Der Friedensstock als Symbol gewaltfreier Kommunikation (GFK) – Warum nach jedem Streit gefeiert werden sollte!

(*Werbung) „Jetzt bist DU dran, Mama!“

begeistert schubste die Kleinste mich an und forderte mich auf!

Neben ihr die beste Freundin und die große Schwester.

Alle drei schauten mich nun gebannt und voller Erwartung an.

„Wann hattest DU das letzte Mal Streit?“

„Und wie würdest Du ihn lösen?“

Ja, das Thema Streit oder vielmehr die Lösung von Konflikten war in jenem Moment ganz großes Thema.

Aber das ist es ja ohnehin in einem Haushalt mit fünf Menschen, die nun einmal alle unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse und Vorstellungen haben.

Jeden einzelnen Tag.

Doch seit einiger Zeit ist etwas anders.

Seit einer Weile versuchen wir nämlich Konflikte etwas anders zu lösen, als wir es vielleicht noch bis vor kurzem taten.

Denn bislang verhielt es sich – gerade im stressigen Pandemie-Alltag – nicht selten wie folgt:

Stritten sich die Geschwister, so wollte ich meistens einfach nur – dezent genervt – eine schnelle Lösung finden und die Situation mit Nachdruck beenden.

Was oftmals dazu führte, dass ich als Erwachsener den Kindern gar nicht richtig zuhörte!

Stattdessen glaubte ich, schlicht und einfach ein ordentliches Machtwort aussprechen zu müssen.
(„Schluss damit!“ oder gar „Ruhe jetzt!“)

Und im ungünstigsten Fall reagierte ich selbst trotzig, motzig und bockig wie ein kleines Kind! 😉

Problem vorbildlich gelöst? Fehlanzeige! 😉

Konflikte brauchen Geduld und Zeit!

Ja, ich glaube, im Alltag scheitert es manchmal einfach an der Geduld und der Bereitschaft, sich auf den Konflikt und die jeweilige Situation mit Bedacht und Zeit einzulassen.

Doch ist die schnelle Lösung („Hör auf, sonst….“ gefolgt von irgendeinem dämlichen Verbot) nicht immer die Beste!

Und eine bereichernde und erleichternde Erfahrung schon einmal gar nicht.

Nicht selten gehen wir alle unzufrieden und frustriert aus einem Konflikt heraus.

Und es bleibt die Frage, ob das nicht hätte besser laufen können oder uns zumindest in Zukunft gelingen mag!

Ich glaube aber, Konfliktlösung ist kein Besuch im Fast-Food-Restaurant, in welchem der Happen schnell und hastig einfach heruntergeschlungen wird!
Nur damit der Magen aufhört zu grummeln!

Vielleicht sollte ein Konflikt vielmehr gekostet und mit einem wohligen Gefühl verdaut werden?

Denn wer sich keine Zeit zum Zuhören nimmt, der verurteilt nur (vor-)schnell, statt der Sache wirklich auf den Grund zu gehen und Gefühle und Bedürfnisse (eigene und die der Anderen!) zu erkennen und (ganz wichtig!) diese auch zu kommunizieren!

Haben wir Erwachsenen verlernt, Bedürfnisse zu kommunizieren?

Und manchmal glaube ich fast, das ist ein grundsätzliches „Erwachsenen-Problem“!

Bedürfnisse klar auszudrücken und zu kommunizieren fällt niemandem auf Anhieb leicht, will erst einmal gelernt sein – ist aber so wichtig auf dem Weg zur friedvollen Lösung eines Konflikts!

 

Hin und wieder gelingt mir das bereits.

Dann versuche ich, immer auch die „andere Seite“ zu sehen!

Auch wenn ich sie selbst nicht verstehe, weil der andere Part im Konflikt vielleicht Bedürfnisse und Gefühle nicht offen kommunizieren kann oder will.

Ich möchte mir die Sichtweise bewahren und intensivieren, dass eben auch der jeweilige „Gegenpart“ seine ganz eigenen Beweggründe hat. Auch wenn ich sie nicht kenne!

Verständnis hat der jeweilige dann aber trotzdem verdient!

Was aber wäre, gäbe es ein Instrument und Mittel, einen symbolischen Gegenstand, um mit dem Anderen in eine echte Verbindung treten zu können?

Um gewaltfreie Kommunikation (GFK) leben zu können?

Der Friedensstock ist bei uns eingezogen

Nun, so etwas gibt es tatsächlich!

Seit einer Weile „wohnt“ der sogenannte „Friedensstock“ bei uns.

Oberste Vision dahinter ist es, gewaltfreie Kommunikation im Alltag leben zu können.

Der Friedensstock soll Leichtigkeit in Konflikte, sei es in pädagogischen Einrichtungen, Kitas, Grundschulen oder eben auch im eigenen Haushalt bringen!

