Wo ist die Motivation geblieben? Homeschooling-Woche Eins vs. Woche Drei

Montag. Homeschooling-Woche Drei.

Im Grunde sagt das Beitragsbild schon alles, doch lasst mich dennoch ein bisschen erzählen! 😉

Was waren wir motiviert!

Starteten wir in der ersten Woche „Homeschooling“ – nennt es meinetwegen auch „Distanzlernen“ (Boah! Worüber sich Menschen streiten können!?) – noch höchst strebsam, sehen die Dinge nunmehr leicht verändert aus.

Und ich gebe zu meiner Schande zu, die Motivation hat ja sowas von nachgelassen!

Dabei fing alles so unfassbar gut an!

Ich stellte mir den Wecker auf kurz nach sieben!
JEDEN Morgen.

Nun, das mache ich zwar immer noch, doch im Gegensatz zum heutigen Montag stand ich dann auch wirklich sofort auf. 😉

Mithilfe einer starken Tasse Kaffee und viel Eigenantrieb wollte es mir sogar gelingen, pünktlich um acht…

…geschniegelt und gestriegelt bereit für meinen Einsatz als „Ersatzlehrerin“ zu sein – und drei Kinder saßen startklar an den Schreibtischen.

Denn das ist ja wichtig!

Kinder brauchen Verlässlichkeit, Routinen und der Vormittag gehört der Schule!
Ob nun von zu Hause aus – oder eben vor Ort.

Das halte ich auch immer noch für sinnvoll und richtig, wäre die Umsetzung nur nicht so verflucht verdammt schwer!

Ja, wir haben ein wenig nachgelassen in Sachen Disziplin – in den vergangenen zwei Wochen Homeschooling.

Denn wenn’s im Bett doch so unfassbar muckelig warm und gemütlich ist – und absolut (!) keine Notwendigkeit besteht, sich draußen in die kalte, graue Matsche zu begeben – warum dann der Stress Leute?

Chillt doch mal! Ist doch alles easy!

Der Tag hat doch aktuell schließlich genügend Stunden!
Und Herr über die Zeiteinteilung (abgesehen von einigen wenigen anberaumten Video-Konferenzen) sind doch dieser Tage schließlich WIR!

Wie geil ist das denn!?

Also ruhig nochmal recken und strecken, die Decke bis zum Näschen hochziehen und die „Snooze“ – Funktion am Handy zum achten Mal drücken.
Macht doch nix!

(Ich halte meine ganz eigene Einstellung während der ersten Minuten meines Tages für ziemlich bekloppt, bescheuert – und bereue sie seit TAGEN!
Daher muss ich das hier gerade so ausführlich beschreiben!
Kurzum:
Ich bin saublöd und das MUSS sich wieder ändern!)

Es wird immer später

Habe ich mich dieser Tage endlich aus dem Bett geschält, sind zwar die beiden großen Kinder auch an ihren Schreibtischen am Start – und das ist wirklich löblich und freut mich sehr!

Doch das kleinste Zottel schnaubt noch immer mit rosigen Wangen in meinem Bett.

Und ich muss wecken, motivieren und antreiben – und nebenbei mich ja auch noch fertig machen.
(Was ursprünglich ja VOR allen Distanzlern-Szenarien stattfinden sollte!)

So trägt es sich zu, dass bereits der Erste Hunger hat, bin ich endlich fertig.
Und ich – statt am Schreibtisch zu hocken – Frühstück zubereite.
(Hierfür war in Woche 1 noch eine feste Pausen-Uhrzeit eingeplant!!!)

Kurz:
Ich trödele, könnte mich dafür in den Arsch beißen und das kleinste Kind startet mittlerweile mit fast zwei Stunden Verspätung in den „Unterricht by Mutti“!

Ungekämmt und im Schlafanzug versteht sich.
Denn auch dafür ist in Woche 3 vor dem Homeschooling keine Zeit mehr!

Denn – immerhin – EINE Regel gilt noch immer:

Der Vormittag gehört dem Unterricht!

Ich dulde es nicht, dass so viel getrödelt und gegammelt wird, dass Aufgaben bis in den Nachmittag hinein verschleppt werden und wir so weder ganz fertig sind, noch kontinuierlich und konzentriert arbeiten!

