Tagebuchbloggen: Rückkehr in den Wechselunterricht & Was es sonst noch so gibt!

Mittwoch. Unser Alltag wandelt sich gerade wieder.

Erneut müssen wir unser Zusammenleben zu Fünft neu organisieren, einen neuen Rhythmus finden und uns an ein zurückgekehrtes Stückchen „Normalität“ gewöhnen.

Wie klappt’s mit dem Wechselunterricht?

Beide Mädels sind in dieser Woche in den Wechselunterricht an der jeweiligen Schule zurückgekehrt!

Doch das, was sich so viele Eltern als massive Erleichterung und Lichtblick erhofft haben, führt in meinem persönlichen Fall nicht wirklich zu Entlastung und Zeitersparnis.

Im Gegenteil.
Eine „Verbesserung“ kann ich für mich ganz persönlich nicht feststellen.

Denn zum Einen sitze ich ja immer noch zwei bis drei Vormittage in der Woche am Schreibtisch der Erstklässlerin – und zudem kommt an den Tagen mit Präsenzunterricht offenbar einfach noch eine Schippe Hausaufgaben NACH der Schule on top.
Bei denen ich – wie gehabt – ebenfalls teils daneben hocken muss!

Und Dinge wie diese meinte ich im übrigen, schrieb ich in der Vergangenheit darüber, dass in Zeiten des Homeschooling und Lockdown nicht einfach nur ALLES ganz furchtbar schlecht ist!

Wir wussten, wir müssen vormittags unsere Schularbeiten machen (ich schreibe bewusst „wir“ – jedes Elternteil wird es zumindest bei Grundschülern in der Zwischenzeit verstehen!) – die Nachmittage aber gehörten UNS!

Es gab die letzten acht Wochen weder Klassenarbeiten noch Hausaufgaben!!!

Sondern…

…“lediglich“ die zu erledigenden Distanzunterrichts-Aufgaben.

Das ist meiner Meinung nach ein Aspekt, der von Vielen nicht bedacht wurde!

Denn kaum hat die mittlere Tochter ihren ersten und bislang einzigen Tag Präsenz-Unterricht hinter sich, stehen bereits die Termine für zwei Klassenarbeiten!
Für die ich aber sowas von mit der mittleren Tochter werde lernen müssen!
Neben der – nach wie vor bestehenden und notwendigen – Hilfestellung während der Heimarbeitstage versteht sich.

Die Ungewissheit schwingt jetzt immer mit

Jene Gedanken einmal beiseite geschoben bleibt da immer noch jenes Gefühl des Ungewissen!

Denn um welchen Preis leben wir jetzt „endlich“ wieder ein Stückchen Normalität?

Schwingt jetzt nicht eigentlich immer die Gefahr mit, dass wir alsbald aufgrund von Vorkommnissen in den Schulen in Quarantäne müssen? Sprich ein Kind in angeordnete häusliche Absonderung?

Sorgen, die wir in den letzten Wochen nicht hatten!

Denn wir waren ja zusammen daheim – und viel passieren konnte uns ohnehin nicht während der Spaziergänge über Feldwege und Waldlichtungen! Isso.

Und wie geht’s meinen Kindern?

Und dennoch komme ich nun nicht umhin, auch die positiven Seiten des Wechselunterrichts jetzt schon zu erkennen und realisieren!

Denn die „Veränderung“ war bereits gestern – nach nur einem Tag unter gleichaltrigen Kindern – deutlich zu spüren!

Mich erwarteten fröhliche Mädels mit leuchtenden Augen!
Mittags, als ich mit dem Mama-Taxi vorfuhr!

Entgegen meiner Befürchtung (weil der Wecker auf einmal viiiel zu früh klingelte) waren beide Töchter gelöst, zufrieden und ausgeglichen!

Eben WEIL sie einen fast normalen Schulalltag erleben durften!
Weil wieder gekichert werden konnte – und einmal ganz andere Gesichter außer der in den eigenen vier Wänden entdeckt werden durften.

Dass diese Gesichter hinter Masken versteckt sind, stört dabei keineswegs!
Ebenso wenig, wie meine Töchter Probleme mit dem Tragen medizinischer Masken oder FFP2 Masken haben!

Ja, der neue, alte Schulalltag hat meinen beiden Mädchen gestern sehr gut getan. Das kann und darf ich hier nicht leugnen!

Und dennoch, einige Dinge sind auch in dieser Woche nicht verschwunden und gleich (nervig) geblieben!

Was trotzdem (oder immer noch) nervt….

Ich kann beispielsweise einfach meine Küche nicht mehr sehen!

Ehrlich nicht!

Seit nunmehr einem Jahr wuseln, kochen, backen, braten, basteln, experimentieren fünf Personen in dem schmalen Küchenschlauch!!!

Und ich bin es langsam sooo müde!