Anhand des Konzepts der gewaltfreien Kommunikation erstellte der Erfinder des Friedensstocks, der Sozialpädagoge Tassilo Peters, ein handfestes und kindgerechtes „Instrument“ zur Konfliktlösung.

Ein Symbol sozusagen, welches Kinder bildlich und liebevoll durch den Konflikt leitet und somit gleichermaßen auch ein Ritual schafft.

Doch mehr dazu gleich!

Was aber ist eigentlich „gewaltfreie Kommunikation“?

Jenes Konzept stammt von dem Psychologen Marshall Rosenberg und stellt an oberste Position die Wertschätzung Anderer!

Lernen wir nicht, anderen Menschen aktiv zuzuhören, so kann keine friedliche Konfliktlösung möglich sein.

Nur mittels Empathie und dem Blick auf die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen ist es möglich, Handlungen zu verstehen und letzten Endes Konflikte zu lösen!

Die gewaltfreie Kommunikation – kurz GFK – und damit verbunden das Ziel der Konfliktlösung setzt sich aus vier Schritten zusammen:

  • Beobachtung
  • Gefühl
  • Bedürfnis und
  • Bitte

Denn nur so kann auch tatsächlich eine Verbindung zum anderen Part aufgebaut werden!

So ist es beispielsweise stets besser, Bedürfnisse – auch die ganz eigenen – zu kommunizieren, statt sein Gegenüber moralisch zu verurteilen!

(„Du bist schlampig!“ „Immer bist Du so vergesslich!“).

Der Friedensstock – Konfliktlösung in fünf Schritten

Der Friedensstock führt Eltern sowie Kinder genau durch jene vier Schritte – und besitzt sogar einen fünften, zusätzlichen Schritt!

Nämlich die Feier!

An oberster Stelle steht der Kreis der Wahrnehmung.

Ich frage also das Kind (und das funktioniert anhand der bildlichen Symbole bereits mit den Allerkleinsten!), was es genau „beobachtet“ (oder gehört, gespürt, gesagt) hat.

Hierbei ist es wichtig, langsam zu sprechen (und sind wir selbst noch so aufgebracht 😉 ) und gerne auch sich selbst der Symbole zu bedienen! 

Als nächsten Schritt äußern wir unser gerade vorherrschendes Gefühl und Empfinden, denn manchmal muss man ja erst einmal lernen, sich selbst zu verstehen und Gefühle einordnen zu können!
Auch wir Erwachsenen! 😉

Und da jedes Gefühl, jeder Konflikt, eben auch mit einem Bedürfnis einher geht, gibt es im Anschluss auch hier die Möglichkeit, das ganz eigene große Bedürfnis zu äußern!

Hier können wir Eltern den kleinsten Kindern natürlich stets Hilfestellung geben!
(Beispielsweise frage ich das Kind: „Möchtest Du Dich noch einen Moment erholen?“)

Sind diese wichtigen Faktoren kommuniziert und zum Ausdruck gebracht, dann ist es an der Zeit, seine ganz eigene Bitte zu äußern!

(Was braucht es jetzt, damit sich ALLE wohlfühlen?)

Im Idealfall lassen sich so mit Ruhe und Bedacht und eben der Bereitschaft, sich in den Anderen hinein zu fühlen, Konflikte ziemlich schnell lösen!

Und im Anschluss darf hier – als fünften Schritt – gefeiert werden!

Warum feiern?

Denn einen Konflikt auf ruhige und friedliche Art zu lösen will erst einmal gelingen – und das darf und sollte durchaus gefeiert werden!

Und nimmt zudem dem „Schreckensgespenst“ Streit die Schwere!

Sicher, nicht immer gelingt es, auf diese Weise Streitereien zu klären.

Denn nicht in jeder Situation sind Kinder aufnahmefähig und „kooperativ“ – und eine Verbindung und Zugänglichkeit im Streit aufzubauen mag nicht immer auf Anhieb möglich sein.

Aber ich denke, allein die symbolische Kraft des Stocks und eben jenes Ritual (ich hole jetzt den Friedensstock) sind ein großer Schritt auf dem Weg zur gewaltfreien Kommunikation!

Selbstreflektion – auch das ist mit dem Friedensstock möglich!

Ich habe beispielsweise mich hier in den vergangenen Wochen auch gut in Selbstreflektion üben können!

Auch das ist wichtig und bedeutsam!

Habe ich mich im Streit mit Kindern und Partner einmal nicht im Einklang mit meinen Werten verhalten, so drücke ich stets mein Bedauern darüber aus (auch und vor allem bei den Kindern!) und versuche, mein Verhalten zu reflektieren und zu kommunizieren!