Einmal angefangen, wird das Ganze auch (inklusiver kleiner Pausen) fertig gestellt!

Nun, Ihr erkennt eindeutig auf dem Foto die jetzige Bereitschaft von Kind Nummer 3 hierzu! 😉

 

Doch gegen 13 Uhr sind wir meistens durch mit dem Unterricht des Tages! Yeah!

(Und zwar alle 3 Kinder!)

Und ich kann mich um’s Mittagessen kümmern.

Was um jene Uhrzeit wiederum dringend von Nöten ist, schreit doch dann das größte – sich im Gegensatz zu allen Anderen ständig in Video-Konferenz befindliche – „Kind“ nach Essen!

Heute fehlen mir noch einige Zutaten, also stapfe ich die wenigen Meter über die Wiese zum Discounter.
Und treffe einen lieben Jungen, den ich aus der Grundschul-Betreuung kenne.

Einige meiner Aufgaben sind weggebrochen

Auf dem Nachhauseweg überkommt mich eine eigenartige Melancholie.

Bis es mir dämmert:

Ja, ich vermisse „meine“ Kinder!

So sehr ich Schulschließungen befürworte und so arg es mir vor vorzeitigen und möglicherweise viel zu frühen Öffnungen – und somit zumindest den Übergang in den Wechselunterricht – graut, bin ich dennoch gerade ein klein wenig traurig.

Wie gerne würde ich nun wenigstens einen Nachmittag in der Woche mit den Betreuungskindern basteln und spielen.

Meine Nachmittagsbetreuung in der Grundschule fehlt mir!

Denn auch das war „mein Ding“ – etwas, das ich für mich mache und eine Aufgabe, die mich ein wenig von der Rolle der ewigen Mutter und Hausfrau abgrenzte.
Wenngleich ich zuletzt – nachdem Englisch nicht mehr gefragt war – dort auch nur noch bastelte! 😉

Und wie geht es mir sonst so?

Ja, ich vermisse meine ganz eigenen Dinge!

Ich vermisse MICH!

Aufträge und Kooperationen für diesen Blog hier – nun, ich kann nicht leugnen, dass der harte Lockdown aktuell auch hier ein wenig Spuren hinterlässt. Und wenngleich es  immer etwas zu schreiben, berichten, recherchieren, analysieren und „administratieren“ gibt, so ersticke ich aktuell vielmehr in Schul-Arbeitsblättern und Englisch-Vokabeln als mir lieb ist.

Ich möchte außerdem nicht mehr auf den Crosstrainer ausweichen (Gott-sei-Dank haben wir wenigstens einen!) müssen!

Ich vermisse einen flotten Lauf durch den Morgennebel – meinetwegen sogar Regen!
(Vielleicht doch früher aufstehen? 😉 ) 

Denn aktuell hocke ich nur an Schreibtischen und lege Kilometer höchstens im Obergeschoss zurück.
Wenn ich von Klappstuhl zu Klappstuhl pendele, um Hilfestellung zu geben.

Und während in der ersten Woche das alles noch ganz wunderbar und diszipliniert funktionierte, so kann es dieser Tage (heute geschehen!) auch einmal sein, dass Konversationen wie folgt ablaufen:

„Und? Hast Du Dein Schreibblatt fertig gemacht?“

gerichtet an das jüngste Kind, welches ich kurz alleine lassen musste, um dem Bruder bei Deutsch-Grammatik zu helfen.

„Nein. Mama. Aber schau mal, DIESE Haare habe ich mir eben abgeschnitten!“

Joa. Läuft! 😉

Wir schaffen das auch weiterhin!

Und dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir das weiterhin schaffen!

Hin und wieder vielleicht mit der ein oder anderen Hürde und Abweichung von der Regel, eventuell auch ein wenig verpeilter und verschlafener als vorher –  aber es klappt!

Noch immer und irgendwie!

Und es ist auf jeden Fall die bessere Alternative, als unsere Kinder vorzeitig in Scharen zurück in die Schulen zu schicken – und damit viele, viele Menschenleben auf dem Gewissen zu haben!

(#BildungAberSicher)

Haltet weiter durch!

Eure 

Alex

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