„Unterleuten“, neben Pferden & die Sache mit der Schreibblockade – Unser September-Wochenende

Jaaa, lacht nicht!
Ich habe künftig vor, hier JEDEN Buchtitel von Juli Zeh zu zitieren! So!

Doch tatsächlich war ich an diesem Wochenende einmal „unter Leuten“.

Das erste Mal seit langer, langer Zeit.

Und im Grunde war es auch genau das, was ich nach der letzten Woche brauchte!
Um hier überhaupt wieder schreiben zu können.

Es benötigte ein paar schwindelerregende Runden im Gedankenkarussell, ziemliche viele Knoten im Gehirn, Schreibblockaden und Selbstzweifel, sentimentale und zutiefst depressive Gedanken – bis hin zum ultimativen Knall!

Ist immer so – und muss irgendein Automatismus im Gehirn sein.

Irgendwann bin ich mich selbst mit all‘ meinen verworrenen Gedanken und jenem elendig angeknacksten Selbstwertgefühl einfach so dermaßen leid, dass ich innerlich einfach auf „Reset“ drücke.

Vielleicht schreit die innere Stimme auch „Jetzt reicht’s“ oder gar „Halt die Fresse!“ – so genau weiß ich es gar nicht, aber irgendetwas in mir drinnen zieht die Notbremse und schreit nach Normalität, Gedanken im Auto-Pilot und einfach Weiterleben.

Inhale. Exhale. NICHT nachdenken. Lustig sein.

Gehirn-Explosion

Konnte ich also hier nun tagelang nix von mir geben, habe ich hoffentlich gerade die Kurve wieder bekommen.

Und auch wenn dazu erst eine wahrhafte Gehirn-Explosion (mit viel Drama für einige Beteiligte) und im Anschluss ein paar wenige Tröpfchen Alkohol sowie eine ordentliche Portion Geselligkeit von Nöten waren:

Ich glaub, jetzt geht’s wieder.

Willkommen zurück, Mama steht Kopf!

Doch – Spaß beiseite – es ging mir nicht sonderlich gut, die vergangene Woche.

Beiträge fing ich hier auf dieser Seite an, um sie Minuten später wieder zu verwerfen, nichts schien mir einer Erzählung wert.
Dabei hatte ich doch so viele Gedanken im Kopf, war so vieles passiert.

Allein nunmehr zwei vollständig geimpfte große Kinder zu haben, wäre einen kompletten Beitrag wert – und erschien mir dennoch wenig erzählenswert.
(Froh und erleichtert bin ich aber dennoch und stehe hinter unser aller Entscheidung!!!)

Denn manchmal verheddern sich Einfälle, Empfindungen, Gedanken und Ideen einfach zu einem heillosen Wirrwarr und bremsen und hemmen letzten Endes.

An Mehrwert und informativ-unterhaltende Beiträge für Euch (als ob ich jemals um Mehrwert bemüht wäre 😉 ) – war schlichtweg vor lauter Gedanken nicht zu denken!!!

Vorsichtig klettere ich gerade wieder aus meinem Loch heraus, blinzele in die Sonne, die da noch immer ist!
Warm und spätsommerlich.

Und vielleicht ist gerade das Wochenende in Bildern ein guter Einstieg, um Gedanken zu entfesseln und frei fließen zu lassen!

Vielleicht floss aber auch nur der Wein – und ich schreibe diese Zeilen, Nachts um einuhrzweiundfünfzig, ein wenig angeheitert! 😉

Samstag, 25. September

Ich fühle mich elendig.

Zu schlecht drauf war ich die vergangenen Tage, zu verworren die eigenen Gedanken und Gefühle.
Mag im Grunde gar nicht aufstehen.

Da das bei fünf Familienmitgliedern allerdings nicht wirklich eine Option ist, hoffe ich auf die belebende und erheiternde Wirkung von starkem Kaffee.
Es hilft so semi.