Dieses „Aufräumen“ nach einem vielleicht nicht ganz so glücklich gelösten Konflikt ist mir stets ein großes Bedürfnis!

Auch hier kann ich im übrigen künftig den Friedensstock als ein Platz, an dem jeder gehört wird, einsetzen!

Habe ich beispielsweise im Stress das Kind angeblökt, so kann es mir gegenüber verdeutlichen, was es dabei empfunden hat!

Wir lernen dadurch also auch, einander besser zu verstehen!

Und warum ausgerechnet ein Stock?

Nun schreibe ich die ganze Zeit von einem Stock, obwohl es doch vielmehr um einzelne Schritte und Symbole geht.

Was hat das nun mit einem Stock zu tun?

Das ist ganz einfach!

Die Idee ist es, die hübsche Holztafel – die sogenannte Elfentafel – mit den bunten Symbolen an einen großen Stock (160-180 cm sind ideal) anzubringen!

Denn damit wird einfach die Symbolkraft unterstrichen!

Auch wenn es vielleicht befremdlich klingen mag, im Konfliktfall den Stock zu holen. 😉

Der Stock unterstreicht hier die Wichtigkeit des Instruments und Rituals – und die Suche nach einem geeigneten Stock kann gleichzeitig eine erste, wunderbare gemeinsame Familienaktivität darstellen!

Und schafft somit gleich Vertrauen in die Sache und eine erste Verbindung!

Wenngleich meine Kinder erst maulten und meckerten, ging es um einen gemeinsamen Spaziergang in den Wald und an den Bach! 😉

Wir basteln uns unseren eigenen Friedensstock!

Dafür aber waren sie beim Schleifen des gefundenen Stockes voller Eifer dabei!
Denn Eure Tafel wird mit einem Schleifpapier geliefert!

Auch im Paket findet ihr bunte Bändchen – diese werden bei jeder Feier (sprich bei gelösten Konflikt) als ein weiteres Symbol an den Stock gebunden.

Der Stock sollte demnach noch ein paar Verzweigungen aufweisen, um die Schnüre anbringen zu können.

Unser Stock jedenfalls weckte sofort die Neugierde und meine Kinder zeigten sich von Anfang an der Sache sehr aufgeschlossen gegenüber!

Konflikte wurden nachgespielt

Das war sehr schön zu beobachten, schnell wurden sogar die ersten Konflikte „nachgespielt“, nur damit der Friedensstock endlich wieder zum Einsatz kommen durfte!

Und so fand ich mich eben in jener ganz oben geschilderten Situation wieder!

Und ich begann zu erklären und zu kommunizieren.

Anhand der Symbole und einzelnen Schritte der gewaltfreien Kommunikation.

Ich löste meinen ganz eigenen Konflikt

Und so schilderte ich, wie ich kürzlich erst sah, dass der Gatte den Kopf schüttelte, ging es um eine Erziehungsfrage.

Ich sah ein Kopfschütteln und fühlte mich frustriert und ohnmächtig, glaubte ich mich doch in meiner Rolle als Mutter und Erzieherin verurteilt.

(Das interpretierte ich falsch, wie sich später im Laufe der elterlichen „Konfliktlösung“ herausstellte! 😉 )

Ich erklärte den Mädels, dass ich mir in dem Moment Wertschätzung und Verständnis wünschte und die Bitte äußerte, so etwas (das Kopfschütteln) nicht vor dem Kind zu machen.

„Und habt Ihr dann auch gefeiert?“

fragte mich die Kleinste im Anschluss und gab mir mein ganz eigenes Band, um es an den Stock zu binden!

Weil ein Konflikt unter Erwachsenen gelöst wurde.

Und auch weil der Friedensstock offensichtlich bei uns zu Hause angekommen ist! 🙂

Es braucht noch Übung

Sicher, wir werden noch einige Durchläufe und Konflikte gemeinsam bewältigen müssen, bis die Konfliktlösung mittels Friedensstock zu einer festen Routine im Hause geworden ist.

Vor allem ist gewaltfreie Kommunikation auch ein sehr umfangreiches und komplexes Thema!

Doch auch dafür gibt es Hilfe und Möglichkeiten.

So bietet Tassilo Peters ein kostenloses Online-Seminar zur Einführung in das Konzept der gewaltfreien Kommunikation an!

Denn versteht man die Grundlagen erst einmal, kann auch der Friedensstock besser bei Konflikten in der Familie angewendet werden!

Wir jedenfalls bleiben dabei, haben uns nach jedem Konflikt immer wieder feste und dolle lieb – und feiern künftig einfach jede gelöste Auseinandersetzung mit fröhlich-bunten Bändchen!

Oder Kuchen! Kuchen geht auch! 😉

Eure 

Alex

(*Werbung – bezahlt und beauftragt. Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Team rund um den Friedensstock!)

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