Statt Wochenende in Bildern – Besinnliche Gedanken nach einem „anderen“ Weihnachtsfest 2020

Ich habe so gut wie keine Fotos vom Samstag, wir verbrachten den gesamten zweiten Weihnachtsfeiertag zu Hause.

Zwei liebe Menschen aus dem engsten Familienkreis besuchten uns, Kinder spielten – und im Grunde rauschte und flog auch dieses Weihnachtsfest genauso schnell an uns vorbei, wie all die anderen zuvor auch.

Nur so viel besinnlicher und gemütlicher!

Und da diese Besinnlichkeit irgendwie noch ein wenig nachhallt und auch heute – am 27. Dezember – noch ein wenig sanft in mir schwingt (Schwingungen Leute! Jetzt spürt sie auch noch Schwingungen! 😉 ), möchte ich hier einfach ein paar Gedanken loswerden, die mich schon seit geraumer Zeit umtreiben.

Faszination Isolation

Gestern Abend erst, als ich auf den Crosstrainer stieg, waren sie abermals sehr präsent.
Jene Überlegungen.

Dann nämlich als…

…ich mich dazu entschied, die an diesem Tag Nummer 1 unter den Filmen vom Streaming-Dienst während des Trainings anzuschauen.

Ich durfte also George Clooney (eigentlich jedoch sah ich nicht George Clooney – ich sah einen alten Mann – doch das nur am Rande bemerkt) in der Arktis beobachten.

Nach einer globalen Katastrophe in absoluter Einsamkeit und Isolation.

Der (anfänglich) einzige Mensch weit und breit.

Es wundert mich nicht, dass jener Film begeistert und fasziniert.
Wenngleich ich bisher nur ungefähr die ersten fünfzig Minuten gesehen habe.
(Der Rest folgt beim nächsten Training 😉 )

Denn seit jeher begeistern uns Menschen doch Filme, in jenen Andere in totaler Abgeschiedenheit, Einsamkeit und Isolation zurechtkommen müssen.

Meist eben in Verbindung mit Naturkatastrophen, Apokalypsen oder lebensgefährlichen Virus-Erkrankungen.

Wir staunen und verfolgen gebannt, wie jene Menschen dieses „andere“ Leben meistern – ohne zu jammern und komplett durchzudrehen.

Ich erinnere mich hier an Filme wie „I am Mother“ oder „Room“ um nur zwei Beispiele von mir geschauter Filme zu nennen.

Soziale Kontakte finden in all‘ diesen Schauspielen nicht statt!

Charaktere wachsen weltfremd auf – und müssen an ein neues, anderes Leben erst wieder herangeführt werden.

Leben wir gerade unseren ganz persönlichen Blockbuster?

Ein bisschen so, wie es uns allen gerade geht.

Ich habe die Zurückhaltung und – teilweise Isolation (sofern man davon überhaupt reden kann, hat man das Glück eine ganz eigene, wunderbare Familie zu haben!) –  bislang nicht als schrecklich empfunden!
In diesem Jahr.

Ich habe nicht darunter gelitten und gelernt, meine Sinne und Blickwinkel auf andere Dinge zu richten.
Nie habe ich mehr Ehrfurcht vor dem Leben und der Natur, unserer Erde auf der wir leben dürfen, empfunden als in diesem Jahr!
(Sicherlich geprägt auch durch zwei Todesfälle im vergangenen Jahr)

Nie habe ich mit größerer Dankbarkeit gelebt!

(An dieser Stelle lege ich Euch noch „Soul“ an’s Herz, wer es nicht schon über die Feiertage gesehen hat!
Ein Film mit einer wunderbaren Message!!!)

Ich habe 2020 NICHT als durchweg schrecklich empfunden – teilweise war es sogar vielmehr ein „zur Ruhe kommen“ und „sich-besinnen-dürfen“!
Und – die Umstände, welche dazu führten einmal beiseite geschoben – das war schön!

Will ich in mein altes Leben zurück?

Jetzt, wo alle enthusiastisch den Impfstart in Deutschland feiern (Ich sehe das ein wenig kritisch und weniger euphorisch – bis ein Normalo wie ich, Anfang 40, zur Impfung gelangt, wird es wohl Sommer werden – mindestens) stellt sich mir persönlich folgende Frage:

Möchte ich denn wirklich unser aller „altes Leben“ zurück?

Will ich diese Hektik wieder? Den Termindruck?
Die vielen Vereine, Hobbies und Kinder-Förderungen?
(Klar tut’s den Kindern gut und IST wichtig! Aber ich denke, ein gewisses Maß zu finden, wird künftig einmal mehr die Aufgabe sein!)

Möchte ich wieder überall hektische, gestresste Menschen sehen?

Menschen, die für nichts (und schon gar nicht ihre Mitmenschen) Zeit und Sinn haben?
Wenn wir uns irgendwann alle wieder sehen und berühren dürfen – dafür aber wegen des zurückgewonnenen, alten Lebens gar keine Zeit haben?

Weil wir wieder gereizt sind (sicher, das sind viele „Corona-Eltern“ in diesem Jahr eventuell mehr denn je gewesen – auch hier sehe ich die Dinge bekanntlich anders) und Karrieren vorantreiben müssen?

Wenn wir wieder über Rollenmodelle und „mental load“ streiten – und vor lauter Drumherum die eigene Familie gar nicht mehr richtig sehen und wahrnehmen können.

Würde ich das begrüßen und schön finden?
Ich bin mir da gar nicht so sicher.

Vielleicht sollten wir uns nicht exakt das alte Leben zurückwünschen.

Sondern ein Teil dieser außergewöhnlichen Zeit – solange sie auch noch andauern mag – konservieren und für Zukünftiges nutzen.

Achtsamkeit, Miteinander (ich hätte Pastorin werden sollen! 😉 ), Nächstenliebe (sag ich doch!) und ZEIT – ich möchte nicht, dass solche Tugenden und Dinge in einem neuen, alten Alltag verloren gehen.

Ich bin irgendwie nicht (mehr) bereit

Ich fühle mich noch gar nicht bereit für ein Leben voller Veranstaltungen, Konzerten (weil ich da in der Vergangenheit ja so oft war 😉 ), trubeligen Clubs und Restaurants.
Ein altes Leben mit Menschen-überströmten Einkaufszentren, Reit-Tanz-und Fussballstunden, Schulvorführungen, Tage der offenen Türen, Festen, großen Zusammenkünften.

Ja, fast schon glaube ich, müsste man auch mich erst wieder ganz vorsichtig heranführen.

An das, was wir alle „altes Leben“ nennen und so sehr herbei sehnen.

Tun wir das wirklich? In jeder, wirklich jeder (!) Hinsicht?

Oder kann Einiges aus der Vor-Corona-Zeit nicht einfach weg?

Denkt mal drüber nach – oder lasst’s halt sein! 😉

Besinnliche Grüße!

Eure 

Alex

P.S. Der George Clooney Film war ganz schön lahm! 😉

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