Auch wenn wir die tollsten Kuchen backen, sie mit einer Freude verzehren und ein Kochrezept nach dem Anderen ausprobieren – ich halte diese Küche nicht mehr aus!

Ich bin es leid, dass die Spülmaschine bis zu dreimal am Tag läuft!

Ich habe keinen Bock mehr JEDEN Tag übervolle Tüten zum Müll zu schleppen – und ich kann mich auch nicht mehr an Supermarkt-Einkäufen (oder der Tchibo-Ecke! 😉 ) erfreuen!

Es kommt mir aus sämtlichen Poren und Öffnungen des Körpers heraus!
(Na gut, zum Kotzen ist der Kuchen dann doch zu schade!)

Ich kann kein Geschirr mehr sehen, keine Essensreste, keine Mahlzeiten (Ganz toll! Liebe Corona-Pfunde!) keine Fetttropfen auf der Dunstabzugshaube!

Eben all‘ die Dinge, die anfallen, sind fünf Menschen ständig zu Hause!

Ich bin es manchmal leid, hier gefühlt der alleinige Ansprechpartner zu sein!

Und ja, natürlich haben die Kinder auch einen Vater.
Der arbeitet aber. Hinter verschlossener Türe, zehn Stunden am Tag.

So sehr ich meine Kinder liebe und diese außergewöhnlich intensive Zeit genieße, so macht es mich langsam ein klein wenig mürbe, wie sehr die Kinder in diesen Tagen auf mich fixiert sind!

Ich kann – selbst mit drei größeren Kindern – noch immer nicht alleine und in Ruhe pinkeln gehen!

Oder zur Mülltonne (wisst schon, der Küche wegen! 😉 ) im Hof!

Niemals, ohne dass mindestens ein „Mamaaaaa!!!!!“ ertönt!

Ich muss den Streitschlichter mimen und Problemlöser, Dinge suchen und finden und unterhalten und animieren.
Ständig. Und an manchen Tagen gefühlt ununterbrochen!

Und klar weiß ich, wie schnell Kinder wachsen – und sich irgendwann einfach nur noch vor Dir in ihrer dunklen, muffigen Höhle verstecken!

Ich  seh’s am eigenen Sohn. 😉

Und ja, es ist wunderbar, dass meine Töchter mich noch brauchen und von Herzen gerne mit mir spielen und ich mache es auch sehr, sehr gerne!

Aber nicht nur – und als einziger, alleiniger Ansprechpartner und Spielkamerad!

Weil ja keine Freunde mehr im Garten vorbeischneien. So wie früher.

Weil keine Ablenkung mehr von außen da ist, weil nichts Interessantes passiert. In diesen Tagen.

Also muss ICH mir interessante Dinge einfallen lassen.
Immer und immer wieder – oder mich trotzig-motzig durchsetzen und dagegen wehren.
(Fühlt sich nicht sehr geil an, ist aber hin und wieder von Nöten! Denn Kinder brauchen auch Langeweile – und ich Zeit!)

Aber ein Teil von mir ist das alles ein klitzekleines bisschen leid.
Denn – Überraschung! – auch ich kann „Corona-Miniminimi“! 😉

Bin ich überhaupt noch eine Frau?

Und während ich köstlichstes Sand-Eis schlecken darf und das in die Jahre gekommene Plastik-Kinderhäuschen nach höchstgefährlichen Spinnen abgrase,  fällt mir dummerweise immer wieder ein, dass ich schon ganz gerne auch einfach mal wieder „Frau“ sein möchte!

Und mich so fühlen mag!

Schön und interessant, begehrt und sexy!
Und glaubt mir, das alles ist eine Pandemie verbunden mit all‘ den Umständen ganz, ganz sicher nicht!

Ich möchte einfach gerne noch die Luft haben, an mich selbst zu glauben, wünsche mir Zeit zum Träumen, für Visionen und für Sehnsüchte!

Und by the way – auch wenn ich das hier nun so schreibe:
Es ist KEINE Einladung, mich auf schmierige Art und Weise anzubaggern! (to whom it may concern….)

Scheiß Frühling!

Last but not least:

Ich HASSE den Frühling!

Jetzt schon. Im Februar.

Danke lieber Heuschnupfen, danke liebe gottverdammte Hasel-Scheißendreck-Blüte! Für NIX!!!

Denn ich sollte jetzt die Sandkasten-Eis-Zeit mehr oder weniger genießen dürfen!

Den Kaffee (für den ich genauso viel Zeit habe, wie zum pinkeln) in ersten zarten Sonnenstrahlen und den Spaziergang durch den Park!

Nicht aber sollte ich mir ausgerechnet jetzt (Im Februar! WTF!?) die Augen ausreißen, niesen wie ein Kerl – und neben all‘ der ohnehin schon vorhandenen dezenten Genervtheit auch noch schnäuzen, tropfen und sprühen!
Aber echt jetzt!

Behaltet weiter die Nerven! 😉

Eure 

Alex

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