Ich bin mit AstraZeneca geimpft – Wie fühle ich mich heute?

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Gestatten?

Auf dem Beitragsbild sehen Sie eine geimpfte Frau.

Eine von ungefähr 1,5 (?) Millionen Frauen in Deutschland, die bereits mit AstraZeneca geimpft wurden – und ebenfalls bereits den Termin für die Zweitimpfung voller Hoffnung und Zuversicht ausgemacht haben.

Eine Frau, die sich in der Verantwortung sah, ein Impfangebot auch wahrzunehmen – und damit andere zu schützen, um zur Durchbrechung der Infektionskette beizutragen.

Um ihren Anteil zu leisten und nicht zuletzt auch sich selbst zu schützen!

Denn Sie sehen hier ebenfalls eine Mutter von drei Kindern, die ihre Mama noch viele, viele Jahre brauchen werden.

Wie ich mich heute fühle?
Nach den jüngsten Ereignissen und Entscheidungen?

Nun, ein einziges, primitives Wort reicht:

Scheiße.

Ich wollte es gar nicht erzählen

Hier auf…

…diesem Blog, in der Öffentlichkeit, sollte meine bereits stattgefundene Impfung gar nicht thematisiert werden.

Ich wollte es nicht.
Aus Gründen, fürchtete ich doch so viele Neider, Missgunst und böse Zungen.

Denn ich weiß, wie viele Menschen sehnsüchtig einem Impftermin entgegenfiebern, wie viele sich an diesen Funken Hoffnung klammern!

Meine Hoffnung ist futsch und wich seit gestern einmal mehr Sorge, Kummer, starker Verunsicherung und Furcht.

Und das frustriert mich so sehr und macht mich gleichermaßen zornig!

Doch fangen wir von vorne an

Wie einige hier bereits in alten Texten herausgelesen haben, wirke ich seit mehreren Jahren in der Nachmittagsbetreuung unserer Grundschule mit.

Nicht als ausgebildete Lehrerin, denn ich bin gelernte Bankkauffrau, sondern als Honorarkraft.

Eine Tätigkeit neben meiner Auszeit in meinem eigentlichen Beruf, die mich erfüllte und sehr am Herzen lag und liegt.

Es hat sich immer gut und schön und vor allem richtig angefühlt, hier einen Beitrag zu leisten!

Ich habe „meine“ Kinder sehr lieb gewonnen und vermisse sie in diesen Zeiten schmerzlichst!

Denn aktuell kann keine Nachmittags-Betreuung angeboten werden.
Nicht in Zeiten des Wechselunterrichts.
Gerne jedoch möchte ich – sobald es wieder möglich ist – erneut einsteigen!

Dennoch aber bedachte man auch mich als Honorarkraft als es um ein Impfangebot mit AstraZeneca für Lehrer und Mitarbeiter in Grundschulen ging.

Das freute mich sehr und wer hätte nicht „hier!“ gerufen?

Ich habe mir also weder eine Impfung erschlichen noch ermogelt, sondern einfach ein Angebot angenommen!

Auch wenn es sich seinerzeit blöd anfühlte, schien es doch ein regelrechtes „Ranking“ zu geben, wer denn schon geimpft sei – und wer eben nicht.

Nun, jetzt ist wohl keine(r) mehr auf mich neidisch!

Vor einer Woche wurde ich geimpft

Letze Woche war es dann soweit und ich durfte mich im Impfzentrum mit der Vaccine, dem sogenannten Vektorimpfstoff, impfen lassen.

Was sich da noch wie ein kleines Abenteuer anfühlte, lässt mich nun kaum schlafen.

Denn – Überraschung – ich bin eine Frau um die vierzig, die hormonell verhütet (glücklicherweise immerhin nicht die Pille), zu ausgeprägten Krampfadern neigt und wie es um meine Blutwerte bestellt ist?
Weiß ICH doch gerade nicht!

Ich habe drei Kinder!
Ich gehe selten zum Arzt und großen Gesundheits-Check!

