So müde: Mütterlicher System-Ausfall! Na und!?

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„Außer, dass Du mit mir gelernt hast, hab‘ ich Dich heute NUR auf der Couch gesehen“

Für einen kurzen Moment fühlte ich mich ertappt, als der Sohn jene Feststellung gegenüber mir äußerte. Am fortgeschrittenen Abend beim „Gute-Nacht-sagen“.

Im Kopfe suchte ich mir bereits Rechtfertigungen und Begründungen zurecht, die belegen, dass dem nicht so war – und hielt dennoch inne.

Denn:

Er hatte ja Recht!

Nix ging mehr!

Ich bin heute irgendwie zusammengebrochen.
Nach dem Mittagessen.

Das übliche…

…Mittagstief sollte sich an diesem grauen Dezember-Donnerstag bis in die frühen Abendstunden ziehen – und mich bereits während des Mittagsmahls müde brennende Augen reiben lassen.

Eine schier lähmende Müdigkeit überkam mich – und ließ mich weder klare Gedanken fassen (weshalb ich das anstehende Mathe-lernen mit dem Sohn auch so sehr fürchtete!) – oder gar voller Tatendrang meinen (selbst auferlegten) üblichen „Plichten“ als Hausfrau nachkommen.

Der Laptop blieb zugeklappt – den ganzen Nachmittag!

Dabei galt es noch so viele Nachrichten zu sichten und zu beantworten.

Lediglich in’s Mobiltelefon schaute ich starren Blickes, ohne überhaupt zu wissen, wonach ich da eigentlich suche.

Ist immer so, bin ich furchtbar müde:

Ich glotze auf’s Display des Mobiltelefons, scrolle durch nervtötend langweilige Soziale Medien, sichte lächerliche Bildchen herzallerliebst zurechtgesteckter Advents-Kränze – und warte auf die Erleuchtung.

Oder eben DAS bahnbrechende alles-verändernde Ereignis, welches meine Lebensgeister wieder Funken-sprühen und Glitzer pupsen lässt.

Nun, es kam nicht.

Stattdessen kapitulierte ich, nachdem mir die Kleinste irgendwas von „Dosen“ vom Lese-Hausaufgaben-Blatt vorgetragen hatte, und ließ die meinen schweren Knochen auf die Couch sacken.

Ein ziemlich langer Power Nap

Tja, und da blieben sie dann auch.
Beinahe ganze zwei Stunden lang.

Und ja, selbstverständlich (!) spielte derweil das kleinste Kind „Roblox“ auf dem Tablet, da mach ich hier kein Geheimnis daraus.

Und ebenso selbstverständlich lief mir die Sabber in’s Kissen, während ich tatsächlich wegnickte und die brennenden Augen ruhen ließ.

Hin und wieder schreckte ich auf, dann nämlich als das entzückende Kind neben mir jeglichen Einschlafvorgang meinerseits mit liebevollen Bemerkungen kommentierte:

„EY!!! Du schläfst ja ein Mama!“

Oder wenn das mittlere Kind nach dem Freischalt-Code für mehr Handy-Zeit fragte.

Aber mehr lief einfach nicht in jenen zwei Stunden!

Wäre da nur nicht das blöde Gewissen

Lediglich mein Gewissen ließ mich nicht wirklich zur Ruhe kommen.
Oder nennen wir es besser „Ehrgeiz“ und „Pflichtbewusstsein“.

Denn um ganz ehrlich zu sein:

Es fuchst mich ganz tierisch, kann ich einmal nicht so wie gewohnt – und werde ich vom eigenen Körper ausgebremst und in meine Schranken verwiesen.
(Alter! Was WAR das heute Nachmittag!?)

Ich mag das nicht!

Rumliegen und nicht mehr können!

Mütter sind nie krank!

Und dennoch ist es kaum verwunderlich, dass eben genau dies hin und wieder nun einmal auch vorkommt.
Eine klitzekleine Zwangspause, um Batterien wieder aufzuladen.

