Einmal Hamburg und zurück – Von einer Reise nur zu Zweit!

Er ist immer da. Der Kloß im Hals.

Jedes einzelne Mal, geht eine Reise zu Ende – und war sie noch so kurz – steckt er fest.

Drückt und lastet schwer und lässt mich heimlich und verstohlen schlucken und kleinste Tränchen aus den Augenwinkeln wischen.

Denn „Nach-Hause-kommen“ ist zwar wunderschön, insbesondere dann, wenn ein Teil der allerliebsten Lieblingsmenschen dort wartet, doch bedeutet es gleichermaßen, dass etwas Anderes gerade zu Ende geht.

Und während die Sonne über den Feldern rund um Lüneburg untergeht, nehme ich Abschied.

Abschied von einem weiteren Tag in der Hansestadt und auch von besonderen Stunden.

38 Stunden genau genommen, von denen ich nicht weiß, ob sie in dieser Form so schnell wieder kommen werden.

Der Sohn & ich – nur wir zwei beide

Ich war alleine mit dem Sohn unterwegs in Hamburg.

Zwei Tage, eine Nacht, nur das größte Kind und ich.

Es war ein lange…

…aufgeschobenes Versprechen, welches ich endlich, nach Zeiten der Pandemie und der begrenzten Möglichkeiten, einlösen konnte!

Und ein kleiner Wink des Schicksals zugleich.

Denn wäre mir nicht vor ein paar Tagen beim Aufräumen jener alte vergilbte Zettel, eine Eintrittskarte zum Miniatur Wunderland in Hamburg, in die Hände gefallen, ich hätte es fast vergessen:

Unser Vorhaben einmal alleine zu zweit auf Städtereise zu gehen.

Ursprünglich sollte es sogar London sein. Im Frühjahr 2020.

Doch was uns dann in die Quere kam, muss ich hier niemandem erläutern.

Der Zettel flatterte mir also entgegen in einer Zeit, in welcher mir ohnehin die Decke auf den Kopf fiel, hier zu Hause.

Und mich kurzerhand aus dem Bauch heraus buchen ließ!
(Meine Bauchentscheidungen sind immer die besten! 🙂 )

Zugfahrt, Hotel, Eintrittskarten für das Miniatur Wunderland (welches – und das sei Euch hundertprozentig versichert – höchstens „Baby“ klingt und selbst für Erwachsene ein absoluter Hype ist! Doch dazu gleich!) – alles machte ich fest!

Gut, einen Termin im Rot-Kreuz-Testzentrum in der Speicherstadt buchte ich ebenfalls gleich für den Sohn mit (Pandemiealltag), doch sollten uns all‘ die kleinen Dinge, auf die es heutzutage zu achten gilt, kein Hindernis bei unserem Vorhaben sein!

Warum aber bin ich auf der Heimreise im Zug so traurig?

Einige Dinge kommen vielleicht nie wieder….

Meine Kinder werden größer. Jeden einzelnen Tag.

Das kann ich weder aufhalten, noch beeinflussen – und schon jetzt fühle ich, wie mir die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt.

Ich bin in dieser Woche mit einem vierzehnjährigen Teenager gereist – und war sicherlich bereits hier und da schon ein klitzekleines bisschen uncool.
(Der Sohn gab sich jedoch dankenswerterweise die aller-größte Mühe, mich das nicht allzu deutlich spüren zu lassen! 😉 )

Aber wir haben uns verstanden, es war schön und harmonisch und ich hoffe von ganzem Herzen, dass auch in der Erinnerung des Sohnes schöne Stunden mit seiner Mama bleiben!

Aber wird er nochmals mit mir reisen wollen? Alleine?

Schaffen wir es, das zu wiederholen oder war einfach genau JETZT der Zeitpunkt für eine solche, einmalige, Sache?

Gedanken wie diese stimmen mich wehleidig und sentimental.

Doch lasst mich lieber von den schönen Dingen unserer Reise zu zweit berichten!

Reisen mit großen Kindern ist toll!

Mein Kind ist groß und selbstständig geworden.

Auch so etwas fällt erst richtig auf, hat man einmal die Zeit, sich nur mit einem Kind ganz alleine zu „beschäftigen“.

Es ist ein stetes Kennenlernen in solch ruhigen Momenten –  im Alltag mit allen drei Kindern fühle ich mich stets hin und hergerissen und fürchte, keinem Kind so richtig Gehör und Aufmerksamkeit schenken zu können.

Das macht manchmal ein bisschen traurig und ist mit ein Grund, warum mir jene „quality time“ mit nur einem Kind alleine wichtig ist.

Es ist ein Zeichen der Wertschätzung und auch einmal schön und entspannend obendrein!

Insbesondere, reist man schon mit einem so großen Kind!

So kam es, dass ich mich weder um das Essen kümmern, noch verzweifelt auf Google Maps Richtungen bestimmen musste – das übernahm kurzerhand alles der große Sohn!

Fast schon war ich ein klein wenig gerührt, als ich erfuhr, dass er sich bereits zu Hause die coolsten Locations zum Essen und Stores zum Stöbern herausgesucht hatte!
(Das macht man heute offenbar über TikTok)

Mein Kind hatte sich wirklich, wirklich auf die Kurzreise gefreut!
Wie schön bitte ist das denn!?

