen lautstark in Küchenschränke knalle.

Ich zeige mich absichtlich nie auf Twitter, weil ich beileibe nicht auch noch die Zeit hätte, mich an irgendwelchen hitzigen (Trend-) Diskussionen zu beteiligen – und mich mit Müttern, deren Gesicht mir noch nie untergekommen ist, zu zoffen.

Auch wenn’s gut für’s Business (Ja, Bloggen ist ein Business und sogar als Gewerbe angemeldet – selbst bei mir!) und den Bekanntheitsgrad wäre.

Ich KANN einfach nicht überall mitmischen, möchte das auch gar nicht!

Und Pinterest ist für mich noch immer (!) ein Buch mit sieben Siegeln.
Ich bin schlichtweg zu doof dazu, hierüber ein Blog voran zu treiben und bekannt zu machen!

Ich will einfach nur schreiben!

Ich will ICH bleiben und mich hier auskotzen dürfen, wann immer mir die Seele weh tut. 😉

Ich will scherzen dürfen, wenn mir der Schalk im Nacken hockt und Freuden-Tränchen die Sicht trüben – und für einen kurzen Moment dieses blöde Erwachsen-sein und Vernunft ausblenden.

Ich will peinliche literarische Ausraster hier leben – und auf den Punkt bringen, was Mutterschaft teilweise wirklich bedeutet.
In allen Farben und Facetten.

Ich will weder einen „Redaktionsplan“ verfolgen, noch unbedingt schreiben müssen, was gerade aktuell ist.
Und mich vor lauter Grübeln, was der Leser jetzt am Besten „gebrauchen“ könnte verbiegen.
Denn das ist nicht mehr echt und habt ihr nicht verdient!

Ich möchte beim Schreiben fühlen, nicht kalkulieren!

Auch wenn das jetzt hier einer meiner größten und gravierendsten „Fehler“ ist!

Nach wie vor soll dies hier ein Blog für Herz und Seele sein, zum Wohlfühlen – oder mit mir Heulen.
Zum Lachen – oder manchmal auch trotzig zürnen.

Ich möchte Leser nicht verarschen!

Und nur deshalb über die Reiseapotheke und Packlisten bloggen, weil das ja jetzt gerade in die Zeit passt und „den Leser interessieren könnte“.

Mit diesem Ansatz habe ich niemals vor drei Jahren angefangen!

Bloggen bedeutet auch ganz wunderbare Begegnungen! Die Blogfamilia konnte dieses Jahr leider nicht stattfinden – ein Goodiebag erreichte mich aber dennoch! Ihr seid süß! Danke dafür!!! 🙂

Eine geile Zeit!

Und um zum Schluss nun doch wieder ein wenig zu relativieren:

Ich durfte die vergangenen drei Jahre gleichermaßen auch so viel Gutes und Schönes erleben und auch mehr dazu lernen, als ich es mir je erträumt hätte!

Aufträge taten sich auf, Kooperationen, welche jede für sich eine ganz wunderbare Erfahrung waren – und nie im meinem Leben zuvor konnte ich eine ähnliche Freude beim „Arbeiten“ empfinden.

An dieser Stelle allen bisherigen Kooperationspartnern ein ganz großes Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit!

Denn spannende Projekte, Presse-Reisen und Kooperationen – natürlich ist auch das alles der ganz eigene Antrieb!
Der Motor eines jeden Blogs!
Auch meiner- doch nur solange ich dabei auch ICH bleiben darf!

Schön öfter überkam mich der trotzige Gedanke, einfach aufzuhören.
Auf den „roten Button“ zu drücken und 400 Texte Leidenschaft und Herzblut einfach dem Erdboden gleichzumachen.
(Verbotene, dunkle Gedanken hat doch jeder! 😉 )

Doch dann ergab sich wieder ein ganz wunderbares und spannendes Projekt, eine neue Kooperation tat sich auf – oder Fünf durften erneut auf Reisen gehen.
Und das Glücksgefühl war wieder da.

Das ist es aber eigentlich immer.
Jedes einzelne Mal beim Veröffentlichen eines Textes, der so sehr in mir brannte. 

Und solange das so ist, solange das Feuer brennt und die Seele fühlt, solange Fingerkuppen gar nicht schnell genug in die Tasten hauen können, weil sich Gedanken, Emotionen und Empfindungen überschlagen – solange wird es auch diesen Blog hier geben.

Allerdings zu meinen ganz eigenen Bedingungen!

Bleibt Ihr mit mir dabei?

Eure 

Alex

Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!

26+
Teilt den Beitrag gerne auch über Facebook. Dazu einfach auf den Button klicken.  😉

Keinen Beitrag mehr verpassen?

Dann mach es wie viele Andere und folge mir! Gib dazu einfach Deine Email-Adresse ein und klicke auf 'MamaStehtKopf folgen'. Dann wirst Du über neue Artikel von mir persönlich informiert. So einfach kann's sein... 🙂 Beachte auch meine Datenschutzhinweise.

26+

4 thoughts on “Zum Teufel mit den Zahlen! Gedanken zum 3. Blog-Geburtstag

    Kommentar verfassen