Denn wir Mamas werden ja schließlich nie krank!

(Ob Corona an dieser Tatsache etwas ändern kann, sei nun mal so dahingestellt – ich befürchte es allerdings!!!)

ICH werde nie krank!

Ich weiß gar nicht mehr, WANN ich das letzte Mal mit Fieber einen ganzen langen Tag im Bett verbrachte.

Ich glaube, es war während meiner Brustentzündung als mein kleinstes Kind acht Wochen alt war.

DA lag ich einen Nachmittag mal mit 40 Grad Fieber im Bett – und schlief neben dem armen Kind, welches die Pflicht und Aufgabe hatte, mich mittles effektiver Saugkraft aus meinem Dilemma zu erlösen. (Sie kam der Sache voller Eifer nach 😉 )

Das ist nunmehr sieben Jahre her.

Seitdem funktioniere ich.

Mal mehr und mal weniger.
Doch der ganz große Ausfall blieb aus.

Mini-System-Ausfall? So what!

Und wisst Ihr was?

Da kann und darf ein klitzekleiner Systemausfall ein „Mini-Error-Error“ so wie heute auch mal drin sein!

Ich bin keine Maschine!

Das sind wir Mütter nie und müssen es auch nicht sein!

Und warum eigentlich sollte immer nur der Nachwuchs faul auf der Couch gammeln dürfen?

Während wir Mütter weiter fleißig versuchen, in nur einem Nachmittag die Welt zu retten und ganz Pinterest zu revolutionieren?

(Im Geiste habe ich übrigens an diesem Nachmittag zusammen mit den Kindern Bratäpfel gebacken! 😉 )

Was ich alles an einem Tag mache, an dem ich mal „NIX“ machte

Ach und by the way:

An diesem Tag, an jenem welchem ich sichtlich faul auf der Couch gelegen habe,
fuhr ich im übrigen zweimal Schul-Taxi, kochte das Lieblingsessen des undankbaren und unverschämten Nachwuchs, verräumte Geschirr und putze die Küchen-Oberfläche, schüttete den Inhalt des Hamster-Käfigs (zum Glück ohne Hamster, das „geistige Notstrom-Aggregat“ funktionierte noch!!!) in die Bio-Tonne, füllte neues Streu nach, saugte das Obergeschoss, reinigte den Badezimmer-Spiegel, sortierte Wäsche und stellte eine Maschine an, erklärte dem Sohn am Vormittag im Distanzunterricht englische Satzstellung mit dem „infinitiv und to“, berechnete im Anschluss Winkel und Zinsen – und verglich mit der Tochter das Herz-Kreislauf-System eines Hundes mit dem des Menschen (WTF!?).

Zu allem Überfluss wuchtete mein strebsames und vom Gewissen-geplagtes ICH letzten Endes den müden Körper dann doch noch auf den Crosstrainer – und strampelte schweißtreibende sieben Kilometer!

Immerhin, DA war ich mal wach! 😉

Vielleicht aber wollte ich auch einfach nur wissen, wie es bei meiner derzeitigen Netflix-Serie (ich schaue per I-Pad Halterung auf dem Crosstrainer) weitergeht – und ob sie sich endlich kriegen und dann endlich, endlich mal…..
(Ich lasse diesen Satz hier nun so stehen, denn ein gewisses Vokabular darf ich nur gegenüber einigen ausgewählten Freundinnen anwenden – und gehört hier nicht hin! 😉 )

Und wenn ich mir nun – endlich beim Feierabend-Wein angelangt – und zwecks des ausgedehnten Mittags-„Naps“ nunmehr um Null Uhr Fünfzehn wieder wach, die Dinge, die ich an einem „faulen“ Tag so alles erledigt habe, durch den Kopf gehen lasse, dann bliebe mir im Grunde auf die Aussage des Sohnes nur ein:

Yup! SO WHAT!!!?

Muddis! Schaltet auch mal einen Gang runter! Ihr dürft das! 

Eure 

Alex

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