Und fühle mich nunmehr nicht mehr verantwortungsbewusst, sondern dumm und klein!

Ich mache mir Vorwürfe, dass ich mich ins Auto setzte und so schnell wie möglich zum entfernten Impfzentrum düste!

Bereue fast, dass ich nach dem Piks, den ich noch nicht einmal spürte (war das jetzt schon sonderbar?) einen Hauch der Erleichterung und des Stolzes empfand!

Ich ärgere mich, dass ich ohne weiter zu zögern und mich ausreichend zu informieren, ohne Rücksprache mit einem Arzt (!), mich in das offenbar sehr waghalsige Abenteuer „Erstimpfung“ gestürzt habe!

Ja, ich habe Angst

Und ich habe Angst!

Angst, einfach umzufallen, so absurd das nun klingen mag.

Aber noch befinde ich mich genau in jenem kritischen Zeitraum!

Angst, meine Kinder nicht aufwachsen zu sehen – und diese Furcht begleitet mich ohnehin seit jeher.
Seit dem Tag, an welchem ich Mutter wurde.

Mein Herz schmerzt und blutet, bei dem Gedanken nunmehr nicht verantwortungsbewusst gehandelt zu haben, sondern vielleicht sogar eine große Dummheit begangen zu haben!

Ich fühle ich verunsichert und weiß aktuell gar nicht, ob ich eine Zweitimpfung mit demselben Impfstoff wahrnehmen würde, wenn es denn wieder ginge!

Ich wollte nicht so sein und jenem Impfstoff misstrauen – ich wollte es „besser“ machen und wissen.
Jetzt aber schwanke ich und habe keinerlei Vertrauen.

Und somit verspüre ich auch Frust und Ärger!

Ich ärgere mich

Ich ärgere mich!

Mich ärgert die Tatsache, dass ich nun so empfinde!!!

Und viele, viele Frauen (ja, Sorry – aber um die geht es doch hier hauptsächlich!) in Deutschland ganz gewiss auch!

Ich ärgere mich darüber, dass das hier vielleicht der Todesstoß – vielleicht nicht unbedingt für mich – aber für einen wirksamen Impfstoff war und ist!

Ich bin frustriert, denn unser Land wird niemals sein Impfversprechen halten können!

Ich bin sauer, denn niemals mehr kann ich mich ruhigen Gewissens ins Auto hocken und zur Zweitimpfung fahren!

Ich fühle mich enttäuscht, weil möglicherweise die ganze Aktion für die Füße war und ich irgendwann – dann vermutlich so viel später als alle derzeit Nicht-Geimpften – mit einem anderen Impfstoff werde erneut starten müssen.

Ich stelle alles infrage

Ich stelle alles infrage!

Ich bin derzeit hauptsächlich Hausfrau und Mutter.
Ich blogge und arbeite von zu Hause aus.

WO zur Hölle hätte ich mich denn schon anstecken sollen? Auf dem Ackerweg!?
Musste“ das jetzt wirklich sein!?

Auch wegen solcher Gedanken, die ich aktuell einfach nicht verhindern kann, ärgere ich mich.

Kurzum, ich beiße mich aktuell wahlweise in den Arsch, flenne aus Furcht um meine Kinder (nicht um mich) oder reiße mich tapfer zusammen.

Emotionsgeladene Grüße!

Eure 

Alex

P.S. Ergänzender Hinweis: Ich konnte unmittelbar nach der Impfung mit AstraZeneca bei mir persönlich keinerlei (!) Nebenwirkungen feststellen und fühlte mich weder in meiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, noch kann ich Beobachtungen wie Schüttelfrost oder gar Fieber bestätigen. Um auch mal Positives zu erwähnen! 😉

P.P.S. Ein klein wenig Aufklärung und Beruhigung lieferte mir heute der folgende Podcast mit der Virologin Ciesek aus der ARD-Audiothek – zum Hören klickt gerne hier! (Werbung wg. Verlinkung)

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