Geht es mir nicht gut, googele ich entweder Schuhe, wechsele die Haarfarbe – oder fange an, Dinge auszumisten, wie besessen aufzuräumen und wegzuwerfen. (Rebell ich! 😉 )

Die schicken Lederstiefel sind also in den nächsten Tagen auf dem Weg zu mir, der Friseur-Termin muss leider noch ein wenig warten (wer sagt, dass jede Friseuse spontan und bedingungslos meine Launen mitmacht!? 😉 ) – nun muss also das Obergeschoss dran glauben.

Im Aufräum-Wahn…

Wie angestochen nehme ich mir die Kinderzimmer vor.
Dabei ist es mir egal, dass das eigentlich (!) Aufgabe der Sprösslinge selbst sein sollte.

Ich-will-und-brauch-das-gerade!

 

Betten werden energisch abgezogen, Regale entstaubt und Wäsche in Schränke einsortiert.
Bis ich  – zwei Stunden später – zufrieden nickend da stehe.

Dann weiß ich abermals nicht weiter mit so viel Gefühl und Hirn-Krams und blöke sämtliche Familienmitglieder an.

Läuft bislang, der Samstag!

Ich habe einen Onkel

Nicht nur habe ich einen Onkel, ich habe sogar einen Onkel, der gerade einmal siebeneinhalb Jahre älter ist als ich.

Und  – ich wage es hier kaum zuzugeben – aus besagtem Grund existieren Fotos von mir in roten Anoraks und schwarzen Latzhosen mit aufgebügelten Verkehrsschildern (WTF!?), die ich alle vom eigenen Onkel auftragen musste!

Besagter kleiner Bruder meines Vaters (meine Eltern waren jung, sehr jung – der Onkel ein Überraschungs-Nachzügler) feiert heute seinen fünfzigsten Geburtstag.

Es ist die erste Einladung zu einem derartigen Anlass seit Beginn der Pandemie!

Dementsprechend fiebere ich einem Essen unter mehreren (!) Menschen in nur einem Saal sehr entgegen!

Und wenngleich im sehr intimen und kleinen Rahmen (so wie es die aktuelle Lage nun einmal zulässt) gefeiert wird, ich freu‘ mich einfach wie Bolle raus zu kommen – und das nicht nur zum gemeinsamen Abendessen mit dem mir Angetrauten.
Pardon, Gatte! 😉

Aus mir unerklärlichen Gründen bestellte ich bereits im Frühjahr schicke, neue Riemchen-Heels (doch, im Grunde sind uns allen die Gründe nunmehr bekannt! 😉 ) – heute darf ich endlich den Zettel abschneiden – und in den ebenfalls neuen Rock schlüpfen!
Oh yeah!

Die Kinder bleiben derweil im übrigen zu Hause und werden von unserem lieben Freund betreut!

Zwar würden sie mittlerweile auch ein paar Stündchen alleine klar kommen, doch fühle ich mich so wohler – fürchte ich doch sonst während unserer Abwesenheit Mord und Totschlag unter Pubertieren und Wackelzahn-Vorpubertären! 😉
(Sie morden nicht, sie kochen stattdessen – so soll ich später erfahren!)

Geselligkeit und unter Menschen sein.

Ich hatte fast vergessen, wie das geht und wie es sich anfühlt!

Zusammensitzen, essen, trinken, reden – und das nicht nur wir Fünf in unserer kleinen, abgeschotteten Familien-Blase.
Sondern „echte“ Smalltalk-Gespräche unter echten Erwachsenen.

Sich schick anziehen, mit der Sektflöte in der Hand dastehen und sich gegenseitig austauschen – was früher Banalitäten waren, fühlt sich nach Monaten der Einsamkeit (die man als Mutter ohnehin nicht selten verspürt!) und Pandemie erfrischend sonderbar und angenehm zugleich an!

Vielleicht sogar war es genau das, was ich jetzt gebraucht hatte.

Um mich nicht mehr als „weirdo“ und Sonderling zu fühlen, um unter Leuten wieder anzukommen und verqueren Gedanken den Garaus zu machen!

So bin ich fast schon ein wenig enttäuscht, als der Gatte mich zum Nachhause-fahren anstupst.

Ich fühle mich nicht sonderlich betrunken, was auch gut ist, da uns selbstverständlich der noch wache Vierzehnjährige zu Hause begrüßt.