Ich ließ also den Sohn machen – und war mehr als positiv überrascht!

Hat alles geschmeckt, war alles mega-cool!

E-Scooter? Ich? Na klar!!!

Reist man mit Vierzehnjährigen, so muss Frau auch gut und gerne einmal die ganz eigene comfort zone verlassen, um nicht als absoluter Loser und alte Muddi dazustehen!

Was soll ich sagen?

Ich-habe-eine-neue-Leidenschaft!

Mein Kind wird mich wohl noch in fünf Jahren damit aufziehen, wie ich mich erst mit Händen und Füßen sträubte, einen E-Roller (die stehen da überall zu Haufe mitten auf den Gehwegen herum und lassen sich per App starten) zu nutzen!

„Nö! Das kann ich nicht!“
„Vergiss‘ es!“
„Ich-mach-das-jetzt-nicht!!!“
„Ich fall da runter und kugel mir die Schulter aus!“
„Spinnst Du!?“
„Neihein! Lass‘ mich!!!“

Um keine fünf Minuten später mit einem begeisterten

„HUI!!!“

Richtung Landungsbrücken zu cruisen!

Wie cool ist das denn bitteschön!?

Und wo haben wir übernachtet?

Bitte lasst mich jetzt nicht hier Werbung wegen Namensnennung schreiben – aber genächtigt haben wir im nigelnagelneuen
Motel One auf der Fleetinsel! (selbst bezahlt!)

Dass wir dann auch noch mit einem Zimmer im sechsten Stock MIT Blick auf die Elbphilharmonie beglückt wurden, hat unseren Aufenthalt dort mehr als abgerundet  – das Hotel ist wirklich super zentral gelegen und somit eine absolute Empfehlung!

So sind es von dort beispielsweise auch nur acht Gehminuten zum Miniatur Wunderland, welches wir nach einem hervorragenden Outdoor-Abendessen beim Italiener gegen 22 Uhr besuchten!

Noch ein Vorteil, reist man mit größeren Kindern! 😉

Im Miniatur Wunderland

In knapp zwei Stunden (es lässt sich durchaus deutlich länger dort verweilen, doch dem Teenie genügte es 😉 ) bereisten wir die ganze Welt!

Wer nun glaubt, Modeleisenbahn-Landschaften seien langweilig, Baby oder gar etwas für Nerds, der sei eines Besseren belehrt!

Kurzum, das Miniatur-Wunderland ist während eines Hamburg-Besuchs ein MUSS (wir waren wie bereits geschrieben nicht das erste Mal dort) und das nicht nur wegen der vielen kleinen, versteckten und witzigen Details, die man nur mit viel Aufmerksamkeit entdeckt – und welche Erwachsene erheitern!
(Wie die versteckten Erwachsenen-Witze in Familien-Filmen! 😉 )

Aktuell hat das Miniatur-Wunderland geöffnet von sieben Uhr bis ein Uhr (ehrlich!!!) und kann nur mit Maske, Impfpass oder negativem Test vom Testzentrum besucht werden!

Streifzug durch die Hansestadt

Auch am Folgetag richtete ich mich gerne nach den Vorstellungen des Sohnes, schließlich sollte es ja „seine“ Mama-Kind-Reise sein.
(Er wird die Bezeichnung an dieser Stelle peinlich finden!)

Gut, ebenfalls musste ich damit leben, keine Fotos von uns beiden aufnehmen oder gar posten zu dürfen (Er war dabei! Ganz in echt!!! 😉 ) und auch kann ich eventuell keine Sneaker-Läden mehr sehen (er kaufte letztendlich keine) – und auch meine „Luca App“ wurde überstrapaziert.

Aber dennoch bin ich glücklich und überrascht, wie sehr alles harmonierte – und ich wage zu behaupten, wir beide genossen die Mini-Auszeit vom Alltag (und dem lauten Rest der Familie 😉 ) sehr!

Kann man in zwei Tagen abschalten?

Nur hin und wieder packten mich in ruhigen Momenten Gedanken, vor welchen ich eigentlich versuchte, für einen winzigen Moment zu flüchten.

Sorgen und Probleme zu Hause, „Nachdenklichkeiten“ welche ich nur allzu gerne nicht mit ins Gepäck gepackt hätte.

Doch – ich schrieb es schon so oft – ist jede Reise auch eine Reise zu uns selbst!
Und es ist schwer, vor dem eigenen ICH davon zu laufen.

Das gehört wohl dazu, doch lässt es sich woanders leichter denken und grüben! 😉

Und so fühlt sich eben auch die Heimfahrt wie ein kleiner Abschied an.

Von mir selbst, von einer weiteren prägenden Erfahrung, von wertvoller Zeit mit nur einem Kind und einer kleinen Flucht vom Alltag.

All‘ das verschwindet mit der Sonne am Horizont!

Nur der liebe Reisebegleiter bleibt – und wir lachen und reden zusammen und konnten hoffentlich viele Erinnerungen schaffen.

Danke, mein Großer für diese schönen Tage!

Eure 

Alex

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