Vielmehr aber aufgekratzt und beschwingt – und setze mich somit an diese Zeilen hier.

Solange Gedanken ungehemmt (endlich wieder!) fließen können!

Vor ein paar Wochen las ich übrigens, dass Mütter öffentlich nicht kundgeben sollten, dass sie auch mal Alkohol zu sich nehmen!

Was für ein Quatsch!

Ich brüste mich ja nicht damit, aber ich bin eben nicht nur Mutter, sondern auch Frau und Mensch!

Und gerade, bin ich ohne die Kinder unterwegs (vor ihnen trinke ich nicht!), so darf ich mich auch hin und wieder dem ein oder anderen Genussmittel hingeben und auch dazu stehen.

Just saying…

Sonntag

Die gute Laune aus den Stunden zuvor verfliegt, als ich aufwache und den Mann neben mir nach den Mädels frage.

Denn die sind nicht da.

Ich fühle mich übergangen und bin traurig

Zum Reiterhof hat er sie bereits in frühen Morgenstunden – auf deren ausdrücklichen Wunsch – gebracht.

Denn da findet heute eine große Veranstaltung statt und voller Eifer wollten sie helfen, den Stall fein zu machen und was es sonst noch so alles auf einem Reiterhof (wie im Fernsehen und aus dem Bilderbuch 😉 ) zu tun gibt.

Ich aber kann mich nicht freuen, denn ich fühle mich übergangen!

Als Mama hätte ich sicherlich gezögert, die Achtjährige und Zwölfjährige dort alleine zu lassen und wieder heim zu fahren.
Wenngleich die Töchter in bester Gesellschaft von vielen anderen Mädels und Menschen, die sie kennen sind.

Ich hätte anders entschieden und fühle ich blöd und nicht berücksichtigt.
So sehr, dass Tränchen rieseln und ich meinen Unmut deutlich zum Ausdruck bringe.

Lange setzen der Mann und ich uns zusammen und reden miteinander.
Etwas, das ich an unserer Ehe sehr schätze!

Wir reden und schaffen Unklarheiten aus der Welt, erklären einander Standpunkte, wechseln Sichtweisen  – und vertragen wieder.

Begeistert bin ich aber noch immer nicht davon, dass die Töchter da nun alleine rumwuseln – auch wenn sie es sich noch so sehr wünschten!

Doch hätte ich vermutlich nur die Stimmung vermasselt und die Mädels an ihrer Freude gehindert.

Auf zum Reiterhof!

Nun aber möchte ich schnell nachkommen und kucken, was meine Kinder so sehr begeistert.

Was ihre aktuell ganz eigene Welt ist!

Eine Welt, für die sie extra früh aufgestanden sind, sich selbstständig komplett fertig gemacht haben, für die die Tochter gleich zwei Kuchen zum Verkauf selbst (!!!) gebacken hat und dem Verkauf mit glitzernden Augen entgegenfiebert!

Ich bin stolz und glücklich, wie eigenständig und sozial meine Kinder sind – und gleichermaßen ängstigt mich dieser weitere sichtbare Abnabelungs-Schritt.

Unter schlechtem Gewissen erscheine ich also zusammen mit dem Mann und sogar dem großen Bruder am Reiterhof, um festzustellen, dass meine Anwesenheit im Grunde völlig nebensächlich ist! 😉

Die Mädels sind super-happy, verkaufen und kucken emsig und ich schnuppere ein bisschen fremde „Friesenzucht-Luft“.

Ich hätte keinen Dunst, was einen „tollen Friesen“ (NICHT mein Beuteschema, he he!) ausmacht, aber nett anzusehen sind die Pferde (what else?) auf jeden Fall!

Eine Weile hocke ich also im schwül-warmen Sonnenschein in der Wiese und kucke dem Treiben zu.
Bis der Sohn nach Hause möchte.

Wir fahren, der Papa bleibt mit den Mädels noch ein wenig da – es gibt für mich ohnehin noch Einiges zu Hause zu tun.

By the way! Wählen muss ich ja auch noch!!! 

Kommt gut in die neue Woche!

Eure 

Alex

P.S. Noch mehr Familien-Wochenenden gibt es drüben bei grossekoepfe!

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